Methodische Aspekte von Lehre

Im Zentrum der Seminararbeit stehen nicht Referate sowie die Präsentation wissenschaftlichen Wissens, sondern die Auslegungsarbeit der Studierenden. Sie sind damit in großem Umfang an der aktiven Gestaltung des Seminars beteiligt. Dies beginnt an der Stelle, wo sie eigene Erlebnisse aus dem Schulalltag in das Seminar einbringen, so dass an biographische Erfahrungen angeknüpft werden kann. Es setzt sich dort fort, wo die Studierenden selbst zu Forschenden werden, die nicht primär wissenschaftliches Wissen rezipieren sondern sich forschend auf die Suche nach Interpretationsmöglichkeiten machen. Dabei steht nicht so sehr die objektive Neuheit der Erkenntnisse im Vordergrund als vielmehr die subjektive Neuheit des Problems und der Prozess der Erkenntnisgewinnung (vgl. Bundesassistentenkonferenz, 1970). Insofern knüpft das Seminarformat an Überlegungen zum forschenden Lernen an oder auch an die alte Forderung Heimanns für die Lehrer/innenausbildung. Er betont: „1. Es sind nicht so sehr die Theorien, es ist das Theoretisieren zu lehren. Nicht der Inhalt von Theoremen ist das Entscheidende, sondern die Weise, in der sie die Inter­pretation einer didaktischen Situation gestatten. 2. Nicht die Theorie als Endgestalt, der Prozeß der Theoriebildung ist der eigentliche Gegenstand der didaktischen Aus­bildung“ (1976, 150).

 

Literatur

Bundesassistentenkonferenz (Hrsg.) (1970). Forschendes Lernen – Wissenschaftliches Prüfen. Bonn: o.V.

Heimann, P. (1976). Didaktik als Unterrichtswissenschaft. Stuttgart: Klett.