Wirkungsfelder von Wissenschaftlerinnen an der Pädagogischen Hochschule Freiburg


Einen Schwerpunkt der Pädagogischen Hochschule stellt die Ausbildung von Lehrkräften in den unterschiedlichen Fächern dar. Neben einer wissenschaftlichen Expertise sind fachdidaktische Kenntnisse im jeweiligen Fach unerlässlich, wenn Hochschullehrende die semestralen Praktika betreuen, die in den Schulen Freiburgs durchgeführt werden. Uns interessiert in diesem Projekt zunächst die Frage, wie sich die Berufskarriere von Wissenschaftlerinnen unterschiedlicher Herkunftsmilieus gestaltet hat, auf welche Weise sie Chancen genutzt und Hindernisse gemeistert haben. Des Weiteren ist interessant zu erfahren, inwiefern ihr Engagement in der Aus- und Weiterbildung von pädagogischen Lehr- und Fachkräften, in kooperativen Schul- und Wissenschaftsprojekten mit Kindern und Jugendlichen die Bildungslandschaft Freiburgs prägt(e).

Die Ergebnisse des Teilprojekts wurden als Radiobeitrag für das PH-Radio 88,4 produziert und sind nun abrufbar.

RADIOBEITRAG JETZT ANHÖREN!!!

Die zum Projekt beitragenden PH-Wissenschaftlerinnen sind:

 

Katja Maaß

Professorin für Mathematik und ihre Didaktik, Direktorin des International Centre for Stem Education (ICSE)

Katja Maaß kommt ursprünglich aus Kassel und hat in Göttingen Mathematik, Biologie und Informatik im gymnasialen Lehramt studiert und nach ihrem Referendariat zehn Jahre lang als Lehrerin an verschiedenen Schulen gearbeitet. Sie promovierte neben ihrer Lehrtätigkeit und ist mittlerweile Professorin für Mathematik und ihre Didaktik an der PH Freiburg. Außerdem ist sie die Direktorin des International Centre for STEM Education (ICSE).

Ihr Arbeitsschwerpunkt ist „die Durchführung von Forschung im MINT-Bereich, insbesondere Mathematik, die relevant für die Praxis ist. Mir liegt sehr viel am Praxistransfer, weil ich es wichtig finde, dass die Schulen von der Forschung profitieren. Das heißt zu fragen, wie effektiv sind gewisse Unterrichtsansätze und diese dann, auch basierend auf der Forschung, zu Unterrichts- und Fortbildungsmaterialen zu für Lehrende zu entwickeln sowie Ausbildungskonzeptionen zu erstellen.“ Mit dieser Arbeit wirkt sie nach Freiburg hinein und darüber hinaus. In der Region Freiburg kooperiert sie mit Schulbehörden, Schulen, Seminaren, Vereinen und Unternehmen, um Schulen in ihrer Arbeit zu unterstützen. International kooperiert sie im ICSE Konsortium sehr eng mit 15 Hochschulen in Europa, alles mit dem Ziel, zu einer Entwicklung des MINT-Unterrichts beizutragen.

ICSE bietet Unterrichtsmaterialien, Fortbildungen für Lehrer*innen und Workshops für Schüler*innen an (http://icse.ph-freiburg.de).

 

Monika Löffler

akademische Mitarbeiterin, Leiterin des PH-Radios „PH 88,4“

Monika Löffler ist in Furtwangen aufgewachsen. Nach dem Realschulabschluss absolvierte sie eine Ausbildung zur Dokumentationsassistentin beim Südwestfunk. Im Anschluss holte sie das Abitur nach und studierte als alleinerziehende Mutter an der PH Freiburg Diplompädagogik mit dem Schwer-punkt Kommunikationswissenschaften. Aktuell leitet Frau Löffler das PH-Radio auf 88,4 MHz, welches sie mit ins Leben gerufen hat.

„Ich beschäftige mich viel mit Demokratieprozessen, Medienbildung, Digitalisierung, ja und das relativ breit. Das ist so mein persönliches Forschungsinteresse. Das Arbeitsfeld hier an der Hochschule beschäftigt sich mit Audio im Schwerpunkt, also fachübergreifend. Es geht uns schon darum zu lernen, wenn ich bei einem Forschungsprojekt etwas produziere, entsprechende Entscheidungen treffen zu können. Das macht jeder Journalist und jede Journalistin. Der Anspruch auf Neutralität und Objektivität, der zeigt sich dann in der Eigenproduktion, wenn ich Entscheidungen treffen muss.

Monika Löffler arbeitet eng mit Freiburger Schulen und Institutionen zusammen. Für ihr Engagement in der Lehre erhielt sie 2015 den Landeslehrpreis Baden-Württemberg.

 

Katja Scharenberg

Juniorprofessorin für Inklusion und Heterogenität, Leitung der Forschungsgruppe Inklusion (FINK)

Katja Scharenberg ist in Moers geboren. Sie hat 2007 ihren Magister in Soziologie an der Universität zu Köln erhalten und 2011 ihre Promotion am Institut für Schulentwicklungsforschung an der TU Dortmund abgeschlossen, an der sie bis 2012 gearbeitet hat. Von 2013 bis 2014 war sie Senior Researcher an der Universität Basel und von 2014 bis 2015 ebenfalls Senior Researcher an der Universität Bern. 2015 hatte sie eine Juniorprofessur für Soziologie an der PH Weingarten inne, bevor sie 2016 an der PH Freiburg die Juniorprofessur für Inklusion und Heterogenität antrat.

Sie arbeitet dabei eng mit Schulen in Freiburg und im Umland zusammen: „Ich schaue, wie sind Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf integriert ins Klassenzimmer oder in inklusive Klassen? Wie kann das gelingen? Von welchen Bedingungen hängt das ab? Welche Rolle spielt zum Beispiel die Zusammensetzung der Schüler*innenschaft und fühlen sich alle Schülerinnen und Schüler gleichermaßen integriert oder gibt es da Unterschiede und wenn ja, lassen die sich abbilden? Wir schauen auch nach den Kontextfaktoren, also wie sieht die Situation in den jeweiligen Schulklassen aus? Welche Rolle spielt die Lehrkraft? Wo stehen die Schulen aktuell, die gerade dabei sind, Inklusion umzusetzen? Wo gelingt das?“


Ingelore Oomen-Welke

Professorin für deutsche Sprache und Sprachdidaktik (im Ruhestand)

„Schwerpunkte meiner Arbeit waren Sprachen und Sprachdidaktik, insbesondere Deutsch als Zweitsprache, aber auch die Förderung der lernenden jungen Persönlichkeiten, die Nachwuchsförderung sowie die Zusammenarbeit über Grenzen und sogar Kontinente. Die Strukturen, die für solche Arbeit nötig sind, versuchte ich mitzugestalten. Ich selbst habe ab 1973 im Raum Stuttgart Klassen gesehen, in denen Kinder aus Mittelmeerländern ganz hinten saßen, von der Klasse separiert und nicht beteiligt oder die wegen ihres Namens lächerlich gemacht wurden. An der nötigen Veränderung wollte ich mitarbeiten. Ich habe es als meine wichtigste Aufgabe begriffen für das Sprachenlernen eingewanderter Kinder zu arbeiten.“

Prof. Dr. Ingelore Oomen-Welke hat durch ihre Forschung und Lehrtätigkeit dazu beigetragen ein didaktisches Bewusstsein für Deutsch als Zweitsprache entstehen zu lassen. Sie wirkte damit in und weit über Freiburg hinaus. Unter anderem hierfür hat sie das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen.

Michaela Oettle

akademische Mitarbeiterin (Postdoc) im Projekt FACE-Freiburg: Koordination des Teilprojekts Professionelle Lerngemeinschaften

Michaela Oettle ist gebürtige Freiburgerin. Nach dem Abitur schloss sie das Diplomstudium Physik an der Albert-Ludwigs-Universität ab und war ab 2015 als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Technischen Universität Dresden im Projekt „Netzwerk Teilchenwelt“ mit Standort am Europäischen Kernforschungsinstitut CERN in Genf tätig. Ihre Arbeitsfelder dort umfassten die Planung und Durchführung von Workshops für Lehrer*innen und Schüler*innen. 2016 wurde sie Akademische Mitarbeiterin an der PH Freiburg. Aktuell steht Frau Oettle kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion zum Thema Fachwissens-modellierung in der Teilchenphysik. Sie besetzt zurzeit eine Postdoc-Stelle im FACE Projekt (Freiburg Advanced Center of Education) und ist Koordinatorin im Teilprojekt ‚Professionelle Lerngemeinschaften‘.

„Professionelle Lerngemeinschaft meint in unserem Fall die Zusammenarbeit zwischen Hochschulforschenden und Lehrkräften. Unsere Lerngemeinschaften beschäftigen sich in der Regel mit schulischen Entwicklungsthemen. In diesem Schuljahr habe ich eine neue professionelle Lerngemeinschaft gegründet. Es geht dabei vor allem darum, wie man Experimentieranleitungen für den inklusiven Physikunterricht so gestalten kann, dass sie möglichst barrierefrei sind, also in jederlei Hinsicht, auch sprachlich, so dass alle Kinder Zugang zum Experimentieren und damit auch zu einer naturwissenschaftlichen Grundbildung erhalten. Dadurch erhoffe ich mir natürlich, dass mehr Kinder Zugang und Spaß am Experimentieren haben. Andernfalls ist unsere Arbeit eigentlich umsonst, wenn sie nicht in der Schule ankommt.“