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Nightingale-Projekt
Studierende betreuen Migrantenkinder in deren Freizeit
Das Nightingale-Projekt ist ein Förderprogramm für Schüler und Schülerinnen
von 8 bis 12 Jahren mit Migrationshintergrund. Studierende verbringen mit einem
Einwandererkind über mehrere Monate hinweg einen Nachmittag wöchentlich
2 bis 3 Stunden. Sie unternehmen gemeinsame soziale und kulturelle Aktivitäten
wie Erkundungen in der Stadt, Ausflüge ins Umland, besuchen gemeinsam ein
Schwimmbad, einen Kinofilm oder Ausstellungen und Museen oder stellen
zusammen etwas (wieder) her (Essen, Spielzeug, Fahrradreparatur).
Durch das Projekt soll das Kind bei der sozialen Eingliederung unterstützt
werden einerseits, die Studierenden andererseits sollen mit der Lebenswelt,
mit der Konfliktzweisprachigkeit, Kulturkonflikt und auch Diskriminierung
der Einwandererkinder vertraut werden. Sie wollen sie heranführen an Teil-
habemöglichkeiten in der neuen Umwelt, zu Selbst- und Mitbestimmung und
sich selbst in Solidarität üben. Im individuellen Umgang und in Gruppen-
aktivitäten sollen die Studierenden die Potenziale der Kinder kennen und
fördern lernen. Pädagogische Theorie und Praxis sollen an einer besonderen
Schülerklientel vermittelt werden. Die Mentoren bzw. Studierenden pflegen
den Kontakt zu den Eltern und suchen ihre Zustimmung. In den Mentoren/
Mentorinnen erfahren die Schüler ein Modell von Bildungserfolg, an dem sie
sich orientieren können. Das Ich der Kinder soll gestärkt werden. Die sprach-
liche, möglichst auch zweisprachige, Kompetenz soll erweitert werden.
Sie sollen ihre Umwelt als Lernquelle entdecken. Kultureller Respekt und
Menschenfreundlichkeit sollen entwickelt werden.
In Freiburg beginnt das Projekt mit Kindern der Anne Frank-Schule im
Stadtteil Bischofslinde. Weitere Grundschulen sollen einbezogen werden.
Das Nightingale-Projekt entstand in Malmö (Schweden) im Zusammenhang
mit dem Lehramtsstudium und in Zusammenarbeit mit einigen Schulen der
Stadt. Die Nachtigal, das Wappentier Malmös, ist ein Symbol: Sie singt
schön, wenn sie sich in Sicherheit fühlt.
Rund 700 Schüler und 700 Studierende haben sich dort bereits an
dem Projekt beteiligt.
Das Comenius-Projekt zur Lehrerausbildung, aus EU-Mitteln finanziert,
wird an mehreren europäischen Universitäten durchgeführt. Neben Malmö
und Freiburg sind die Pädagogische Akademie Linz (A). die Pädagogische
Hochschule Inner-Schweiz/ Zug (CH), die Universitäten Girona (E),
Stavanger (N), Ljubljana (SLO) und als zweite deutsche Universität
auch die FU Berlin beteiligt.
Das Projekt ist angelegt auf drei Jahre (2006-2009). Der erste
Durchgang der pädagogischen Aktivitäten dauert von Oktober 2007
bis Mai 2008, der zweite von Oktober 2008 bis Mai 2009.
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