Aktuelle Forschungsprojekte

BIL (BNE_Indikator_Lehrerfortbildung)

Das Weltaktionsprogramm (WAP) hat als Folgeprogramm der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zum Ziel, die BNE in allen Bildungsbereichen zu verankern. Die wichtige Rolle der Lehrkräfte wird dort im Handlungsfeld 3 "Kompetenzaufbau bei Lehrenden und Multiplikatoren" besonders betont. Im Rahmen des nationalen Monitorings zum WAP erhebt das Institut Futur der FU Berlin den Implementationsstand der BNE in Deutschland. Die Arbeitsgruppe BNE um Prof. Dr. Werner Rieß der PH Freiburg entwickelt und erhebt hierzu ergänzend einen BNE-Indikator für staatlich angebotene Lehrerfortbildungen zur BNE. Im Projekt BIL (BNE_Indikator_Lehrerfortbildung) wird evaluiert, inwiefern es im Kontext der Lehrerfortbildungen auf Bundesländerebene repräsentative und gleichzeitig fortschreibbare Daten zur BNE gibt und wie zugänglich diese für ein kontinuierliches Monitoring sind.

Zielsetzung der Studie ist es für alle 16 Bundesländer sowie für die Bundesrepublik Deutschland als Ganzes einen BNE_Indikator_Lehrerfortbildungen zu generieren und zu erheben. Die Daten sollen eine Grundlage für die Entwicklung eines umfassenden BNE-Indikatorkonzeptes zur Aufnahme in die nationale Nachhaltigkeitsstrategie darstellen.

Projektlaufzeit: Nov. 2016 - Mai 2017

Projektteam: Eva-Maria Waltner (wissenschaftliche Mitarbeiterin, Ansprechperson), Dr. Dietmar Glaubitz (Akademischer Oberrat), Prof. Dr. Werner Rieß

Kontakt: eva-maria.waltner@ph-freiburg.de

DFG-Projekt: Förderung von „Skill“ und „Will“ argumentativen Denkens beim Umgang mit fragilen und konfligierenden Positionen

Im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms (SPP 1409): "Wissenschaft und Öffentlichkeit: Das Verständnis fragiler und konfligierender wissenschaftlicher Evidenz"

Aufbauend auf der entwicklungspsychologisch orientierten Theorie Kuhns zum argumentativen Denken, dem pädagogisch-psychologischen Modell des beispielbasierten Lernens und biologiedidaktischen Ansätzen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung zielt das Projekt darauf ab, „Skill“ (Argumentationsfertigkeiten) und „Will“ (Bereitschaft zur argumentativen Auseinandersetzung) bei der Verarbeitung konfligierender wissenschaftlicher Positionen und fragiler Evidenz bei Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II zu fördern. Dabei werden „reife“ epistemologische Überzeugungen mit Wertschätzung des argumentativen Abwägens als Voraussetzung einer hoch ausgeprägten Will-Komponente betrachtet. Es werden drei aufeinander bezogene Experimente durchgeführt, in denen die Effekte eines computerbasierten Trainings zur direkten Förderung von Skill und Will insbesondere auf die Verarbeitung neuer fragiler und konfligierender Informationen (Transfer der argumentativen Fertigkeiten), auf epistemologische Überzeugungen und auf die Wertschätzung kritischer Auseinandersetzung empirisch überprüft werden sollen. Auf dieser Basis soll in einer zweiten Projektphase in einem Transferprojekt das optimierte Training in eine im Biologieunterricht einsetzbare Lernsoftware überführt und empirisch untersucht werden.

In Kooperation mit:
Prof'in Kerstin Berthold (Universität Bielefeld)
Prof. Dr. Alexander Renkl (Universität Freiburg)
Prof. Dr. Stefan Fries (Universität Bielefeld)
Dr. Sebastian Schmid (Universität Bielefeld)

BMBF-Projekt: SysThema - system thinking in ecological and multidimensional areas (Förderung systemischen Denkens in nachhaltigkeitsrelevanten Kontexten als Ziel der BNE)

Aufbauend auf den Vorarbeiten unserer Projektgruppe zur Bildung für nachhaltigen Entwicklung, zum systemischen Denken und zu epistemologischen Überzeugungen  zielt das Projekt darauf ab, bei Lehramtsstudierenden sowohl die systemische Kompetenz in verschiedenen nachhaltigkeitsrelvanten Kontexten zu fördern als auch die Fähigkeit, Lernprozesse zum Erwerb systemischer Kompetenz im Rahmen der schulischen BNE anbahnen zu können. Systemische Kompetenz umfasst in unserer Konzeptualisierung sowohl das systemische Denken als auch angemessene epistemologische Überzeugungen.

Mithilfe experimentellen Untersuchungen mit Lehramtsstudierenden der Fächer Biologie und Geographie soll deshalb u.a. geprüft werden, wie sich in Seminareinheiten systemische Kompetenz in verschiedenen nachhaltigkeitsrelevanten Kontexten und das fachdidaktisch relevante Wissen zu Voraussetzungen und Möglichkeiten einer wirksamen Gestaltung von Lernprozessen zum systemischen Denken in der Sekundarstufe I fördern lässt.

In Kooperation mit:
Prof. Dr. Elmar Stahl (Institut für Medien und ihre Didaktik, PH Freiburg)
Prof. Dr. Josef Nerb (Institut für Pädagogische Psychologie, PH Freiburg)
Dr. Stephan Schuler (Geographie und ihre Didaktik, PH Ludwigsburg)
Dr. Christian Hörsch (Institut für Biologie und ihre Didaktik, PH Freiburg)

Mitarbeiter/-innen:
Daniela Fanta
Julia Bräutigam
Amalie Trüg
Stefan Streiling
Tim Kramer
Frank Rosenkränzer
Melissa Schlenker

Interventionsstudie: Bildung für eine nachhaltige Entwicklung im Kontext der Primarstufe - Wirkungen variierter Unterrichtstreatments auf das Denken und Handeln von Grundschülern/-innen.

Im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) soll allen Menschen die Möglichkeit eröffnet werden, sich Wissen und Werte anzueignen sowie Verhaltensweisen und Lebensstile zu erlernen, die für eine lebenswerte Zukunft und eine positive gesellschaftliche Zukunft erforderlich sind.

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Vorschläge und Konzeptionen für eine BNE entwickelt.  Belastbares Wissen und auf empirischen Daten beruhende Erkenntnisse darüber, wie  eine schulische BNE wirksam gestaltet werden kann, liegen allerdings noch kaum oder nur in unzureichender Form vor. An dieser Stelle setzt die vorliegende Arbeit an, indem sie die beiden folgenden Fragen in den Mittelpunkt der Betrachtung stellt: 

  1. Welche Arten von Wissen, Einstellungen und Kompetenzen sollen Schüler/-innen im Rahmen der BNE erwerben? Sind die empfohlenen Ziele in normativer Hinsicht begründbar und aus empirischer Sicht  realisierbar?

  2. Durch welche Methoden und Verfahren kann das Lernen im Rahmen der BNE wirksam unterstützt werden? Wie können Lernprozesse im Sinne einer BNE effektiv initiiert und gefördert werden?

Die Besonderheit der vorliegenden Arbeit besteht darin, dass sie versucht, durch die Integration theoretischer Analysen und empirischer Studien Antworten auf diese Fragen zu finden.

Veröffentlichung der Ergebnisse