Forschung

Die Abteilung Frühe Bildung beschäftigt sich aktuell in der Forschung  mit den kognitiven und sozial-kognitiven Fähigkeiten von Kindergartenkindern sowie weitergehend von Schülern und Erwachsenen. Schwerpunktmäßig erforschen wir die Entwicklung und Förderung des kritischen, wissenschaftlichen Denkens sowie die fortgeschrittene Theory of Mind und ihre Einflüsse auf soziale Fähigkeiten und Beziehungen.

So verstehen wir unter dem wissenschaftlichen Denken und Handeln, im Englischen "scientific reasoning",  eine zentrale Schlüsselkomponente in modernen Gesellschaften, die für die Aneignung neuen Wissens essentiell ist. Die empirische Forschung ging lange Zeit davon aus, dass junge Kinder über nur sehr begrenzte Fähigkeiten in diesem wichtigen Bereich verfügen (Kuhn, 1997). Neuere Ergebnisse von internationalen Kollegen und von uns zeigen jedoch, dass selbst junge Grundschüler zentrale Aspekte, wie z.B. ein Verständnis der Logik des Testens (Sodian et al., 2002) und des Experimentierens (Toth, Klahr, & Chen, 2000) oder der Interpretation von Daten (Koerber, Sodian, Thoermer, & Nett, 2005) erwerben können oder bereits über diese verfügen (für einen Überblick siehe Zimmerman, 2007). Wir konnten zudem zeigen, dass wichtige Vorläufer bereits im Kindergarten identifizierbar sind.

In unserem Projekt zur fortgeschrittenen Theory of Mind untersuchen wir die Fähigkeit von Kindern, sich in andere hineinzuversetzen, ihre Gedanken und Gefühle nachzuvollziehen und soziale Konventionen zu verstehen. Diese wichtigen Fähigkeiten untersuchen wir in der Grundschule, im Kindergarten sowie in dem besonders wichtigen Bereich des Übergangs vom Kindergarten in die Grundschule. Unsere Forschung auf diesem Gebiet soll helfen, die Entwicklung von sozialen Kompetenzen besser zu verstehen und Impulse für ihre Förderung zu geben.

Bei all unseren Projekten ist es uns wichtig, dass unsere Studien altersgerecht sind und eine Teilnahme den Kindern Spaß macht. Gleichzeitig legen wir größten Wert darauf, dass unsere Forschung hohe methodische Ansprüche erfüllt. Aus diesem Grund setzen wir verschiedene Untersuchungsformate (Interviews, Handpuppenspiele, schriftliche Gruppentests) ein und erheben umfangreich in großen Stichproben, die eine tiefgreifende Analyse der Daten (u.a. Strukturgleichungsmodelle, IRT Modelle) erlaubt.

Hier finden Sie die Abstracts der letzten beiden veröffentlichten Artikel.