2. Ton

Unter Tonmitteln ist wohl am auffälligsten die Unterscheidung zwischen dem OFF-Ton und dem ON-Ton. Bei dem OFF-Ton befindet sich die Tonquelle außerhalb des Bildes/der Filmszene. Das kann z.B. die Erzählstimme sein oder die Stimme anderer Figuren. Das können darüber hinaus Geräusche, Klänge und andere Schallereignisse sein. Beim ON-Ton befindet sich die Tonquelle innerhalb des Bildes/der Filmszene.

OFF-Ton: Beispiel 1

Goethe“

Regisseur: Phillip Stölzl

Produktionsland und -jahr: DE, 2010

Filmszene: Vorlesen des Briefes, 01:16:43-01: 01:18:20

Kommentar: Während Goethe einen Brief schreibt und tief in seiner Kunst versunken ist, kann der Zuschauer seine Gedanken hören. Zunächst ist es seine Stimme, die vorliest, ohne dass er spricht. Mit zunehmender Intensivierung seiner Gedanken sind Gesprächsfragmente zu hören und die Stimmen verschiedener Protagonisten werden erkennbar. Gleichzeitig läuft theatralische Musik. Diese Ton-Komponenten erzeugen eine äußerst intensive Stimmung.

 

OFF-Ton: Beispiel 2

„Das Leben der Anderen“

Regisseur: Florian Henckel von Donnersmarck

Produktionsland und -jahr: 2006

Filmszene: Szene mit der Sektflasche, 01:17:12-01:17:15

Kommentar: In der Wohnung Georg Dreymanns stoßen Dreymann, Hessenstein und Hauser mit einer Flasche Sekt darauf an, dass die Wohnung der vermeintlich letzte Ort in der DDR sei, an welchem ungestraft frei gesprochen werden könne. Hessenstein öffnet die Sektflasche, der Korken knallt heraus und trifft einen Lichtschalter. Nach einem Schnitt sieht der Zuschauer Gerd Wiesler, der erschrickt, weil der Korken eine seiner Abhörwanzen getroffen hat. Begleitet wird dies mit dem unangenehmen Geräusch, das Wiesler hört.
Dieser fremde schrille Laut symbolisiert das fremde Leben von da unten, das plötzlich in den Raum von Wiesler eindringt.