Willkommen beim Sprachencafé!

 

Das Sprachencafé  an der PH Freiburg 

Vielfältig und Mehrsprachig 

Jede:r ist willkommen!

 

Ihr sucht einen Ort, an dem ihr neue Leute kennenlernen und euch mit anderen in deutscher Sprache unterhalten könnt? Dann besucht das Sprachencafé der PH Freiburg! Denn hier könnt ihr euch zwanglos mit anderen austauschen und etwas über die Vielfalt der Sprachen und Kulturen an der PH Freiburg erfahren.

Das Sprachencafé ist ein Angebot der Pädagogischen Hochschule Freiburg und richtet sich an die Lernenden des INTEGRA-Projektes, internationale Studierende und alle, die Spaß daran haben, Menschen zu treffen, Neues kennenzulernen oder eigene Ideen einzubringen.

Mehr Infos findet ihr auch auf Instagram unter sprachencafé_phfreiburg

Wo und Wann?

Pädagogische Hochschule Freiburg
Kunzenweg 21 
79117 Freiburg

Montag:   16 - 17:30 Uhr online über Zoom
Mittwoch: 14.15 - 15.45 Uhr an der Pädgogischen Hochschule Freiburg, Treffpunkt am Würfel in der Mitte des Campus

Besondere Termine:

Am Mittwoch, den 01.06.22, machen wir ein kleines Fest zum Kennenlernen und treffen uns um 14 Uhr vor dem Pavillon 2 der PH Freiburg. Wir bringen Snacks und Getränke mit. Jede*r ist willkommen!

An baden-württembergischen Feiertagen findet generell kein Sprachencafé statt.

Zoom-Meeting beitreten:
ph-freiburg-de.zoom.us/j/68284815250

Meeting-ID: 682 8481 5250

Achtung: Aufgrund der Umstellung der Lehre von Online auf Präsenz an der PH Freiburg kann es in nächster Zeit immer wieder passieren, dass der Link sich verändert. Bitte speichert den Link deshalb nicht ab, sondern benutzt immer den Link hier auf der Homepage. Der Link hier ist immer aktuell. 

Weitere, aktuelle Infos findet ihr hier und auf Instagram (sprachencafé_phfreiburg)

Das Sprachencafé bietet einen Ort, an dem die Besucher*innen die Vielfalt der Kulturen und Sprachen kennenlernen und sich darüber austauschen können. Als kommunikativer Raum befördert es sprachliches und kulturelles Lernen gleichermaßen und bietet vielfältige Möglichkeiten zur Integration in das Leben auf dem Campus der Pädagogischen Hochschule. Mehrsprachigkeit wird an diesem Ort als Ressource und als Zielkompetenz betrachtet und wird explizit ausgeübt, gefordert und gefördert. 

Die Angebote des Sprachencafés sind vielfältig und werden immer wieder den Bedarfen der Besucher*innen entsprechend aktualisiert. Die Lebensumstände, die Kompetenzen und Bedarfe der Sprachlernenden aus dem INTEGRA-Projekt und der internationalen Studierenden bilden dabei den Ausgangspunkt für die Planung und Durchführung gemeinsamer Projekte.

Ausdrücklich erwünscht ist auch die Bereitschaft der Besucher*innen des Sprachencafés, das Programm aktiv mitzugestalten und sich mit ihren individuellen Kompetenzen einzubringen. 

Das Sprachencafé bietet: 

  • das Kennenlernen neuer Leute
  • Gespräche über Kulturen, Literatur, Filme und Kunst aus aller Welt
  • Gespräche über internationale Speisen und Getränke
  • Spaß, Spiele, gemeinsame Outdoor Aktivitäten wie z.B. Picknick am Campus
  • die Beratung und Betreuung auf dem Weg ins Studium

Jede, jeder, der oder die Lust auf das Treffen mit anderen hat oder sich im Sprachencafé einbringen möchte, ist herzlich willkommen. Auf der Homepage des Sprachencafé finden sich unter dem Stichpunkt Aktuelles wichtige Informationen.

Einladung zum Integra-Treffen am 01.06.22

 

Bericht über den Workshop: „Systemisches Denken und Handeln im Unterricht“  - ein Thema, das alle Lehrpersonen angeht

geleitet von Katja Schuster, organisiert im Rahmen des Integra-Projekts (finanziert vom DAAD) am 22./23.10.2021 in der PH Freiburg

Text von Marianne Schöler und Dr. Saskia Walther

„Systemisches Denken und Handeln im Unterricht“

Im Oktober 2021 wurde zum Thema „systemische Gespräche im und nach dem Unterricht“ an der Pädagogischen Hochschule Freiburg ein Workshop initiiert, um Lehrende des Deutschen als Zweit- und Fremdsprache fortzubilden. Der Workshop war im Rahmen des Integra-Projekts[1] „Integration von Geflüchteten in die Hochschule“ organisiert und wurde vom DAAD finanziert. Es zeigte sich, dass es einen großen Bedarf für dieses Thema gibt, da Lehrpersonen und anderen Mitarbeiter*innen in der Zusammenarbeit mit Menschen aus anderen kulturellen Kontexten, anderen Lerntraditionen, anderen Interaktionsformen im Unterricht oder auch in der Konfrontation mit spezifischen Problemen der Kursteilnehmer*innen manchmal das Handwerkszeug fehlt. Der nachfolgend beschriebene Workshop wurde daher zur Weiterbildung der im genannten Projekt tätigen Mitarbeiter*innen und weiterer interessierter Lehrer*innen initiiert.

„Ist der Mensch ein (relativ) autonomes Wesen und von außen nicht steuerbar und nicht instruierbar?“ Diese Frage richtete Frau Schuster gleich zu Beginn an die Teilnehmenden des Workshops. Sogleich sollten diese in Kleingruppen über die Frage diskutieren und sich auf eine eindeutige Antwort einigen. Die Diskussionen verliefen sehr angeregt, doch auf eine eindeutige Antwort konnten sich die Gruppenmitglieder nicht einigen, denn die Sichtweisen waren sehr konträr. Das „Eis“ unter den Teilnehmenden war jedoch gebrochen und damit der Grundstein gelegt für zwei Tage intensiver Auseinandersetzung mit systemischen Ansätzen und Denkweisen.

Die 13 Teilnehmenden, größtenteils Lehrende im Deutsch als Zweit- und Fremdsprache (DaZ/DaF)-Bereich näherten sich zunächst einmal systemischen Denk- und Herangehensweisen, um sie dann in Rollenspielen anhand von Fallbeispielen aus dem Kontext des Sprachunterrichts einzuüben. Die Fälle konzipierte Frau Schuster anhand von Situationen, die allen Teilnehmer*innen aus eigenen beruflichen Erfahrungen bekannt waren (z.B. Sprachkursteilnehmende kommen unregelmäßig zum Unterricht, beteiligen sich nicht, machen keine Hausaufgaben oder haben unrealistische Vorstellungen über ihr Können etc.).

Der Workshop begann mit einem kurzen Abriss über systemische Theorien. Die eingangs gestellte Frage nach der Autonomie und Beeinflussbarkeit des Menschen zielt dabei direkt in das „Herz“ systemischer Ansätze. Aus systemischer Perspektive betrachtet man den Menschen als autonom, im Sinne von selbstbestimmt, und damit als entscheidungsfähig. Ausgehend von einem humanistischen Menschenbild wird jede Person als komplexes System angesehen, in dem biologische mit psychologischen und sozialen Systemen interagieren. Dieses System wird als Autopoiesis verstanden, d.h. es erhält und gestaltet sich aus sich selbst heraus.[2] Von außen ist ein Mensch bzw. dessen System deswegen nicht steuerbar. Dementsprechend ist eine Einwirkung auf ein fremdes System nur durch ein positives „Andocken“ an dieses möglich. Grundlegend dafür ist ein empathisches Einfühlen in die Denk- und Handlungsweisen des Anderen in seinem jeweiligen sozialen Kontext mit dem Ziel, einen Perspektivwechsel zu vollziehen.

Systemische Ansätze sind per se lösungsorientiert und nicht problemzentriert. Dies impliziert eine ressourcenorientierte, positive Hinwendung zum Gegenüber. Die Grundüberlegung systemischen Denkens und Handelns lässt sich durch folgendes Bild sehr gut erfassen: Wird nur ein Teil eines Mobiles bewegt, so bewegt sich das gesamte Mobile.[3] Ähnliches gilt auch für die je individuellen Systeme; verändert sich bspw. die Sichtweise auf das soziale System des Individuums, so verändert sich das System selbst.

Die Referentin gab den Teilnehmenden im Workshop hierfür folgendes Beispiel: Die Lehrperson eines Integra-Sprachkurses hatte eine Teilnehmerin zu einem Gespräch eingeladen, da ihr aufgefallen war, dass diese Teilnehmerin in den letzten Wochen entgegen ihres bisherigen Verhaltens sehr häufig nicht am Unterricht teilnahm. Es handelte sich um eine 28-jährige Frau, die 18 Monate zuvor durch Flucht mit ihrem Mann und einer kleinen Tochter aus Syrien nach Deutschland gekommen war. In ihrer Heimat hatte sie ein Studium der Biochemie begonnen und wollte daher nun in Deutschland eine Ausbildung zur Chemielaborantin machen. Um ihre Deutschkenntnisse auf das dafür notwendige Sprachniveau zu bringen, besuchte sie mit großem Engagement und Erfolg den Sprachkurs. Doch plötzlich änderte sich ihr Verhalten. Da die Lehrperson im Gespräch bereit dazu war, die junge Frau im Kontext ihres sozialen Systems, nämlich im Kontext ihrer Familie und ihren Lebensumständen zu sehen und nicht a priori Hypothesen für mögliche Gründe des Fehlens zu bilden oder sogar Sanktionsmaßnahmen zu verhängen, war es möglich, ein offenes, vertrauensvolles Gespräch zu führen. Es stellte sich heraus, dass die Teilnehmerin nicht fehlte, weil ihr die Teilnahme am Sprachkurs nicht mehr wichtig war oder keine Freude mehr machte, sondern weil sie arbeiten musste, da ihr Mann arbeitslos geworden war. Erst durch die Bereitschaft der Lehrperson, das soziale System der jungen Frau in den Blick zu nehmen, war es möglich, gemeinsam über eine Problemlösung nachzudenken.

Die von der Leiterin dargebotenen theoretischen Grundlagen und das eingängige Beispiel dienten als Ausgangspunkt für viele praktische Übungen, in welchen die Teilnehmenden versuchten, die systemischen Ansätze in Gesprächen mit „problematischen“ Sprachkursteilnehmenden und Unterrichtssituationen anzuwenden. Es wurde beispielsweise geübt, scheinbar negative „Eigenschaften“ positiv umzudeuten. So kann ein/e Teilnehmer*in anstatt als faul auch als ressourcenschonend verstanden werden, die/der die Fähigkeit besitzt zu priorisieren, für welchen Bereich Energie und Zeit aufgewendet wird (hier stellt sich die Frage, für welche anderen Bereiche die Zeit und Energie verwendet wird). Oder ein/e Teilnehmer*in, die als frech/aufmüpfig wahrgenommen wird, kann als selbstbewusst, impulsiv und angstfrei gegenüber Autoritäten verstanden werden. Durch eine solch positive Sichtweise ändert sich bereits die Grundeinstellung in einem Gespräch, das nicht problemorientiert („Warum sind Sie so faul/unmotiviert?“), sondern lösungsorientiert geführt wird („Welche Funktion hat die Verhaltensweise „Faulheit, bzw. Ressourcenschonung“ für den/die Teilnehmende, was ist der Grund der Verhaltensweise?). Wie das obige Beispiel gut veranschaulicht, ist es besonders im Kontext des Sprachunterrichts mit Geflüchteten von zentraler Bedeutung, die komplexen und häufig sehr problematischen Lebensumstände der Teilnehmenden in systemischer Weise zu betrachten und einen ressourcenorientierten Umgang mit ihnen zu etablieren.

Zur Veranschaulichung kann ein weiteres vereinfachtes Beispiel aus dem Sprachunterricht mit Geflüchteten dienen. Eine Sprachlehrerin ärgert sich über eine Teilnehmerin, die „immer“ abwesend aus dem Fenster schaut, sich nicht am Unterricht beteiligt, aber trotz mangelnder Empfehlung an der Sprachprüfung teilnehmen möchte. Sie schließt daraus, dass die Teilnehmerin sich nicht für den Unterricht interessiert, ihr eigenes Können unrealistisch einschätzt und erlebt diese als überheblich. Aus systemischer Perspektive ist dies eine vorschnelle negative Interpretation (Desinteresse und Überheblichkeit), welche die Perspektive der Teilnehmerin und deren Gründe für ihr Handeln nicht berücksichtigt. In dem genannten Beispiel könnte durch ein systemisches Gespräch ermittelt werden, dass die Teilnehmerin nicht desinteressiert oder gar überheblich ist, sondern sich durch die Abwesenheit vor den Anforderungen des Unterrichts und einer Konfrontation mit ihren mangelnden Deutschkenntnissen, die den Prüfungsanforderungen nicht genügen, schützt. Sich dennoch für die Prüfung anzumelden, kann dem Druck geschuldet sein, ein Sprachzertifikat für bürokratische Vorgänge (z.B. Jobcenter) zu benötigen. Auch Konzentrationsstörungen oder Fehlzeiten sind häufig durch hohe Belastungen (familiäre Verpflichtungen, finanzielle Sorgen, unsichere Bleibe- und Zukunftsperspektiven und auch posttraumatischen Reaktionen auf die Fluchterfahrung etc.) bedingt und können nur durch eine Berücksichtigung der jeweiligen Kontexte gelöst werden. Offenheit für die Perspektive des Gegenübers und das selbstreflexive Abstandnehmen von eigenen Vorannahmen (wie z.B. der Unterricht wird nicht wertgeschätzt) ist die Voraussetzung für einen systemischen Umgang mit solchen Situationen.

Um diese Perspektivwechsel vorzunehmen und die Handlungsmotive des Anderen zu verstehen, wendet man bestimmte Fragetechniken an. Man beginnt mit konstruktiven W-Fragen, um ein besseres Verständnis der Person und ihren Kontext zu erhalten. So könnte man zum Beispiel die abwesende Teilnehmerin fragen, an was sie denkt, wenn sie aus dem Fenster blickt und inwiefern sie sich dann anders/besser fühlt, als wenn sie am Unterricht teilnimmt. Auch kann nach positiven Erfahrungen gefragt werden: „Gibt es Momente im Unterricht, in denen du gerne mitarbeitest? Was ist dann anders?“  Ebenso können Bedingungen thematisiert werden, die zu einer höheren Konzentration führen: „Angenommen, du würdest gerne besser mitmachen, was müsste dann im Unterricht anders sein?“.

Im Kontext des DaZ/DaF sowie in der Schule ist eine systemische Herangehensweise von grundlegender Bedeutung, da die Sprachkursteilnehmenden häufig in sehr komplexen und belastenden Lebenssituationen stehen und zudem unterschiedliche kulturelle Kontexte Missverständnisse befördern können. Der Workshop wurde wissenschaftlich von Leonard Pinheiro-Vogt, Studierender des Fachbereichs DaZ/DaF begleitet, der seine Masterarbeit mit dem Arbeitstitel: 'Systemisch-konstruktivistische Perspektiven auf Lehre und Fremdsprachendidaktik' zu diesem Thema geschrieben hat (Betreuung: G. Kniffka & S. Amorocho). In seiner Arbeit untersucht er, inwiefern sich Betrachtungsweisen und Mittel der Kommunikationsgestaltung aus der systemischen Therapie bzw. Beratung auf das Unterrichten übertragen lassen. Um sich dieser Frage auch empirisch anzunähern, befragte Herr Pinheiro-Vogt die Teilnehmer*innen vor und nach dem Workshop zu ihren Denk- und Arbeitsweisen. Die Ergebnisse der Arbeit liegen mittlerweile vor und geben erste interessante Einblicke in das Potential systemischer Ansätze.

Rückblickend lässt sich feststellen, dass der Workshop ein großer Erfolg war und sich die besprochenen und erprobten Inhalte konkret auf die Arbeit der Teilnehmenden ausgewirkt haben. So erwähnte beispielsweise ein Teilnehmer bei der Nachbesprechung: „Der Besuch des Workshops war für mich eine Bereicherung nicht nur als Lehrer, sondern auch als private Person. Perspektivenwechsel im Klassenzimmer ist ein wichtiges Thema für einen Lehrer. Ich habe in diesem Seminar viel Neues gelernt und in meinem Unterricht umgesetzt. Das Seminar ist beachtenswert.“ Eine andere Teilnehmerin erklärte: „Der Workshop bei Frau Schuster hat mir sehr dabei geholfen, durch die bei ihr erlernten Fragetechniken neue Lösungswege einzuschlagen, die mein Berufsleben bereichern. Sie helfen mir nachhaltig dabei, mit auftretenden Problemen professioneller umzugehen. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.“ Schlussendlich waren sich alle Teilnehmenden darin einig, dass „systemisches Denken und Handeln im Unterricht“ ein Thema ist, mit dem sich Lehrende intensiver beschäftigen sollten.


[1] Durch das Programm „Integra“ werden studierfähige Geflüchtete auf ein Studium an deutschen Universitäten, Hochschulen und Studienkollegs vorbereiten. Bestandteil des Programms sind Sprachkurse sowie propädeutische Fachkurse. Das Programm wird vom DAAD aus Mitteln des BMBF (Bundesministeriums für Bildung und Forschung) entwickelt. Seit Beginn der Förderlinie 2016 wird Integra, dank des kontinuierlichen Engagements von Frau Prof. Dr. Kniffka, die die Projektleitung innehat, am Institut für Deutsche Sprache und Literatur an der Pädagogischen Hochschule Freiburg umgesetzt.

[2] Vgl. Luhmann, Niklas (1987): Soziale Systeme: Grundriss einer allgemeinen Theorie. Berlin: Suhrkamp taschenbuch wissenschaft.

[3] Hardeland, Hanna (2019): Lerncoaching und Lernberatung. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, S.35.


 

Sitzung am 20.11.21

Sitzung am 15.11.21

Thema: Rezepte aus aller Welt / das Passiv

Wir haben Rezepte ausgetauscht und dabei ganz nebenbei das Passiv geübt. Hier das Ergebnis:

Sitzung am 08.11.21

Gemeinsam haben wir am Montag einen Text auf der Basis von Stichwörtern verfasst und so unsere Erzählkompetenz gefestigt. Hier der Text:

Als Jan morgens aus dem Fenster sah, traute er seinen Augen 

nicht.  In seinem Auspuff steckte ein knallroter, glänzender Apfel. „Das ist ja total ärgerlich!“, dachte Jan. Bis jetzt hatte er keine Erfahrung mit so etwas! Er überlegte, ob jemand sich einen Geburtstagsscherz erlaubt hatte. Es beneidete ihn niemand, weil er so unglücklich vor seinem Auto stand. Er war sehr erschrocken bei der Vorstellung, dass das Auto explodieren könnte. Er musste unbedingt eine neue Lösung finden. Er überlegte, wie er den Apfel entfernen konnte. Er erinnerte  sich daran, dass ein Messer helfen könnte. Deshalb holte er ein scharfes Messer aus der Küche. Als sein Nachbar ihn mit dem Messer sah, dachte der Nachbar. „Oh meine Güte, der Mann sieht total wütend aus.“ Und er fragte sich, ob er sowohl  gefährlich als auch verrückt ist. Deswegen  grüßte der Nachbar Jan nicht. Und Jan wunderte sich: „Na, ist der vielleicht schüchtern?“ an dachte nicht weiter darüber nach und entfernte den Apfel. Nachdem er nun den Apfel entfernt hatte, hatte er ein rosiges Gesicht. 

„Jetzt kann es doch noch ein schöner Geburtstag werden“, überlegte Jan. Und er bekam ein ganz rosiges Gesicht bei dem Gedanken. Und Jan dachte darüber nach, ob er nicht doch seinen Nachbarn zu seiner Geburtstagsparty einladen sollte.
 


 

Monatsrückblick und Zusammenfasungen

           


Themenwoche zur Körpersprache im September 2021

In zwei Sitzungen haben wir uns mit dem Thema „Körpersprache“ beschäftigt. Da das Café derzeit aus unterschiedlichsten Regionen Deutschlands bzw. von Menschen aus der ganzen Welt besucht wird, hatten wir einen direkten Zugang zu mehreren Perspektiven auf die Relevanz der Körpersprache. Dieser Zugang ist sehr viel wert, denn der Körpersprache wird nachgesagt, kulturell beeinflusst zu sein. Konnte diese These in unserem Café bewiesen werden?

Zunächst hielt eine Teilnehmerin, die in Italien aufgewachsen ist und aktuell auch noch dort lebt, ein kleines Referat über die italienische nonverbale Sprache. Wie sie erklärte, bedeutet „nonverbal“ bedeutet das, was nicht gesagt oder ausgesprochen wird. Sie stellte bekannte italienische Gesten vor, die die Teilnehmenden tatsächlich teilweise unterschiedlich interpretierten. Eine bekannte italienische Geste könnte man z.B. mit „Alles in Ordnung!“ in Worten ausdrücken. Eine ägyptische Teilnehmende berichtete hingegen, dass diese Geste oft von Müttern verwendet werde, wenn sie mit ihren Kindern schimpfen. Im Deutschen wiederum hat die Geste die gleiche Bedeutung wie in Italien. Ein weiteres Beispiel: In Italien und Ägypten hält man die Zeigefinger nebeneinander, wenn man ausdrücken will, dass zwei Personen sich ähnlich sind und gut befreundet sind. Das wird im Deutschen vielleicht eher durch das Überkreuzen von Zeige- und Mittelfinger symbolisiert. Andere Gesten waren insgesamt eher unbekannt; In Kasachstan ist es bspw. üblich, sich an den Hals zu schnipsen, um entweder auszudrücken: „Lasst uns etwas trinken!“ oder: „Er oder sie ist betrunken!“. Bei solchen typischen Gesten schien es also wirklich kulturelle Unterschiede in der Körpersprache zu geben. Auch diskutierten wir darüber, ob man sich in Sprachkursen oder beim Sprachenlernen mit der Körpersprache auseinandersetzen sollte. Da waren sich die Teilnehmenden nicht ganz einig – für manche war die Körpersprache extrem wichtig, für andere hatten sie eher eine untergeordnete Bedeutung.

Die nächste Sitzung zeigte dann wieder eine ganz andere Seite: Anhand von Videos von Samy Molcho, einem Experten für Körpersprache, analysierten wir die Körpersprache der zwei Personen aus dem Video und verglichen sie mit Samy Molchos Einschätzung. Obwohl Samy Molcho – natürlich – viel genauer hinschaute und sich in Details und kleinen Bewegungen viel besser auskannte, schätzten wir die echten Gefühle aufgrund der Körpersprache alle sehr ähnlich ein und erkannten dominantes Verhalten und Abneigung in gleicher Weise.

Zuletzt sahen wir uns die Mimik an und lasen dazu zwei kurze Informationstexte. Dadurch kamen wir zu dem Schluss, dass es auch in der Mimik, unabhängig von der Kultur, sehr viele Gemeinsamkeiten gibt, da immer ähnliche Muskelgruppen verwendet werden. Besonders wichtig war für uns die Augenpartie und alle Teilnehmenden stimmten der These zu, dass die Augen das Fenster zu Seele seien.

Insgesamt waren es zwei sehr interessante Sitzungen, die zeigten, dass man über ein Thema sprechen muss, um selbst zu entscheiden, ob es nun kulturbedingt ist oder nicht, denn das Thema erwies sich als weitaus universaler als zuvor möglicherweise erwartet.

Workshop am 12. und 17. Mai 2021

  • Wie fanden die Teilnehmer:innen den Workshop?

"Ich finde es sehr interessant, dass die Genderrollen in verschiedenen Ländern nicht sehr unterschiedlich sind."

"Das Thema war sehr interessant und wir haben viele neue Informationen bekommen. Ich hoffe, dass wir nochmals über solche Themen sprechen können. Ich bedanke mich dafür sehr."

"Es war wichtig, ein Thema, das schon immer tabu war, wissenschaftlich zu diskutieren."


Info-Veranstaltung am 28.06.2021

  • Wie fanden die Teilnehmer:innen die Veranstaltung?

"Die Vorstellung der Bildungsberatung war sehr nützlich, ich habe auch meinen Freunden davon erzählt. Es war auch interessant für meine Frau und meine Kinder. Ich möchte gerne einmal in die Bildungsberatung gehen, um über meine Anerkennung zu sprechen. Die Internetseiten sind aber auch gut." - Celal

"Die Veranstaltung war gut, es ist aber schade, dass es die Bildungsberatung so nicht in allen Städten gibt. Sie war auch gut, um zu wissen, dass nicht immer alles möglich ist. So verschwendet man keine Zeit." - Ayten

Buchempfehlungen der Teilnehmenden im März 2022:

"Die Weiße Rose" von Inge Scholl

Inhalt: Die »Weiße Rose« wurde zum Symbol einer Aktion, mit der einige Münchner Studenten zum Widerstand gegen die Diktatur Hitlers aufriefen. Sie bezahlten dafür mit ihrem Leben: im Februar 1943 fielen sie der Gestapo in die Hände. Die Geschwister Hans und Sophie Scholl waren unter den Hingerichteten. Inge Scholl, die Schwester, erzählt mit Hilfe von geretteten Dokumenten die Vorgeschichte und den Verlauf der Bewegung.

Quelle: https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1000392255

"Feeling good" von David Burns (nicht auf Deutsch erhältlich):

Inhalt: In dem Buch geht es, wie der Name schon sagt, um das Sich-gut-fühlen. Vorgestellt wird dazu die Methode der Bibliotherapie, die bei psychischen Krankheiten angewandt werden kann. Der amerikanische Fachmann stellt in dem Buch seine Erfahrungen mit der Methode vor.

Quelle: Teilnehmerin

Buchempfehlungen Februar 2022:

Bildquelle: https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1058094985 [27.10.21]

Ein empfehlenswertes Buch, das im Deutschland der 50er-Jahre spielt und die Themen Emanzipation, Frauenrechte und Freundschaft aufgreift. Geeignetes Niveau: ab B2

"Aufschieberitis"

Wer kennt das nicht, wichtige Dinge aufzuschieben, weil man einfach keine Lust dazu hat und denkt: "Ich habe ja noch Zeit. Später, morgen, übermorgen, nächste Woche..." Immer wieder finden wir Gründe dafür, warum wir nicht rechtzeitig mit dem Lernen für eine Prüfung, der Fertigstellung einer Präsentation oder dem schreiben einer Arbeit beginnen. Alles andere erscheint plötzlich wichtiger: das Treffen mit der Freundin, der Besuch des Fitnesscenters, das Telefonat mit dem Freund, das neue Buch lesen.... Es lassen sich immer wieder neue Gründe dafür finden, warum man ausgerecht gerade jetzt etwas NOCH WICHTIGERES zu tun hat. Das Fachwort für ein solches Verhalten heißt Prokrastination. Aber was kann man nun gegen diese Aufschieberitis tun? 

Folgende Strategien können helfen, wichtige Dinge, wie z.B: für eine Prüfung lernen, rechtzeitig zu beginnen: 

  • aufschreiben, wann man Zeit zum Lernen, und wann zur freien Verfügung hat
  • notieren, welche Aufgaben bis wann erledigt werden müssen
  • für die Prüfungsvorbereitung einen "Stundenplan" machen und genau aufschreiben, wann, wo und wie man lernen möchte und sich auch daran halten
  • Handy, Telefon, Internet während des Lernens, der Prüfungsvorbereitung oder der Erledigung von Aufgaben ausschalten, bzw. beiseite legen
  • eine Lerngruppe gründen
  • sich nicht ärgern, wenn man doch mal wieder die "Aufschieberitis"  hatte, sondern sich immer wieder von Neuem an seinen Plänen orientieren.

All das kann helfen, die "Aufschieberitis" zu bewältigen, was jedoch nicht bedeutet, dass man immer alles schafft, was man sich vorgenommen hat. Aber, das ist auch gar nicht schlimm, denn es ist immer noch besser, die Aufgaben begonnen zu haben, als die gar nicht oder zum letztmöglichen Zeitpunkt zu erledigen. Wichtig ist vor allem die Regelmäßigkeit, mit der wir lernen und die frühzeitige Vorbereitung von Präsentationen oder Prüfungen.


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