3. Musik

Die Filmmusik spielt bei der Filminterpretation eine sehr große Rolle. Im Film kann die Musik verschiedene Funktionen übernehmen. Beispielsweise können musikalische Elemente die Handlung in einer Filmszene begleiten, indem sie das Geschehen verstärkt zum Ausdruck bringen oder präziser strukturieren. Eine visuelle Darstellung wird hier mit musikalischen Mitteln paraphrasiert. Wird die visuelle Darstellung in einen Widerspruch zur musikalischen Kulisse gesetzt, so wird eine Handlung musikalisch kontrapunktiert. Wenn musikalische Mittel einer neutral dargestellten visuellen Filmszene eine bestimmte Bedeutung verleihen, erfüllt die Filmmusik eine Polarisierungsfunktion. (vgl. Pauli 1976)

 

 

 


Literatur:

Pauli, Hansjörg (1976): Filmmusik – Ein historisch-kritischer Abriß. In: Schmidt, Hans-Christian (Hrsg.): Musik in den Massenmedien Rundfunk und Fernsehen. Perspektiven und Materialien. Mainz: Schott Musik, S. 91-119.
Steinmetz, Rüdiger (Hrsg.) (2011): Filme sehen lernen. Filmmusik. DVD (3) mit Begleitbuch. Frankfurt/Main: Zweitausendeins.

Musikalische Paraphrasierung: Beispiel

„Berlin: Symphonie der Großstadt“ (auf www.youtube.de als Vollversion zu finden)

Regisseur: Walther Ruttmann

Originalmusik: Edmund Meisel

Produktionsland und -jahr: DE, 1927 

Kommentar: Die Filmmusik ist in "Berlin: Symphonie der Großstast" von großer Bedeutung. Für die damalige Zeit weist der Film eine hohe Zahl an kleinen Schnitten auf, die den Film spannend und die Stadt Berlin lebendig erscheinen lassen. Passend dazu wurde Filmmusik eingesetzt, welche Handlung und Geschwindigkeit auf künstlerische Weise unterstützt und widerspiegelt.