Institut für Erziehungswissenschaft
Die Bedeutung von Phänomen(un)ähnlichkeiten für den Aufbau von konzeptuellem Verständnis im naturwissenschaftlichen Lernen der Grundschule
Kurzbeschreibung
Im Rahmen einer quasiexperimentell angelegten Unterrichtsstudie zum naturwissenschaftlichen Sachunterricht wurde untersucht, welche Bedeutung die oberflächliche Ähnlichkeit bzw. Unähnlichkeit zwischen naturwissenschaftlichen Beispielen, die auf demselben Funktionsprinzip basieren, für den Aufbau von inhaltsspezifischem Wissen bei Kindern der dritten Jahrgangsstufe hat. Forschungsbefunde zeigen, dass der explizite Vergleich von multiplen Beispielen während des Lernprozesses den Aufbau flexibler Wissensstrukturen anregen kann. Offen ist jedoch, welchen Einfluss die (Un‑)Ähnlichkeitsbeziehung zwischen den Beispielen
innerhalb dieser Vergleichsprozesse auf den Aufbau von Wissen hat. Zieht man theoretische Überlegungen und empirische Befunde heran, zeigt sich ein ambivalentes Bild: Einerseits gibt es gute Argumente für eine Auseinandersetzung mit oberflächlich ähnlichen Beispielen, andererseits jedoch auch für eine Konfrontation der Lernenden mit oberflächlich unähnlichen Beispielen.
Diese Forschungslücke wurde mittels einer Interventionsstudie aufgegriffen. Zum gewählten Interventionsgegenstand, dem Hebelgesetz, wurden vier Unterrichtssequenzen entwickelt, die sich hinsichtlich der (Un‑) Ähnlichkeitsbeziehung der Beispiele unterscheiden: Versuchsgruppe 1 setzte sich in der Interventionsphase mit oberflächlich ähnlichen Beispielen auseinander, Versuchsgruppe 2 dagegen mit oberflächlich unähnlichen. Der Ertrag für den Aufbau von Wissen zum Hebelgesetz wurde durch inhaltsspezifische Leistungstests geprüft.
Die Ergebnisse zeigen, dass es Schülern durch explizit angeregte Vergleichsprozesse zwischen unähnlichen Beispielen besser gelingen kann, inhaltsspezifisches Wissen und Verständnis zum Hebelgesetz aufzubauen als
Schülern, die ähnliche Beispiele miteinander verglichen haben. Bezogen auf mögliche ATI-Effekte lassen die Daten den Schluss zu, dass individuelle Voraussetzungen bezogen auf den Wissenszuwachs nur eine nebengeordnete Rolle spielen, wenn eine entsprechende Unterrichtsqualität vorliegt.
Das Projekt wurde nach Auslaufen der DFG-Förderung fortgeführt.
Projektbeginn
01.11.2010
Projektende
31.10.2012
Projektleitung (1)
Prof. Dr. Katrin Lohrmann
Fakultät (Projektleitung 1)
Fakultät_1
Institut (Projektleitung 1)
Institut für Erziehungswissenschaft
Projektleitung (2)
Prof. Dr. Andreas Hartinger
Fakultät (Projektleitung 2)
Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und -didaktik, Universität Augsburg
Förderung durch
DFG
Drittmittelgefördert
ja
Öffentliche oder private Drittmittelförderung
öffentlich
Förderkennzeichen
LO 1706/1-1