Wucht oder Wirkung? Bildungsforschung und Lehrentwicklung an Beispielen der Naturwissenschaftsdidaktik

Prof. Dr. Markus Wilhelm (Freitag, den 29.09.17 von 12:00-13:00 Uhr)

In vielen Fachdidaktiken, insbesondere auch in der Naturwissenschaftsdidaktik lässt sich im deutschen Sprachraum seit einigen Jahren beobachten, dass zwar eine methodisch elaborierte empirische Bildungsforschung betrieben wird, gleichzeitig aber noch immer Aus- und Weiterbildungen angeboten werden und Schulbüchern entstehen, die kaum forschungsbasiert sind. Zahlreiche Politikerinnen und Politiker der Schweiz stellen deshalb als Sparmassnahme fachdidaktische Bildungsforschung in Frage und fordern einen Finanzstopp.

Indes, es gibt zahlreiche Projekte mit einem erfolgreichen Transfer von der Forschung in die Lehrerbildung. Anhand ausgewählter naturwissenschaftsdidaktischer Forschungsprojekte aus der Schweiz, werden mögliche Gelingensbedingungen diskutiert. So hat beispielsweise die Studie NUK (Naturwissenschaften unterrichten können) die Ausgestaltung der Lehrerbildung in den naturwissenschaftlichen Fächern an mehreren Schweizer PHs grundlegend beeinflusst. Die Ergebnisse einer Interventionsstudie am Swiss Science Center führte zu einer vollständigen Neugestaltung der Lehrpersonenweiterbildung der naturwissenschaftlich-technischen Perspektive des Natur-Mensch-Gesellschaf-Unterrichts im Kanton Luzern. Das Lokalisieren einer Störvariablen im Forschungsdesign eines binationalen Projekts führte zur vollständigen Überarbeitung von Instrumenten der Unterrichtsplanung für die Praxisphase der Lehrerbildung an einer grossen PH der Schweiz.