Zum 01.08.2020 geht das Promotionskolleg DaF/DaZ "Vom fachsensiblen Sprachunterricht zum sprachsensiblen Fachunterricht", ein gemeinsames Projekt der sechs baden-württembergischen Pädagogischen Hochschulen, in die zweite Förderphase. "Die Pädagogischen Hochschulen leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Ausbildung von Lehrkräften. Mit der weiteren Förderung des Promotionskollegs "Deutsch als Fremdsprache / Deutsch als Zweitsprache" wollen wir das Lehramtsstudium mit Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses sprachlich professionalisern", sagte Wirtschaftsministerin Theresia Bauer.

Lag dér bisherige Schwerpunkt auf der Beforschung von Unterricht in Vorbereitungsklassen, so soll künftig die Ausbildung von Lehrkräften in den Blick genommen werden. Sieben abgeordnete Lehrkräfte an den Pädagogischen Hochschulen Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd und Weingarten beforschen in Einzelprojekten, die komplementäre und als einander ergänzend zu verstehen sind, Professionalisierungsmaßnahmen im Bereich der sprachlichen Bildung während des Studiums. Dabei sollen Ausbildungsmodule und Fortbildungsbausteine (zum Beispiel in Form von Lehrvideos und Handreichungen für den Einsatz im E-Learning an den beteiligten Hochschulen) im Bereich der sprachlichen Bildung im Fach erstellt werden.

Bildungs- und fachsprachliche Kompetenzen sind in allen Fächern gefordert und müssen im Unterricht der einzelnen Fächer gezielt auf- und ausgebaut werden. Auf diese anspruchsvolle Aufgabe sollten künftige FachlehrerInnen bereits im Studium vorbereitet werden.

Die fachbezogene sprachliche Bildung ist bislang nicht systematisch in der fachdidaktischen Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern verankert. An diesem Punkt setzen die einzelnen Forschungsvorhaben an: Ein Ziel ist es, sich mit Professionalisierungswegen auseinanderzusetzen, Konzepte dazu zu entwickeln und zu erproben.

In der ersten Förderphase lag der Fokus des Forschungsinteresses auf den Gelingensbedingungen für eine erfolgreiche Bildungsbeteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Deutsch als Zweitsprache, die über keine hinreichenden Kompetenzen in bildungs- und fachsprachlichen Registern verfügen. So wurde in zwei Projekten das sprachliche und fachliche Lernen in der Vorbereitungsklasse untersucht, in drei weiteren Projekten stand das (fach-)sprachliche Handeln im naturwissenschaftlichen Unterricht im Zentrum des Forschungsinteresses, zwei Projekte hatten Migrationsmehrsprachigkeit im Fokus. Die Teilprojekte der zweiten Förderphase schließen an die Ergebnisse aus dem Promotionskolleg DaF/DaZ I an. Während in Freiburg, Karlsruhe und Schwäbisch Gmünd in Kooperation mit verschiedenen Fachdidaktiken Module entwickelt werden, in denen die professionele Unterrichtswahrnehmung angehender Lehrkräfte im Hinblick aif sprachliche Herausforderungen im Fach gefördert werden soll, ist in Ludwigsburg eine summative Evaluation der Wirksamkeit von bereits bestehenden Lehrkooperationen des Faches Deutsch mit anderen Fachdidaktiken geplant. Die in Heidelberg und Weingarten angesiedelten Projekte haben ihren Forschungsschwerpunkt in der Ausbildung Studierender im Integrativen Semesterpraktikum (ISP), in dem Vermittlungseinheiten und Trainings zur Diagnose- und Förderkompetenz u. a. mittels Videoanalyse auf ihre Auswirkungen im Handeln der Studierenden untersucht werden. Schwerpunkt der künftigen Arbeit ist der Ausbau der Kooperation mit den Fachdidaktiken unter der Perspektive der fachlichen Sprachbildung und dem Einbezug von Mehrsprachigkeit im Unterricht.

Beteiligte am Promotionskolleg

Jochen Balzer Promovend an der PH Freiburg

Prof.in Dr. Christine Bescherer PH Ludwigsburg

Prof.in Dr. Petra Gretsch PH Freiburg

Prof.in Dr. Inga Harren PH Heidelberg

Prof.in Dr. Nazli Hodaie PH Schwäbisch Gmünd

Prof.in Dr. Zeynep Kalkavan-Aydin PH Freiburg

Prof.in Dr. Iris Kleinbub PH Ludwigsburg

Prof.in Dr. Gabriele Kniffka PH Freiburg

Tobias Litz Promovend an der PH Karlsruhe

Prof.in Dr. Cordula Löffler PH Weingarten

Prof.in Dr. Birgit Neuer PH Karlsruhe

Prof. Dr. Christian Rietz PH Heidelberg

Prof.in Dr. Heidi Rösch PH Karlsruhe

Elena Schliecker Promovendin an der PH Heidelberg

Jun.-Prof. Dr. Martin Schwichow PH Freiburg

Markus Sterk Promovend an der PH Freiburg

Lisa Treiber Promovendin an der PH Schwäbisch Gmünd

Petra Vins Promovendin an der PH Ludwigsburg

Jun.-Prof.in Dr. Nadja Wulff PH Freiburg

Teilprojekte

„Lehrkräfteprofessionalisierung durch Implementierung von Sprachbildungselementen in Sachfächer (LISa)“ – Eine Evaluation von Kooperationsseminaren zum sprachsensiblen Fachunterricht

Betreuung: Prof.in Dr. Iris Kleinbub ; Prof.in Dr. Christine Bescherer   

 

Gute Beherrschung der Instruktionssprache gilt als ein zentraler Zugangsschlüssel zu Bildung. Auch Fachlehrkräfte sollten sich daher bereits im Studium mit sprachlichen Grundlagen des Lernens auseinandersetzen, um mithilfe durchgängiger Sprachbildung und -förderung die fachlichen Lernprozesse ihrer zukünftigen SchülerInnen besser begleiten zu können (u.a. Cummins, 2013; Gogolin, Gomolla, & Lange, 2011; Schmölzer-Eibinger et al., 2013).

An der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg werden von Hochschullehrenden aus der Fachdidaktik und der Sprachdidaktik Deutsch fachdidaktische Seminare interdisziplinär ausgebracht, in die sprachdidaktische Elemente implementiert sind (Projekt „Deutsch als Zweitsprache für alle Fächer“, gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, https://www.ph-ludwigsburg.de/hochschule/einrichtungen/sprachdidaktisches-zentrum/deutsch-als-zweitsprache/deutsch-als-zweitsprache-fuer-alle-faecher). 

Im Rahmen des Ludwigsburger Teilprojekts LISa wird die Wirksamkeit der in diese Kooperationsseminare integrierten sprachdidaktischen Elemente evaluiert, um Hinweise auf lernwirksame Entwicklungsmöglichkeiten zu erhalten. Erhoben wird, inwiefern die implementierten sprachdidaktischen Grundlagen die Kompetenzen der teilnehmenden Studierenden bzgl. eines sprachsensiblen Fachunterrichts fördern – kognitiv als Wissen  im Sinne einer Sprach(differenz)bewusstheit (u.a. Wildemann, 2013) und reflektierten Variationskompetenz und affektiv-motivational als entsprechende beliefs (u.a. Blömeke, Gustafsson, & Shavelson, 2015).

Das Vorhaben basiert auf dem im DaZKom-Projekt entwickelten Modell, das die Kompetenzen definiert, die für einen sprachsensiblen Fachunterricht benötigt werden und bereits im Studium erworben werden können (u.a. Ehmke et al., 2018; Köker et al. 2015, 184). Gearbeitet wird mit Mixed Methods und einem Prä-Post-Design mit Kontrollgruppen. Die beliefs werden quantitativ mit Fragebogen erhoben, das sprachdidaktische Wissen  mit einem Mixed Methods-Wissenstest und qualitativ mit Audio-Podcasts Studierender (vgl. Bescherer, & Papadopoulou-Tzaki, 2020).

 

Literatur

Bescherer, C., & Papadopoulou-Tzaki, P. (2020). Sprachbewusstheit von Mathematiklehrkräften. Entwicklung eines Konstrukts und Vorschlag für ein Erfassungsinstrument. In M. Beck, L. Billion, M. Fetzer, M. Huth, V. Möller, & A.-M. Vogler (Hrsg.), Multiperspektivische Analysen von Lehr- Lernprozessen. Mathematikdidaktische, multimodale, digitale und konzeptionelle Ansätze (155 - 166). Münster: Waxmann.

Blömeke, S., Gustafsson, J. - E., & Shavelson, R. J. (2015). Beyond dichotomies: Competence viewed as a contiuum. Zeitschrift für Psychologie, 223 (1), 3 - 13.

Cummins, J. (2013). Immigrant students‘ academic achievement: Understanding the intersections between research, theory and policy. In I. Gogolin, I. Lange, U. Michel, & H. H. Reich (Hrsg.), Herausforderung Bildungssprache – und wie man sie meistert (19 - 41). Münster: Waxmann.

Ehmke, T., Hammer, S., Köker, A., Ohm, U., & Koch-Priewe, B. (Hrsg.). (2018). Professionelle Kompetenzen angehender Lehrkräfte im Bereich Deutsch als Zweitsprache. Münster: Waxmann.

Gogolin, I., Gomolla, M., & Lange, I. (2011). Bildungssprache und Durchgängige Sprachbildung. In S. Fürstenau, & M. Gomolla (Hrsg.), Migration und schulischer Wandel. Mehrsprachigkeit (107 - 127). Wiesbaden: VS.

Köker, A., Rosenbrock, S., Ohm, U., Ehmke, T., Hammer, S., Koch-Priewe, B. et al. (2015). DaZKom – Ein Modell von Lehrerkompetenz im Bereich Deutsch als Zweitsprache. In B. Koch-Priewe, A. Köker, J. Seifried, & E. Wuttke (Hrsg.), Kompetenzerwerb an Hochschulen: Modellierung und Messung. Zur Professionalisierung angehender Lehrerinnen und Lehrer sowie frühpädagogischer Fachkräfte (189 – 220). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Schmölzer-Eibinger, S., Dorner, M., Langer, E., & Helten-Pacher, M.-R. (2013). Sprachförderung im Fachunterricht in sprachlich heterogenen Klassen. Stuttgart: Fillibach bei Klett.

Wildemann, A. (2013). Sprache(n) thematisieren - Sprachbewusstheit fördern. In S. Gailberger, & F. Wietzke (Hrsg.), Handbuch kompetenzorientierter Deutschunterricht (321 - 338). Weinheim:

Im Praktikum unterrichtliches LehrerInnenhandeln professionalisieren: sprachliche Entwicklung unterstützen lernen (ImPuLsE)

Betreuung: Prof.in Dr. Inga Harren; Prof. Dr. Christian Rietz

Flexibles und auf Lernende adaptiertes interaktionales Scaffolding (vgl. u.a. Gibbons 2015; Wood et al. 1976) gilt als wirksames Mittel für die sprachliche Unterstützung und Förderung gerade auch in unterrichtlichen Kontexten, in denen fachliches und sprachliches Lernen miteinander verbunden werden. Interaktionale Unterstützungsverfahren, die auf Formulierprozesse sowie sprachliches Lernen abzielen, wurden konversationsanalytisch für unterschiedliche unterrichtliche Settings untersucht, so z.B. für den Biologieunterricht in der Sekundarstufe (Harren 2015) sowie für sprachsensible internationale Vorbereitungsklassen mit zugewanderten Kindern und Jugendlichen (Willmann i. Vorb.). Über verschiedenen Settings hinweg wurden dabei (erstaunlich) vergleichbare lehrerInnenseitige interaktionale Verfahren zur Arbeit an Sprache identifiziert. Entsprechende Erkenntnisse haben bisher aber kaum Einzug gefunden in die Lehrkräfteausbildung.

Ausgehend von bisherigen gesprächsanalytischen Forschungsergebnissen sowie bestehenden Konzepten gesprächsanalytisch fundierter Trainings (vgl. u.a. Fiehler 2001; Stokoe 2014) soll im Rahmen des Projekts ein konversationsanalytisch basiertes Interaktionstraining für (angehende) Lehrkräfte mit dem gemeinsamen Fach Biologie entwickelt und untersucht werden, um wichtige Erkenntnisse für ein entsprechendes Professionalisierungskonzept zu gewinnen. Leitend ist dabei die Fragestellung, ob und wie die ProbandInnen Trainingsinhalte in ihrem Unterricht realisieren und welchen Einfluss hierbei die Berufserfahrung spielen könnte. Die Auswertung erfolgt primär konversationsanalytisch (vgl. u.a. Sacks et al. 1974; einführend u.a. Birkner et al. 2020). Die konversationsanalytischen Auswertungen sollen angereichert werden, u.a. durch die minimalinvasive Erhebung physiologischer Indikatoren für Erregung (z.B. Herzfrequenz, Hautwiderstand) mittels Wearable, die Aufschluss über die Handlungsbelastung im Stundenverlauf geben könnten, um explorativ Zusammenhänge zwischen trainierten interaktionalen Verfahren, Interaktionsgeschehen und Erregung zu identifizieren.

Referenzen

Birkner, Karin; Auer, Peter; Bauer, Angelika; Kotthoff, Helga (2020): Einführung in die Konversationsanalyse. Berlin: de Gruyter (de-Gruyter-Studienbuch).

Fiehler, Reinhard (2001): Gesprächsanalyse und Kommunikationstraining. In: Klaus Brinker, Gerd Antos, Wolfgang Heinemann und Sven F. Sager (Hg.): Text- und Gesprächslinguistik. Ein internationales Handbuch zeitgenössischer Forschung. 2. Halbband (Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft 16/2). Berlin, New York: de Gruyter, S. 1697–1710.

Gibbons, Pauline (2015): Scaffolding Language - Scaffolding Learning. Teaching Second Language Learners in the Mainstream Classroom. Second edition. Portsmouth, NH: Heinemann.

Harren, Inga (2015): Fachliche Inhalte sprachlich ausdrücken lernen. Sprachliche Hürden und interaktive Vermittlungsverfahren im naturwissenschaftlichen Unterrichtsgespräch in der Mittel- und Oberstufe. Mannheim: Verlag für Gesprächsforschung.

Sacks, Harvey; Schegloff, Emanuel A.; Jefferson, Gail (1974): A Simplest Systematics for the Organization of Turn-Taking for Conversation. In: Language (Volume 50, Issue 4, Part 1), S. 696–735.

Stokoe, Elizabeth (2014): The Conversation Analytic Role-play Method (CARM): A Method for Training Communication Skills as an Alternative to Simulated Role-play. In: Research on Language and Social Interaction 47 (3), S. 255–265. DOI: 10.1080/08351813.2014.925663.

Willmann, Markus (i. Vorb.): Microscaffolding in Vorbereitungsklassen - Gesprächsanalytische Untersuchung interaktiver Verfahren im Schnittfeld von Sprache, Fach und Lehrwerk. Dissertation an der Pädagogischen Hochschule Freiburg.

Wood, D.; Bruner, J. S.; Ross, G. (1976): The role of tutoring in problem solving. In: Journal of child psychology and psychiatry, and allied disciplines 17 (2), S. 89–100. DOI: 10.1111/j.1469-7610.1976.tb00381.x.

Literarische Mehrsprachigkeit als Konzept im Studium der Fachdidaktik Deutsch

Betreuung: Prof.in Dr. Nazli Hodaie (PH Schwäbisch Gmünd); Prof.in Dr. Heidi Rösch (PH Karlsruhe)

Obwohl Deutschland faktisch längst ein mehrsprachiges Land ist, wird dieses gesellschaftliche Faktum in der Bildungspolitik nicht ausreichend eingebunden. Die Begegnung mit und die Einbeziehung von migrationsbedingten, (mitgebrachten) (National-)Sprachen kommen innerhalb des bildungsinstitutionellen Rahmens nach wie vor in additiver Darstellung zum Ausdruck (Hodaie 2020). Die reale Vielsprachigkeit im Sinne einer heteroglossischen Diversität findet bislang noch kaum Einzug in die Schule (Busch 2017, Tracy 2014). Würde Mehrsprachigkeit jedoch in diesem Verständnis als ein sprachliches Repertoires (Busch 2017) eines jeden Sprechenden wahrgenommen, so würde sie als Normalfall anerkannt. Sprachliche Hierarchisierungen (Hodaie & Raml 2019), welche oftmals an DaZ-Lernende gebunden sind (Tracy 2014), werden dadurch in Frage gestellt.

Auch in literarischen Werken manifestiert sich dieses Sprachrepertoire – z.B. in Figurenreden, Figurenkonstellation, Zitaten etc. (Dembeck & Parr 2017). Dadurch ist Mehrsprachigkeit seit jeher als ein genuin literarisches Phänomen einzuordnen. Doch im Kontext des Faches Deutsch – so auch in der Lehrer_innenbildung – wird dies nicht ausreichend reflektiert. Dieses Desiderats möchte sich das Forschungsprojekt annehmen und die Wahrnehmung literarischer Mehrsprachigkeit von Studierenden der Fachdidaktik Deutsch untersuchen.

Innerhalb der Studie sollen die Einstellungen der Studierenden durch leitfadengestützte qualitative Interviews untersucht werden. Die Überführung des Konzepts literarischer Mehrsprachigkeit soll basierend auf von Studierenden geplanten Lehr-Lern-Entwürfen in Gruppendiskussionen ausgehandelt und durch Videoanalysen ausgewertet werden. Ziel ist es zu prüfen, inwiefern Studierende der Fachdidaktik Deutsch imstande sind, literarische Mehrsprachigkeit jenseits sprachideologisch motivierter, binärer Wahrnehmungsmuster als genuin literaturwissenschaftliches und somit literaturdidaktisch relevantes Konzept zu erfassen. Weiterhin soll untersucht werden, wie die Studierenden den literarästhetischen Stellenwert der Mehrsprachigkeit in der Gestaltung einschlägiger literarischer Werke deuten und in geplante Lehr-Lern-Entwürfe überführen.

Literatur

Busch, B. (2017). Mehrsprachigkeit (2. Aufl.). UTB Sprachwissenschaft: Bd. 3774. facultas.

Dembeck, T. & Parr, R. (Hg.). (2017). Literatur und Mehrsprachigkeit: Ein Handbuch. Narr Francke Attempto.

Dirim, I., Eder, U. & Springsits, B. (2013). Subjektivierungskritischer Umgang mit Literatur im migrationsbedingt multilingual-multikulturellen Klassen der Sekundarstufe. In I. Gawlitzek         & B. Kümmerling-Meibauer (Hg.), Mehrsprachigkeit und Kinderliteratur (S. 121–142).    Fillibach bei Klett.

Hodaie, N. (2020). Mehrsprachigkeit und Schule neu denken – Schulische Mehrsprachigkeit im superdiversen Raum. In Rektorat der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe (Hg.), Dialog. Bildungsjournal der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, 7(1) (S.34–38). Druckhaus Karlsruhe – Druck + Verlag.

Hodaie, N. & Raml, M. (2019). Von ‚Sprachverfall‘ und Sprachwandel: Zum Panel MehrSpracheN als Varietäten des Deutschen. In A. Ballis & N. Hodaie (Hg.), DaZ-              Forschung [DaZ-For]: Bd. 16. Perspektiven auf Mehrsprachigkeit: Individuum - Bildung - Gesellschaft (S. 99–112). De Gruyter Mouton.

Riehl, C. M. (2015). Mehrsprachigkeit: Eine Einführung. WBG – Wissenschaftliche Buchgesellschaft.

Rösch, H. (2013). Mehrsprachigkeit und Deutschdidaktik – eine kritisch-historische Auseinandersetzung. In A. Wildemann & M. Hoodgarzadeh (Hg.), Ide-extra:Band 20. Sprachen und Identitäten (S. 25–37). StudienVerlag.

Rösch, H. (2017). Deutschunterricht in der Migrationsgesellschaft: Eine Einführung. J.B. Metzler Verlag.

Tracy, R. (2014). Mehrsprachigkeit: Vom Störfall zum Glücksfall. In M. Krifka, J.              Błaszczak, A. Leßmöllmann, A. Meinunger, B. Stiebels, R. Tracy & H.Truckenbrodt (Hg.), Das mehrsprachige Klassenzimmer: Über die Muttersprachen unserer Schüler (S. 13–34). Springer VS.

Fotorealistische Bilder in Schulbüchern der Geographie als didaktisches Instrument für fachliches und sprachliches Lernen - Rezeption durch Lernende in heterogenen Gruppen

Ein Beitrag zur Professionalisierung in der Lehramtsausbildung

Betreuung: Prof.in Dr. Heidi Rösch

Bilder gehören zu den am häufigsten verwendeten Medien in Schulbüchern der Geographie. Bis dato liegt jedoch weder eine einheitliche Definition dieses Mediums vor, noch gibt es eine umfassende Empirie hinsichtlich des Bildeinsatzes in der Geographie und ihre Didaktik.

Erst in jüngster Zeit haben sich Studien intensiver dem Thema Bild zugewendet und mit Themen wie der Blickbewegung, der Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und geographiespezifischer Fähigkeiten und Fertigkeiten auseinandergesetzt. Vernachlässigt wurden jedoch die Fragen wie Bilder von Lernenden versprachlicht werden, welche Schwierigkeiten dabei auftreten, welche Hilfen das sprachliche und fachliche Lernen unterstützen und wie in diesem Kontext Visual Literacy angebahnt werden kann.

Das angestrebte Forschungsprojekt nähert sich diesen Fragestellungen zunächst im Rahmen einer explorativen Vorstudie zur Erfassung von sprachlichen Realsierungen von Lernenden an. Erwartet werden deutlich erkennbare Unterschiede in der Versprachlichung, aber auch hinsichtlich des Erkennens von Fachlichem in Bildern. Die mittels qualitativer Inhaltsanalyse gewonnenen Ergebnisse der Vorstudie fließen in einem weiteren Schritt in ein Modul zur Professionalisierung von Studierenden ein. Mit dem Ziel Studierende an eine Visual Literacy-sensible sowie sprachsensible Unterrichtsplanung heranzuführen, wird in einem ersten Schritt eine theoretische Grundlage gelegt. Daran anschließende Übungen dienen einer ersten Verknüpfung von Wissen und Anwendung. Im Zuge des Integrierten Semesterpraktikum (ISP) sollen die durchlaufenen Übungen in der Praxis angewendet, vertiefend verknüpft und reflektiert sowie validiert werden.

Schulbuchtexte und Geographieunterricht − (Fach-)sprachliche Merkmale, Verstehenshürden und Vermittlungshilfen

Ein Beitrag zur Professionalisierung der Lehramtsausbildung

Betreuung: Prof.in Dr. Gabriele Kniffka; Prof.in Dr. Petra Gretsch; Prof.in Dr. Birgit Neuer

Lehrkräfte des Fachs Geographie sind laut Bildungsplan gefordert, neben den fachlichen auch sprachliche Inhalte zu vermitteln, d.h. im Rahmen ihres Fachunterrichts einen Beitrag zur sprachlichen Bildung der Schüler*innen zu leisten. Ohne (fach-)sprachliche Kompetenz ist es den Schüler*innen nicht möglich, fachliche Inhalte angemessen auszudrücken oder fachliche Inhalte aus Schulbuchtexten zu entnehmen. Schulbuchtexte im Fach Geographie weisen ihrerseits bestimmte sprachliche Merkmale auf, die auf Schüler*innenseite zu Verstehenshürden führen können. Welche genau das sind, ist bislang nicht hinreichend erforscht.

Die Vermittlung sprachlicher Kompetenzen ist zurzeit noch nicht Teil der Ausbildung von Lehrer*innen des Faches Geographie. Übergeordnetes Ziel dieses Promotionsvorhabens ist es daher, eine Lehr-/Lerneinheit zu entwickeln, deren Qualifikationsziele darin bestehen, den Student*innen die für das das sprachsensible Unterrichten notwendigen Kenntnisse und Kompetenzen zu vermitteln. Zuvor sollen in einer Vorstudie sprachliche Merkmale von Schulbuchtexten des Faches Geographie analysiert und auf Verstehenshürden hin untersucht werden.

Videobasierte Erfassung und Förderung der professionellen Wahrnehmung sprachsensibler Lernunterstützung in berufsbildenden Lehramtsstudiengängen

Betreuung: Prof.in Dr. Zeynep Kalkavan-Aydin; Jun.Prof. Dr. Martin Schwichow

Stark heterogene Deutschkenntnisse unter Schüler*innen werden zunehmend zum Problem. Das zeigt sich besonders an weiterführenden Schulen und beim Übergang von Schule zu Beruf. Schulleistungs-tests unter Jugendlichen mit Migrationshintergrund haben ergeben, dass diese oft nicht an kognitiven, sondern an sprachlichen Anforderungen scheitern. Hier ist die sprachliche Kompetenz von Lehrkräften und deren Sensibilität im Hinblick auf die Wahrnehmung sprachlicher Schwierigkeiten besonders gefordert. Studierende und Lehrende, speziell in berufsbildenden Fachbereichen, zeigen großes Interesse an praxisorientierterer Aus- und Weiterbildung. Auf Basis erster Studien haben sich deutliche Hinweise darauf ergeben, dass das fallbasierte Reflektieren von Unterricht mithilfe von videografierten Unterrichtsmitschnitten mit Analyseaufgaben (so genannte Videovignetten) ein wirksames Mittel zur Verknüpfung von Theorie und Praxis in der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften sein kann.

Dieses Projekt zielt darauf ab, durch die Entwicklung und Evaluation eines videobasierten Testverfahrens, neue Erkenntnisse über Förderungsbedarfe für Elemente des sprachsensiblen Fachunterrichts in der beruflichen Lehrer*innenbildung zu gewinnen. Auf dieser Basis sollen Lehrveranstaltungen für angehende Berufsschullehrkräfte entwickelt werden.  Damit soll, integriert in Hochschulcurricula, die Fähigkeit künftiger beruflicher Lehrkräfte systematisch weiterentwickelt werden, lernrelevante Situationen im Unterricht professionell zu beobachten, zu interpretieren und eigene Unterrichtshandlungen abzuleiten. Dabei können Videovignetten in aufbereiteter Form eine sinnvolle Ergänzung zum Unterrichtsmaterial bilden.

Die Wirksamkeit des Kompetenzgewinns durch derartige Lehrveranstaltungen werden im Rahmen einer Interventionsstudie ermittelt. Durch die Erkenntnisse des Promotionsprojekts ließen sich die Voraussetzungen schaffen, einen vielversprechenden Baustein zur Förderung horizontaler Kohärenz in Bezug auf die Verknüpfung von unterrichtlicher Theorie und Praxis in die Curricula beruflicher Studiengänge zu integrieren.

Leitung & Koordination

Name, (Titel) Vorname Telefon E-Mail Adresse/Raum Einrichtung
Wulff, Jun.-Prof. Dr. Nadja+49 761 682-235nadja.wulff(at)ph-freiburg.de Turnhalle, Raum 105
Kniffka, Prof. Dr. Gabriele+49 761 682-479gabriele.kniffka(at)ph-freiburg.de KG 4, 119