Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte

  • Inclusive Education/Inklusive Bildung im internationalen Vergleich
  • Behinderungen und Unterstützung in Bildungsorganisationen
  • Lernräume/Bildungsräume – kritische Analysen zur Herstellung und Aneignung von Raum
  • Qualitativ-rekonstruktive Inklusionsforschung


Prof. Dr. Andreas Köpfer leitet die interdisziplinäre Forschungsgruppe Inklusion (FINK) an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, in der der Themenbereich Inklusion und Heterogenität durch forschungsbasierte und drittmittelgeförderte Projekte empirisch bearbeitet wird. Hier gelangen Sie zum Webbereich der Forschungsgruppe Inklusion (FINK).

Laufende Forschungsprojekte


DFG wissenschaftliches Netzwerk "Inklusive Bildung im internationalen Vergleich" (2020-2023)

  • Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • Netzwerkmitglieder (alphabetisch): Robert Aust (Universität Leipzig, Koordination), Julia Biermann (Universität Innsbruck), Nadia Cohen (DIPF, Frankfurt/Main), Dr.in Julia Gasterstädt (Goethe-Universität Frankfurt/Main, Koordination), Prof. Dr. Andreas Köpfer (Pädagogische Hochschule Freiburg/Breisgau, Koordination), Dr. Mathias Mejeh (Universität Bern), Prof.in Dr.in Michelle Proyer (Universität Wien), Lea Schäfer (Humboldt-Universität Berlin, Koordination), Run Tan (Universität Konstanz), Prof. Dr. Raphael Zahnd (Pädagogische Hochschule FHNW Muttenz)
  • Projektstandort: Pädagogische Hochschule Freiburg (Prof. Dr. Andreas Köpfer)
  • Laufzeit: 02/2020-01/2023

Inklusive Bildung kann als internationales Paradigma bezeichnet werden, mit dem Teilhabe und Partizipation sowie Prozesse des Ein- und Ausschlusses in Bildungskontexten und darin eingelagerte Barrieren sowie Diskriminierungen in den Blick genommen werden. Dieses Paradigma hat zum einen Eingang in die Policies internationaler (Bildungs-)Organisationen, zum Beispiel der Europäischen Union, der OECD, der UNESCO oder auch der Weltbank, gefunden und zum anderen Sichtbarkeit durch internationale Vereinbarungen, zum Beispiel die Salamanca-Erklärung von 1994, die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen von 2006 und die Sustainable Development Goals der UN von 2018, erlangt. Damit einhergehende politisch-normative (Über)Setzungen Inklusiver Bildung werden derzeit national und regional bildungspolitisch aufgegriffen und daran anschließend Prozesse der Steuerung in Bildungssystemen initiiert. Dabei muss Inklusion auf nationaler und regionaler Ebene in differenten historisch entwickelten, kulturell ausgeprägten sowie normativ und rechtlich fundierten Bildungssystemen aufgenommen und in Praxis übersetzt und transformiert werden.
Im DFG geförderten wissenschaftlichen Netzwerk „Inklusive Bildung im internationalen Vergleich“ (2020-2023) fragen Wissenschaftler*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz danach, wie diese Prozesse zwischen globaler und lokaler Ebene international vergleichend erforscht werden können. Im Rahmen der gemeinsamen Arbeit im Netzwerk werden unterschiedliche theoretische und/oder methodologische Zugänge vergleichend bearbeitet und mit Wissenschaftler*innen aus dem internationalen Raum diskutiert. Ziel ist es, deren Potentiale und Begrenzungen für die international vergleichende (Bildungs-)Forschung zu analysieren. Ausgewiesenes Ziel des Netzwerkes ist die gemeinsame Entwicklung theoretischer und methodologischer Beiträge für eine international-vergleichende Forschung mit Fokus auf Inklusive Bildung, die bislang im deutschsprachigen Forschungsdiskurs noch wenig konturiert ist. Die Ergebnisse werden dem (inter-)nationalen Forschungs- und Fachdiskurs zugänglich gemacht.
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – Projektnummer 427476584

Publikationen:
Köpfer, Andreas; Zahnd, Raphael & Powell, Justin J. (2020, im Ersch.): Handbuch Inklusion International: globale, nationale und lokale Perspektiven auf Inklusive Bildung. Opladen & Toronto: Verlag Barbara Budrich.

Partizipatives Forschungprojekt "Raum räumen - Bildung in differenzierten Lernräumen im internationalen Vergleich" / "Exploring educational spaces in inclusive schools" (2019-2023)

  • Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung
  • Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Köpfer, Prof. Dr. Gudrun Schönknecht
  • Projektmitarbeitende: Kathrin Lemmer (Wiss. MA.), Rebecca Starke (Wiss. HK)
  • Kooperationspartner: Georg Rißler (Europa-Universität Flensburg), Prof. Dr. Tobias Buchner (Pädagogische Hochschule Oberösterreich), Prof. Dr. Melanie Nind (University of Southampton)
  • Laufzeit: 2019-2023

Die Studie „Raum räumen – Bildung in differenzierten Lernräumen im internationalen Vergleich“ (2019-2023) fokussiert die Erkundung der Nutzung von Lern- und Rückzugsräumen durch Schülerinnen und Schüler. Dabei werden Zugänge zu Handlungspraktiken von Schülerinnen und Schüler bemüht, die Aufschluss über die Herstellung von Inklusion/Exklusion in der Bildungsorganisation Schule ermöglichen. Im Projekt wird international vergleichend der Frage nachgegangen, wie Schülerinnen und Schüler (Sozial-)Raum vor dem Hintergrund differenzierter Lernräume an inklusionsorientierten Schulen aneignen und gestalten. Die Schülerinnen und Schüler von Partnerschulen aus Deutschland und UK/Ireland werden während der Planungs- und Umsetzungsphase des Projekts aktiv in die Forschung involviert. So ist es das Ziel im Projekt „Raum räumen“, die habituellen (Raum-)Praktiken der Schüler/-innen aus visuellem (Fotogramme) und sprachbasierten Material (Gruppendiskussionen) mittels Methoden der qualitativ-rekonstruktiven sowie partizipativen Inklusionsforschung (Bohnsack 2014; Nind 2018; Buchner et al. 2018) zu rekonstruieren.Theoretischer Hintergrund der Studie ist die forschungsbasierte Adressierung von räumlichen Strukturen, Kulturen und Praktiken allgemeiner Schule, die eine bildungsgerechte Bearbeitung der heterogenen Lern- und Entwicklungsstände der Schülerinnen und Schüler im Rahmen inklusiver Bildungsprozesse ermöglichen oder behindern (Ainscow & Sandill 2012, Sturm & Wagner-Willi 2018). In Anlehnung an theoretische Vorarbeiten zu Raumproduktion und Raumaneignung (Bourdieu 2018[1992]; Soja 1996; Hummrich 2012) wird am Beispiel von räumlichem Handeln untersucht, wie sich Kindern (Rückzugs-)Räume aneignen und diese gestalten. Die Erkenntnisse werden zum einen zur Gestaltung von Differenzierungs- und Rückzugsräumen in den an der Studie teilnehmenden Schulen beitragen und in den Diskurs um Inklusive Bildung und inklusionsorientierte Lehrer/innenbildung eingebracht. Darüber hinaus werden forschungsmethodologische und methodische Implikationen für eine international-vergleichende rekonstruktive Inklusionsforschung mit Blick auf Raum/Räumlichkeit abgeleitet.

Publikationen:
Köpfer, Andreas & Lemmer, Kathrin (2020): Wo können wir gut lernen? Lern- und Rückzugsräume in inklusiven Schulen erkunden. In: Die Grundschulzeitschrift, 319, H. 1, S. 40-44.
Köpfer, Andreas; Lemmer, Kathrin & Rißler, Georg (2020): Zwischen Fremd- und Selbstbestimmung – Raumnutzung von Rückzugsräumen durch Schüler*innen in inklusionsorientierten Schulen. In: Gemeinsames Leben. Zeitschrift für Inklusion, Jg. 28, H. 2, S. 68-76
Kimmer, Lisa (2019): Differenzierungs- und Rückzugsräume aus der Perspektive von SchülerInnen einer inklusiven Grundschule. Unveröff. Staatsarbeit. Freiburg: Pädagogische Hochschule Freiburg.

Teilprojekt L4 "Inklusion und Umgang mit Heterogenität in den Fächern" im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung (2019-2023)

  • Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung
  • Kooperationspartner: Pädagogische Hochschule Freiburg, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • Teilprojektleitung: Prof. Dr. Andreas Köpfer, Prof. Dr. Petra Gieß-Stüber, Prof. Dr. Gerald Wittmann
  • Mitarbeiterinnen: Anna Großhauser, Hanna Siegismund
  • Laufzeit: 2019-2023

Vor dem Hintergrund der Herausforderung für angehende Lehrkräfte, Inklusion im Fachunterricht praktizieren zu können, ist eine fachdidaktische Konkretisierung von Prinzipien des inklusiven Unterrichts und des Umgangs mit Heterogenität notwendig. Daher werden im Teilprojekt L4 "Inklusion und Umgang mit Heterogenität in den Fächern" lehramtsspezifische Konzepte für inklusions- und sprachsensiblen Unterricht interdisziplinärer Zusammenarbeit entwickelt, im Curriculum verankert und für Fortbildungen aufbereitet. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Verbindung von Inklusion und DaZ/DaF zur Etablierung von Inklusion als Querschnittsthema für die Lehrerbildung.
Daher wurde in der Maßnahme L4 ein interdisziplinärer Arbeitskreis „Lehren und Lernen am Fall - Inklusion und DaZ in der Lehrer*innenbildung“ gegründet. Im Rahmen des Arbeitskreises arbeiten Vertreter*innen unterschiedlicher Disziplinen (z.B. Mathe, Musik, Sport, Deutsch als Zweit-/Fremdsprache, Erziehungswis-senschaft) zusammen, um die Lehrer*innenbildung hinsichtlich Inklusion und Deutsch als Zweitsprache weiterzuentwickeln. Als fächerübergreifenden Zugang für eine diversitätssensible Lehrer*innenbildung richten wir unseren Blick auf die Kasuistik.
Dieser Schwerpunkt wurde gewählt, da Fallarbeit in unterschiedlichen Diskursen als gewinnbringend hinsichtlich der Bewusstmachung eigener und professionsbe-zogener Deutungs- und Handlungsmuster verhandelt wird, jedoch nur in Ansätzen empirische und konzeptionelle Grundlagen für die Kasuistik zur Professionali-sierung diversitätssensibler Lehrer*innen vorliegen.

Für Ankündigungen bzgl. Round Tables s. Homepage: http://www.face-freiburg.de/

Publikationen:
Grosshauser, Anna; Köpfer, Andreas & Siegismund, Hanna (2021, in Vorb.): Inklusion und Deutsch als Zweitsprache als Querschnittsaufgaben in der Lehrer*innenbildung–Konzeptuelle Entwicklungslinien und hochschuldidaktische Zugänge. Trier: Wissenschaftlicher Verlag Trier (WVT).


TEAL - Subjektive Theorien von Lehrkräften über Autismus und Lernen | Teachers' Subjective Theories about Autism and Learning

Teilprojekt im Rahmen des Forschungs- und Nachwuchskollegs "Diagnostische Kompetenzen von Lehrkräften: Einflüsse, Struktur und Förderung" (DiaKom II)

  • Förderung: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
  • Kollegsprecher und Gesamtprojektleitung: Prof. Dr. Timo Leuders, Prof. Dr. Tobias Dörfler
  • Projektleitung Teilprojekt: Prof. Dr. Andreas Köpfer (PH Freiburg), Prof. Dr. Jörg Wittwer (Universität Freiburg)
  • Mitarbeitende: Ann-Marie Restayn
  • Laufzeit: 2020-2023

Die Forschung zeigt, dass Lehrkräfte an Regelschulen eine positive Einstellung gegenüber der Inklusion von Schüler*innen mit Autismus aufweisen. Allerdings verfügen sie gewöhnlich nur über geringes Wissen über Autismus und besitzen kaum Kenntnisse über Maßnahmen zur gezielten Förderung des Lernens autistischer Schüler*innen. Stattdessen können bei ihnen fehlerhafte Vorstellungen über Autismus vorhanden sein, die ihren Umgang mit autistischen Schüler*innen ungünstig beeinflussen. Vor diesem Hintergrund interessieren wir uns in dem Projekt speziell für die subjektiven Theorien von Grundschullehrkräften über Autismus. Mit subjektiven Theorien meinen wir Annahmen und Überzeugungen, welche die Form einer Theorie annehmen und deshalb wie wissenschaftliche Theorien Erklärungen und Vorhersagen erlauben. Wir untersuchen, welche subjektiven Theorien Grundschullehrkräfte über den Zusammenhang zwischen Autismus und Lernen besitzen und wie diese subjektiven Theorien sie in ihrer Diagnose der schulischen Leistungsfähigkeit autistischer Schüler*innen beeinflussen.

 

Projekt "Assistenz aus Schüler/-innenperspektive" (ASP) (2018-2020)

  • Förderung: Qualitätsförderungsmittel der Pädagogischen Hochschule Linz (Österreich)
  • Projektleitung: Prof. Dr. Ursula Böing (Pädagogische Hochschule OÖ) & Prof. Dr. Andreas Köpfer (PH Freiburg)
  • Laufzeit: 2018-2020

Im Kontext inklusiver Bildung und sich verändernder Anforderungen stellen Schulassistent(inn)en eine derzeit gefragte Unterstützungsrolle an GL-Schulen dar. Die professionelle Ausgestaltung dieser Akteursrolle ist aktuell noch weitgehend ungeklärt. Erste Untersuchungen befassen sich damit, wie Schulassistent(inn)en ihre eigene Rolle wahrnehmen (vgl. Heinrich & Lübeck 2013), wie hoch die Nachfrage nach Schulassistenz ist (vgl. Kißgen 2013) und in welchen Spannungsfeldern sie agieren (vgl. Köpfer 2013). Die Sicht der Schüler(innen) auf ihre eigen erlebte Assistenzerfahrung wurde bislang allerdings nicht untersucht, obwohl genau durch diese Perspektive der Schüler(innen) und die darin ausgedrückte Orientierung hinsichtlich Assistenz wertvolle Impulse für die Professionalisierung und Unterstützungsausrichtung der Schulassistent(innen) zu erwarten sind. Im Rahmen der Studie wird deshalb folgende Fragestellung untersucht: Wie bearbeiten Schülerinnen und Schüler die ihnen zur Verfügung gestellte Assistenz in ihrem schulisch-unterrichtlichen Lernen und Handeln? Das an die explorative Studie „Schulassistenz aus Schüler/-innenperspektive“ (SAS) anschließende Studie „Assistenz aus Schüler/-innenperspektive“ (ASP) fokussiert auf Schüler(inne)n mit Assistenzerfahrung rekonstruiert deren kollektive Erfahrungsräume sowie die ihrer Mitschüler/-innen. Die Studie wird mittels der Dokumentarischen Methode der Textinterpretation nach Nohl (2012) ausgewertet.

Publikationen:
Köpfer, Andreas & Böing, Ursula (2020, angenommen, in Druck): Students‘ perspectives on paraprofessional support in German inclusive schools. In: International Journal for Whole Schooling, H. 2.
Böing, Ursula & Köpfer, Andreas (2020, angenommen, in Druck): Rekonstruktionen von Schüler/innenpraktiken als Beitrag zur schulischen Inklusions-/Exklusionsforschung – Erkenntnisperspektiven und Limitierungen aus machttheoretischer Perspektive. In: Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete (VHN).
Köpfer, Andreas (2019): Rekonstruktion behinderungsbedingter Differenzproduktion in inklusionsorientierten Schulen. In: J. Budde, A. Dlugosch, P. Herzmann, L. Rosen, A. Panagiotopoulou, T. Sturm & M. Wagner-Willi (Hrsg.): Inklusionsforschung im Spannungsfeld von Erziehungswissenschaft und Bildungspolitik. Opladen und Toronto: Verlag Barbara Budrich, S. 143-164.

Abgeschlossene Forschungsprojekte (2014-2020)

 

Diagnostische Kompetenz von Lehrkräften in Bezug auf kognitive Fähigkeiten und soziale Partizipation im Kontext von Inklusion

Teilprojekt A3 im Rahmen des Forschungs- und Nachwuchskollegs "Diagnostische Kompetenzen von Lehrkräften: Einflüsse, Struktur und Förderung" (DiaKom)

  • Förderung: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
  • Kollegsprecher und Gesamtprojektleitung: Prof. Dr. Timo Leuders, Prof. Dr. Tobias Dörfler
  • Projektleitung Teilprojekt A3: Jun.-Prof. Dr. Andreas Köpfer, Jun.-Prof. Dr. Katja Scharenberg
  • Mitarbeitende: Claudia Schmaltz, Dipl.-Päd.
  • Laufzeit: 2017-2020

Kurzbeschreibung: Das Projekt untersucht das diagnostische Denken und Handeln von Lehrkräften in inklusiven Lerngruppen. Im Fokus sind dabei jene Situationen, die informelle diagnostische Urteile über kognitive Fähigkeiten und die soziale Partizipation von Schülerinnen und Schülern erfordern. Während bisher zumeist diagnostische Kompetenzen von Lehrkräften bzgl. kognitiver Merkmale von Lernenden untersucht wurden, liegen kaum Forschungsbefunde zur Akkuratheit der Einschätzung von Lehrpersonen über die soziale Partizipation von Lernenden vor. Um Lehrkräfte für die empirisch bislang vielfach nachgewiesenen sozialen Ausgrenzungsprozesse von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF) in inklusiven Lerngruppen zu sensibilisieren und diesen gezielt entgegenwirken zu können, ist das Ziel des Projekts, die Zusammenhänge zwischen und Unterschiede in der Urteilsgenauigkeit der Lehrkräfte in Bezug einerseits auf kognitive Fähigkeiten und andererseits auf die soziale Partizipation von Schülerinnen und Schülern in inklusiven Lerngruppen zu analysieren und dabei individuelle Merkmale der Lehrkräfte und kontextuelle Bedingungen einzubeziehen. Durch ein Mixed-Methods-Design werden Erkenntnisse zu spezifischen Stärken und Schwächen von Lehrkräften in den genannten Bereichen gewonnen, aus denen man Kriterien für gezielte Interventionen ableiten kann.

 

Maßnahme M3 "Inklusion und Heterogenität" im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung (2015-2018)

  • Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung
  • Kooperationspartner: Pädagogische Hochschule Freiburg, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • Steuerungstandem: Prof. Dr. Wolfram Rollett, Prof. Dr. Petra Gieß-Stüber
  • Projektleitung Maßnahme M3: Jun.-Prof. Dr. Andreas Köpfer, Jun.-Prof. Dr. Katja Scharenberg
  • Laufzeit: 2015-2018

Die Lehre stellt neben der Forschung und Weiterbildung einen zentralen Bereich innerhalb der Tätigkeitsfelder einer jeden Hochschule dar. Hier findet der unmittelbare Kontakt zwischen den Studierenden und den lehrenden Expertinnen und Experten der jeweiligen Disziplinen statt. Ein Handlungsfeld der Freiburger Lehramtskooperation in Forschung und Lehre besteht darin, unter der Nutzung von Synergien eine Neugestaltung des Curriculums und der Lehre im Bereich des Lehramts vorzunehmen. Ziel ist es, die Studierenden als angehende Lehrkräfte bestmöglich auf den Berufsalltag vorzubereiten. Durch die curriculare Verankerung von Inklusion sollen die Studierenden künftig in der Phase ihrer Ausbildung zu einem qualifizierten Umgang mit Vielfalt und heterogenen Bedürfnissen von Schulklassen befähigt werden.

Homepage: http://www.face-freiburg.de/

Publikationen:

Köpfer, Andreas & Scharenberg, Katja (2019): Praxisorientierte Professionalisierungsprozesse im Kontext inklusiver Lehrerbildung – Erkenntnisse aus der Evaluation eines Lehr-Forschungsprojekts zum Forschenden Lernen. In Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.), Verzahnung von Theorie und Praxis im Lehramtsstudium. Erkenntnisse aus Projekten der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung". Berlin: BMBF, S. 150-156.
Köpfer, Andreas; Scharenberg, Katja; Leuders, Juliane; Rott-Fournier, Charlotte & Schneider, Katja (2018): Forschendes Lernen und Schulentwicklungsprozesse im Kontext von Inklusion – Evaluation der Pilotierungsphase des Lehr-Forschungsprojekts „Freiburger Inklusive Schulbegleitforschung“ (FRISBI). In: A. Langner (Hrsg.). Inklusion im Dialog: Fachdidaktik – Erziehungswissenschaft - Sonderpädagogik. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, S. 217-223.


Unterstützung von Lehrpersonen im Kontext inklusiver Lehr-Lernprozesse (UNIP)

  • Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung
  • Projektleitung: Jun.-Prof. Dr. Andreas Köpfer
  • Projektmitarbeitende: Kathrin Lemmer
  • Laufzeit: 2016-2018

Die schulethnographische Studie „Unterstützung für Lehrpersonen im Kontext inklusiver Lehr-Lernprozesse“ (UNIP) fragt nach der Aushandlung schulinterner Unterstützung in kooperativ angelegten Unterrichtssettings in an Inklusion orientierten Schulen. Ziel ist die Rekonstruktion der Adressierung und Ausrichtung schulinterner Unterstützung von und für Lehrpersonen vor dem Hintergrund zur Verfügung stehender räumlicher Rahmenbedingungen und fachlicher Expertise. In zwei Sampingphasen werden zum einen Teilnehmende Beobachtungen, problemzentrierte, ethnographische Interviews mit Regellehrpersonen und Sonderpädagog/-innen an baden-württembergischen Gemeinschaftsschulen durchgeführt. Darüber hinaus werden Kooperationsvorstellungen von angehenden Lehrpersonen in der ersten Ausbildungsphase erhoben.

Ziel der Studie ist es, entlang der Aussagen von Lehrpersonen empirisch kontrolliert (mittels konstruktivistischer Grounded Theory nach Charmaz) (Nicht-)Adressierungen von Professionalität zu rekonstruieren, die mit den relationalen schulischen Rahmenbedingungen in Bezug gesetzt werden. Aus den sich hieraus ergebenden Erkenntnissen sollen Professionalisierungsangebote im Rahmen von an Inklusion orientierter Lehrer/-innenbildung konkretisiert werden.

Publikationen:
Köpfer, Andreas (2017): Schulische Inklusion zwischen Differenzen und Differenzsetzungen – Annäherungen an Raumproduktion und Raumaneignung im Kontext professioneller Kooperationsprozesse. In: Zeitschrift für Inklusion-Online, H.4, online verfügbar unter www.inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/article/view/452 [Zugriff: 20.02.2018]
Köpfer, Andreas (2018): Inklusive Bildung zwischen Programmatik und Praxis – (inter-)nationale Analyse professioneller Kooperationsprozesse in inklusionsorientierten Unterrichtssettings entlang von Raum und Expertise. In: Bildung und Erziehung, Jg. 71, H. 4, S. 395-411.


2015-2017 - Schulassistenz aus der Perspektive von Schüler/-innen mit Assistenzerfahrung (SAS) (in Kooperation mit Vertr.-prof. Dr. Ursula Böing / TU Dortmund)

Im Kontext inklusiver Bildung und sich verändernder Anforderungen stellen Schulassistent(inn)en eine derzeit gefragte Unterstützungsrolle an GL-Schulen dar. Die professionelle Ausgestaltung dieser Akteursrolle ist aktuell noch weitgehend ungeklärt. Erste Untersuchungen befassen sich damit, wie Schulassistent(inn)en ihre eigene Rolle wahrnehmen (vgl. Heinrich & Lübeck 2013), wie hoch die Nachfrage nach Schulassistenz ist (vgl. Kißgen 2013) und in welchen Spannungsfeldern sie agieren (vgl. Köpfer 2013). Die Sicht der Schüler(innen) auf ihre eigen erlebte Assistenzerfahrung wurde bislang allerdings nicht untersucht, obwohl genau durch diese Perspektive der Schüler(innen) und die darin ausgedrückte Orientierung hinsichtlich Assistenz wertvolle Impulse für die Professionalisierung und Unterstützungsausrichtung der Schulassistent(innen) zu erwarten sind. Im Rahmen der Studie wird deshalb folgende Fragestellung untersucht: Wie bearbeiten Schülerinnen und Schüler die Ihnen
zur Verfügung gestellte Assistenz in ihrem schulisch-unterrichtlichen Lernen und Handeln? Dazu werden an 8 Dortmunder Schulen (Primarschulen und unterschiedliche Schularten der Sekundarstufe 1) problemzentrierte Interviews mit Schüler(inne)n mit Assistenzerfahrung durchgeführt und mit der Dokumentarischen Methode der Textinterpretation nach Nohl (2012) ausgewertet.

Publikationen:

Köpfer, Andreas & Böing, Ursula (2017): Die Bearbeitung von Schulassistenz aus der Perspektive von Schülerinnen und Schülern mit Assistenzerfahrung – eine komparative Sequenzanalyse unterrichtlicher Situationen. In: Sonderpädagogische Förderung heute 62, H. 1, S. 20-32.
Köpfer, Andreas & Böing, Ursula (2017): Schulassistenz aus der Sicht von Schüler/-innen mit Assistenzerfahrung. In: Lindmeier, B.; Lübeck, A. & Laubner, M. (Hrsg.): Schulbegleitung in der inklusiven Schule. Grundlagen und Praxishilfen. Weinheim: Beltz Verlag (im Ersch.).


2014-2016: Herausforderungen von Schulleitungen auf dem Weg zur Inklusion (Projektteam: Prof. Dr. Tanja Sturm, Sandra Däppen, FHNW; Prof. Dr. Andreas Köpfer)

Im diesem Projekt der PH FHNW Basel werden – in Kooperation der Professur Integrative Didaktik und Heterogenität des ISP der PH FHNW und des Therapie- und Schulzentrums Münchenstein (TSM) – Herausforderungen in den Blick genommen, die sich für Schulleitungen in Sonderschulen bei Schulentwicklungsprozessen stellen, die an Inklusion orientiert sind. Dies umfasst Entwicklungsnotwendigkeiten der Förderdiagnostik, die sich im Spannungsfeld zwischen Förderplanung und Ressourcenzuweisung bewegt. Im Rahmen des Projekts werden bereits bestehende diagnostische Instrumente des TSM untersucht und weiterentwickelt. Des Weiteren werden u.a. Unterstützungsmöglichkeiten der Schulleitung im Bereich der Elternarbeit und in der Zusammenarbeit inter- bzw. transdisziplinärer Teams unterschiedlicher pädagogischer und therapeutischer Professionen, die in der Schule tätig sind, fokussiert. Durch die Unterstützung begleiteter Masterarbeiten und in Kooperation mit dem TSM werden die angeführten Spannungsfelder in theoretischer wie empirischer Hinsicht untersucht und dezidiert auf die konkrete Situation der Schule hin aufgearbeitet. Finanziell gefördert durch das TSM Münchenstein.