„TANDEM – Transitionsprozesse von Menschen mit sog. Geistiger Behinderung aktiv und nachhaltig durch einrichtungsübergreifende Maßnahmen gestalten“

Projektverantwortliche

Prof. Dr. Jan M. Stegkemper (PH Freiburg, Kontakt)

Prof. Dr. Christoph Ratz (JMU Würzburg)

Projektbeteiligte

Dr. Dominika Baumann (JMU Würzburg)

Timothy Spatschek (JMU Würzburg)

Praxispartner

Franziskus-Schule Starnberg
(Schule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung)

IWL-Werkstätten für behinderte Menschen gGmbH  
(Standort Machtlfing, Werkstätte und Förderstätte)

Ausgangslage

Der Übergang von der Schule in den nachschulischen Lebensbereich ist eine zentrale Transition. Bei Menschen mit sog. geistiger Behinderung sind an diesem Übergang oft unterschiedliche Institutionen, Professionen und Bezugspersonen beteiligt. Berichte aus der Praxis sowie erste vorliegende Forschungsergebnisse legen nahe, dass sich an institutionellen Übergängen besondere Herausforderungen ergeben können – insbesondere in Entwicklungsbereichen des Verhaltens, (Unterstützter) Kommunikation und dem Bereich der Pflege. Als Grund hierfür ist anzunehmen, dass Informationen oft unvollständig, gar nicht oder missverstanden weitergegeben oder aufgegriffen werden, so dass aus Sicht der betroffenen Personen und ihres Umfelds etablierte Unterstützungsstrukturen von jetzt auf gleich wegfallen können. Eine engere Verzahnung zwischen abgebenden und aufnehmenden Einrichtungen würde vor diesem Hintergrund dazu beitragen, Übergänge für die betroffenen Personen förderlicher zu gestalten.

Projektziele

Das Projekt TANDEM ist auf Initiative zweier regional nahegelegener Einrichtungen zustande gekommen, der Franziskus-Schule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung in Starnberg und den IWL-Werkstätten bzw. -Förderstätten in Machtlfing. Im Projekt TANDEM zielen die beiden Praxispartner unterstützt durch die wissenschaftliche Begleitung darauf ab, Übergänge von der Schule in die nachschulische Institution durch gemeinsame institutionelle Organisationsentwicklung und pädagogisches Handeln enger zu verzahnen. 

Dazu wird im Rahmen einer qualitativen Aktionsforschung zunächst gemeinsam mit den Praxispartnern der Status quo der Übergangsgestaltung zwischen den Einrichtungen bestimmt. Im Anschluss werden über 2–3 Übergangszeitpunkte hinweg gemeinsam Handlungsmöglichkeiten zu einer optimierten Übergangsgestaltung identifiziert, diskutiert, implementiert, umgesetzt und evaluiert. Dieser Prozess soll dazu beitragen, Chancen und Herausforderungen für Menschen mit sog. geistiger Behinderung an institutionellen Übergängen besser zu verstehen und im konkreten Einzelfall der beiden Einrichtungen institutionsübergreifende Versorgungsstrukturen konkret zu verbessern. Zudem sollen die Projektergebnisse Modellcharakter für ähnliche und inklusive Entwicklungsprozesse anderer Einrichtungen entfalten.

Projektbausteine & Methodisches Vorgehen

Es handelt sich um eine qualitative Aktionsforschung, bei der in einem zyklisch-iterativen Forschungsprozess zwei bis drei Übergangszeitpunkte begleitet werden. Die Datenerhebung erfolgt durch Dokumentenanalysen und begleitende Audiotagebuch-Einträge mit relevanten Stakeholdern in beiden Institutionen:

  • Die Dokumentenanalyse findet vornehmlich zu Beginn der Datengewinnung statt und zielt auf eine Bestandsaufnahme einrichtungsbezogener und -übergreifender Übergangskonzepte, pädagogischer Leitfäden, Übergabeformulare, Förderplanraster etc.
  • Mit den Audiotagebüchern werden im Prozess zu wiederkehrenden Zeitpunkten individuelle Praxiserfahrungen und Perspektiven unterschiedlicher Leitungs-, Lehr-, Fach- und Begleitkräfte erfasst.

Die Auswertung erfolgt im Rahmen der qualitativen Aktionsforschung zunächst ad-hoc inhaltsanalytisch: Es werden zusammenfassende Auswertungen erstellt, mit den Praxispartnern geteilt und gemeinsam diskutiert, um darauf aufbauend in den Einrichtungen Handlungsstrategien zur Verbesserung der Übergangsgestaltung zu entwickeln und umzusetzen. Dieses Vorgehen findet wiederkehrend, über 2–3 Übergangszeitpunkte statt.

Zum Ende des Projekts werden die gewonnenen Daten und der Prozess, der sich auf ihre initiale ad-hoc-Auswertung hin entfaltete, tiefergehend analysiert. Dazu wird qualitativ-rekonstruktiv vorgegangen, angelehnt an die konstruktivistische Grounded Theory (Charmaz, 2014), präzisiert durch Codiertechniken nach Saldaña (2013).

Projektzeitraum

2025–2026 (optional bis 2027)

Finanzierung

Eigenmittel PH Freiburg + JMU Würzburg