Erfahrungsberichte

Erfahrungsberichte von MentorInnen

Scharfe Gewürze und eine fliegende Kartoffel

Scharfe Gewürze und eine fliegende Kartoffel

Ich sitze mit Noosha, ihren Geschwistern und ihren beiden Eltern am Essenstisch. Nach einem ereignisreichen Tag auf dem Spielplatz bin ich total k.o., aber die Kinder glücklich und zufrieden. Als Dank haben mich Nooshas Eltern heute zu einem riesigen Festmahl eingeladen. Das Essen sieht wunderbar aus und ich nehme den ersten Bissen. "Ganz schön scharf gewürzt", denke ich mir. Noosha grinst mich an und schiebt mir ein Glas Milch entgegen. Erst jetzt bemerke ich, wie mich die ganze Familie anschaut… "Sehr lecker!", sage ich mit hochrotem Kopf und schwitzend. Da müssen alle lachen und das Baby schreit "Patata!" und wirft eine Kartoffel quer über den Essenstisch. Wir lachen, bis wir kaum Luft mehr bekommen und ich denke mir, was für schöne Momente man doch mit Menschen verbringen kann, deren Sprache man nicht spricht.

Alles ergibt sich von selbst

Alles ergibt sich von selbst

Eigentlich wollten Leora und ich zum Abenteuerspielplatz im Vauban gehen, doch dieser hatte geschlossen. Spontan gingen wir zu einem Spielplatz in der Nähe ihrer Wohngegend. Ich bin etwas aufgeregt und nervös, denn ich weiß nicht, was ich tun kann. Zum Glück ist Leora nicht so zurückhaltend und schlägt sofort vor, dass wir auf das Klettergerüst klettern können. Sie rief: "Wer als erster oben ist!"  [Das nahm mir] die Unsicherheit und es war genau das, was gerade wichtig war: Einfach [anzufangen] irgendetwas zu spielen. Die erste Runde gewann Leora. Danach spielten wir noch Frisbee, Verstecken und wir fertigten eine Liste mit Dingen an, die wir in der Zeit bis zum Ende von Salam unternehmen können. Ich hatte das Gefühl, dass wir Spaß hatten.

- Ohne Titel -

- Ohne Titel -

Beim zweiten oder dritten Treffen habe ich sie nach Hause begleitet und sie hat gefragt, ob ich mich gefreut habe, mein Patenkind kennenzulernen, sie hätte sich sehr gefreut. Ich habe geantwortet, dass ich sehr gespannt war auf das erste Treffen und mich jetzt freue, sie jede Woche zu sehen. [Daraufhin fragte sie mich]: "Findest du es gut, dass du ein schwarzes Patenkind hast? Ich [würde] keine schwarze [...] [und] keine schwierige Mentorin [haben wollen]". Ich meinte darauf, dass mir die Hautfarbe eines Menschen egal sei, [worüber] ich mich aber freue, so ein nettes Patenkind [zu haben]. Sie hat mir zugestimmt. Mich hat sehr überrascht, dass ihr die Hautfarbe ihrer Patin wichtig [war]. Ich wusste kurz auch nicht, wie ich reagieren sollte, weil ich gar nicht darüber nachgedacht habe, dass das eine Rolle [spielen könnte]. Ich hatte auch das Gefühl, dass es [ihr] wichtig war zu hören, dass das für mich keine Rolle spielt. Wir haben dann noch kurz weiter über das Thema gesprochen, weil es mir wichtig war zu signalisieren, dass ich es auch nicht gut finde, Menschen nach ihrem Äußeren zu beurteilen.

Wiedersehen

Wiedersehen

Nach einem Kinonachmittag gehen die Kinder und ich zu ihnen nach Hause. Die beiden erzählen mir auf Kinderart von der Flucht im Boot. Sobald sie aber in der Familienwohnung angekommen sind, verstummen [sie und] das Thema [wird] gewechselt. Sie scheinen sehr feinfühlig für die Emotionen der anderen Familienmitglieder zu sein. [...] [Ich] fühle mich extrem willkommen. Im Wohnzimmer umarmen [die Kinder] die Mama und mich total innig, danach kommt der große Bruder und ist total glücklich, mich zu sehen. Auch wenn es übertrieben klingt, habe ich das Gefühl, so etwas wie ein Mitglied dieser Familie [...] und voll und ganz akzeptiert [zu sein]. [...] Weiter geht es dann mit Jongliervorführungen, Kartenspiel und Sprungseil im Wohnzimmer.

Das erste Mal eine Burg sehen

Das erste Mal eine Burg sehen

Als ich Dennis zu unserem Treffen mit mir bei ihm zu Hause abgeholt habe, fragte er ganz aufgeregt, was wir heute unternehmen würden. Ich teilte ihm mit [...] dass wir entweder gemeinsam ins Kinderkino  [...] gehen [...] oder zur Zähringer Burgruine laufen könnten. Er darf das heute entscheiden. Dann sagte er zu mir, dass er schon viele Filme kennt, aber noch nie im Leben eine echte Burg gesehen hat. Auf diese Antwort war ich gar nicht vorbereitet und es freute mich unglaublich, dass er, obwohl er sonst sehr viel von Kino und Computer spricht, den Waldspaziergang vorzog.

Auftauen in der Eishalle

Auftauen in der Eishalle

Bei einem unserer Treffen gingen Masha und ich in die Eissporthalle zum Schlittschuhlaufen. Masha, die ein sehr aktives, aufgewecktes Mädchen ist, freute sich sehr und stürzte gleich drauf los. Ich als Anfängerin lief langsam meine Runden.

Ich hatte - wie schon zuvor - das Gefühl, es ginge Masha bei unseren Treffen mehr um das Abenteuer bzw. die Aktivität an sich und weniger um mich oder unsere Zusammenkunft. Konnte sich daraus eine Freundschaft entwickeln? Trotz allem hatte ich Freude daran, Masha über das Eis fegen zu sehen. Ich hatte mich zudem mit dem Gedanken angefreundet, Masha wolle mehr Nähe nicht zulassen und dass ich darauf Rücksicht nehmen müsste. Ich kannte es von anderen Kindern in meiner Umgebung, dass sie sehr zutraulich waren und auch gerne (körperlichen ) Kontakt suchen (z.B. auf den Schoß setzen o.ä.).

Ich merkte an diesem Tag in der Eissporthalle, dass Masha besonders viel Spaß hatte. Vielleicht war es diese Losgelöstheit, die sie dazu brachte, plötzlich zu mir zu kommen, mich an der Hand zu nehmen und mit mir zusammen zu fahren. Dieser Moment war für mich sehr einprägsam und sehr schön. Wir waren plötzlich ein Team und ich denke, dass wir uns beide darüber freuten.

Möglicherweise war ich ein wenig ungeduldig und der Knoten musste erst platzen. Seither freue ich mich noch mehr auf unsere Treffen und unser Verhältnis zueinander ist recht vertraut geworden. Vielleicht wie bei Schwestern...

Erfahrungsberichte von Kindern

Im Schwimmbad

Im Schwimmbad

Wir waren im Schwimmbad und wir haben gespielt: Theresa, Shania, Katharina und ich. Im Haslacher Bad war Musik und wir haben getanzt. Und Katharina und Theresa waren so faul. Shania und ich waren immer im Wasser drin. Theresa und Katharina haben an der Treppe gehockt. Aber sie brauchten nur eine Pause. Es war ein sehr schöner Nachmittag. Ich wünsche mir, dass wir mal wieder schwimmen gehen.

Ashley, 8 Jahre