zdf berichtet über Forschung an der PH Freiburg zu neuen Unterrichtskonzepten

In der Sendung "Leschs Kosmos - Schule der Zukunft" stellt das zdf unter dem Titel "Neue Formen des Lernens" Forschung von Jun.-Prof. Dr. Katharina Loibl vor. Im Fokus steht ein Unterrichtskonzept bei dem die Schülerinnen und Schüler eigenständig Herangehensweisen und Lösungen entwickeln und diskutieren. Erst anschließend wird im Unterricht aufbauend auf den Schülerprodukten das Zielkonzept erarbeitet. Trotz der Irrwege und Fehler der Schülerinnen und Schüler lernen sie mehr als die Schülerinnen und Schüler, die im gleichen Zeitumfang Frontalunterricht erhalten. Dieser Ansatz ist international unter der Bezeichnung PS-I (problem solving before instruction) bekannt. Der Beitrag stellt in 5 Minuten das Instruktionsdesign und die Forschung zu diesem Unterrichtskonzept vor:
https://www.zdf.de/wissen/leschs-kosmos/lernen-fuer-die-zukunft-100.html
(Abspielzeit: 21:23 | 26:44).

Weiterführende Forschung zu dem Thema läuft an der PH Freiburg aktuell im Rahmen eines DFG-Netzwerks, einem aktuell bewilligten DFG-Projekt und wird auch im Rahmen des FuN-Kolleg Di.ge.LL aufgegriffen.


Zur Information: zdf-Text (im Video aus dem Off)
Ein Forscherteam untersucht den Lernerfolg bei verschiedenen Lehrmethoden. In einer Studie wird der Frontalunterricht mit einem alternativen Lehrkonzept verglichen. Während die eine Gruppe ganz klassisch das Rechenprinzip vom Lehrer erklärt bekommt, hat die Alternativgruppe aus dem Unterricht noch keine theoretische Grundlage dafür. Man diskutiert die möglichen Herangehensweisen und testet immer neue Rechenwege - ohne befriedigendes Ergebnis.
Den Forscher interessiert, wie die Alternativgruppe trotz der gedanklichen Umwege und Fehler im Vergleich zu der Gruppe abschneidet, die das Rechenprinzip im Frontalunterricht gelernt hat. Beide Gruppen haben bis zum abschließenden Test gleich viel Zeit zur Verfügung, sie lernen nur auf unterschiedlichen Wegen. Das Testergebnis überrascht: Sowohl bei Verständnis- als auch Transferaufgaben schneidet die Alternativgruppe besser ab. Für die Forschenden ist klar: Die Auseinandersetzung mit Irrwegen und Fehlern spielt eine entscheidende Rolle für den Lernerfolg. Und die Diskussion darüber schafft mehr Verständnis für das gesamte Problemfeld.
Gehirnforscher kennen die Gründe dafür: Bei der "selbstständigen" Suche nach Lösungen sind viele Bereiche des Gehirns aktiv und vielfältige Verknüpfungen werden genutzt. Ist der Lösungsweg bereits bekannt, sind weniger Bereiche am Bearbeiten der Fragestellung beteiligt. Wenn Schülerinnen und Schüler also selbst nach Lösungen suchen und viel in der Gruppe diskutieren, fördert das die Flexibilität des Denkens jedes Einzelnen. So entwickeln sie Strategien, mit denen sie an neue Aufgaben herangehen können.
Diese Erkenntnisse sollten Konsequenzen haben und bei der technischen Ausstattung, der Digitalisierung und selbst bei der Architektur der Klassenzimmer eine maßgebliche Rolle spielen, damit die Schule der Zukunft auch wirklich den Lernerfolg steigert.