Was bedeutet "Zitieren"?

"Zitieren" meint im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Schreiben grundlegend das Deutlichmachen von fremden Gedankengut. Mit Zitieren ist somit ein sorgfältiger Umgang mit Quellenangaben verbunden, um Plagiatsvorwürfe - also der nicht nachgewiesenen Übernahme geistigen Eigentums Dritter - gar nicht erst entstehen zu lassen. Gleichzeitig eröffnen Quellenangaben den Lesenden sich die in der Arbeit angegebenen Bezüge selbst zu erschließen.

In den Sozialwissenschaften wird i.d.R. nach dem Harvard Style zitiert. Als Referenz steht hinter der Textstelle in Klammern der Nachname des_der Autor_in, die Jahreszahl und die Seitenzahl.

Beispiel: ... kommt zu diesem Schluss“ (Schneider 2003, S. 14).

oder alternativ: .. kommt zu diesem Schluss“ (Schneider 2003: 14).

Eine Literaturreferenz in Fußnoten ist in den Sozialwissenschaften meist unüblich. Folgt man im Prinzip dem Harvard-Style der Zitation, dann gibt es generell zwei Möglichkeiten, das Literaturverzeichnis zu gestalten: der APA-Style der American Psychological Association und das Literaturverzeichnis nach der DIN-Norm 1505. Wir empfehlen Studierenden einen der beiden Stile konsequent anzuwenden.

Wichtige Grundregeln beim Zitieren

Häufig ist die Zitierweise von Autor_innen von Büchern, Sammelbänden, Zeitschriften, Journalen, Lexikaeinträgen, u.v.m. von Herausgeber_innen und Verlagen abhängig. Im Kontext der Hochschule können Angaben zur Zitation je nach Dozierenden auch variieren, sprechen Sie sich deswegen immer vor Beginn des Schreibens mit der entsprechenden Betreuungsperson ab. Einige wichtige Grundregeln sollen hier im Folgenden als grober Überblick zum Zitieren aufgeführt werden.

Wörtliche Zitate

  • Im Allgemeinen werden die zitierten Stellen vollständig und originalgetreu wiedergegeben (in Anführungszeichen gesetzt)
  • Bei Quellen im Text sind folgende Angaben zu machen: Name der_des Autorin, Erscheinungsjahr, Seitenangabe
  • Wenn aus dem gleichen Buch oder Beitrag direkt nacheinander im zitiert wird, wird anstatt der Wiederholung der Quelle ein „ebenda“ (ebd.) verwendet.
  • Zitate aus zweiter Hand: ...“ (Müller 2002, S. 12; zit. n. Becker 2014, S. 45)
  • Kürzungen und Auslassung durch das Zeichen [...] kennzeichnen
  • Ergänzung, Erklärung oder Klarstellung (Wörter einfügen): eckige Klammern und die Initialen der_des Anmerkenden

Beispiel: "Auf behördlicher Ebene wird die Fachplanung [...] durch einen Planungsstab betrieben. Jene Methode [die Methode der Arbeitsanalyse, Anm. XB] ist...“

Sinngemäße Zitate

Gerade beim so genannten ‚sinngemäßen Zitieren’ muss im Sinne der akademischen Redlichkeit exakt darauf geachtet werden, dass alle übernommenen gedanklichen Zusammenhänge auch belegt werden. Ebenfalls ist darauf zu achten, dass Zitate nicht bedeutungsmäßig verfremdet werden, indem sie in einen völlig anderen Zusammenhang eingebracht werden. Demzufolge gilt Folgendes:

  • in der Bedeutung nicht verfremden (sinngemäßes Wiedergeben fremden Gedankenguts: Paraphrasieren)
  • alle übernommenen gedanklichen Zusammenhänge belegen (häufig durch den Zusatz "vgl." gekennzeichnet)
  • Im Gegensatz zu einer in der Psychologie verbreiteten Praxis ist in den Sozialwissenschaften auch bei sinngemäßen Zitaten die Seitenangabe verbindlich
  • Die Verwendung von vgl. ist unklar und diffus, man sollte sparsam damit umgehen.

Beispiel:

Laut Hof ist das Lebenslange Lernen ein komplexes Phänomen, dass sich jedoch über Bestimmungsmerkmale beschreiben ließe (vgl. Hof 2009, S. 30).

Hervorhebungen

Bei Hervorhebungen ist in Klammern anzumerken, von wem sie stammen. Wenn die Hervorhebung bereits im Original vorhanden ist, braucht dies nicht vermerkt zu werden; es sei denn, man wolle die Besonderheit der dortigen Hervorhebung durch ein eingeklammertes [Sic!] (wird auch bei Rechtschreibfehlern im Zitat gemacht) betonen oder ein Wort durch fett hervorheben.

Beispiel: "Eine besondre [Sic!] Bedeutung eines Begriffes kann auch durch die/den Zitierende/Zitierenden  markiert werden" (Mayer 2016, S. 34; Herv. XB).

"Lernstrategien sollen Reflexionsmomente von Studierenden strukturieren" (Mayer 2016, S. 44; Herv. XB).

Bibliographieren

Monographie

Angabemuster:

Nachname der Autorin_des Autors – Komma – Vorname der Autorin_des Autor – Doppelpunkt – Titel – Punkt - Untertitel – Punkt – (bei höheren Auflagen: Nummer der Auflage – Komma) – Erscheinungsort – Doppelpunkt – Verlag – Erscheinungsjahr – Punkt

Beispiel:

Gudjons, Herbert: Pädagogisches Grundwissen. Überblick - Kompendium - Studienbuch. 8., aktualisierte Auflage, Bad Heilbrunn: Klinkhardt 2003.

Sammelband und Handbuch

Angabemuster:

Nachname der Herausgeberin_des Herausgebers – Komma – Vorname der Herausgeberin_des Herausgebers – (Hrsg.) – Doppelpunkt – Titel – Punkt – Untertitel – Punkt – (bei höheren Auflagen: Nummer der Auflage – Komma) – Erscheinungsort – Doppelpunkt – Verlag – Erscheinungsjahr – Punkt

Beispiel:

Otto, Hans-Uwe (Hrsg.): Handbuch zur Sozialarbeit, Sozialpädagogik. 2. völlig überarbeitete Auflage, Neuwied [u.a.]: Luchterhand 2001.

Aufsatz aus einem Sammelband und Handbuch

Angabemuster:

Nachname der Autorin_des Autor – Komma – Vorname der Autorin_des Autor – Doppelpunkt – Titel – Punkt - Untertitel des Aufsatzes – Punkt – In – Doppelpunkt – Nachname des Herausgebers – Komma – Vorname der Herausgeberin_des Herausgebers – (Hrsg.) – Doppelpunkt – Titel – Punkt – Untertitel des Sammelwerkes – Punkt – (bei höheren Auflagen: Nummer der Auflage – Komma) – Erscheinungsort – Doppelpunkt – Verlag – Erscheinungsjahr – Komma – Seitenzahlen des Aufsatzes – Punkt

Beispiel:

Bettmer, Franz; Prüß, Franz: Schule und Jugendhilfe. In: Otto, Hans-Uwe (Hrsg.): Handbuch zur Sozialarbeit, Sozialpädagogik. 2. völlig überarbeitete Auflage, Neuwied [u.a.]: Luchterhand 2001, S. 1532-1539.

Zeitschriftenartikel

Angabemuster:

Nachname der Autorin_des Autor – Komma – Vorname der Autorin_des Autor - Doppelpunkt – Titel – Punkt – Untertitel des Aufsatzes – Punkt – In – Doppelpunkt – Name der Zeitschrift – Jahrgang – Schrägstrich – Erscheinungsjahr – Komma – Heftnummer – Komma – Seitenzahlen des Artikels – Punkt

Beispiel:

Messner, Rudolf.: PISA und Allgemeinbildung. In: Zeitschrift für Pädagogik Jg. 49 / 2003, Heft 3, S. 400 - 412. 

Internet

Angabemuster:

Nachname der Autorin_des Autor – Komma – Vorname der Autorin_des Autor - Erscheinungsjahr des Dokuments in Klammern – Doppelpunkt – Titel – Punkt – Untertitel des Dokuments – Punkt – Datum der letzten Aktualisierung (falls ersichtlich) – Punkt – URL – Doppelpunkt – genaue Internetadresse – Bindestrich – Download vom – Downloaddatum – Punkt.

Beispiel:

Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V./ Bundesverband deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (1998): Ethische Richtlinien der DGPs und des BDP. Letzte Aktualisierung: 29.09.1998. URL: http://www.dgps.de/dgps/kommissionen/ethik/003.php4 - Download vom 13.07.2003.

Lexika und Enzyklopädien 

Angabemuster:

Sachtitel – Doppelpunkt – Untertitel – Schrägstrich – hrsg. Von – Vor - und Nachname der Herausgebenden – Punkt – Bandangabe – Doppelpunkt – Einzelbandtitel – Komma – hrsg. Von – Einzelbandherausgeber_innen – Punkt – Erscheinungsort – Doppelpunkt – Verlagsname – Komma – Erscheinungsjahr – Punkt

Beispiel:

Enzyklopädie Erziehungswissenschaft: Handbuch und Lexikon der Erziehung in 11 Bänden und einem Registerband / hrsg. von Dieter Lenzen unter Mitarb. von Agi Schründer. Bd. 3: Ziele und Inhalte von Erziehung und Unterricht, hrsg. von Haller, Hans- Dieter; Meyer, Hilbert. Stuttgart; Dresden: Klett 1995.

Sonderfälle

  • kein Ort angegeben: o. O. (ohne Ort)
  • kein Erscheinungsjahr angegeben: o. J. (ohne Jahr)
  • kein Autor angegeben: Autor unbekannt oder o. V. 

 

Quelle: Kittner Martin; Potzel Anne: Broschüre zum wissenschaftlichen Arbeiten. Technische Universität Dresden, Institut für allgemeine Erziehungswissenschaft und Institut für Sozialpädagogik, Sozialarbeit und Wohlfahrtswissenschaften, 2., komplett überarbeitete und erweiterte Fassung des Heftes „Hinweise zur Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten“ von Karin Wehner und Dr. Ullrich Amlung, Dresden 2005.