Sommerworkshop 2007

Wie werden Betroffene zu Beteiligten? Zielfindung in (Hoch)Schulentwicklungsprozessen

Theorieimpulse und interaktive Arbeitsgruppen von und mit:

  • Marion Degenhardt, Abteilung Hochschuldidaktik, PH Freiburg
  • Anke Goddar, Supervisorin (DGSv) und Schulentwicklerin, Freiburg
  • Roswitha Lehmann-Rommel, Dozentin, PH Freiburg
  • Stephan Marks, Erinnern und Lernen e.V. Freiburg
  • Claudia Schanz, Mitarbeiterin im Kultusministerium Niedersachsen

Moderation: Jutta Heppekausen

Klicken Sie auf die Namen der WorkshopleiterInnen und Sie erhalten einen kurzen Abstract.

Abstract Dr. Stephan Marks:

Scham, Beschämungen oder Anerkennung in der Lehrerausbildung? (Dieser Workshop richtet sich nur an Studierende!)

Konstruktives Lehren und Lernen können nur in einer Kultur der Anerkennung gelingen. Dasselbe gilt für Evaluationen und andere Formen der Rückmeldung: sie sind nur dann produktiv und vermittelbar, wenn sie nicht als Mittel zur Beschämung und Selek­tion benutzt wer­den. Dies betrifft die Schule wie auch die Lehreraus­bildung.

In der Arbeitsgruppe werden zunächst grundlegende Informationen über Scham und Beschä­mung vermittelt, an denen die verschiedenen Techniken der sozialen Demüti­gung (S. Neckel) aufgezeigt werden. Darauf aufbauend sollen die Erfahrungen der Teilnehmenden mit der Kultur unserer Hochschule zusammengetragen und reflektiert werden:

Welche Erfahrungen und Beobachtungen machen Studierende mit Scham, Beschämung und Anerkennung an der Hochschule? Welche Normen und Erwartungen werden mit diesem Mitteln in der Lehrerausbildung durchzusetzen versucht? Welches ist der heimliche Lehrplan dieser Ausbildung? Welche Impulse für eine Entwicklung unserer Hochschule und eine Reform der Lehrerausbildung könnten daraus abgeleitet werden?

Hier gibts als word-Datei den Beitrag von Dr. Stephan Marks zum Reader des Sommerworkshops 2007 als Download.

Abstract Marion Degenhardt

Evaluationen in der Hochschullehre = Wert-Schätzung der Lehre?

Evaluationen der Lehre finden in fast allen Bereichen der Hochschule regelmäßig statt. Hierbei ist eine große Vielfalt hinsichtlich der genutzten Verfahren, der praktizierten Formen, der verfolgten Ziele und somit auch des Umgangs mit Ergebnissen dieser Evaluationen zu beobachten. Parallel dazu bestehen Bestrebungen, Evaluationsprozesse zu systematisieren und zu vereinheitlichen sowie Diskussionen darüber, wem die Ergebnisse systematischer Evaluatio­nen mit welchen Konsequenzen offen gelegt und an welchen Stellen sie veröffentlicht werden sollen.

In diesem Kontext wollen wir uns in der Arbeitsgruppe u. a. mit folgenden Fragen beschäf­tigen:

  • Ziele von Lehrevaluationen: Mit welchen Zielen werden Lehrevaluationen durchgeführt und wer entscheidet jeweils über diese Ziele?
  • Einheitliche vs. individuelle Erhebungen: Welche Ziele sind jeweils damit verbunden? Was können und sollen die jeweiligen Erhebungen leisten und was nicht?
  • Bedeutung von Lehrevaluationen in Veränderungsprozessen: Welche Bedeutung kommt Lehrevaluationen in Veränderungsprozessen zu und welche Rückschlüsse lassen sich aus verschiedenen Evaluationsformen sowie aus der Analyse von Evaluations­fragebögen über die Ziele von Veränderungsprozessen ggf. ziehen?
  • Einbindung der Beteiligten (Lehrende und Studierende): Wie werden die Beteiligten in die Entwicklung von einheitlichen Evaluationsformen eingebunden und wie wird mit Widerständen umgegangen?

Hier gibts zum Workshop die Beiträge des Readers als word-Datei:

Abstract Anke Goddar und Dr. Roswitha Lehmann-Rommel

Leitung und Partizipation – am Beispiel von Präventionsarbeit an einem Gymnasium

Anhand von schulischen Präventionsmaßnahmen untersuchen wir Formen von Leitung und Parti­zipation in kritischer Absicht. Wir rekurrieren dabei einerseits auf Erfahrungen systemischer Schulentwicklungsarbeit sowie andererseits auf Studien zur Veränderung von Partizipation im neoliberalen Kontext.

Ausgehend von den Fragen, die sich aus dem Impulsreferat ergeben haben, wollen wir gemein­sam nachdenken und die vorgestellten Inhalte an konkreten Beispielen vertiefen.

Hier gibts es einen Beitrag zum Workshop als word-Datei:

Abstract Claudia Schanz

Dialoge führen, Konflikte klären, gemeinsam Wege finden – Schule als lernende Organisation. Darstellung einer interkulturellen Schulentwicklung am Beispiel der Albanischule in Göttingen

Erfahrungen und empirische Forschungen zeigen, dass Schulentwicklungen nicht durch Anord­nungen in einem von oben verordneten Top-Down-Prozess erfolgreich umgesetzt werden kön­nen. Vielmehr lebt jede gelingende Schulentwicklung davon, möglichst Jeden an der Schule Beteiligten von Beginn an einzubeziehen und als Persönlichkeit ernst zu nehmen, auch kritische Stimmen einzufordern, diese auszuhalten und so einen gemeinsamen Weg zu entwickeln. Der Schulleitung kommt in einer solchen Schule als lernende Organisation die Aufgabe zu, die in der Praxis oft chaotisch verlaufenden Prozesse zu steuern, indem regelmäßig Haltepunkte in Form von Bestandsaufnahmen durchgeführt, reflektiert sowie neue Zielsetzungen und Verantwortlich­keiten festgelegt werden.

Im Workshop soll ein solcher, gleichermaßen mit Schwierigkeiten und Erfolgen gepflasterter Prozess am Beispiel der interkulturellen Schulentwicklung der Albanischule in Göttingen vorge­stellt werden. In dem Ringen um gemeinsame Werte und Haltungen in Bezug auf den Umgang mit Diversität und Interkulturalität an dieser Schule wird sehr deutlich, dass eine solche Entwick­lung keinen Umweg um die Persönlichkeiten macht, sondern diese einbezieht.

Zur Veranschaulichung und tieferen Reflexion dieser möglicherweise abstrakt erscheinenden Pro­zesse, werden ein oder zwei Übungen aus einem interkulturellen Training im Workshop durchge­führt. Zum Abschluss des Workshops werden die Gelingensbedingungen vorgestellt und gemein­sam über die Übertragbarkeit der Albanischule als Modell für eine interkulturelle Schule diskutiert.

Claudia Schanz war selbst Konrektorin der Albanischule, dokumentierte den Schulentwicklungs­prozess genau und wertete ihn später wissenschaftlich aus.

Hier gibts einen Beitrag zum Workshop von Claudia Schanz als word-Datei: