Schule tatsächlich inklusiv (StiEL) – Evidenzbasierte modulare Weiterbildung für praktizierende Lehr- und pädagogische Fachkräfte


* Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderlinie "Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte für inklusive Bildung
* Verbundpartner: Pädagogische Hochschule Freiburg (Verbundkoordination), Universität Bielefeld, Universität Potsdam
* Projektleitung am Standort Freiburg: Prof. Dr. Uwe H. Bittlingmayer, Jürgen Gerdes, Jun.-Prof. Dr. Andreas Köpfer, Jun.-Prof. Dr. Katja Scharenberg
* Mitarbeitende: Dr. Lars Heinemann, Katharina Papke, Amelie Knoll, Johanna Donath, Gözde Okcu
* Laufzeit: 01.01.2018–31.12.2020

Im anwendungsbezogenen Forschungs- und Entwicklungsprojekt StiEL werden auf Basis eines nationalen und internationalen Screenings und der Durchführung von qualitativen, problemzentrierten Expert/innen-lnterviews evidenzbasierte Module für inklusionsorientierte Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften und weiterem pädagogischen Personal (z.B. Schulsozialarbeiter/innen, Schulbegleiter/innen) allgemeinbildender und beruflicher Schulen entwickelt und in einem Erprobungseinsatz mit quantitativen und qualitativen Methoden (Mixed-Methods-Design) auf ihre Wirksamkeit überprüft. Im ersten Schritt werden insgesamt sechs Fort- und Weiterbildungsmodule entwickelt. Der Transfer der in den Fort- und Weiterbildungen erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen in das Unterrichtsgeschehen und in den schulorganisatorischen Alltag wird anschließend psychometrisch im Längsschnitt (Interventions- und Kontrollgruppendesign) und ethnografisch (fokussierte Ethnografie) in drei Bundesländern (Baden-Württemberg, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen) untersucht, so dass gesicherte Aussagen über die Effekte der durchgeführten Fort- und Weiterbildungen möglich sind. Die Evaluationsergebnisse werden schließlich zu einem modularen Fort- und Weiterbildungssystem verdichtet, das an einer inklusiven Schulpraxis beteiligten Fachkräften direkt zur Verfügung gestellt oder empfohlen wird.

Weiterführende Informationen: http://www.stiel-verbund.de/

 

 

Anerkennungsverhältnisse an urbanen Grundschulen. Eine binational vergleichende ethnographische Untersuchung

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft 2010-2014

Leitung: Bettina Fritzsche

Im Fokus des Forschungsprojekts stehen die Beziehungen zwischen Lehrer_innen und Schüler_innen, die analytisch als Anerkennungsverhältnisse gefasst und an zwei jeweils in Berlin und London gelegenen Grundschulen untersucht werden. Grundlegende Annahme ist, dass urbane und in Brennpunkten gelegene Schulen heute in der Regel mit sehr ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind, vor allem insofern sie oftmals eine sehr heterogene und teilweise sozial benachteiligte Schülerschaft haben und gleichzeitig mit knappen Ressourcen haushalten müssen. Gleichzeitig wird angenommen, dass die Beziehungen zwischen Lehrer_innen und Schüler_innen in England und Deutschland jeweils von sehr verschiedenen Rahmenbedingungen beeinflusst sind.

Mittels verschiedener qualitativer Erhebungsmethoden (Beobachtungen, Videographien, Gruppendiskussionen, Interviews, Dokumentenanalysen, Analyse von Feed-Back-Gesprächen) werden Interaktionen im Unterricht sowie Orientierungsmuster von Lehrer_innen und Schüler_innen erhoben und mit der Dokumentarischen Methode interpretiert.

In Bezug auf das interessierende Verhältnis zwischen Grundschullehrer_innen und  ihren Schüler_innen wird herausgearbeitet, wie sich dieses in Praktiken der Interaktion konkret gestaltet und analysierte Muster der Interaktion werden zu den expliziten und programmatischen Ansprüchen ebenso wie zu den Orientierungsmustern der schulischen Akteure ins Verhältnis gesetzt. Theoretischer Bezugspunkt ist hierbei ein von den Überlegungen Judith Butlers inspirierter analytischer Anerkennungsbegriff, der sich insbesondere für die Analyse von Machtverhältnissen eignet. Ziel ist es, in transkultureller und kulturvergleichender Perspektive die expliziten und impliziten Normen der Anerkennbarkeit, die die Interaktionen und Orientierungsmuster in den jeweiligen Schulen rahmen, herauszuarbeiten.

Der binationale Vergleich zielt dabei darauf ab, die Bedeutung institutioneller, historischer und mentalitätsgeschichtlicher Rahmenbedingungen bei der Gestaltung pädagogischer Beziehungen an Schulen zu analysieren.