5. Tag der Didaktik der romanischen Schulsprachen am 02.07.18

Mehrsprachigkeitsdidaktik in den Regelunterricht integrieren – Ein Fortbildungstag für Französisch-, Spanisch- und Italienisch-Lehrkräfte aller Schularten

In diesem Jahr veranstalten wir zum 5. Mal den Tag der Didaktik; diesjähriges Thema sind Best practice-Modelle zur Mehrsprachigkeit in der Schule. Wir möchten gemeinsam mit Lehrkräften (Primarstufe, Sek.I/ Sek. II) Möglichkeiten erarbeiten, Mehrsprachigkeitskompetenz (GER, Bildungsplan) im Regelunterricht zu fördern.
Die fremdsprachendidaktische Forschung hat theoretische Ansätze entwickelt (Interkomprehension, Tertiärsprachendidaktik und Sprachenbewusstheit, Translanguaging), die es nun in der Unterrichtspraxis umzusetzen gilt. Der Tag bietet Ihnen nach einem Impulsvortrag von Prof. Daniel Reimann (Universität Duisburg-Essen) Einblick in Praxisbeispiele, die Lehrkräfte für ihren Regelunterricht entwickelt haben. Außerdem haben Sie in zwei Workshops und in einem World-Café Gelegenheit, die erwähnten theoretischen Ansätze unter Anleitung auf Ihre konkrete Unterrichtspraxis zu beziehen. Das Programm hierzu finden Sie hier.


Lehrerbildung im Zeitalter der Digitalisierung

‟El vínculo entre nosotros es la didáctica”: Didaktik verbindet

Freiburger Dozierende der Romanistik bilden sich in Madrid fort

Im Rahmen des Kooperationsnetzwerkes FACE fand vom 18. bis 22.09.2017 für Dozierende der Romanistik eine Fortbildung an der Universidad Nebrija (Madrid) statt. Die durch Erasmus+ geförderte Maßnahme richtete sich an Lektorinnen der spanischen Sprache der Universität sowie an Mitarbeiterinnen der PH, die sich aufgrund der Umstrukturierungen in der Lehramtsausbildung seit einiger Zeit intensiv mit der Fachdidaktik der romanischen Schulsprachen beschäftigen. Neben der Erasmus+ Förderung wurde die Maßnahme vom Institut für Romanistik der PH sowie vom Romanischen Seminar der Universität finanziert.

Schon im Mai dieses Jahres hatte das Institut für Romanistik der PH eine Fortbildungsveranstaltung für die Fremdsprachenlektor*innen der beiden Freiburger Hochschulen organisiert. Themen, wie Handlungsorientierung in der sprachpraktischen Ausbildung angehender Fremdsprachenlehrer*innen, heterogene Studierendengruppen und Mehrsprachigkeitsdidaktik standen dabei im Fokus. Diskussionsbedarf bestand jedoch weit über diesen Tag hinaus.
Um diese Inhalte intensiv und auf die universitäre Fremdsprachenlehre ausgerichtet erarbeiten zu können, initiierte Eva Nelz, Doktorandin im Promotionskolleg CURIOUS von FACE, die fachdidaktische Fortbildung an der Universidad Nebrija und gestaltete, unter der Leitung von Prof. Dr. Isabelle Mordellet-Roggenbuck, den inhaltlichen Rahmen.

Mit einem vierstündigen Workshop zum Thema „Mehrsprachigkeit“, den die Dekanin der „Facultad de Lenguas y Educación“ der Universidad Nebrija, Prof. Dr. Susana Martín Leralta, leitete, wurde der Fokus der Fortbildungswoche erneut auf dieses weite Themenfeld gelegt, das im Kontext von lernpsychologischen sowie didaktischen Erkenntnissen sowohl ein wünschenswertes Ziel als auch eine Gegebenheit des fremdsprachlichen Unterrichts ist. Durch eine Vielzahl von Gelegenheiten zur Diskussion und Reflexion hatten die Teilnehmerinnen immer wieder die Möglichkeit, Workshopinhalte direkt auf die eigenen Sprachkurse an der Hochschule zu übertragen. Verschiedene Sichtweisen zu Hürden und Schwierigkeiten auf Seiten der Studierenden wurden offengelegt und die Rolle des Dozierenden diskutiert: Besonders angesichts der Tatsache, dass die Mehrheit der Studierenden des Romanischen Seminars der Universität Freiburg die spanische Sprache für das Lehramt am Gymnasium lernt, wurde deutlich: „Wir sind das ‘Modell’ für die Studierenden. Das ist eine riesige Verantwortung.“ (Anna Subarroca Admetlla)
An einem der Vormittage konnten die Fortbildungsteilnehmerinnen zudem in Sprachkursen des Spanischen als Fremdsprache hospitieren: Trinidad Manchado, die bereits seit 30 Jahren in der universitären Fremdsprachenlehre tätig ist, berichtete: „Dort sah ich mal als unbeteiligter Zuschauer, wie der Dozent in der Praxis als „Navegante Entre Culturas“ agiert“, also stets zwischen seiner eigenen und der Kultur der Studierenden „navigieren“ muss.
Weitere Themen der Workshops waren u. a. Lernerautonomie, Digitale Medien in der Hochschullehre und Grammatikvermittlung.

In einer von den beiden Organisatorinnen Eva Nelz und Isabelle Mordellet-Roggenbuck geführten Gruppendiskussion zum Ende der Fortbildung wurde schließlich auch die Relevanz der Maßnahme für die Arbeit der Lektorinnen in der neuen Studienstruktur besprochen sowie die Wahrnehmung möglicher Synergieeffekte aus der Kooperation der beiden Hochschulen. Nadya Viascan-Bauer merkte dabei an: „Seit 13 Jahren gebe ich mittlerweile Spanischkurse an der Uni. In den gemeinsamen Fortbildungen wurde ich davon überzeugt, dass der Fokus mehr auf Handlungs- und Professionsorientierung liegen muss.“
Und in der Tat gibt es den einen sprachpraktischen Unterricht für alle Studiengänge nicht. Um neue Wege für die universitäre Sprachpraxis zu finden, soll auch im kommenden Jahr die Fachdidaktik als Bindeglied zwischen den Romanist*innen der beiden Hochschulen fungieren: ‟El vínculo entre nosotros es la didáctica”, merkte Trinidad Manchado abschließend passend an – Didaktik verbindet.

Tag der Französisch-Didaktik 2017

Der nunmehr vierte Tag der Französisch-Didaktik fand am 3. Juli 2017 an der PH Freiburg statt, organisiert von Eva Nelz, Dr. Chrystèle Schielein und Dr. Markus Raith, veranstaltet im Rahmen der Professur von Frau Mordellet-Roggenbuck.
Der diesjährige Studientag hatte die Sprachproduktion im Kontext interkultureller Handlungsfähigkeit zum Thema und beschäftigte sich mit der Frage, ob diese eine Chance für den Unterricht der romanischen Sprachen sein könnte. Denn mit der Betonung der kommunikativen Fertigkeiten im Fremdsprachenunterricht nehmen die Sprachhandlungen, die die Lernenden ausführen, eine immer wichtigere Rolle ein. Beim Sprechen und Schreiben in der Fremdsprache bewegen sich die Schülerinnen und Schüler in der zielsprachigen langue-culture, benötigen also interkulturelle Handlungsfähigkeit. Wie die beiden Konzepte Sprachproduktion und interkulturelles Lernen vereint werden können, war Thema des Tages der Französisch-Didaktik, bei dem – wie auch in den vergangenen Jahren – Referentinnen und Referenten aus Schule, Hochschule und vom Studienseminar Freiburg ihre Überlegungen vorstellten.
Erweitert wurde das Programm dieses Jahr um die Perspektive auf andere romanische Sprachen, namentlich auf das Spanische und Italienische. Diese Erweiterung ist auch im Kontext der Forschungsschwerpunkte zu Mehrsprachigkeit und Mehrkulturalität des Instituts für Romanistik verankert, das verschiedene romanische Sprachen in den Blick nimmt.
Zudem konnte als Gastvortragende für die key note Dr. Laura Uribe von der Universität Paris 3/Sorbonne Nouvelle gewonnen werden und das Centre Culturel Francais (Freiburg) war mit einem Informationsstand vertreten. Abgeschlossen wurde der Tag in guter französischer Tradition mit einem Apéro.