Wie bearbeite ich Texte?

Texte beziehen sich auf und verarbeiten wissenschaftliche Erkenntnisse, Theorien, Ideen von Anderen, indem sie diese

    • nachvollziehen,
    • differenziert darstellen,
    • zueinander in Beziehung setzen, kontrastieren,
    • kommentieren, kritisch prüfen und diskutieren,
    • zur Grundlage eigener Erkenntnisse machen (!)

Um wissenschaftliche Texte verstehen zu können, ist ein "sinnentnehmendes Lesen" (Bohl 2005, 26) vorausgesetzt. Lesen wird dabei als aktiver Konstruktion- und Interpretationsprozess verstanden, der nicht nur das Durchleuchten von Textstrukturen, sondern auch das Hinterfragen der eigenen Sichtweise auf Textinhalte und Argumentationslinien beinhaltet. Mögliche Schritte zum sinnentnehmenden Lesen können dabei sein (vgl. Bohl 2005, 27): 

Schritte

Konkretisierung

1. Überblick verschaffen

    bei Artikeln: Überschriften und Unterüberschriften

    bei Büchern: Inhaltsverzeichnis, Gliederung

    bei Büchern: Vorwort

    Einleitung und Schluss

 2. Querlesen

    inhaltlich orientieren

    Worum geht es?

    bestimmte Begriffe erfassen

    zentrale Aussagen

 3. Nachdenken

    interessante Aspekte

    Widersprüchliches

    Fragen

 4. Lesen

     konzentriert lesen

    Text markieren

    Textsorten, -typen, zentrale Begriffe, Reflexionsebenen beachten

 5. Wesentliches schriftlich festhalten

    eine Zusammenfassung schreiben

    Widersprüche, Kommentare, Fragen notieren

    Was kann ich wiedergeben, was verstehe ich nicht?

 6. Fazit

 Was bleibt? Was folgt (für mich)?

 

Es gibt viele Möglichkeiten der strukturierten Textbearbeitung, andere Beispiele wären die PQ4R-Methode oder "W-Fragen" (Wer? Wann? Weshalb? Was? Wie? Welche?) an einen Text zu stellen (vgl. Bohl 2005, 28; Werder 1996, 28f). Wichtig ist insgesamt ein stringentes Vorgehen (u.a. durch Textmarkierung und-anmerkungen, Mitschriften, Zusammenfassungen, Mindmaps) zu entwickeln und als Bestandteil der eigenen Lernkultur zu etablieren.