Der Sketch

Auf dieser Seite wird der Sketch als Unterrichtsgegenstand vorgestellt, welcher sich auf sehr unterschiedliche Weise für den DaF-Unterricht didaktisieren lässt. Ausgehend von einem Projektseminar an der PH Freiburg wurde 2016 ein Filmheft zum Sketch „Dinner for One“ entwickelt, welches einen dramenpädagogischen Ansatz vorschlägt. Dabei wird mit Spiele und Übungen aus dem Improvisationstheater gearbeitet.

Was ist ein Sketch?

A sketch is an elaborated and dramatised joke, i.e. a joke made longer and acted out between different characters. The term 'sketch' is related to the German word 'Skizze', and etymologically seems to derive from the Greek word σχέδιος (shédios), which roughly translates into 'something improvised' (Müller 2003: 266). Today though, it is not usually improvised, but written down, learned and then performed.” (Thaler 2014: 89)

Als Sketch wird heutzutage ein schauspielerisch umgesetzter Witz bezeichnet, welcher sich durch seine relative Kürze und ein pointiertes Ende auszeichnet. Oft wird er filmisch aufgezeichnet, kann jedoch auch leicht nachgespielt werden – beides macht ihn für den Unterricht besonders attraktiv.

Merkmale des Sketches

Dramenpädagogischer Ansatz

Im DaF-Unterricht mit einem dramenpädagogischen Ansatz zu arbeiten, bedeutet, den Spracherwerb und die sprachdidaktischen Ziele ganzheitlich zu erweitern. Es bedeutet, Methoden und Prinzipien aus dem Theater zu übernehmen, um (fremdsprachliche) Kompetenzen im Unterricht sowohl verbal als auch nonverbal und interaktiv zu erwerben und zu erproben (vgl. Surkamp/Elis 2016: 4).

Natürlich sollte es nicht unbedingt der Anspruch sein, komplette Theaterstücke in künstlerischer Perfektion zu erarbeiten, sondern kreatives Spiel und ästhetische Gestaltung in den Unterricht zu bringen, also Übungen, die sich auch positiv auf das Fremdsprachenlernen auswirken. Dabei ist besonders zu beachten, dass dieser Ansatz nicht das fertige Produkt in den Fokus rückt, sondern prozessorientiert ist: „Wichtig ist [...] der Prozess des Eintauchens in die und des Agierens in der fiktiven Spielwelt“ (Surkamp/Elis 2016:4).

Ganzheitlich arbeiten dramenpädagogische Ansätze, da Fähigkeiten entwickelt werden – wie Gefühle unterschiedlich auszudrücken, die Umgebung mit allen Sinnen wahrzunehmen, sich kreativ auszudrücken, aber auch Mut zu zeigen und Fehler zuzulassen – die in einem oft kognitiv-orientierten (DaF-)Unterricht häufig vernachlässigt werden. Dennoch sind diese Fähigkeiten nicht unbedeutend für Fremdsprachenlernen und Lernen insgesamt (vgl. Bernstein/Kerchner 2014: Vf.).

Für den Einsatz dramenpädagogischer Elemente im DaF-Unterricht empfiehlt sich u.a. die Arbeit mit Methoden und Übungen aus dem Improvisationstheater.

Improvisationstheater

Ursprünglich wurde das Improvisationstheater entwickelt, um die Kreativität professioneller Schauspieler/innen zu schulen. In der Praxis hat sich aber gezeigt, dass diese Übungen auch für Laien und für jedes Alters geeignet sind. Für den Fremdsprachen- oder DaF-Unterricht sind Übung aus dem Improvisationstheater besonders geeignet, da gelernt wird, sich unvorbereitet verbal und nonverbal auszudrücken und zu interagieren (vgl. Glowsky 2011: 11).

Dennoch muss auch diese Improvisation geübt werden. Auch wenn dies zunächst paradox erscheint, ist es wichtig, Fähigkeiten wie Geschicklichkeit, Kreativität oder schnelles Reagieren zu trainieren – nicht jedoch konkrete Situationen oder Szenen. Genau diese Übungen und Spiele können für den DaF-Unterricht interessant sein, da sie auch bspw. Spontaneität trainieren, die in (sprachlichen) Interaktionen sehr hilfreich sein kann.

 

Konkrete Übungen, Ideen und Anregungen zum Einsatz des Improvisationstheaters im Unterricht, sowie ausführliche Materialien zur theaterpädagogischen Arbeit mit dem Sketch „Dinner for One“ finden Sie in unserem Filmheft „Dinner for One“.


Literatur:

  • Bernstein, Nils; Lerchner, Charlotte (2014): Vorwort. In: Dies. (Hrsg.): Ästhetisches Lernen im DaF-/DaZ-Unterricht. Literatur Theater Bildende Kunst Musik Film. Göttingen: Universitätsverlag Göttingen, V-VIII.
  • Glowsky, Céline (2011): Impulse aus dem Improvisationstheater. Mit bewegten Methoden Wortschatz festigen und Hörverstehen schulen. In: Der Fremdsprachliche Unterricht Französisch 111/Juni 2011, 10-15.
  • Surkamp, Carolina; Elis, Franziska (2016): Dramapädagogik. Spielerisch Sprache lernen. In: Der fremdsprachliche Unterricht Englisch. Seelze: Friedrich Verlag, Heft 142/2016, 2- 8.
  • Thaler, Engelbert (2014): Teaching English with Films. Paderborn: Ferdinand Schöningh.