Informationen und Materialien zur gendersensiblen Pädagogik

Gender- und Diversitykompetenz gilt als wesentlicher Bestandteil der Professionalisierung in der Lehrer_innenaus- und Weiterbildung wie im gesamten Bildungssektor. In der Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule Freiburg sollen deshalb Gender- und Diversitythemen vermehrt einfließen. Die Stabsstelle Gleichstellung ist am Prozess der Professionalisierung der Lehramtsausbildung beteiligt und steht mit verschiedenen Maßnahmen in engen Kontakt mit den Schulpraktischen Studien, dem Prorektorat Lehre und vor allem mit den verschiedenen Fächern.

Auf dieser Seite finden Hochschuldozierende, Bildungsakteure, Lehrer_innen und Studierende Informationen, Literatur und Lehr-/ Lernmaterialien zur gendersensiblen Pädagogik.

für Dozierende und Lehrbeauftragte: Beschreibung und Lehr-/Lernmaterialien zur Durchführung eines interdisziplinären Genderseminars

Modell-Lehrveranstaltung „Mädchen mögen Deutsch – Jungen können Mathe? Interdisziplinäre Sichtweisen auf Genderaspekte in der Schule"

Hinweis: Die folgenden Materialien und Hinweise verstehen sich als Anregung für Dozierende zur Durchführung ähnlicher Lehrveranstaltungen. Von Mitarbeiter_innen unserer Hochschule selbst verfasste Abstracts, Seminarabläufe ...etc. unterliegen den gängigen Copyright-Rechten. Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung: genderkompetenz(atnospam)ph-freiburg.de

Hintergrund zum Seminar: Das Seminar „Mädchen mögen Deutsch – Jungen können Mathe? Interdisziplinäre Sichtweisen auf Genderaspekte in der Schule" wurde im Rahmen des MWK-Projekts "Professionelle Genderkompetenz" (Okt. 2011 - Sept. 2014) in Zusammenarbeit der Stabsstelle Gleichstellung und den Fächern Mathematik, Deutsch und Erziehungswissenschaften an der PH Freiburg konzipiert und im WS S2013/14 pilothaft durchgeführt. Es diente der Eprobung neuer Lehrkonzepte zur Vermittlung von Gender- und Diversitywissen im Rahmen der Projektziele. 

Das Seminar wurde im Fach Erziehungswissenschaften als prüfungsrelevante Veranstaltung mit der Möglichkeit zum Erwerb von ETCS-Punkten für max. 20 Lehramtsstudierende aller Schularten (Modulphase 2, ab 3. Semester) als Blockveranstaltung angeboten.

Seminarkonzept und Erfahrungswerte:

Im Seminar wurden Lernarrangements erprobt die zum Erwerb von Genderkompetenz in der Lehramtsausbildung hilfreich sein können. So hatten die beteiligten Studierenden im Rahmen des Seminars die Möglichkeit, über ihre Geschlechtervorstellungen offen zu sprechen, Fragen zu formulieren, die sie zu Gender und Schule beschäftigen, (Selbst)- Beobachtungen in einem Lerntagebuch zu dokumentieren und sich mit gendertheoretischen Wissen auseinanderzusetzen. Gerade das freie Erzählen aus eigenen Erfahrungen heraus wurde für die teilnehmenden Studierenden zentral. Im Rückblick zeigte sich, dass hier ein „Erzähl-Raum“ geschaffen wurde, indem durch Artikulieren von subjektiven Erzählungen Selbstreflexion und de-konstruktivistisches Denken stattfinden konnte.

Ein weiteres zentrales Element des Seminars stellte die „ethnographische“ Beobachtung von Interaktionen im Unterricht dar. Im erziehungswissenschaftlichen Teil des Seminars wurden die Studierenden theoretisch in die Prinzipien „ethnographischer“ Beobachtung eingeführt, um die Haltung des ethnografischen „fremden Blicks“ zu praktizieren und im Schulalltag in der Rolle eines/einer Beobachters/in zu üben. Mit Unterstützung von Genderleitfragen begaben sich die Studierenden auf eine Beobachtungsreise, um Interaktionen von Schüler/innen und Lehrkraft oder Schüler/innen untereinander zu beobachten. Die Beobachtungen wurden in einem Beobachtungsprotokoll verschriftlicht und dienten den letzten beiden Abschlusssitzungen als Gegenstand der Analyse und Reflexion. Gemeinsam mit Lehrenden und Studierenden wurde aus einer Distanz heraus, der „fremde Blick“ auf die verschriftlichten (Gender-)Konstruktionen gerichtet, um eigene Denkkategorien sichtbar werden zu lassen. „Diese Eigenbeobachtung war meine wertvollste Erkenntnis, die ich bei dieser Hospitation gewonnen habe. Ich habe bemerkt, dass ich trotz der intensiven Aufklärung über die Vorbelastung durch Rollenbilder nicht frei von Vorurteilen war und habe sogar gezielt nach Indizien gesucht, die diese bestätigen“ (Auszug aus den Beobachtungsnotizen einer Studentin, SS 2014).

Eine Antwort auf die Frage, welches Denken und Handeln Studierende brauchen, um sich in einem diversitätsreichem Umfeld wie der Schule zurechtzufinden lautet: Sie brauchen ein breites akademisches Wissen jenseits der Klassenzimmererfahrung, um eine „Kultur der Distanz“ aufzubauen. Normative Vorstellungen sollten hinterfragt, Erfahrungswissen von Diversität & Geschlecht mit wissenschaftlichem Wissen verwoben werden, um (und) de-konstruktivistisches und selbstreflexives Denken zu ermöglichen.

Im Einüben eines „fremden Blicks“ auf Selbstverständliches und in der Herstellung von „Fremdheit“ können Lernprozesse angestoßen, ein Umgang mit Geschlechterfragen gewagt und eine forschende Haltung bei Studierenden gefördert werden (vgl. auch Breidenstein 2012). Eine ethnografische Haltung unterstützt professionelles Lehrer/innenhandeln, denn, so Peter Alheit: „…die pädagogische Wirklichkeit [ist nicht] etwas ‚Stabiles‘ und ‚Konstantes‘ (…), auf das man sich sozusagen technisch vorbereiten [kann]“ (Alheit 2001: S. 10-16).

Interdisziplinarität: Eine besondere Chance, um Lehramtsstudierende für das Thema Gender zu interessieren, ist es, verschiedene Praxisbezüge für den Schulalltag herzustellen. Dies gelang durch die Zusammenarbeit der Fächer Erziehungswissenschaften, Mathe und Deutsch. Neben gendertheoretischen Grundlagen aus bildungswissenschaftlicher Perspektive fand eine anschauliche und praxisrelevante Einführung in die geschlechterreflektierte Fachdidaktik statt. Dabei konnte reflektiert werden, inwiefern das soziale Geschlecht auch in die Fächer an sich eingeschrieben ist und welches Bild von Mathematik im Unterricht vermittelt wird. Im Fach Deutsch kam die Filmarbeit besonders gut an bei den Teilnehmer_innen. Die Medien werden als wesentliche Sozialisationsinstanz gesehen und es ist eine gute Möglichkeit, über mediale Inhalte mit Studierenden und Schüler_innen beispielsweise zu gesellschaftlich tradierten Geschlechterrollen ins Gespräch zu kommen.

Ein weiterer Vorteil der Interdisziplinarität zur Realisierung einer solchen zusätzlichen Lehrveranstaltung, besteht in der Ressourcen-Schonung, denn die Dozierenden führten nur die Einführungs- und Abschlusssitzungen gemeinsam durch und konnten sich die fachbezogenen Seminarsitzungen aufteilen.


 Materialien:

Evaluation:

Schlaglichter aus den Seminaren:

 

 

für Studierende/ Lehrkräfte: Beobachtungsfragen zum Einsatz in der Schule (z.B. Professionalisierungspraktikum)

Materialien zum Einsatz in Schulpraktika und Begleitseminaren

Zur Reflexion von Konstruktionsprozessen im Unterricht, haben wir Beobachtungsleitfragen für die schulpraktischen Studien in Bezug auf die soziale Kategorie Geschlecht erstellt. Die Beobachtungsfragen können von Studierenden im Integrierten Semesterpraktikum (ISP) oder im Professionalisierungspraktikum (PP) eingesetzt werden. Seit SS 2013 sind die Beobachtungsfragen auch im Anhang des Handbuchs für das Integrierte Semesterpraktikum (ISP) zu finden. Zur Reflexion und Besprechung der Beobachtungen eignen sich im ISP insbesondere die bildungswissenschaftlichen Praktika-Begleitseminare an der PH, für das PP kann eine passende Forschungsfrage erstellt und eine geeignete Betreuungsperson unter den Dozierenden gesucht werden. Gerne stehen wir Studierenden und Dozierenden bei der Stabsstelle Gleichstellung für Rückfragen zur Verfügung: Kontakt.

Die Beobachtungsleitfragen sind auch für Lehrkräfte interessant, um Unterricht hinsichtlich der Kategorie Geschlecht zu reflektieren und sich für das Thema Gender zu sensibilisieren.

Als wissenschaftliche Grundlage empfehlen wir vor dem Einsatz der Beobachtungsleitfragen die Lektüre der Texte, die unten im Anschluss an die Beobachtungsfragen verlinkt sind.

Jürgen Budde: Wie Lehrkräfte Geschlecht (mit)machen - doing gender als schulischer Aushandlungsprozess. In: Jösting,S./ Seemann, M. (Hrsg.): Gender und Schule. Geschlechterverhältnisse in Theorie und schulischer Praxis. Oldenburg 2006.

Hannelore Faulstich-Wieland: Doing Gender: Konstruktivistische Beiträge. In: Glaser,E./Klika,D./Prengel,A. (Hrsg.): Handbuch Gender und Erziehungswissenschaft. Kempten 2004.

Heike de Boer: Der Blick auf sich selbst. In: de Boer, H./ Reh,S. (Hrsg.): Beobachtung in der Schule - Beobachten lernen. Wiesbaden 2012.

Breidenstein, Georg: Ethnographisches Beobachten. In: de Boer, H./Reh, S. (Hrsg.): Beobachtung in der Schule - Beobachten lernen. Wiesbaden 2012.

für Dozierende, Studierende sowie Lehrkräfte und Bildungsakteure: FÄCHERÜBERGREIFENDE Gender-Literatur, Informationen, Materialien

Gender-Literatur, Informationen, Materialien - fächerübergreifend

Links zu Methoden, Materialien, Praxishilfen, Projektbeispielen:

Praxishilfen, Materialien und Plattformen zu Gender und Schule. Zusammengestellt von Juliette Wedl, Birte Driesner und Annette Bartsch. Aus: Wedl, Bartsch (Hg.): Teaching Gender?. Bielefeld, 2015.

GEW-Broschüre: Eine Schule für Jungen und Mädchen. Praxishilfe mit Unterrichtsentwürfen für eine geschlechtergerechte Bildung. Kassel, 2010.

GEW-Broschüre: Gewalt und Geschlecht in der Schule. Analysen, Positionen, Praxishilfen. Hannover. 2010.

Medienkoffer zum Thema Gleichberechtigung: Frauen und Männer – Gleich geht’s weiter. DVD, Broschüre, Fotokarten. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 2008. Download/ Bestellung: www.landesfilmdienste.de

LpB-Broschüre: Frauen und Männer – so oder anders. Geschlechtergerechte Methoden für die Jugendbildung, Landeszentrale für politische Bildung. Stuttgart, 2012.

Methodenordner: Geschlechterreflektierende Bildungsarbeit - (k)eine Anleitung. Haltungen - Hintergründe - Methoden. Herausgegeben vom Autor_innenkollektiv / DGB-Jugend Niedersachsen / Bremen / Sachsen-Anhalt. Hannover, 2011. Kontakt: DGB Jugend Niedersachsen

Bundesweites Netzwerk von Initiativen zur Berufswahl und Lebensplanung von Jungen mit umfangreicher Linkliste und Materialien.
www.neue-wege-fuer-jungs.de

Informationen für Lehrkräfte: Texte und Materialien zum Thema, Unterrichtseinheiten zu: Naturwissenschaften und Technik, Computer und Neue Medien, Deutsch, Geschichte, Berufswahl, Geschlechtsrollen, Sport, Sozialkunde / Werte & Normen und Fächerübergreifende Angebote: www.genderundschule.de

Interessierte Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, alle in Bildungsinstitutionen tätige Personen und am Thema 'Gender und Bildung' Interessierte finden hier gebündelte Informationen zum Thema geschlechtssensible Bildung, einschlägige Projekte u.v.m.: www.gender.schule.at

 Geschlechtsspezifische Bildungsfragen, Gleichstellung von Mädchen und Buben, Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Informationen, Impulse, Materialien, Links des Bundesministeriums für Bildung und Frauen, BMBF Österreich

Reader: "Schule im Gender Mainstream". Der Band enthält eine Sammlung von Anregungen, Grundlagen- und Diskussionsbeiträgen und Praxisbeispielen unterschiedlicher Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft und Schulpraxis. Ministerium für Schule, Jugend und Kinder NRW, Landesinstitut für Schule Soest, 2005.

Beispiele Grundschule:

Gender und Schule - Geschlechterverhältnisse in Theorie und schulischer Praxis. GEW-Broschüre, Oldenburg 2006.

Gender-sensible Lehrplangestaltung für die Grundschule. Beispiele für den Unterricht. Gender Mainstreaming-Anwendungsprojekt des KM Sachsen-Anhalt.

Links zu einführenden Texten:

Jürgen Budde: Wie Lehrkräfte Geschlecht (mit)machen - doing gender als schulischer Aushandlungsprozess. In: Jösting, S. / Seemann, M. (Hrsg.). Gender und Schule. Geschlechterverhältnisse in Theroie und schulischer Praxis. Oldenburg, 2006.

Fachdidaktik und Geschlecht (2008), herausgegeben von Marlies Hempel

Faulstich-Wieland, Hannelore: Geschlechteraspekte in der Bildung, Bundeszentrale für politische Bildung, 2004.

Studien:

Video zum Vortrag "'Zusammen oder Getrennt?' - Über Mono- und koedukative Klassenkulturen." (Youtube-Link) Prof. Dr. Jürgen Budde & Andrea Bossen. Der Vortrag wurde am 29.11.2012 an der Universität Leipzig innerhalb der Veranstaltungsreihe 'sexing school' gehalten.

Budde, Jürgen / Scholand, Barbara / Faulstich-Wieland, Hannelore (2008): Geschlechtergerechtigkeit in der Schule. Eine Studie zu Chancen, Blockaden und Perspektiven einer gender-sensiblen Schulkultur. Weinheim und München: Juventa Verlag.

Faulstich-Wieland, Hannelore / Weber, Martina / Willems, Katharina (2004): Doing Gender im heutigen Schulalltag. Empirische Studien zur sozialen Konstruktion von Geschlecht in schulischen Interaktionen. Weinheim: Juventa Verlag.

Michalek, Ruth (2006): „Also wir Jungs, sind…“ Geschlechtervorstellungen von Grundschülern. Münster: Waxmann Verlag.

weitere Literaturhinweise:

allgemeine Literatur:

Budde, Jürgen /Venth, Angela: Genderkompetenz für lebenslanges Lernen. Bildungsprozesse geschlechterorientiert gestalten. Bielefeld, Bertelsmann, 2010.

Prengel, Annedore (2008): Anerkennung als Kategorie pädagogischen Handelns. Theorie und Vision einer anderen Schulkultur. In: Pädagogik: Respekt und Anerkennung. 60. Jahrgang, Heft 2 / Februar, S. 33-35

Prengel, Annedore (2007): Diversity – Education. Grundlagen und Probleme der Pädagogik der Vielfalt. In: Krell, Gertraude / Riedmüller, Barbara / Sieben, Barbara / Vinz, Dagmar (Hrsg.): Diversity Studies. Frankfurt a.M. 2007.

Prengel, Annedore: Verschieden und gleichberechtigt (2007). In: Kirchschläger, Peter G. / Kirchschläger, Thomas / Bellinger, Andréa / Krieger, David J. (Hrsg.): Menschenrechte und Kinder. 4. Internationales Menschenrechtsforum Luzern (IHRF) 2007, Bern, S. 301-303.

Prengel, Annedore (2006): Pädagogik der Vielfalt. Verschiedenheit und Gleichberechtigung in interkultureller, feministischer und integrativer Pädagogik. Wiesbaden.


Literatur zum Thema "Gender und Schule":

Budde, Jürgen (2006): Dramatisieren - Differenzieren - Entdramatisieren. Männlichkeitskonstruktionen im Unterricht. In: Der Deutschunterricht, 58. S.86-91.

Budde, Jürgen /Scholand, Barbara /Faulstich-Wieland, Hannelore: Geschlechtergerechtigkeit in der Schule. Eine Studie zu Chancen, Blockaden und Perspektiven einer gendersensiblen Schulkultur. Weinheim, Juventa-Verl., 2008.

Debus, Katharina / Könnecke, Bernhard / Schwerma, Klaus, Stuve, Olaf: Geschlechterreflektierte Arbeit mit Jungen an der Schule. Texte zu Pädagogik und Fortbildung rund um Jungenarbeit, Geschlecht und Bildung. Dissens e.V. , Berlin 2012.

Faulstich-Wieland, Hannelore: Werden tatsächlich Männer gebraucht, um Bildungsungleichheiten (von Jungen) abzubauen? In: Hadjar, Andreas (Hrsg.) (2011): Geschlechtsspezifische Bildungsungleichheiten Wiesbaden, VS Verlag für Sozialwissenschaften. S. 393-416

Grünewald-Huber, Elisabeth/ von Gunten, Anne (2009): Werkmappe Genderkompetenz, Materialien für geschlechtergerechtes Unterrichten. Zürich, Verlag Pestalozzianum.

Jantz, Olaf/ Brandes, Susanne (2006): Geschlechtsbezogene Pädagogik an Grundschulen. Basiswissen und Modelle. Wiesbaden, VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Koch-Priewe, Barbara (Hrsg.) (2002): Schulprogramme zur Mädchen- und Jungenförderung. Die geschlechterbewusste Schule. Weinheim und Basel: Beltz Verlag.

Kreienbaum, Maria Anna / Urbaniak, Tamina (2006): Jungen und Mädchen in der Schule. Konzepte der Koedukation. Berlin: Cornelsen Verlag.

Ludwig, Peter / Ludwig, Heidrun (Hrsg.) (2007): Erwartungen in himmelblau und rosarot. Effekte, Determinanten und Konsequenzen von Geschlechterdifferenzen in der Schule. Weinheim und München: Juventa Verlag.

Peschel, Bärbel (2005): Geschlechtergerechte Schule. Achtung vor der individuellen Einzigartigkeit eines jeden Menschen. Frankfurt am Main: VAS Verlag für akademische Schriften.

Rhyner, Thomas / Zumwald, Bea / Rekade, Hansjörg (Hrsg.) (2008): Coole Mädchen - starke Jungs : Impulse und Praxistipps für eine geschlechterbewusste Schule. Bern, Stuttgart, Wien: Haupt.

Stadler-Altmann, Ulrike (Hrsg.) (2013): Genderkompetenz in pädagogischer Interaktion. Opladen; Berlin, Budrich.

nützliche Weblinks zu Gleichstellungsmaßnahmen und Expert_innen in Forschung und Lehre:

http://www.gender-curricula.com/

http://www.instrumentenkasten.dfg.de/

für Dozierende, Studierende sowie Lehrkräfte und Bildungsakteure: FACHSPEZIFISCHE Gender-Literatur, Informationen, Materialien

Gender-Literatur, Informationen, Materialien - fachspezifisch

In der schulischen Interaktion sind auch Lehrkräfte entscheidend am Prozess des "doing gender" (also in der Herstellung des sozialen Geschlechts gender) beteiligt. Gender ist zudem als Strukturkategorie in die Fachkulturen eingeschrieben. Eine geschlechtersensible und -gerechte Schule die Schülerinnen und Schüler individuell fördern will, setzt deshalb auch die Auseinandersetzung mit relevanten Fragen der geschlechterbezogenen Fachkulturforschung bei (angehenden) Lehrkräften voraus.

Auf dieser Seite haben wir Literatur und Hinweise zu Materialien und Webseiten zusammengestellt in den Fächern mit denen die Stabsstelle Gleichstellung im Projekt "Professionelle Genderkompetenz" von Okt. 2011 bis Sept. 2014 besonders eng kooperierte: Erziehungswissenschaften, Deutsch, Mathematik, Physik. Wir sind bemüht, auch Literatur und Materialien zu anderen Fächern einzustellen, die an der PH Freiburg studiert werden können. Anregungen hierzu nehmen wir gerne entgegen unter: genderkompetenz@ph-freiburg.de

Fachspezifische Literatur und Materialien finden Sie auch in der Handbibliothek der Stabsstelle Gleichstellung Büro im KG II, 2. OG, Raum 206 A. Recherchieren Sie, wie gewohnt, über den Bibliothekskatalog der PH Freiburg - unter Eingabe von Schlagwörtern wie z.B. "Mathematik", "Geschlecht", "Gender".

unterschiedliche Fachdidaktiken:

Marita Kampshoff; Claudia Wiepcke (Hrsg.) (2012): Handbuch Geschlechterforschung und Fachdidaktik., Wiesbaden. VS Verlag für Sozialwissenschaften. (als Online-Ressource in der PH-Bibliothek erhältlich)

Faulstich-Wieland, Hannelore/ Willems, Katharina/ Feltz Nina/ Freese, Urte/ Läzer Katrin Luise (2008): Genus- geschlechtergerechter naturwissenschaftlicher Unterricht in der Sekundarstufe I. Bad Heilbrunn, Julius Klinkhardt Verlag.

Willems, Katharina (2007): Schulische Fachkulturen und Geschlecht. Physik und Deutsch – natürliche Gegenpole? Bielefeld: Transcript.

Kunst- und Medienpädagogik:

Vamos, Michaela (2007): Kunstpädagogik – Medien – Geschlecht. Ausrichtung eines zeitgemäßen Unterrichts. Marburg: Tectum Verlag.

Physik:

Roland Berger, Manuela Demant, Stephanie Hendriks (Hrsg.) (2010): "Für Technik begeistern. Praxisbeispiele und Unterrichtsvorschläge."

Elisabeth Frank (Physik Journal 2 2003, Nr. 11): "Bei den Stärken ansetzen – Schülerinnen und Physik."

Karin Nutz, Birgit Waltenberger (2009): "Erforschen und Entdecken. Anregungen zur Integration genderspezifischer Aspekte in den naturwissenschaftlich-technischen Unterricht in der Volksschule"

Anja Narr (2002): „Mädchen in mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Unterrichtsfächern“, für 2,-€ im Gleichstellungsbüro, KG II, Raum 206 B/Czu erwerben

"Checkliste für einen modernen und gendergerechten Unterricht in
Naturwissenschaften"
(veröffentlicht auf der Website der Uni Basel)

Edit Schlaffer, Eva Maria Gauss (2005): "Internationale Best Practice Modelle
für eine gendergerechte Welt. Buben in die Erziehung - Mädchen in die Naturwissenschaften."

Bianca Hahn (2010): "Mädchenförderung in den MINT-Fächern" (Link zur Website des Projekts "GET-IT! [Girls, Education, Technology]" der Fakultät Elektrotechnik und Informatik der TU Berlin)

Kessels, Ursula (2002): Undoing Gender in der Schule. Eine empirische Studie über Koedukation und Geschlechtsidentität im Physikunterricht. Weinheim und München: Juventa Verlag.

Mathematik:

Dr. Jürgen Budde (2009), Herausgeber BMBF: "Bildungsforschung Band 30:
Mathematikunterricht und Geschlecht. Empirische Ergebnisse und pädagogische Ansätze."

Helga Jungwirth, Herausgeber BMUK: "Genderkompetenz im Mathematikunterricht. Fachdidaktische Anregungen für Lehrerinnen und Lehrer."

Katrin Bekermann (2009), Masterarbeit:"Wie wünschen sich Mädchen und Jungen den Mathematikunterricht? Eine Untersuchung zu geschlechtstypischen Präferenzen hinsichtlich des Mathematikunterrichts an Haupt- und Realschulen."

Gertrud Effe-Stumpf: "Bevölkerungspolitik - Bergbau - Statistik. Mädchen und Frauen eignen sich Mathematik und Naturwissenschaften an. Beispiele und Erfahrungen aus dem Oberstufen-Kolleg Bielefeld.",

veröffentlicht auf der Website der Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung, Frauenbeauftragte und Gleichstellungsbeauftragte Hannover: www.genderundschule.de

Lisa Glagow-Schicha: "Freiarbeit im Mathematikunterricht in der Erprobungsstufe",

veröffentlicht auf der Website der Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung, Frauenbeauftragte und Gleichstellungsbeauftragte Hannover: www.genderundschule.de

Gertrud Effe-Stumpf: "Mathematik - Lieblingsfach der Mädchen!",

veröffentlicht auf der Website der Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung, Frauenbeauftragte und Gleichstellungsbeauftragte Hannover: www.genderundschule.de

JUMP in MINT (2011), Herausgeber Deutsche Telekom AG: "Jugend Mentoring Programm in Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Technologie, Energie und Handwerk."

Anina Mischau, Bettina Langfeldt, Sabine Mehlmann, Torsten Wöllmann, Andrea Blunck: "Auf dem Weg zu genderkompetenten LehrerInnen im Unterrichtsfach Mathematik", Journal Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW Nr. 27/2010

Dr. Ronald Schulz (im Rahmen des Gender Mainstreaming-Anwendungsprojektes des Landes Sachsen-Anhalt): "Gender-sensible Lehrplangestaltung für die Grundschule. Beispiele für den Unterricht - Mathematik", Genderinstituts Sachsen-Anhalt

Anja Narr (2002): „Mädchen in mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Unterrichtsfächern“, für 2,-€ im Gleichstellungsbüro, KG II, Raum 206 B/C zu erwerben 

Rustemeyer, Ruth (1999): Geschlechtstypische Erwartungen zukünftiger Lehrkräfte bezügl. des Unterrichtsfaches Mathematik und korrespondierende (Selbst) -Einschätzungen von Schülerinnen und Schülern. Psychologie in Erziehung und Unterricht, 46, 187-200.

Deutsch:

Infos zu "Gender im Deutschunterricht - Theorie" (Link zur Website "gender und schule")

Infos zu "Gender im Deutschunterricht - Praxis" (Link zur Website "gender und schule")

Dr. Ronald Schulz (im Rahmen des Gender Mainstreaming-Anwendungsprojektes des Landes Sachsen-Anhalt): "Gender-sensible Lehrplangestaltung für die Grundschule. Beispiele für den Unterricht - Deutsch", Genderinstituts Sachsen-Anhalt

Erziehungswissenschaften:

Gender-Qualifizierung für die Bildungsarbeit (Begriff und Vermittlung Genderkompetenz)

Thomas Eckes: Geschlechterstereotype: Von Rollen, Identitäten und Vorurteilen. In: Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung - Theorie, Methoden, Empirie(Ruth Becker und Beate Kortendiek, 2008)

Renate Valtin: Selbstbilder und Stereotype von Mädchen und Jungen. In: Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung (Ruth Becker und Beate Kortendiek, 2010)

Hannelore Faulstich-Wieland: Doing Gender: Konstruktivistische Beiträge. In: Glaser, Edith/ Klika, Dorle/ Prengel, Annedore (Hg.): Handbuch Gender und Erziehungswissenschaft. Bad Heilbrunn/Obb. 2004, S. 175-191.

Gelebte Gender-Kompetenz: Checklisten für Hochschulen und Dozierende

Bildung und Geschlechterordnung in Deutschland. Einige Anmerkungen zur Debatte um die Benachteiligung von Jungen in der Schule.

Chancengerechtigkeit durch Gender-Kompetenz: Erfahrungen aus der Schulpraxis und aktuelle Forschungsergebnisse.

Gender und Schule: Geschlechterverhältnisse in Theorie und schulischer Praxis.

Bildung von Geschlecht: Zur Diskussion um Jungenbenachteiligung und Feminisierung in deutschen Bildungsinstitutionen.

Lehrerinnen trifft keine Schuld an der Schulkrise der Jungen.

Benachteiligte Jungen – übermächtige Frauen? Forderungen, Positionen und Erläuterungen der GEW zur Debatte über die Bildungssituation von Jungen und Mädchen und die Geschlechterverhältnisse in Bildungsinstitutionen. (GEW)

Tim Rohrmann (2006): "Männer in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen. Bestandsaufnahme und Perspektiven." In Krabel, Jens; Stuve, Olav (Hg.). Männer in „Frauen-Berufen“ der Pflege und Erziehung (S. 111-134). Opladen: Verlag Barbara Budrich.

BMFSFJ (2008): Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland

"Männliche Grundschullehrer: Männlichkeitskonstruktionen in einer bipolaren Geschlechterkultur und deren Auswirkungen auf die berufliche Handlungspraxis" in: Carlsburg, Gerd-Bodo (Hrsg.) (2009): Qualität von Bildung und Kultur. Theorie und Praxis, Frankfurt: Peter Lang, S. 259-277.

Glaser, Edith / Klika, Dorle / Prengel, Annedore (Hrsg.) (2004) - Handbuch Gender und Erziehungswissenschaft. Kempten: Klinkhardt.

nützliche Weblinks zu Gleichstellungsmaßnahmen und Expert_innen in Forschung und Lehre:

http://www.gender-curricula.com/

http://www.instrumentenkasten.dfg.de/

für Dozierende: Materialien zur Hochschuldidaktik

Literatur und Materialien zu Gender und Hochschule

Eine geschlechtergerechte Umstellung der Studiengänge auf die Bachelor- und Master-Struktur bedeutet:

  • Inhalte, Lehrstrukturen und Lehrformen so zu gestalten, dass Studierende beiderlei Geschlechts gleichermaßen angesprochen werden
  • Integration der Frauen- und Geschlechterforschung in Forschung und Lehre
  • Stärkung der Genderkompetenz aller am Studienreformprozess Beteiligten

Im Folgenden finden Sie Links und Literaturhinweise zur allgemeinen Hochschullehre/ Didaktik (fächerübergreifend). Informationen, Links und Literatur zur fachspezifischen Hochschuldidaktik in Bezug auf gendersensible Lehre und fachbezogene Gender-Inhalte finden Sie unter der vorherigen Rubrik.

Links zu Informationen und Materialien für die allg. Hochschullehre:

Gendersensible Didaktik in universitärer Lehre und Hochschuldidaktik für Erwachsene

Grundlagen der Gendersensibilität in der Lehre: Leitfaden für gendersensible Didaktik Nr. 1.

Grundlagen der Gendersensibilität in der Lehre: Leitfaden für gendersensible Didaktik Nr. 2.

Grundlagen der Gendersensibilität in der Lehre: Leitfaden für gendersensible Didaktik Nr. 3.

Handreichung zur Integration von Genderaspekten in BA- und MA-Studiengänge an der TU Braunschweig

Gelebte Gender-Kompetenz - Checklisten für Hochschulen und Dozierende

Literatur zur Hochschuldidaktik:

Auferkorte-Michaelis, Nicole/ Stahr, Ingeborg/ Fitzek, Anette (Hrsg.) (2009): Gender als Indikator für gute Lehre. Erkenntnisse, Konzepte und Ideen für die Hochschule. Budrich Uni Press Opladen & Farmington Hills MI.

Dudeck, Anne / Jansen-Schulz, Bettina (2006): Hochschuldidaktik und Fachkulturen, Gender als didaktisches Prinzip. Bielefeld, UWV Universitätsverlag Webler.

Liebig, Brigitte/ Rosenkranz-Fallegger, Edith/ Meyerhofer, Ursula (Hrsg.) (2009): Handbuch Genderkompetenz. Ein Praxisleitfaden für (Fach-) Hochschulen. Zurich vdf Hochschulverlag AG an der ETH Zürich.

Sigrid, Michel/ Löffler, Sylvia (Hrsg.) (2007): Mehr als ein Gendermodul. Qualitative Aspekte des Qualitätsmerkmals Gender im Bologna-Prozess. Bielefeld Kleine Verlag.

Spieß, Gesine / Rentmeister, Cillie (Hrsg.) (2003): Gender in Lehre und Didaktik. Eine europäische Konferenz in Erfurt. Frankfurt am Main: Peter Lang.

Informationen zum Thema "sexuelle Vielfalt im schulischen Kontext"

Sexuelle Vielfalt im Bildungsplan

Akzeptanz sexueller Vielfalt - vom Leitprinzip zur Leitperspektive 

Im ersten Arbeitspapier "für die Hand der Bildungsplankommissionen als Grundlage und Orientierung zur Verankerung der Leitprinzipien" vom 18.11.2013 wurde eine besondere Berücksichtigung der Aktzeptanz sexueller Vielfalt gefordert. Für jedes einzelne Leitprinzip (Berufliche Orientierung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Medienbildung, Verbraucherbildung) gab es diesbezüglich eine konkrete Erläuterung.*

Kurz darauf startete der Realschullehrer Gabriel Stängle eine Petition gegen einzelne Leitprinzipien im Bildungsplan. Auch der Bischof der württembergischen evangelischen Landeskirche, Frank Otfried July, forderte von der Landesregierung eine Überarbeitung des Bildungsplans und eine stärkere Berücksichtigung des christlichen Menschenbildes. „Dieser Referenzrahmen des christlichen Menschenbildes oder eine Anthropologie, die sich auf biblische Einsichten bezieht, müssen im neuen Bildungsplan erkennbar sein“, sagte July der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. (FAZ, 23.03.2014)

Ministerpräsident Kretschmann traf sich am 27. März 2014 mit führenden Vertretern der evangelikalen und pietistischen Bewegung in Baden-Württemberg in Stuttgart zum Austausch. Am 8.4.2014 wurde das zweite Arbeitspapier zur Verankerung vonLeitperspektiven im Bildungsplan veröffentlicht.

Aus der Pressemitteilung "Neue Struktur bei künftigen "Leitperspektiven" für Bildungsplan" vom 8. April 2014:

Leitperspektive „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“ in Arbeitspapier aufgenommen.

„Im Kern verfolgen wir das Anliegen, das Thema Toleranz und Akzeptanz im Bildungsplan zu verankern. (...) Um die Debatte zu versachlichen und die Missverständnisse auszuräumen, haben wir uns dazu entschieden, eine eigenständige Leitperspektive zu Toleranz und Vielfalt einzuführen“, erklärten Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Kultusminister Andreas Stoch am 8. April 2014 im Nachgang zu einem Kabinettsbericht des Kultusministers zum Stand der Bildungsplanreform. „Statt eines Querschnittsthemas sexuelle Vielfalt gibt es die neue allgemeine Leitperspektive, Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“, so Ministerpräsident Kretschmann. Und Kultusminister Stoch ergänzte: „Es werden darin neben der sexuellen Vielfalt die Themen Toleranz und diskriminierungsfreier Umgang mit Vielfalt in personaler, religiöser, kultureller, ethnischer und sozialer Hinsicht in einem größeren Kontext behandelt. Das Thema „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ erhält in diesem Zusammenhang einen hohen Stellenwert im neuen Bildungsplan.“ „Niemand darf in unserer Gesellschaft ausgegrenzt oder diskriminiert werden, weil er anders ist. Etwa weil er eine andere Hautfarbe oder Religion hat, weil er woanders herkommt, weil er eine Behinderung hat oder weil er eine bestimmte sexuelle Orientierung oder Identität hat. Wir wollen Respekt im umfassenden Sinn vermitteln.“

*Auszüge aus der 1. Version des Arbeitspapiers vom 18.11.2013:

Als Grundlage und Orientierung zur Verankerung der Leitprinzipien finden sich folgende Aussagen, die unter dem "Gesichtspunkt der Akzeptanz sexueller Vielfalt" in folgenden Bereichen zu berücksichtigen sind:

Berufliche Orientierung (S. 9):

Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der eigenen geschlechtlichen Identität und Orientierung auseinander, mit dem Ziel, sich selbstbestimmt und reflektiert für ein ihrer Persönlichkeit und Lebensführung entsprechendes Berufsfeld zu entscheiden.

  • Schülerinnen und Schüler haben einen vorurteilsfreien Umgang mit der eigenen und anderen sexuellen Identitäten;

  • Schülerinnen und Schüler entwickeln eine Sensibiliät für Stereotype und können diese hinterfragen;

  • Schülerinnen und Schüler sind fähig, sich in einer pluralen Gesellschaft zu verorten und begründete Werthaltungen zu entwickeln.

 Bildung für nachhaltige Entwicklung (S. 12):

  • Schülerinnen und Schüler kennen die verschiedenen Formen des Zusammenlebens von/mit LSBTTI*-Menschen und reflektieren die Begegnungen in einer sich wandelnden, globalisierten Welt.

  • klassische Familien, Regenbogenfamilien, Single, Paarbeziehung, Patchworkfamilien, Ein-Eltern-Familien, Großfamilien, Wahlfamilien ohne verwandtschaftliche Bande;

  • schwule, lesbische, transgender und soweit bekannt intersexueller Kultur (Musik, Bildende Kunst, Literatur, Filmschaffen, Theater und neue Medien) und Begegnungsstätten (soziale Netzwerke, Vereine, politische Gruppen, Parteien)

*LSBTI = Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Inter*

Medienbildung (S. 23):

  • Schülerinnen und Schüler reflektieren die Darstellung von Geschlechterrollen und sexueller Vielfalt in Medien und Werbung und entwickeln eine Sensibilität für Stereotype;

  • Schülerinnen und Schüler informieren sich in digitalen Medien über Lebenssituationen von LSBTTI – Menschen und setzen sich mit Menschenrechten und Diskriminierungen auseinander;

  • Schülerinnen und Schüler nehmen Gewalt- und Mobbingsituationen in digitalen Medien als Verletzung der Menschenrechte wahr und erkennen, dass der Einsatz für potentielle Opfer auch in digitalen Medien ein wesentlicher Bestandteil von Zivilcourage in einer pluralen Gesellschaft ist.

Verbraucherbildung (S. 32):

  • Schülerinnen und Schüler reflektieren ihre eigenen Bedürfnisse, ihr Körperbild, ihre sexuelle Orientierung und ihr Verhalten in Bezug auf die von der Umwelt geprägten Vorstellungen und treffen selbstbestimmte Konsumentscheidungen.

Rückblick Gendertagung 2012 mit Audiodateien zu Fachvorträgen (u.a. Hannelore Faulstich-Wieland) und Fotoimpressionen

"Vielfalt erkennen, genderkompetent handeln" - Gendertagung an der PH Freiburg am 16. November 2012, Rückblick

Im Bildungssraum Schule werden Geschlechterrollen vertieft und weitergegeben. Die Lehrkräfte als wesentliche Akteure stehen in besonderer Verantwortung, geschlechtersensibel zu agieren; nur so ist eine individuelle Förderung der Schüler_innen möglich.
Genderkompetenz gilt im gesamten Bildungssektor, so auch im Lehramt, als zentrales Professionalitätsmerkmal. Die Schnittstelle Gender und (Hoch-) Schule ist kein neues Thema, die erziehungswissenschaftliche Geschlechterforschung hält theoretische Konzepte und praktische Ansätze bereit. Diese wurden bei einer interdisziplinären Gender-Fachtagung aufgezeigt und hinsichtlich ihrer Bedeutung für die schulische Praxis diskutiert in...

- interdisziplinären Fachvorträgen, u.a. mit der renommierten Expertin für Genderfragen in Gesellschaft und Bildung Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland, [mehr]

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- einer Vielfalt an Workshops - sowie interdisziplinäre, als auch fachspezifische Workshops in den Fachdidaktiken der Lehramtsausbildung: Deutsch, Musik, Erziehungswissenschaften, Sport, Mathe, Musik, Englisch, Kunst/ Medienbildung [mehr]

sowie...

- einer Podiumsdiskussion die Perspektiven für die Entwicklung und Etablierung geschlechtersensibler Bildung in Schule und Hochschule aufzeigte. [mehr]

 

 

Zielgruppen der Tagung
Die interdisziplinäre Tagung richtete sich an Dozierende, Studierende und Lehrkräfte sowie an alle pädagogischen Akteure und Akteurinnen und alle Bildungsinteressierten. Einige Workshops wurden mit Hauptaugenmerk auf eine bestimmte Zielgruppe konzipiert. Informationen dazu finden Sie bei den Workshop-Beschreibungen.