"SpracheN im Fach" - Bewältigungsmodi und Einstellung von Lehrkräften zu sprachsensiblem Fachunterricht unter besonderer Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit

Betreuung: Prof. Dr. Nazli Hodaie; Uni.-Prof. Dr. Inci Dirim

Diverse Bildungsstudien zeigen, dass ein großer Teil der SchülerInnen nicht über hinreichende bildungssprachliche Qualifikationen verfügt (vgl. Becker-Mrotzek & Roth, 2017, 11). Diese sprachlichen Defizite können zu Bildungsbenachteiligung führen. Dabei ist es vor allem die Fachsprache, die vielen SchülerInnen Schwierigkeiten bereitet. Dies ist zudem unabhängig davon, ob diese Deutsch als Erst- oder Zweitsprache erworben haben (vgl. Heppt et al. 2015: zit. n. Böhme, Heppt, Stanat, 2017, 203). Somit rückt hier die Gestaltung des Fachunterrichtes, mit seinen fachsprachlichen Besonderheiten und spezifischen Sprachhandlungsmustern, in den Blick.

Zudem steht die Fachlehrkraft selbst im Fokus. Ein sensibler Umgang mit Sprache im Fach erfordert von dieser ein hohes Maß an Reflexionsvermögen, Kompetenzen in fach- und sprachdidaktischer Hinsicht und eine entsprechende Haltung (vgl. Grießhaber, 2010, 51: Franceschini & Saxalber, 2016, 33-35). Vor diesem Hintergrund sind die Bewältigungsmodi und die Haltung der Lehrkräfte in diesem Teilprojekt an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd von Interesse. Das Forschungsprojekt setzt sich mit den Einstellungen von baden-württembergischen Lehrkräften zu sprachsensiblem Fachunterricht unter besonderer Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit auseinander und erforscht darüber hinaus, wie diese der sprachlichen Vielfalt im Fachunterricht begegnen. Die Datenerhebung erfolgt durch nicht-teilnehmende Unterrichtsbeobachtung und leitfadengestützte Interviews. Ziel ist es, Einblicke in die tieferliegende subjektive Einstellung der Lehrkräfte zum Thema "sprachsensibler Fachunterricht" zu erhalten sowie Erkenntnisse über deren Umgang mit sprachlicher Heterogenität im Fachunterricht zu erlangen. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf dem Einbezug der Mehrsprachigkeit. Somit bindet das Forschungsvorhaben die Perspektive der Fachlehrkräfte direkt ein und entwickelt ausgehend von den Befunden empirisch begründete, praxisnahe Maßnahmen bzw. Konzepte.

Die Analyse und Auswertung des Datenmaterials erfolgt voraussichtlich durch den Forschungsstil der Grounded Theory.

 

 

Literatur

Becker-Mrotzek, Michael; Roth, Hans-Joachim (Hrsg.) (2017): Sprachliche Bildung. Grundlagen und Handlungsfelder. Münster: Waxmann, S.187-210

Böhme, Katrin; Heppt, Brigit; Stanat, Petra (2017): Zentrale Befunde des Bildungsmonitorings zu zuwanderungsbezogenen Disparitäten und Ansatzpunkte für sprachliche Fördermaßnahmen. In: Becker-Mrotzek, Michael; Roth, Hans-Joachim (Hrsg.) (2017): Sprachliche Bildung. Grundlagen und Handlungsfelder. Münster: Waxmann, S. 187-210.

Franceschini, Rita; Saxalber, Annemarie (2016): Zum Zusammenhang von Mehrsprachigkeit, sprachlicher Kompetenz und schulischer Integration. In: Der Deutschunterricht (6), S. 33-45.

Grießhaber, Wilhelm (2010): (Fach-)Sprache im zweitsprachlichen Fachunterricht. In: Ahrenholz, Bernt (Hrsg.) (2010): Fachunterricht und Deutsch als Zweitsprache. Tübingen: Narr, S.37-54.