EU-Projekt Scriptorium 2005-2008

Hauptaktivitäten
Die Hauptaktivitäten des von 2005-2008 laufenden Projekts bestanden im
ersten Schritt in der Entwicklung, Erprobung und Evaluation von
Fortbildungsmodulen im Rahmen von internationalen Klein-Teams. Im
zweiten Schritt wurde die nationale Adaptation dieser Module von den
Partnern des Projekts vorgenommen. Parallel zu diesen beiden Schritten
wurden an Modellschulen der Projektpartner Schreib- und Lesezentren
aufgebaut, in deren Entstehungsprozess die Materialien für das
Fortbildungsprogramm getestet wurden.

Partner
Pädagogische Hochschule Freiburg, Schreibzentrum, Deutschland (Leitung
des Projekts)
Kontakt: Gerd Bräuer (braeuer@ph-freiburg.de)
Modell-Schule: Kopernikus-Gymnasium Neubeckum

Fachhochschule Nordwestschweiz, Pädagogische Hochschule, Zentrum
Lesen, Schweiz
(Maria Riss)
Modell-Schulen: Volksschule Birmenstorf, Weiterbildungsschule Leonhard Basel

Radboud University Nijmegen, Academic Writing Centre Nijmegen,
Niederlande (Oktober 2005 bis Juli 2007)
(G.J.A. van de Ven)
Modell-Schule: Montessori Gesamtschule Nijmegen

Storkobenhavn University, Centre for Videregaende Uddannelse, Dänemark
(Lene Storgaard Brok)
Modell-Schule: Hillerød Lille Skole, Den Lille Skole i Kongens Lyngby,
Hareskovens Lilleskole i Ballerup.

Panstwowa Wyzsza Szkola Zawodowa w Nysie, Polen
(Monika Witt)
Modell-Schule: PH Nysa

Opeko, National Centre for Professional Development in Education, Finnland
(Päivikki Rissanen)
Modell-Schule: Tammela Grundschule Tampere

Pädagogisches Institut Bozen, Italien
(Martina Adami)
Modell-Schulen: Realgymnasium Bozen und Humanistisches Gymnasium
„Walther von der Vogelweide” Bozen

St. Mary’s University College Belfast, Northern Ireland
(Matthew Martin)

Ergebnisse
Es wurden die folgenden allgemeinen und konkreten Ergebnisse realisiert:
Das Projekt strebt einen Umgang mit Texten in der Schule an, welcher
die erfolgreiche sprachliche und berufliche Integration innerhalb der
Europäischen Gemeinschaft zum Ziel hat. Es ist ein
Fortbildungsprogramm für Multiplikatoren zu den Schwerpunkten Schreib-
und Leseentwicklung bzw. -förderung entstanden, durch welches u.a.
dazu befähigt wird, den Aufbau von schulischen Schreib- und
Lesezentren zu initiieren und anzuleiten. Über die Projekt-Homepage
erfolgte bis Ende 2015 der Zugriff auf eine E-Lernplattform mit
Materialien für Präsenzveranstaltungen und autonomes Lernen. Diese
Materialien konnten bis Ende 2015 von den Nutzern der E-Lernplattform
ergänzt und weiterentwickelt werden. Ab 2016 erfolgt die Fortbildung
in Form von zwei Lehrgängen: "Schreibberatung" und "Literacy
Management". Informationen zu diesen Lehrgängen befinden sich auf
http://www.akademie.wi-ph.de/schreibberatung.html bzw.
http://www.akademie.wi-ph.de/literacy-management.html

Projektschwerpunkte (nun Teil der o.g. Fortbildungsgänge)
Die folgenden Schwerpunkte wurden in individuellen Fortbildungsmodulen
gestaltet:

0) Modulmanager
Wie orientiere ich mich im Fortbildungsprogramm? Welche Fachsprache
benötige ich, um mich aktiv am Diskurs zur der Schreib- und
Leseentwicklung und -förderung beteiligen zu können?

1) Konzepte der Schreibanimation
Wie rege ich die Lernenden zur Schreibtätigkeit an?
(u.a. Ausbildung von Schüler-Schreibberater/innen)

2) Konzepte der Leseanimation
Wie rege ich die Lernenden zur Lesetätigkeit an?
(u.a. Ausbildung von Schüler-Vorleser/innen, Schüler-Leseberater/innen
und Lese-Pat/innen)

3) Entwicklungskonzept Schreib- und Lesezentrum
Wie baue ich an meiner Schule ein Schreib- und Lesezentrum auf?

4) Konzepte für schulinterne und -externe Lehrerfortbildung
Wie helfe ich meinen Kolleg/innen, sich im Bereich Textproduktion und
–rezeption weiterzubilden bzw. sich inhaltlich, didaktisch und
organisatorisch mit dem Konzept des Schreib- und Lesezentrums vertraut
zu machen?

5) Fremdsprachiges Lesen und Schreiben
Wie entwickle ich spezielle Fördermaßnahmen für die Entwicklung der
Schreib- und Lesekompetenzen im Rahmen des Fremdsprachenerwerbs?

6) Reflexive Praxis
Wie initiiere, organisiere oder begleite ich reflexive Praxis als Form
metakognitiven Lernens im Unterricht?
(u.a. Einsatz von Lerntagebuch und Portfolio)

7) Heterogene Lernergruppen
Wie entwickle ich spezielle Fördermaßnahmen für Schüler/innen mit
Migrationshintergrund (u.a. Zweitsprachenförderung) bzw. aus
benachteiligten Bildungskontexten? Welche Diagnosemöglichkeiten
sollten die Fördermaßnahmen begleiten?

8) Übergang von Schule zu Studium und Beruf
Wie entwickle ich Maßnahmen für die Vorbereitung der Schreib- und
Lesekompetenzen auf die Anforderungen des nächsten Bildungsabschnitts?

9) Reflexion beruflicher Praxis und zur Praxisforschung in der Schule
Wie initiiere, organisiere bzw. begleite ich die Reflexion beruflicher
Praxis und die gezielte Praxisforschung durch meine Kolleg/innen in
der Lese- und Schreibpädagogik?