PAULINE CUSHMAN SCHAUSPILERIN UND SPIONIN   AUTORINNEN:
 SUSANNE KUß, MARLENE PROBST

In ihrem Bürgerkriegs-Roman „Gone with the Wind“ (1936) schrieb Margaret Mitchell, dass der Krieg eine Angelegenheit der Männer und nicht der Frauen gewesen sei: "War is Men’s business, not ladies“. Dem ist zu entgegenzusetzen, dass sich Frauen im Amerikanischen Bürgerkrieg nicht nur im Hinterland aufhielten, sondern auch in unmittelbarer Nähe des Kriegsgeschehens. Als Krankenschwestern, Wäscherinnen, Köchinnen, Näherinnen und Prostituierte arbeiteten sie in den Feldlagern. Es gab aber auch eine kleine Gruppe von Frauen, die sich als Soldaten verkleideten, in die Armee eintraten und mit der Waffe kämpften. Das Engagement dieser Frauen stellte die geschlechtstypische Arbeitsteilung, aber auch eine angebliche Inferiorität der Frauen stark in Frage.

1. Krankenschwestern

„Die Engel des Krieges“

Insgesamt etwa 7.000 Krankenschwestern arbeiteten in der Union und der Konföderation, die ihren Einsatz allerdings erst erlaubte, als 1862 die Zahl der verwundeten Soldaten deutlich anstieg. Krankenschwestern waren in Krankenhäusern, auf Hospitalschiffen und auch bei medizinischen Transporten tätig.

Krankenschwester war Mitte des 19. Jahrhunderts ein nirgends definierter Beruf. Es gab daher keine Schulen oder Ausbildungsstätten, um ihn zu erlernen. Die Qualifikation der Frauen beruhte in erster Linie auf Erfahrungen mit der Pflege kranker Angehöriger.

Darüber hinaus konnten im Amerikanischen Bürgerkrieg einige wenige Ärztinnen ihre Profession ausüben, nachdem mit Elizabeth Blackwell (1821-1910) 1849 erstmals eine Frau in Geneva/New York den medizinischen Doktorgrad (M.D.) erworben hatte.


FOTOGRAFIE VON ELISABETH BLACKWELL (UM 1877)

 

Motive

Meist meldeten sich junge Frauen der Mittel- und Oberklasse aus patriotischen Gründen freiwillig als Krankenschwestern (Lady Volunteers). Zudem engagierten sich Frauen, um ihren Bruder, Vater oder Sohn nicht alleine ins Feld ziehen zu lassen. Vor allem Witwen ergriffen die Möglichkeit, als Krankenschwestern tätig zu sein.

Arbeit

Die Arbeit von Krankenschwestern und Krankenpflegern unterschied sich in zwei wesentlichen Punkten:

  • Unmittelbar an der Front – also dort, wo die kämpfenden Truppen aufeinander stießen – wurden nur Krankenpfleger eingesetzt. Eine der wenigen Ausnahmen stellte – wie hier unten aufgezeigt wird  – Clara Barton (1821-1912) dar.
  • Krankenpfleger erhielten monatlich durchschnittlich $ 20,50 plus Zulagen. Krankenschwestern mussten sich hingegen mit durchschnittlich 40 Cent pro Tag, also monatlich $ 12 zufrieden geben.

Weiße Krankenschwestern wurden nahezu ausschließlich im pflegerischen Bereich eingesetzt, weil weibliche Eigenschaften als Voraussetzung für die Verwundetenpflege galten. Vereinzelt führten diese Frauen aber kleinere Operationen oder sogar Amputationen durch.

Teil der Pflege war, die verwundeten Soldaten auch mental zu unterstützen. Hinzu kamen ganz praktische Aufgaben. So schrieben die Krankenschwestern u.a. für die Schwerverwundeten Briefe an deren Familien.

Darüber hinaus führten die Krankenschwestern in der Regel den Haushalt einer Krankenstation. Da sie infolge ihrer Erziehung mit dem Führen von Haushalten vertraut waren (Separate Spheres), konnten sie in diesem Bereich ihr Wissen und ihre Erfahrungen einbringen.

Einerseits unterstand den Krankenschwestern ein kleines medizinisches Hilfskorps, das die harte körperliche Arbeit verrichtete: Apotheker, Personen, die die Verbände wechselten, Träger und Boten. Andererseits waren die Krankenschwestern immer der Entscheidungsbefugnis eines Arztes unterstellt. Zahlreiche Tagebucheintragungen belegen jedoch, dass sie während des Krieges an Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit gewonnen haben. Anstelle von Führung und Schutz durch einen Arzt strebten sie nach Zusammenarbeit und Entscheidungsfreiheit. Zudem professionalisierten sich die Krankenschwestern, indem sie verstärkt Kontakte zu Frauen mit ähnlichen Kriegs- und Berufserfahrungen suchten.

Schwarze Krankenschwestern arbeiteten vor allem in schwarzen Regimentern. In einem Feldlager hatten sie oft verschiedene Tätigkeiten ausgeübt, bevor sie als Krankenschwestern eingesetzt wurden. Da die medizinische Betreuung in schwarzen Regimentern schlecht war, mussten schwarze Krankenschwestern medizinische Tätigkeiten übernehmen, die üblicherweise Ärzten vorbehalten waren.


Clara Barton (1821-1912)

Nach einer guten schulischen Ausbildung begann sie mit 15 Jahren in Massachusetts als Lehrerin zu arbeiten. Durch eine schwere Krankheit ihres Bruders eignete sie sich medizinisches Grundwissen an. Einige Jahre später arbeitete sie im gehobenen Dienst des Gesundheitsministeriums.

Zu Beginn des Krieges meldete sich Clara Barton freiwillig zum Dienst als Krankenschwester in der Unionsarmee. Sie war eine der wenigen Frauen, die zur Erstversorgung auf die Schlachtfelder durften. Sie erhielt zudem die Erlaubnis, auf Sanitätsfuhrwerken mitzufahren und Verwundete aufzuladen. Aus diesem Grund wurde sie später Angel of the Battlefield genannt.

Als sie nach dem Krieg nach Europa reiste, lernte sie das schweizerische Rote Kreuz kennen. Nach dessen Vorbild baute sie eine entsprechende Organisation in den USA auf und gründete 1881 das Amerikanische Rote Kreuz.

Susie King Taylor (1848-1912)

Geboren als Sklavin in Georgia, gehörte sie zu den etwa fünf Prozent der Schwarzen dieses Bundesstaats, die lesen und schreiben konnten.

1862 floh sie nach St. Simons Island/Georgia, welches zu dieser Zeit bereits von der Union besetzt war. Sie unterrichtete dort geflohene Sklaven und deren Kinder (Freedmen’s School). Durch ihre Heirat mit einem schwarzen Unteroffizier kam Susie King Taylor im Herbst 1862 bei einer schwarzen Einheit unter – also noch bevor entsprechende Regimenter überhaupt offiziell aufgestellt werden durften. Sie arbeitete zunächst als Lehrerin der schwarzen Soldaten, dann als Wäscherin und schließlich als Krankenschwester.

Nach dem Bürgerkrieg lebte Susie King Taylor in Boston, wo sie eine Anstellung als Hausmädchen fand. Ihre Kriegs-Memoiren wurden 1902 erstmals in Boston im Selbstverlag veröffentlicht.


Über ihr Treffen mit Clara Barton im Jahr 1863 berichtete Susie Taylor King:

“When at Camp Shaw, I visited the hospital in Beauford, where I met Clara Barton. There were a number of sick and wounded soldiers there, and I went often to see the comrades. Miss Barton was always very cordial toward me, and I honored her for her devotion and care for those men.“

Taylor, Susie K. and Catherine Clinton. Reminiscences of My Life in Camp: An African American Woman's Civil War Memoir. Paperback Ed. Athens, Ga.: Univ. of Georgia Press, 2006, S. 67.

2. Wäscherinnen

„Die guten Seelen des Krieges“

Ebenso wie Näherinnen oder Köchinnen hielten sich Wäscherinnen in Feldlagern (Camps) hinter den kämpfenden Truppen auf. Um als Wäscherin arbeiten zu können, benötigten die Frauen das vom Feldquartiermeister ausgestellte Certificate of Good Character, das ihnen einen integere Persönlichkeit und Fleiß bescheinigte.

Motive

Die vergleichsweise hohe Bezahlung war für Frauen aus der Unterklasse ein Anreiz, sich auf Stellen als Wäscherin zu melden. Meist bewarben sich verheiratete Frauen, deren Männer in der Armee dienten. Ihre Kinder wohnten dann ebenfalls im Lager.

Arbeit und Lager

Die Arbeit einer Wäscherin bestand vor allem im Waschen der Uniformen. Dies war gleichbedeutend mit sehr anstrengender Handarbeit. Hinzu kam, dass das Leben in den Feldlagern mühsam war, da Nässe ebenso wie Schmutz, Schlamm und Rost Krankheiten hervorriefen.

In der Lagerhierarchie nahmen Wäscherinnen einen festen Platz ein und verfügten über gewisse Sonderrechte. Dadurch waren sie zumindest zeitweise besser gestellt als die der Mittel- und Oberklasse angehörenden Offiziersgattinnen, welche die Lager gelegentlich aufsuchten. Beispielsweise hatte die Frau eines Offiziers bei dessen Todesfall das Lager innerhalb von 24 Stunden zu verlassen, während einer Wäscherin eine Frist von 16 Tagen eingeräumt wurde.

Als Wäscherinnen waren auch ledige Frauen tätig. Doch der Umstand, dass sie als Nichtverheiratete Teil des Soldatenalltags waren, konnte dazu führen, dass sie von Männern und Frauen als „verfügbar“ und damit als Lager-Prostituierte angesehen wurden. Neben ihnen gab es auch quasi offiziell arbeitende Prostituierte.

FELDLAGER DER UNION
(ZWISCHEN 1861 UND 1869)

Den gesellschaftlichen Verhältnissen entsprechend standen unterhalb der weißen Wäscherinnen die schwarzen. Sie waren nicht als vollwertige Arbeitskräfte anerkannt und wurden schlechter bezahlt als weiße, obgleich sie in unterschiedlichen Bereichen wie z.B. auf Krankenstationen oder in Feldküchen tätig waren. Hingegen wurden in schwarzen Regimentern lediglich schwarze Wäscherinnen eingesetzt.

3. Spioninnen

„Die Geister des Krieges“

Die Union wie auch die Konföderation bedienten sich einer unbekannten Anzahl männlicher, aber auch weiblicher Spione.

Die vorzugsweise Anwerbung von Spioninnen war auch eine Folge der Geschlechterordnung:

  • Es bestand die Möglichkeit, dass Männer mit Frauen über Angelegenheiten sprachen, die sie gegenüber anderen Männern nicht thematisiert hätten.
  • Weibliche Spione genossen einen größeren Toleranzrahmen als männliche; denn keine enttarnte Spionin wurde hingerichtet.
  • Beim Passieren der Grenzlinien zwischen der Union und der Konföderation wurden Frauen in der Regel oberflächlicher durchsucht als Männer. Briefe mit militärisch relevanten Informationen, aber auch kleinere Gegenstände konnten eng am Körper geschmuggelt werden: im Haar, im Unterrock, im Korsett oder in Schuhabsätzen.

Motive

  • Frauen übernahmen die unkonventionelle Rolle der Spionin aus patriotischen Gründen, die bei einer Enttarnung allerdings grundsätzlich zur Rechtfertigung angeführt wurden.
  • Außerdem veranlassten Abenteuerlust, Hang zur Manipulation, Risikofreude, Befreiung von Zwängen der Womanhood Frauen, die Rolle einer Spionin anzunehmen.
  • Oftmals war auch der Spaß am Verkleiden und am Spiel mit wechselnden Identitäten für den Spionageeinsatz ausschlaggebend: Im Allgemeinen verstand sich eine Spionin weniger als Kriegerin denn als Schauspielerin.

Ein politisches Motiv kennzeichnete die schwarze Unions-Spionin Harriet Tubman: Nicht Abenteuer, Spaß oder Nervenkitzel waren ihre Handlungsleitlinien, sondern die Befreiung von Sklaverei bzw. die Hilfe für ehemalige Sklaven und Sklavinnen. Bei ihren Einsätzen veränderte sie nicht ihre Identität.

Arbeit

Es gab sehr verschiedene Spioninnen-Typen: Um in die männliche Sphäre einzudringen, setzten einige gezielt ihre Weiblichkeit ein, während sich andere als Männer verkleideten und so die bestehende Geschlechter-Dichotomie herausforderten.


Drei zeitgenössisch bekannte Spionninen:

(1) Eine weiße Spionin für die Union war

Emma Sarah Edmonds alias Franklin Thompson (1841-1898)

Schon als Kind hatte sie sich oft und gern als Junge verkleidet – offenbar um ihrem Vater zu gefallen, der auf Söhne verzichten musste.

Am Bürgerkrieg nahm sie als Franklin Thompson teil. Von 1861 bis 1863 betätigte sie sich als Spionin. Ihre erste Mission bestand darin, sich nicht nur als Mann, sondern als Sklave zu verkleiden. Um ihre Haut zu färben, verwendete sie Silbernitrat. Damit überwand sie nicht nur Gender-, sondern auch Klassen- und Rassengrenzen. Später verkleidete sie sich als Frau eines irischen Einwanderers. Von 1863 an war sie als Krankenschwester tätig. Für ihre Dienste erhielt sie später eine Veteranenpension.


(2) Eine schwarze Spionin für die Union war – wie bereits erwähnt –

Harriet Tubman (ca. 1820/23-1913)

Im Bürgerkrieg arbeitete sie ebenso als Köchin und Krankenschwester wie als Spionin. Im Unterschied zu weißen Spioninnen übernahm Harriet Tubman damit keine neuen Aufgaben, sondern verfolgte im Krieg nun weiterhin ihr bereits seit 20 Jahren angestrebtes Ziel: die Befreiung von Sklaven und Sklavinnen der Südstaaten. Über ihre Spionage-Aktivitäten hinaus hatte sie jetzt allerdings ehemalige Sklaven davon zu überzeugen, den Unionstruppen, insbesondere den weißen, zu trauen. Von der zeitgenössischen afro-amerikanischen Community erhielt sie den männlichen Beinamen „Moses“. Staatliche Anerkennung erhielt sie aber erst, als ihr im Alter von 79 Jahren eine Witwenpension zugesprochen wurde.

HOLZSCHNITT VON HARRIET TUBMAN WÄHREND DES KRIEGES (VOR 1869)

(3) Eine Spionin für die Konföderation war

Rose O’Neal Greenhow (1817-1864)

Sie stammte aus einer verarmten Familie von Plantagenbesitzern aus Maryland, wuchs aber in Washington D.C. auf. Nach ihrer Heirat mit einem Mitarbeiter des Außenministeriums gab Rose Greenhow in ihrem Haus Gesellschaften für Kongressabgeordnete und Offiziere. Sie pflegte viele Freundschaften und errichtete ein weites Netzwerk. Nach der Sezession blieb sie in Washington und spionierte ihre Besucher für die Konföderation aus. Im August 1861 wurde sie wegen Spionagetätigkeit zunächst unter Hausarrest gestellt und schließlich in einem Gefängnis inhaftiert. Im Mai 1862 wurde sie nach Richmond entlassen und dort als Heldin gefeiert.

4. Soldatinnen

„Die Kriegerinnen“

Im Amerikanischen Bürgerkrieg kämpften etwa drei Millionen Soldaten: zwei Millionen auf Seiten der Union, eine Millionen für die Konföderation. Diese Soldaten waren durchschnittlich 26 Jahre alt, weiß, gebürtige Amerikaner und protestantische Bauern.

Dennoch war das Schlachtfeld nicht ausschließlich eine Sphäre der Männer. Einige Frauen nahmen männliche Identitäten an und verkleideten sich als Soldaten, weil sich weder in der Union noch in der Konföderation Frauen für den Kriegsdienst einschreiben konnten. Wollten sie am Kampf teilnehmen, mussten sie ihr ursprüngliches Geschlecht verleugnen.

Die Anzahl der weiblichen Soldaten in beiden Armeen ist schwer einzuschätzen und wird zwischen 350 und 1.000 beziffert.

Motive

  • Der Wunsch, nicht alleine zu Hause zu bleiben, sondern an der Seite des Ehemanns, Bruders oder Sohns zu kämpfen war oft ausschlaggebend.
  • Patriotismus, aber auch Verlangen nach einem völlig anderen Leben, trieb viele an: ”We were about the same small size but he was made out of wool and I was made out of wire.” (Laird Hunt: Neverhome. London 2014, S. 7).
  • Die Bezahlung, weil der Sold z.B. mehr als doppelt so hoch war wie der Verdienst einer Wäscherin, war z.T. ein großer Anreiz. Zudem wurde bei der Einschreibung eine hohe Prämie gezahlt.
  • Die Möglichkeit der Verkleidung war verlockend – z.B. für ‚Cross-Dresser‘ oder Transgender. Der Krieg bot die Möglichkeit, auf längere Dauer eine andere Geschlechtsidentität anzunehmen.

Die Mehrheit der Soldatinnen gehörte der ländlichen Unterklasse an. Diese Frauen waren also nicht nur mit Landarbeit vertraut, sondern konnten reiten sowie mit einem Gewehr und dem im Militär üblichen Alkoholkonsum umgehen. Sie entsprachen damit in keiner Weise dem Stereotyp einer Lady, der die Vorstellung eines Soldatendaseins vollkommen fremd sein sollte.

FRANCES L. CLALIN 4.  BERITTENE SCHWERE ARTELLERIE KOMPANIE MISSOURI

MISS F. L. CLAYTON (CA. 1865)

Verkleidung

Eine Frau, die als Kriegerin für die Union oder die Konföderierten kämpfen wollte, verkleidete sich als Mann, indem sie sich die Haare kurz schnitt, Männerkleidung trug, die Brust schnürte und versuchte, sich männlich zu verhalten.

Die Geschlechtsidentifizierung war im 19. Jahrhundert weniger mit physischen Charakteristika als mit der Kleidung und der oberflächlichen Erscheinung verbunden. Trug jemand Hosen, wurde er als Mann betrachtet. Voluminöse Reifröcke waren hingegen für Frauen üblich, ihre Haare frisierten sie zu elaborierten Arrangements.

Soldatinnenleben

Soldatinnen erfüllten ihre alltäglichen Pflichten in ihrer jeweiligen Einheit und erwiesen sich als effektiv im Kampf. Sie ertrugen dieselben Belastungen wie die Männer: Sie erlitten Verwundungen und Krankheiten, sie starben für ihr Land. Mit einem Wort: Sie hielten dem harten Kriegsalltag stand, ohne aufzufallen. Dennoch mussten die Soldatinnen stets um ihre Entdeckung fürchten. Die Enge und das fehlende Privatleben in den Feldlagern stellten eine ständige Herausforderung dar.

Die meisten der Soldatinnen wurden durch Verwundungen und der darauf folgenden medizinischen Versorgung entlarvt. In diesem Fall wurden sie sofort aus der Armee entlassen. In den offiziellen Begründungen wurden die angeborene Eigenart oder die Unvereinbarkeit des Militärs mit dem weiblichen Geschlecht herausgestellt.

Mediales Interesse

Soldatinnen waren zeitgenössisch kein Tabuthema. Im Gegenteil: Schon während des Bürgerkrieges, aber auch danach waren Geschichten über als Soldaten verkleidete Frauen sehr populär. Viele Zeitungen berichteten deshalb über diese Frauen. Das große Interesse führte zu einer Inflation von Soldatinnen-Geschichten und Bildern. Nicht bei allen fotografierten Soldatinnen ist deshalb sicher, ob sie auch tatsächlich als Männer im Einsatz waren.

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