Einladung zum Filmbildungskongress 2010


NEUE WEGE DER FILMBILDUNG
Kongress vom 18. bis 20. Februar 2010
an der Pädagogischen Hochschule Freiburg

 

Das Interesse an neuen Konzepten der Filmbildung ist in den letzten Jahren ständig gewachsen, obwohl der Filmunterricht an schulischen und außerschulischen Institutionen immer noch zu wenig Berücksichtigung findet. Es fehlt bis heute auch weitgehend an kohärenten didaktischen Konzepten und curricularen Entwürfen, ob nun für die Schule, die Lehrerbildung an Hochschulen oder für andere Bildungseinrichtungen.
Ziel dieses Kongresses ist es, neuere Ansätze der Filmbildung vorzustellen und zu diskutieren. Dabei soll u. a. auf die Bedeutung von Konzepten hingewiesen werden, die Modelle für systematische Umsetzungen in der Praxis bieten, z. B. das Projekt „Drehort Schule e. V.“ oder das Filmcurriculum des Freiburger Forschungsprojekts „Integrative Filmdidaktik“. Konkret gefüllt werden die
verschiedenen Ansätze und Perspektiven mit Praxisbeispielen aus der Fachdidaktik und der Medienpädagogik und mit der Vorstellung des Schülerfilmportals www.cineschool.de.
Besondere Aufmerksamkeit wird dem Kurzfilm zukommen, dessen Potenzial für den Filmunterricht bislang nicht ausgeschöpft wurde. Unsere 2009 zusammen mit der „AG Kurzfilm – Bundesverband Deutscher Kurzfilm“ und der „Vision Kino gGmbH“ gestartete Initiative zu dem von einer Expertenrunde ausgearbeiteten „Kurzfilmkanon 2010 für die Bildung“ mit 100 Beispielen wird erstmals
der Öffentlichkeit präsentiert und zur Diskussion gestellt. Kurzfilmaufführungen, ein Vortrag des renommierten Schweizer Filmemachers Reto Caffi und die Möglichkeit eines Publikumsvotings begleiten den Programmpunkt.
Der Kongress soll dazu beitragen, Theorie und Praxis zu vermitteln und dem Film im Bildungsbereich zukünftig den Platz zu erobern, der ihm von seiner gesellschaftlichen, pädagogischen und didaktischen Bedeutung her zusteht.


Mechtild Fuchs, Michael Klant, Joachim Pfeiffer,
Raphael Spielmann, Michael Staiger

Kongressprogramm

 

Das Tagungsprogramm steht als PDF-Dokument zum Download bereit:

Kongress-Flyer (PDF, 900 KB)

Abstracts zu den einzelnen Beiträgen finden Sie hier.


PROGRAMM

 


Donnerstag, 18. Februar 2010

Kommunales Kino im Alten Wiehrebahnhof, Urachstr. 40, 79102 Freiburg

18.00-19.00   
Einschreibung für den Kongress im Kommunalen Kino
ab 19.00
Come together
Kinosaal: Filmbeispiele aus dem "Kurzfilmkanon 2010 für die Bildung"
Galerie und Kinocafé: Essen, Trinken, Diskutieren


Freitag, 19. Februar 2010
Pädagogische Hochschule Freiburg, Kunzenweg 21, 79117 Freiburg

ab 08.30, Foyer KG 5
2. Einschreibungsmöglichkeit im Tagungsbüro im KG 5 (sofern noch nicht erfolgt)

09.00-09.30, KG 5/103
Filmsichtung des international mehrfach prämierten, für den Oscar nominierten Kurzfilms AUF DER STRECKE von Reto Caffi (30 min)

09.30-10.00, KG 5/103
Begrüßung

10.00-11.00, KG 5/103
Eröffnungsvortrag
Reto Caffi (Bern) Auf der Strecke -- Entstehung, Rezeption, didaktische Relevanz eines Kurzfilms

11.15-12.15, KG 5/103
Plenarvortrag
Franz Josef Röll (Darmstadt) Der monomythische Film - das Erfolgsgeheimnis der Heldenreise aus filmpädagogischer Perspektive

12.15-13.45   
Mittagspause
Möglichkeit zum Mittagessen in der Mensa der Pädagogischen Hochschule.

13.00 Uhr
Führung durch die Ausstellung "Die deformierte Diva. Gemalte Kinomotive" von Manfred Wild (Kunsttrakt)

Verlagsausstellung im KG 5/104

13.45-14.45, KG 5/103
Plenarvortrag
Mechtild Fuchs, Joachim Pfeiffer, Michael Staiger (Freiburg)
Integrative Filmdidaktik. Fächerverbindender Filmunterricht in Deutsch, Kunst und Musik -- Praxisberichte und Impulse für die Lehrerbildung

Workshops, Kunsttrakt / Musiktrakt
Beginn jeweils um 15.00, 16.30 und 18.00
Leonie Willnow und Carolin Robert (Freiburg): Crashkurs "Animationstechniken mit und ohne Trickbox" (Kunsttrakt)
Markus Beitz & Co. (Freiburg):Montageexperimente mit der Greenbox (Kunsttrakt)
Simon Bäther:Sounddesign(M -006/7)

15.00-16.00, KA 106
Präsentation
Sabine Blum-Pfingstl (Würzburg): "Im Stuhlkreisentsteht kein Film" -- Methoden  der FilmBildung

15.00-16.00, KA 101
Präsentation
Georg Maas (Halle): Filmmusik und Musikfilm. Was man für die Schulpraxis wissen sollte

15.00-17.30, M 109 (Musiktrakt)WorkshopJohannes Schroeder(Essenheim): Von der Rezeption zur Produktion. Filmanalyse als Grundlage für die praktische Filmarbeit

16.30-17.30, KA 106   
Präsentation
Uli Fischer-Weissberger (Waldkirch): Geschichte(n)vor der Kamera - Filmprojekte mit Schülern

16.30-17.30, KA 101
Präsentation
Matthis Kepser (Bremen): PERSEPOLIS - einen Animationsfilmim Unterricht reflektieren       

18.00-19.00, KA 106  
Präsentation
Raphael Spielmann (Bad Säckingen): cineschool.de - eine Internetplattform mit Schülerfilmen als Materialbasisund Inspirationsquelle   

18.00-19.00, KA 101 
Präsentation
Traudel Günnel, Nina Brieke (Freiburg): Handyfilme - das kreative Potenzial jugendlicher Alltagskultur

18.00-19.00, Kunsttrakt
Präsentation
Ulrike Mothes (Bangalore): Interkulturelle Filmbildung. Filmlehre an Hochschulen in Deutschland und Indien im Vergleich(Kunsttrakt)   


Samstag, 20. Februar 2010
Pädagogische Hochschule Freiburg, Kunzenweg 21, 79117 Freiburg

09.30-10.30, KG 5/103
Plenarvortrag
Enjott Schneider (München) Filmmusik. Wirkungsweisen und Entstehungsprozesse

10.45-11.45, KG 5/103
Plenarvortrag
Klaus Neumann-Braun (Basel): Short Cuts und Cross-Media als Herausforderung für die schulische Filmbildung

11.45-12.15
Kaffeepause

12.15-13.15, KG 5/103
Podium
Der Kurzfilmkanon 2010 für die Bildung - Auswahl, Chancen, Pro und Contra mit Pepe Danquart (Hochschule für bildende Künste Hamburg), Sylke Gottlebe (AG Kurzfilm Dresden), Michael Klant (Institut der KünstePH Freiburg), Herbert Wentscher (Bauhaus Universität Weimar)

ca. 13.30    Ende der Tagung


Ausstellungen während der Tagung

  • Short films non-stop - laufende Präsentation einer Auswahl aus dem"Kurzfilmkanon 2010 für die Bildung" (Kunsttrakt).
  • Die deformierte Diva. Gemalte Kinomotive (Kunsttrakt) Fr. 19.02.2010, 13.15 Uhr: Führung durch die Ausstellung (Manfred Wild)



Lageplan PH-Campus

Abstracts zu den Plenarvorträgen, Präsentationen und Workshops


Plenarvorträge und Präsentationen

 

Sabine Blum-Pfingstl

"Im Stuhlkreis entsteht kein Film!"
Eine zeitlos-unzeitgemäße Betrachtung über Methodik und Didaktik der FilmBildung

Ist der Weg bereits das Ziel, wenn zusammen mit Schülerinnen und Schülern Filme im Unterricht gemacht werden? Lernen sie doch an einem Filmprojekt jede Menge an gestalterischen, dramaturgischen, technischen und sozialen „soft skills“. Oder ist praktische Filmarbeit nicht vielmehr die Chance zugleich wichtige Inhalte unter einem anderen Vorzeichen als im gewohnten Unterricht zu vermitteln?
So weit gefächert nun Inhalte, Anlässe, Strategien und strukturelle Bedingungen der praktischen Filmarbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Schule zu begreifen sind, so vielfältig und bedachtsam wird auch die entsprechende Begleitung seitens der Lehrkraft darauf abgestimmt sein. Dies mag zunächst – da nicht als Königsweg lehrbar – problematisch erscheinen. Mit angemessenen pädagogischen Überlegungen und didaktischen Vorgehensweisen bietet sich aber die lebendige Chance zeitlos-unzeitgemäße Lern- oder gar Schulkultur in zwar strukturierten, aber eben nicht überformalisierten Bahnen zu etablieren.
Die Beschäftigung mit dem Medium Film/Video wird im Laufe der Präsentation mit einer Bandbreite an Genres über die Jahrgangsstufen hinweg und in unterschiedlichsten Rahmenbedingungen vorgestellt und zeigt, wie praktische Filmarbeit trotz der strukturellen Widrigkeiten des Schulalltags gelingen kann. Eine behutsam-systematische Heranführung an das Medium von der Primarstufe bis hin zum Abitur bereitet Grundlagen, auf welchen Klassenunterricht wie Projektarbeit bauen. „Abschlussfilme“ von OberstufenschülerInnen zeigen schließlich, dass am Ende einer Schülerlaufbahn sich „Film/Video“ nicht selten als ein wertvolles Werkzeug zum Ausdruck individueller Weltsicht entwickelt hat.

 



Mechtild Fuchs / Joachim Pfeiffer / Michael Staiger

Integrative Filmdidaktik. Fächerverbindender Filmunterricht in Deutsch, Kunst und Musik – Praxis berichte und Impulse für die Lehrerbildung

Schon früh gibt es in Literatur und Kunst die Idee eines „Gesamtkunstwerks“, in sich dem alle Künste vereinigen. Der Film realisiert in letzter Konsequenz dieses anspruchsvolle Konzept, das in didaktischer Hinsicht eine fächerübergreifende „integrative Filmdidaktik“ notwendig macht. In unserem Vortrag wollen wir diese Idee am Beispiel eines „Filmcurriculums“ vorstellen, das von einem fächerintegrativen Filmunterricht von der Grundschule bis zum Abitur ausgeht. Beispiele aus der Praxis und Konsequenzen für die Lehrerbildung werden aufgezeigt.

 



Uli Fischer-Weissberger

Geschichte(n) vor der Kamera. Filmprojekte mit Schülern

Schon seit Jahren steht in den Bildungsplänen der Fächer Kunst und Deutsch explizit die Forderung, Schülern einen produktiven Zugang zum Medium Film zu eröffnen. Die Schulwirklichkeit, wie ich sie als Lehrer erlebt habe, spricht eine andere Sprache. Lehrer, die produktive Filmarbeit an der Schule leisten, sind selten anzutreffen. Mittel für eine adäquate Filmausrüstung und Unterrichtszeit für Filmprojekte müssen hart erkämpft werden.
Diesen Widrigkeiten zum Trotz produziere ich mit Schülern seit über 20 Jahren Filme. Wie wichtig den Schülern eine solche Arbeit ist, zeigen deren Begeisterung und Engagement, durch das meine Filmprojekte ihren Wert und ihre Daseinsberechtigung erhielten.
Zunächst entstanden im Grundkurs Literatur, dann in der Video-AG kleine „Alltagsfilme“ oder Krimis. Im Deutschunterricht produzierten wir Filme zu Balladen und Kurzgeschichten.
Einen wichtigen Einschnitt in meiner Arbeit bedeutete die Gründung des Geschichtsprojekts. In einer Geschichts-, Video- und Website-AG arbeiteten wir mit Zeitzeugen wie Heinz Drossel, einem ‚Gerechten unter den Völkern‘ (Yad Vashem) und Retter in Uniform. Es entstanden mehrere Dokumentarfilme, in denen vor allem die Beziehung der Schüler zu den Zeitzeugen im Vordergrund steht.
Im März 2000 fand das erste Freiburger Schülerfilmforum statt. Kollegen und Freunde aus der Medienwerkstatt Freiburg wollten Schülern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, ihre Filme zu zeigen. Mit meinen Schülern nahm ich regelmäßig an dieser Veranstaltung teil.
In meinem Beitrag zu dieser Tagung möchte ich auf die oben angesprochene Projektarbeit näher eingehen und Ihnen Möglichkeiten und Probleme dieser Arbeit näher bringen.

 



Traudel Günnel / Nina Brieke

Handyfilme – das kreative Potenzial jugendlicher Alltagskultur

Im Mittelpunkt stehen Handy-Filmprojekte, die im Herbst 2009 mit Schulklassen an unterschiedlichen Freiburger Schulen  durchgeführt wurden. Die Produktionen der SchülerInnen  werden vor dem Hintergrund ihrer alltagskulturellen und filmästhetischen Dimension diskutiert. Ein weiterer Fokus liegt auf medienpädagogischen und -didaktischen Fragestellungen  im Zusammenhang mit der Umsetzung des Projekts im schulischen und außerschulischen Kontext.

 



Matthis Kepser

Persepolis - einen Animationsfilm im Unterricht reflektieren

Als der Comic „Persepolis“ 2004f. auf Deutsch erschien, waren sich die Kritiker einig: Die autobiografische Graphic Novel der Exil-Iranerin Majane Satrapi war ein würdiger Nachfolger von Art Spiegelmans „Maus“. Dass sich Literaturdidaktiker/-innen nicht sofort auf das außergewöhnliche Werk gestürzt haben, mag auf die Vorurteile zurückzuführen sein, die dem Comic zumindest in Deutschland noch immer anhängen. Denn Satrapis Geschichte enthält alles, was einem Jugendbuch normalerweise den roten Teppich in die Klassenzimmer ausrollt: Sie ist eine „Coming of Age“- Story mit allen Höhen und Tiefen des Erwachsenwerdens, die jugendliche Leser/-innen bestens nachvollziehen können, obwohl die Lebensumstände sehr fremde sind: Marjane wächst im Iran auf, lebt zwischenzeitlich aber auch im Westen. „Weltwissen erlesen“ (Abraham/Launer 2002) geht mit dieser Lektüre hervorragend. Zudem bewegt sich die erzählerische Ausgestaltung in Wort und Schwarz-Weiß-Bild mit deutlichen Anlehnungen etwa an Frans Masareels „Stundenbuch“ (1919) auf höchstem künstlerischen Niveau. Dies gilt nun auch für den gleichnamigen Animationsfilm, der 2007 in die Kinos kam und mit dem Spezialpreis der Jury in Cannes sowie weiteren Preisen ausgezeichnet wurde. Satrapi und ihr Co-Regisseur Vincent Parnnaud haben den Animationsfilm als zwar ein dem Comic verwandtes, aber eben doch ästhetisch eigenständiges Medium ernst genommen. Deshalb richtet der Vortrag sein besonderes Augenmerk nicht so sehr auf die Story, auch nicht in erster Linie auf den naheliegenden Comic-Film-Vergleich, sondern auf den Film selbst. Exemplarisch können Schülerinnen und Schüler erfahren, dass eine vertiefte Reflexion filmischer Mittel tatsächlich Deutungs- und Erfahrungsebenen freilegt, die bei einer naiven Rezeption kaum bewusst werden. Dabei werden auch problematische Erzählkonstruktionen deutlich. „Persepolis“ ist ein „universeller Film“, weil er auf Geschichte und Ästhetik des Animationsfilms verweist und weil er die Geschichte einer Jugend in einer totalitären Diktatur erzählt.

 



Georg Maas

Filmmusik  und Musikfilm – Was man für die Schulpraxis wissen sollte

Das Freiburger Filmcurriculum sieht filmische Bildung als Aufgabe der Fächer Deutsch, Musik, Kunst. Damit steht zugleich die Frage im Raum, welche Konsequenzen sich hieraus für das Lehramtsstudium Musik ergeben. Konkreter: Welche Kompetenzen sind im Musikstudium zu vermitteln bzw. zu erwerben, um einen sachlich und fachdidaktisch angemessenen Musikunterricht im Sinne des Filmcurriculums erteilen zu können? Die Präsentation versucht eine differenzierte Antwort zu geben. Hierbei wird unterschieden zwischen den Aspekten der Symbiose von Musik und Film, die sich als Thema (Inhalt) im Musikunterricht etabliert haben und solchen, die sich im Rahmen übergeordneter Themen integrieren lassen. Zur ersten Gruppe der etablierten Themen gehören Filmmusik und Videoclips, die mittlerweile in den Musiklehrplänen bzw. Rahmenrichtlinien aller Länder verankert sind. Die Geschichte der Filmmusik, Funktionen, Wirkungsweisen und Ästhetik sowie der produktive Umgang mit Filmmusik lassen sich hierauf vorbereitend in entsprechenden Lehrveranstaltungen vermitteln. Analoges gilt für Videoclips. Verfügbare Materialien für die Schulpraxis könnten dabei als inhaltliche Orientierung herhalten. Allerdings wird oftmals das Niveau bzw. der Theoriebezug recht niedrig angesetzt, übersteigt kaum das in der Schule Vermittelte: Auch wenn beispielsweise das allgemein bekannte Triumvirat von „Paraphrasierung, Polarisierung, Kontrapunktierung“, das Hansjörg Pauli 1977 in die Fachdiskussion einbrachte, durchaus seine schulische Berechtigung behalten hat, müssen angehende Musiklehrerinnen und Musiklehrer Funktionen und neuere Modelle der Filmmusik differenzierter kennen lernen.
Interessant wird es jedoch, wenn man am Beispiel der vielfältigen Musikfilme darüber nachdenkt, wie sich solche Filme bereichernd, im Sinne von „didaktisch fruchtbar“, in den Musikunterricht einbeziehen lassen. Hierzu werden instruktive Beispiele vorgestellt. So verstanden, wäre Filmbildung als ein Motiv für sämtliche Bereiche des Musiklehrerstudiums anzusehen und Repertoirekunde ein wichtiges Motiv. Nur wer um die Möglichkeiten des Musikfilms weiß und unterrichtstaugliche Beispiele kennt, wird sie in der Schulpraxis nutzen.
In diesem Sinne versteht sich die Präsentation als Plädoyer für eine umfassende Integration des Films in die Lehrerbildung im Sinne einer musikalischen filmischen Bildung.

 



Klaus Neumann-Braun

Short Cuts und Cross-Media als Herausforderung für die schulische Film­bildung

Musikclips, Handyfilme, also sog. kleine Formate oder Short Cuts sind ebenso in aller Munde wie die cross-medialen Abspieltechniken und -orte: Auf Schulhöfen werden Handyclips betrachtet, zuhause Videoclips auf YouTube und Musiksendern sowie Fotos und Werbespots auf Social Network Sites wie z.B. Facebook oder StudiVZ. Die offline-/ online-Welten verschränken sich; Medienprodukte und ihre Distribution entgrenzen sich und gehen in einer grossflächigen Cross-Medialität auf. - In dem geplanten Vortrag werden diese neuen audio-visuellen Techniken und Angebote vorgestellt, um in einem zweiten Schritt deren Bedeutung für einen zu fordernden Wandel der schulischen Filmbildung zu diskutieren.

 



Franz Josef Röll

Der monomythische Film – das Erfolgsgeheimnis der Heldenreise aus filmpädagogischer Perspektive

In der Medienpägagogik hat im Moment der rezipientenorientierte Ansatz die höchste Akzeptanz. Dieser Ansatz geht davon aus, dass die ZuschauerInnen die eigentlichen „ProduzentInnen“ von Spielfilmen sind, d.h. dass Filme ausgehend von dem persönlichen Wahrnehmungsskript wahrgenommen werden, unabhängig von dem dramaturgischen Konzept der RegisseurInnen. Im Widerspruch zu dieser These benutzt die Unterhaltungsindustrie bei den Blockbuster-Filmen weiterhin erfolgreich vergleichbare Erzählmuster, insbesondere bei Filmen, die für den internationalen Markt gedreht werden. Filme sind aus Sicht der ProduzentInnen dann erfolgversprechend, wenn Sie zentrale Momente unserer Psyche aufgreifen. Als besonders erfolgreich hat sich das von Joseph Campbell „Monomythos“ genannte Konzept erwiesen. Einer dieser Monomythen ist die Figur des Helden, der lernen soll, dass er nur die Außenwelt beherrschen kann, indem er Herr seiner eigenen Innenwelt wird. Im Verlauf des Vortrags werden anhand von Filmbeispielen zentrale Stationen der „Reise des Helden“ aufgezeigt, zugleich werden die Verknüpfungslinien zur Lebenswelt vor allem von Jugendlichen verdeutlicht.

 



Enjott Schneider

Filmmusik:  Wirkungsweisen & Entstehungsprozesse

Bezogen auf "Auge" und "Ohr" ist die emotionale Gestaltung des Films durch Musik von einer Wirkung, die aufgrund der unbewussten Abläufe bereits als ‚manipulativ' bezeichnet werden kann. Der Ton entscheidet über Charakter und Seele der Bilder. Dies wird an Videobeispielen und in Theorie (Sprache der Rhythmik, medizinische Auswirkungen, Bewusstseinsmanipulation) plastisch dargestellt. Ein besonderer Akzent liegt auch auf der Modifikation des Zeitempfindens mittels Filmmusik: Termini wie Normalzeit, Beschleunigung, Krumme Zeit, Zeitverdichtung bezeichnen hier die Mittel. Jean Gebsers Phasen der Bewußtseinsbildung archaisch-magisch-mythisch-mental werden benutzt, um das musikalische Material (von Sound, Motiv bis Thema sowie stilistische Typen) auf die filmmusikalische Ortung hin zu überprüfen.
Als Fazit wird ein filmmusikalischer Kompetenzkatalog für die Lehrerbildung skizziert werden.

 



Raphael Spielmann

Cineschool.de - ein Schülerfilmportal

Das Onlineportal Cineschool.de zeigt ein breites Spektrum an Schülerfilmproduktionen, die vorwiegend über den 2009 durchgeführten Schülerfilmwettbewerb gewonnen werden konnten. Lehrkräften wie Schüler/innen ist es mithilfe der integrierten Schnittmengensuche leicht möglich, Filme zu bestimmten Kontexten ausfindig zu machen. So können beispielsweise alle Experimentalfilme angezeigt werden, die im Kunstunterricht des Gymnasiums in einer bestimmten Klassenstufe entstanden sind. Die Filme werden somit für den filmdidaktischen Diskurs öffentlich zugänglich gemacht und dienen gleichzeitig als Quelle für eigene Filmideen. Da der bundesweite Cineschool-Wettbewerb großen Anklang fand, wird derzeit darüber nachgedacht, wie sich dieser in Zukunft weiterhin organisieren wird.
Neben einem Vortrag zur statistischen Auswertung der Schülerfilme sowie der Vorführung  einiger ausgewählter Schülerfilmproduktionen, stellt die freischaffende Medienpädagogin Barbara Davids Eigenarten der unterschiedlichen Filmarbeit in den verschiedenen Schularten vor. Dabei stellt sich die Frage nach einer schulartenspezifischen Herangehensweise in der Filmarbeit.




Workshops

 

Simon Bäther / Max Trieß

Sound-Design Workshop

Werden Sie zum Sound-Designer und erhalten Sie Einblicke in zwei wesentliche Bereiche der Arbeit am Film-Sound. Nach einer kurzen Einführung haben Sie die Möglichkeit selbst Geräusche zu produzieren und an einen Film anzulegen. Weiter stellen wir Ihnen bereits durchgeführte Unterrichtsprojekte zum Umgang mit Sound-Design in der Schule vor.

 



Markus Beitz

Greenscreen-Video-Workshop

Waren Sie schon einmal auf dem Mond oder in der Wüste? Mit dem Greenscreen-Videoeffekt lässt sich dies und noch mehr verwirklichen. Es lassen sich gefilmte Handlungen und Geschehen auf einem anderen Hintergrund darstellen. Somit können Sie die „Grenzen der Realität“ scheinbar überschreiten.
Der Workshop soll Ihnen Einblick geben in die Vielfalt der Einsatzgebiete des Greenscreens sowie einen Überblick über die schulischen Anwendungsmöglichkeiten.
Dabei können Sie einen einfachen Produktionsablauf eines Video-Greenscreen-Clips miterleben und mitgestalten.

 



Carolin Robert / Leonie Willnow

Crashkurs „Animationstechniken mit und ohne Trickbox“

In diesem Workshop werden verschiedene Techniken der Stop-Motion-Animation vorgestellt und praktisch erprobt, so dass am Ende ein eigener kleiner Film entsteht. Zudem werden  Möglichkeiten von produktiver Trickfilmarbeit in und außerhalb der Schule thematisiert. Kein Vorwissen nötig.



Johannes Schroeder

Filmanalyse als Grundlage für praktische Video-Arbeit“ – ein Workshop

Seit 25 Jahren ist die Lehrveranstaltung „Film verstehen“ fester Bestandteil im Lehrangebot der Pädagogischen Hochschule Freiburg in den Bereichen Kommunikationswissenschaften und Medienpädagogik. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Filmanalyse.
In diesem Workshop stellt der Dozent Johannes Schroeder, erziehungswissenschaftlicher Referent in der Abteilung Aus- und Fortbildung des ZDF (1980 – 2008), sein Konzept vor, wobei er seine Methode des exemplarischen Lernens anhand einiger Filmsequenzen und den Transfer für die Videoarbeit deutlich macht.

 

Referent/innen im Überblick

  • Simon Bäther, Markus Beitz, Carolin Robert und Leonie Willnow: Studierende an der Pädagogischen Hochschule Freiburg
  • Sabine Blum-Pfingstl: Kunstpädagogin am Wirsberg-Gymnasium Würzburg, Fachreferentin Kunst des Ministerialbeauftragten Unterfranken, Dozentin an der Universität Würzburg
  • Nina Brieke: Dipl.-Pädagogin, Leiterin des Campus-Radio PH 88,4 Freiburg
  • Reto Caffi: Drehbuchautor und Regisseur, Kulturjournalist für Print-, Hörfunkmedien und das Schweizer Fernsehen, Bern
  • Pepe Danquart: Regisseur (u.a. Heimspiel, Höllentour, Am Limit), Kurzfilm-Oscarpreisträger, Dipl. Medienpädagoge, Professor an der Hochschule für bildende Künste Hamburg
  • Uli Fischer-Weissberger: Lehrer am Geschwister-Scholl-Gymnasium Waldkirch, Fortbildner für kooperatives Lernen, Mitbegründer des Freiburger Filmforums
  • Mechtild Fuchs: Dr. phil., Professorin für Musik und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg
  • Sylke Gottlebe: Geschäftsführerin bei AG Kurzfilm – Bundesverband Deutscher Kurzfilm, Dresden
  • Traudel Günnel: Dr. paed., Akademische Mitarbeiterin am Institut für Medien in der Bildung der Pädagogischen Hochschule Freiburg
  • Matthis Kepser: Dr. phil., Professor für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur mit dem Schwerpunkt Neue Medien an der Universität Bremen
  • Michael Klant: Dr. phil., Professor für Kunst und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg
  • Georg Maas: Dr. phil., Professor für Musikpädagogik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • Ulrike Mothes: Dipl-Des., Filmemacherin, Filmdozentin an der Srishti School of Art, Design and Technology in Bangalore, Indien
  • Klaus Neumann-Braun: Dr. phil., Ordinarius für Medienwissenschaften an der Universität Basel
  • Joachim Pfeiffer: Dr. phil., Professor für Neuere deutsche Literatur und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg
  • Franz Josef Röll: Dr. phil, Professor für Neue Medien und Medienpädagogik an der Hochschule Darmstadt
  • Enjott Schneider: Dr. phil., Professor für Filmkomposition an der Hochschule für Musik München, Gastdozent an der Hochschule für Fernsehen und Film München
  • Johannes Schroeder: Dipl.-Päd., langjähriger Referent für Aus- und Fortbildung beim Zweiten Deutschen Fernsehen und Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Freiburg
  • Raphael Spielmann: Realschullehrer für Kunst, Deutsch und Sport in Bad Säckingen, Begründer der Website www.cineschool.de, Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Freiburg
  • Michael Staiger: Dr. paed., Akademischer Rat (Literaturwissenschaft/Literaturdidaktik) an der Pädagogischen Hochschule Freiburg
  • Herbert Wentscher: Bildender Künstler, Professor für Visuelle Kommunikation an der Bauhaus-Universität Weimar
  • Manfred Wild: Bildender Künstler, Oberstudienrat a.e.H., Institut der Künste der Pädagogischen Hochschule Freiburg

Anmeldephase beendet

Liebe Interessent/innen,

der Kongress "Neue Wege der Filmbildung" ist ausgebucht. Es können keine weiteren Anmeldungen mehr angenommen werden.

 

Hinweis an alle angemeldeten Kongressteilnehmer/innen:

Bitte versäumen Sie nicht, umgehend den Teilnahmebetrag (30 EUR, für Referendar/innen 20 EUR, für Studierende 5 EUR) zu überweisen.

Bankverbindung:

Empfänger: Landesoberkasse Baden-Württemberg/ Päd. Hochschule Freiburg
Konto-Nr.: 749 553 010 2 · BLZ: 600 501 01
Kreditinstitut: Baden Württembergische Bank
BIC: SOLADEST · IBAN: DE02 6005 0101 7495 5301 02
Verwendungszweck: Kongress Filmbildung, Kassenzeichen: 8981000004564
(bitte stets angeben, sehr wichtig)

 

Unterkunft

Für die Buchung einer Unterkunft wenden Sie sich bitte an den offiziellen Buchungsservice der Stadt Freiburg:

Hotline: 0761 88581-145
(Mo-Fr 8:30 bis 22 Uhr, Sa-So 10 bis 19 Uhr
http://www.freiburg.de/tourismus


Die Pädagogische Hochschule hat Sonderkonditionen für
Kongressteilnehmer/innen
mit den folgenden Hotels vereinbart,
bei denen Sie anfragen können:

Hotel Schwär´s Löwen
(Kappel, ca. 10 min. von der PH Richtung Schwarzwald/Kirchzarten)

Hotel am Rathaus
(Stadtmitte, autofrei, in Straßenbahnnähe Linie 1)

Hotel Barbara
(Innenstadt, Poststraße, in Bahnhofs- und in Straßenbahnnähe Linie 1)

Markgräfler Hof
(Innenstadt, Gerberau, autofrei, in Straßenbahnnähe Linie 1)

 

Anfahrt zum Kongress

 

Adresse

Pädagogische Hochschule Freiburg
Kunzenweg 21
79117 Freiburg

Telefon: (0761) 682-0
Fax: (0761) 682-402

 

 

 

Anreise zur PH Freiburg


Mit der Bahn

Vom Hauptbahnhof Freiburg entweder mit dem Zug von Freiburg/Hauptbahnhof in Richtung Titisee-Neustadt bis zum Bahnhof Freiburg-Littenweiler fahren (Haltestelle direkt an der PH Freiburg, Fahrtzeit) ca. 10 Min.
oder mit der Stadtbahn, Linie 1, von der Stadtbahnbrücke über dem Hauptbahnhof bis Endhaltestelle Lassbergstrasse / Littenweiler. Von dort ca. 200 m auf der Lindenmattenstraße bis zur PH Freiburg (Fahrtzeit ca. 20 Min).

Mit dem Pkw aus Richtung Karlsruhe oder Basel (Autobahn A 5)

Autobahnausfahrt Freiburg-Mitte ausfahren. Stets geradeaus der Beschilderung "Titisee-Neustadt / Donaueschingen" folgen. Nach ca. 7 km, kurz nach der Brauerei Ganter (in Fahrtrichtung links) erreichen Sie eine Tunneleinfahrt. Direkt vor der Tunneleinfahrt müssen Sie auf die linke Spur wechseln und links am Tunnel vorbeifahren. An der nächsten Straßengabelung vor dem Gasthaus "Schiff" (Wegweiser PH Freiburg) halbrechts ca. 2 km bis zur Endhaltestelle der Stadtbahn den Stadtbahnschienen folgen. An der Kreuzung vor der Badischen Beamtenbank (BBB) nach rechts abbiegen (Wegweiser PH Freiburg). Die erste Straße rechts nach dem Bahnübergang ist der Kunzenweg. Nach ca. 200 m, zweite Querstraße rechts, Parkhaus der PH Freiburg.

Mit dem Pkw aus Richtung Titisee-Neustadt

Anreise auf der B31 aus Richtung Titisee / Neustadt. Kurz vor Freiburg jedoch die B31 verlassen Richtung Littenweiler. Auf der Kappeler Strasse bleiben bis zur Kreuzung mit der Volksbank (rechts) und der Badischen Beamtenbank (links). Links abbiegen, die erste Straße rechts nach dem Bahnübergang ist der Kunzenweg. Nach ca. 200 m, zweite Querstraße rechts, Parkhaus der PH Freiburg.