II. Filmmontage

Als Filmmontage (Filmschnitt) wird der Prozess und das Resultat der Bearbeitung der aufgenommenen Einzelbilder bzw. der nächstgrößeren Filmeinheiten, der Einstellungen, verstanden. Diese werden geschnitten, zusammengebunden und mit Tonmaterial versehen.

Mit Montagetechniken können verschiedene Effekte und Wirkungen erzielt werden. So wird beispielsweise mit Rück- bzw. Vorausblende ein Sprung in der chronologischen Handlungsdarstellung ermöglicht und Szenen, deren Handlung in der Vergangenheit oder in der Zukunft liegt, gezeigt. 

 

 

Rück- und Vorausblende: Beispiel

„Lola rennt“

Regisseur: Tom Tykwer

Produktionsland und -jahr: DE, 1998

Filmszene: Lola begegnet einem Mann auf dem Fahrrad; 00:14:30-00:15:20

Kommentar: Während Lola rennt, fährt neben ihr eine junger Mann auf dem Fahrrad. Wenig später sieht der Zuschauer durch eine schnelle Sequenz, in welcher Bilder des Mannes nacheinander gezeigt werden, wie sein weiteres Leben verläuft. Unterlegt ist die Sequenz für jedes Bild mit dem Geräusch einer Fotokamera.

 

Mit der Parallelmontage wird durch den Szenenwechsel die Darstellung von zwei oder mehreren parallel ablaufenden Handlungen ermöglicht. Den Zuschauern werden also Ereignisse präsentiert, die an einem anderen Ort oder in einem anderen Zeitraum stattfinden/stattfanden.

Parallelmontage: Beispiel

„Lola rennt“

Regisseur: Tom Tykwer

Produktionsland und -jahr: DE, 1998

Filmszene: Telefongespräch zwischen Lola und ihrem Freund, 00:04:30-00:07:00 (vgl. dazu auch das FILMPLAKAT, das auf eine Parallelität der Ereignisse hindeutet)

Kommentar: Lola telefoniert mit ihrem Freund und erzählt warum sie zu spät war. Parallel zu ihren Ausführungen bekommt der Zuschauer Szenen in schwarz-weiß präsentiert, die sich erkennbar auf Lolas Schilderungen und somit auf die Vergangenheit beziehen. Danach erzählt ihr Freund seine Geschichte und der Vorgang wiederholt sich.