SALONGESPRÄCHE

EINE INTER-/TRANSDISZIPLINÄRE VERANSTALTUNGSREIHE AN DER PÄDAGOGISCHEN HOCHSCHULE FREIBURG

| IN KOOPERATION MIT DER WiRKSTATT inklusive Hochschulentwicklung

 

 

14. MAI 2018                                        Prof. Dr. Clemens Dannenbeck,
18.15 Uhr                                              Hochschule Landshut
KG 5 / 013 Päd. Werkstatt                Das Politische in der Gestaltung inklusiver Bildungsprozesse.
  
                                                             Implikationen für inklusive Hochschulentwicklung  

Bemühungen zur Herstellung und Gewährleistung eines barrierefreien Studiums für alle Studierenden  sind aus dem in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung (UN-BRK)  begründeten (Menschen)Recht auf gleichwürdige Teilhabe und Diskriminierungsfreiheit im Bildungssystem abzuleiten. Die Anwendung der UN-BRK in Hochschule und Universität weckt dabei nicht selten die Vorstellung, dass strukturell-organisatorische, pädagogisch-didaktische und haltungsbezogene Maßnahmen zur Inklusionsorientierung mit einer Niveauabsenkung akademischer Bildung verbunden wären. Statt Skepsis und Bedenken gegenüber der Studierfähigkeit von Menschen, die aus traditionell eher nichtakademischen Milieus stammen, ist aus inklusionstheoretischer Sicht hingegen eine reflexive Kritik der hochschulstrategischen, -organisatorischen und -praktischen Verhältnisse vor Ort angesichts der zunehmenden Heterogenität der Studierendenschaft erforderlich. Inklusion heißt dabei nicht nur "mehr“ Integration von Menschen mit Behinderung, sondern steht für einen grundlegenden Perspektiven- bzw. Paradigmenwechsel: Es geht um gleichwürdige gesellschaftliche und soziale Teilhabe aller Menschen. Das bedeutet, eine Hochschulpraxis zu entwerfen, die auf der Anerkennung von Vielfalt und der Reflexion von Differenz beruht. Vielfalt ist dabei kein Risiko, sondern eine unhintergehbare Rahmenbedingung, ja Voraussetzung für gelingende Lern- un Entwicklungsprozesse. Differenzsetzungen können gleichzeitig mit Stigmatisierung und Diskriminierung verbunden sein. Inklusion mag im Kopf beginnen, findet letztendlich aber erst da statt, wo bestehende Strukturen in Bezug auf mögliche Exklusionseffekte hinterfragt werden.

Präsentation zum Vortrag

 

 

20. JUNI 2018                                      Prof’in Dr. Silke Trumpa,
18.15 Uhr                                             SRH Hochschule Heidelberg
KG 5 / 013 Päd. Werkstatt                Inklusive Anteile in der finnischen Lehrerbildung –
                                                                Vorbilder
für Deutschland?  

Bei der Diskussion deutscher Bildungsreformen geht der Blick – nicht zuletzt befeuert durch internationale Vergleichsstudien – gerne ins Ausland. Auf der Suche nach Impulsen und Optimierungsvorschlägen zu verschiedenen Themen gerät insbesondere das finnische Bildungswesen aufgrund der kontinuierlich überdurchschnittlichen Leistungen ihrer 15-jährigen Schülerinnen und Schüler bei den PISA-Studien immer wieder in den Fokus. Es überrascht dabei insbesondere der weit unterdurchschnittlich ausgeprägte Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg. Oelkers (2009, 1) spricht sogar davon, dass die deutschsprachigen Länder Finnland „zum gelobten Land der Bildung“ erklärt haben. Daher interessiert auch bei der Frage nach inklusiver Hochschulentwicklung, wie die Finnen diesem Anspruch begegnen. Da dies nicht isoliert betrachtet werden kann, wird im Salongespräch zunächst ein kurzer Überblick über die Struktur des finnischen Bildungswesens gegeben, um dann spezifisch auf die inklusiven Aspekte der universitären Lehrerbildung einzugehen. In der Diskussion soll es darum gehen, inwiefern daraus Impulse für die deutsche Hochschulentwicklung gezogen werden können. 

 

 

 4 JULI 2018                                        PD Dr. Erich Otto Graf,
18.15 Uhr                                            PH Karlsruhe
KG 5 / 013 Päd. Werkstatt              Inklusiver Unterricht an einer Hochschule ist eine
                                                              anspruchsvolle Querschnittsaufgabe …                                                                             
                   

Wenn in einer formalen Organisation von einer »Querschnittsaufgabe« die Rede ist, dann weist diese Benennung darauf hin, dass im Rahmen des bestehenden Organigramms, das was als Querschnittsaufgabe bezeichnet wird, nicht abgebildet ist, da es sich offenbar um etwas handelt, das sich abteilungsübergreifend als Problem zeigt. Hinsichtlich der Thematik von Inklusion im Hinblick auf die Gestaltung des Hochschulunterrichts zeigen sich viele Facetten, die sich allerdings zunächst unter drei zentralen Gesichtspunkten diskutieren lassen:

a) wie »inklusiv« ist die Infrastruktur der Hochschule eingerichtet (gemeint sind die Barrierefreiheit im Hinblick auf die Mobilität der studierenden und des Personals, das Vorhandensein von Induktionsschlaufen in den Hörsälen und Seminarräumen, die Scannereinstellungen so, dass die damit produziert PDf-Dateien von Screenreadern vorgelesen werden können, udglm.)

b) die Entwicklung von inklusiven Unterrichtsformen an der Hochschule (wie stark können die Studierenden ihren Lernprozess selbst gestalten, wie stark besteht der Unterricht auf Frontalunterricht zur Wissensvermittlung, wie stark ist blended learning entwickelt, wie heterogen ist der Lehrkörper im Hinblick auf die verschiedenen Momente von Diversität, wie ist Fachdidaktik mit den Inhalten der Sonderpädagogik in der Lehre verbunden, udglm.
wie stark wir dim Hochschulunterricht mit dem Index für Inklusion gearbeitet?
Wie ist die Kooperation mit Praxisschulen, wie inklusiv sind diese, was unternimmt die Hochschule um inklusive Schulentwicklung zu unterstützen?

c) Welche Strukturen für die Lehrer*innenbildung müssen entwickelt sein, damit angehende Lehrer*innen ein angemessenes Bild von Inklusion erwerben, wissen, wie inklusiver Unterricht zu entwickeln ist und wie inklusive Schule entwickelt werden, wo lernen die Studierenden tools wie etwa den Index für Inklusion (der hier selbstverständlich nur als eines von vielen möglichen Beispielen steht) zu gebrauchen?

 

 

Pädagogische Salongespräche zu inklusiver Hochschulentwicklung

ORGANISIERT VON
: EVA FRANZ | JUTTA HEPPEKAUSEN | ANDREAS KÖPFER | SASKIA OPALINSKI |
                                   CHARLOTTE ROTT-FOURNIER

Leitsatz der WiRKSTATT:
Wie wollen wir den Lernraum Hochschule gestalten,
damit alle hier gut arbeiten können?
Wer sind wir?
Wer sind alle?