Florian Weitkämper, 23, studiert Grundschullehramt an der PH Freiburg

 

 

Sebastian Siebrecht (links im Bild), 24, macht derzeit sein Anerkennungsjahr an einer Grund- und Werkrealschule / Benjamin Schneider, 25, schließt derzeit ebenfalls seine Ausbildung als Grundschullehrer an einer Grund- und Werkrealschule ab

Ich werde Grundschullehrer weil...

(drei angehende Grundschullehrer im Interview)

 

Interview mit Florian (Student)...

  • Warum möchtest Du Lehrer werden?

Florian:

Kinder sind unsere Zukunft , man kann sie noch prägen. Es macht mir Spaß, mich mit Problemen auf einer abstrakten Ebene zu beschäftigen und sie so runterzubrechen, dass Kinder sie verstehen können.

Mir ist ganzheitliche Bildung wichtig. Nehmen wir zum Beispiel das Thema Wie reagiere ich auf Gewalt?, da ist Charakterformung sehr wichtig. Die Frage ist Wie kann ich mich anders verhalten?, Welche Möglichkeiten habe ich, außer mit Gegengewalt zu reagieren? Bildung spielt dabei eine zentrale Rolle und das möchte ich stark machen!

  • Und wenn Du jetzt ganz egoistisch denkst: Was macht den Lehrerberuf auch sonst angenehm für Dich?

Florian:

Ich finde es gut, dass man sich die Arbeitszeit größtenteils selbst einteilen kann. Vor allem in den Schulferien, da bleibt auch Zeit zum Reisen und andere Länder kennenzulernen. Und auch im Schulalltag kann man Zeit mit der Familie verbringen, kann oft den halben Tag von zu Hause aus arbeiten. Ich möchte meine Kinder aufwachsen sehen und kann mir vorstellen, vielleicht auch eine Auszeit für’s Kind zu nehmen. Der Beruf bietet einiges an Freiheit, obwohl er streng, straff, und bürokratisch daherkommt!

»» Interview mit Florian anhören (MP3-Datei, ca. 20 Minuten)

 

Interview mit Sebastian u. Benjamin (Referendare)...

  • Warum werdet Ihr Grundschullehrer? Was waren bisher so Eure Top-Erlebnisse in der Ausbildung als Lehrer?

Sebastian:

Wenn Du morgens mal null Bock hast und in die Klasse kommst, kannst Du komplett abschalten, kannst alle privaten Sorgen und was einen sonst so beschäftigt draußen lassen. Dank der Kinder! Sie geben einem sehr viel, wenn  man es zulässt.

Ein Pluspunkt für den Beruf ist auch die Freiheit in der Ausübung! Es sind fast keine Grenzen in der Ausführung gesetzt! Wie man etwas vermittelt, bleibt zu einem großen Teil der eigenen Planung und Kreativität überlassen.

Ben:

Kinder sind einfach ehrlich, sie machen dir nichts vor. Das ist etwas Besonderes. Es gibt da eine Anekdote aus meinem bisherigen Schulalltag als Lehrer: Man kommt morgens an, steigt aus dem Auto aus und die Kinder springen Dich an, freuen sich, Dich zu sehen! Man merkt, dass man wichtig ist für Kinder, dass kann nicht jeder von sich behaupten, dass er in seinem Beruf für so viele Menschen prägend sein kann. Und das macht den Beruf schon auch zu etwas Besonderen.

  • Habt ihr ein Fach oder ein Hobby, das ihr im Beruf weiterleben und für das ihr die Begeisterung weitergeben wollt?

Sebastian:

Ich kann mich für Natur und Naturphänomene begeistern. Und es macht mir Spaß, Kindern zu zeigen, wie man sich Dinge erklären und die Welt ein Stück weit verstehen kann. Etwas weiter zu vermitteln, für das ich mich selbst interessiere, fällt mir einfach. Da muss ich mich nicht anstrengen oder schauspielern, das kommt von ganz alleine.

Ben:

Ich habe Deutsch und Sport studiert und unterrichte das jetzt auch - beides Aspekte die in meinem privaten Leben auch eine große Rolle für mich spielen: Literatur und Sport! Lesen ist wichtig, Geschichten hören und selber schreiben ist sehr bereichernd, das will ich auch an die Kinder weitergeben. Gerade im Sportunterricht gibt es kaum Vorgaben heutzutage, man kann sich als Lehrer viel einfallen lassen, um Kinder für Bewegung zu begeistern.

Wenn man nicht gerade Profisportler ist, wird es schwierig, das Hobby zum Beruf zu machen. Im Lehramt ist auch das ein Stück weit möglich.

»» Interview mit Ben und Sebastian anhören (MP3-Datei, ca. 28 Minuten)

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Reportagen: Lehramtsstudentinnen und -studenten sowie Lehrerinnen und Lehrern berichten von ihren Lebens- und Karrierewegen.