Profil des Faches

Ein wichtiges Profilmerkmal der Abteilung Geschichte an der Pädagogischen Hochschule gegenüber den Universitäten ist die engere, auch personelle, Verzahnung von Epochengeschichten (Ur- und Frühgeschichte bis Zeitgeschichte), Historik (Geschichtstheorie) und Geschichtsdidaktik. Dies entspringt der Überzeugung, dass sich alle drei Bereiche aufs Engste bedingen. Der Gegenstand der Geschichtsdidaktik – der Lehre vom Lehren und Lernen der Geschichte – ist das Geschichtsbewusstsein in seinem Aufbau, seinen Funktionen, der individuellen und kollektiven Entwicklung und den Möglichkeiten seiner gezielten Förderung.

Wenngleich der schulische Geschichtsunterricht Dreh- und Angelpunkt des Geschichtsstudiums an der Pädagogischen Hochschule ist, spielen in Forschung und Lehre unserer Abteilung neben dem wissenschaftlichen auch der nicht-akademische Umgang mit Geschichte (Geschichts- und Erinnerungskultur, v.a. Mediävalismus) eine wichtige Rolle.

Ausbildungsziele

Ziel des Faches ist es längst nicht mehr, einen festen Kanon von „Fakten“- bzw. Ereigniswissen zu lehren, sondern zur Förderung und Entwicklung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins beizutragen bzw. Lehrpersonen auszubilden, die dem Ideal des reflective practitioner entsprechen.

Angesichts einer durch Verflechtung und Beschleunigung immer unübersichtlicher werdenden und sich auf immer neue Erfordernisse einzustellende Lebenswelt scheint es nicht mehr opportun, bestimmte historische Inhalte als verpflichtende Lerngegenstände zu benennen. Vielmehr kommt es darauf an, durch Einübung historischer Kompetenzen (zunächst in der Rolle der Studierenden, ab der Praktikumsphase jedoch auch verstärkt in der Rolle der Lehrenden) die Fähigkeiten und Bereitschaften zu stärken, sich selbst erfolgreich professionell weiterzubilden und den sich wandelnden Erfordernissen fachlich anpassen zu können. Diese Ziele haben Lehre und Forschung der Abteilung Geschichte stets fest im Blick.