Ergebnisse der Bibliotheksumfrage 2006

Angebot insgesamt:
55% unserer Nutzerinnen und Nutzer sind mit dem Angebot der Bibliothek insgesamt sehr zufrieden oder zufrieden (Noten 1 – 2), 87% vergaben die Bewertungen zwischen 1 und 3. Das ist ein Ergebnis, das uns sehr freut und ermutigt.

Buchbestand:
Die Frage nach der Zufriedenheit mit dem Umfang des Buchbestandes ergibt einen hohen Zufriedenheitsgrad. 61% sind sehr zufrieden oder zufrieden (Note 1 oder 2), 85% gaben die Noten 1 - 3, nur 5% die Noten 5oder 6. Nicht mehr ganz so viele sind mit der Aktualität des Buchbestandes sehr zufrieden, aber immer noch bekommen wir von 51% die Note 1 oder 2, von 77% die Noten 1 – 3 und nur von 10% die Note 5 oder 6. Die Zufriedenheit mit der Aktualität des Buchbestandes ist geringer als die mit dem Umfang. Bemerkenswert ist, dass die Zufriedenheit mit dem Umfang und mit der Aktualität des Buchangebotes beim wissenschaftlichen Personal der Hochschule deutlich höher ausfällt als bei der Gesamtheit. Mit dem Umfang des Bestandes sind 71% sehr zufrieden oder zufrieden (Note 1-2), bei der Aktualität geben 69% Note 1-2.

Ganz oben auf der Wichtigkeitsskala der verschiedenen Bibliothekangebote steht der Buchbestand. 97% halten diesen für sehr wichtig oder wichtig (Note 1 - 2). Diese Tatsache ist an sich nicht erstaunlich, muss aber bei allen Bemühungen um zusätzliche elektronische Angebote und Dienste immer im Auge behalten werden.

Beachtenswert ist auch die Berechnung der Korrelation zwischen der Einschätzung der Wichtigkeit und der Zufriedenheit mit dem Buchbestand. Hier ergibt sich, dass 78% der Antwortenden mit dem Buchangebot weniger zufrieden sind als es ihnen wichtig ist. Um den Zufriedenheitsgrad zu erhöhen, müsste das Angebot noch verbessert werden.

Bestätigt wird diese Einschätzung durch die frei formulierten Textantworten auf die Frage „Was sollten wir nach Ihrer Meinung sofort ändern?“ Hier bezogen sich die zweithäufigsten Antworten auf den Buchbestand, mit Antworten wie „mehr Bücher“, „mehr aktuelle Bücher“ oder „mehr Exemplare der häufig benötigten Studienliteratur“. Von 422 Textantworten fielen 90 in diese Kategorie. Andererseits kamen auch auf die Frage „Was gefällt Ihnen an der Bibliothek und was sollte auch in Zukunft beibehalten werden?“ – also bei der Frage nach „Lob“ - ebenfalls die zweithäufigsten Antworten auf die Kategorie „Bestand“, mit Antworten wie „große Auswahl, gutes Buchangebot, aktuelles Buchangebot“.

Verbesserungen können hier vor allem durch die noch bessere Ausstattung mit häufig benötigter Studienliteratur erreicht werden. Angesichts der herausragenden Wichtigkeit des Buchbestandes für die Nutzerinnen und Nutzer sind hier weiterhin hohe Investitionen erforderlich. Hier hoffen wir, ab 2007 mit Hilfe der Studiengebühren zu einer Verbesserung der Studiensituation beitragen zu können.

Zeitschriften:
Es überrascht zunächst, dass immerhin 17% die gedruckten Zeitschriften gar nicht nutzen. 49% sind mit dem Umfang sehr zufrieden oder zufrieden (Note 1 -2), nur 4% sind nicht zufrieden (Note 5 oder 6). Mit der Aktualität des Zeitschriftenangebots sind 58% sehr zufrieden oder zufrieden. Berücksichtigt man nur die Wertung der Nutzer von Zeitschriften, so sind 60% mit dem Umfang des Angebotes sehr zufrieden oder zufrieden (Note1 – 2). Auch mit dem Zeitschriftenangebot sind die Lehrenden der Hochschule zufriedener als die Gesamtheit der Nutzer.

Für 66% sind die gedruckten Zeitschriften sehr wichtig oder wichtig. Hier ist die Korrelation zwischen Zufriedenheit mit dem Angebot und Einschätzung der Wichtigkeit etwas günstiger als bei den Büchern, nur 40% der Antwortenden sind mit dem Zeitschriftenangebot weniger zufrieden als es ihnen wichtig ist.

Das Zeitschriftenangebot sollte mindestens im bisherigen Umfang erhalten bleiben, ergänzt um internationale Zeitschriften in elektronischer Form, vor allem für die Forschung.

Öffnungszeiten:
Die Antworten auf die Fragen bezüglich der Öffnungszeiten ergeben ein uneinheitliches Bild. Bei der Zufriedenheitsfrage waren 65% mit den Öffnungszeiten während des Semesters sehr zufrieden oder zufrieden (Note 1-2), immerhin noch 14% einigermaßen zufrieden (Note 3), nur 12% vergaben die Noten 5 oder 6, waren also unzufrieden. Etwas weniger zufrieden sind unsere Nutzer mit den Öffnungszeiten in der vorlesungsfreien Zeit. Note 1 oder 2 erhielten wir dafür nur von 54%, einigermaßen zufrieden (Note 3) waren immerhin noch 22%, 14 % vergaben die Note 5 oder 6. Nur 5% gaben an, die Bibliothek in den Semesterferien nicht zu nutzen.

Ein etwas anderes Bild ergibt sich allerdings, wenn wir die differenzierteren Fragen nach einer möglichen Ausweitung der Öffnungszeiten betrachten. Die Frage lautete: „Für welche angegebenen Zeiten wäre eine Ausweitung der Öffnungszeiten während des Semesters für Sie am wichtigsten?“
Zunächst das am wenigsten überraschende Ergebnis: nur 13% wollen werktags die Bibliothek vor 8.00 Uhr nutzen (Note 1 – 2). Am oberen Ende der Wichtigkeitsskala steht die Samstagsöffnung. Für 72% der Nutzer wäre die Öffnung am Samstag sehr wichtig oder wichtig (Note 1 - 2), die Wertung 1 - 3 vergaben 80%. Nur für 9% wäre sie unwichtig oder völlig unwichtig (Note 5 – 6). Nur 7% hatten keine Meinung dazu oder gaben keine Antwort.
Für immerhin noch 48% wäre die Öffnung am Freitag nach 18.00 Uhr sehr wichtig oder wichtig, für 43% die Öffnung werktags nach 20.00 Uhr.

Aufschlussreich ist auch hier wieder der Blick auf die frei formulierten Textantworten. Bei der Frage nach neuen Angeboten der Bibliothek, die einem wichtig wären, werden 28 mal längere Öffnungszeiten genannt, bei der Kritik-Frage „Was sollte sich sofort ändern?“ stehen die Öffnungszeiten mit 123 kritischen Antworten ganz zu oberst.

Es ist festzustellen, dass einerseits eine relativ hohe Zufriedenheit mit den bestehenden Öffnungszeiten herrscht, andererseits aber doch ein sehr deutlicher Wunsch nach längeren Öffnungszeiten und vor allem auch nach der Samstagöffnung besteht. Zwar führt natürlich die Frage „Wollen Sie dass die Bibliothek länger geöffnet hat?“ immer dazu, dass sie einfach mit „Ja“ beantwortet wird, andererseits war die Skala der möglichen Antworten von „sehr wichtig“ bis „völlig unwichtig“. Es hätten also durchaus mehr Nutzer, die mit den Öffnungszeiten zufrieden sind, auch bei der Samstagfrage mit „unwichtig“ antworten können. Vor allem aber die frei formulierten Textantworten sind hier deutliche Aussagen.

Wenn die Bibliothek ihr Dienstleistungsangebot den Bedürfnissen ihrer Nutzer noch besser anpassen will, besteht hier offenbar Handlungsbedarf. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bibliothek, mit dem Personalrat und mit der Hochschulleitung wird diese Frage noch intensiv zu diskutieren sein. Die Studiengebühren könnten hier den notwendigen finanziellen Spielraum schaffen.

Kopiermöglichkeiten:
Den geringsten Zufriedenheitswert und den höchsten Unzufriedenheitswert ergab die Frage nach den Kopiermöglichkeiten. Nur 19% waren damit sehr zufrieden oder zufrieden (Note 1 – 2), aber 33% unzufrieden oder sehr unzufrieden (Note 5 – 6). Wenn dann noch berücksichtigt wird, dass die Kopiermöglichkeiten als ein sehr wichtiges Bibliotheksangebot beurteilt werden besteht hier eine sehr ungünstige Korrelation. Die Berechnung der Korrelation zwischen Wichtigkeit und Zufriedenheit fällt entsprechend ungünstig aus, 81% der Antwortenden sind mit den Kopiermöglichkeiten weniger zufrieden als sie ihnen wichtig sind. Auch bei den frei formulierten Antworten ist der Wunsch „mehr Kopierer“ sehr deutlich artikuliert.

In der Bibliothek stehen 7 Kopiergeräte zur Verfügung. Angesichts der Wartezeiten an den Kopiergeräten zu den Stoßzeiten (z.B. in der Mittagspause) verwundert die Bewertung nicht. Die starke Beanspruchung führt auch dazu, dass immer wieder Störungen auftreten, obwohl die Geräte sehr robust sind. Der Personalaufwand für die Betreuung der Geräte ist erheblich und nicht immer kann bei Problemen sofort Abhilfe geschaffen werden. Viel schwieriger wird es sein, hier zu wirklichen Verbesserungen zu kommen. Für zusätzliche Geräte steht zurzeit kein Raum zur Verfügung. Eine bessere Betreuung durch zusätzlichen Personaleinsatz könnte möglicherweise aus den Kopiereinnahmen finanzierbar sein. Eine Maßnahme zur Verringerung des Kopierbedarfs wurde in diesem Wintersemester mit der Einrichtung elektronischer Semesterapparate begonnen. Im Sommersemester soll dieses Angebot der Bibliothek ausgeweitet werden.

Computer- und Internetarbeitsplätze:
Sehr wichtig oder wichtig ist für 73% der Antwortenden die Ausstattung der Arbeitsplätze in der Bibliothek mit Computern und Internetanschluss. In der Reihenfolge der Wichtigkeit liegt dieser Wunsch an vierter Stelle. Nur 36% sind damit sehr zufrieden oder zufrieden, immerhin 14% waren damit unzufrieden oder sehr unzufrieden. Die Korrelation zwischen der Wichtigkeit des Angebotes und der Zufriedenheit damit ist ungünstig, 55% der Antwortenden sind damit weniger zufrieden als es ihnen wichtig ist. Bei der Frage nach der Wichtigkeit neuer Angebote, stehen Notebook-Arbeitsplätzen an vorderster Stelle, für 56% sind sie sehr wichtig oder wichtig. Knapp dahinter mit 52% liegt die Forderung nach Multimedia-Arbeitsplätzen. Auch in den Textantworten wird der Wunsch nach mehr Computerarbeitsplätzen häufig geäußert.

Die Hochschule hat zwar in anderen Bereichen eine große Zahl von Computerarbeitsplätzen geschaffen, das Angebot in der Bibliothek mit nur vier Arbeitsplätzen für Internetrecherchen ist offenbar unzureichend. Eine echte Verbesserung ist kurzfristig leider kaum möglich, da der dafür nötige Raum fehlt, aber einige wenige zusätzliche Arbeitsplätze wollen wir noch einrichten. Ansonsten muss auf die Rechnerpools des ZIK verwiesen werden.

Arbeitsklima:
Mit dem Arbeitsklima in der Bibliothek sind 52% der Nutzerinnen und Nutzer sehr zufrieden oder zufrieden, aber in den Textantworten wird doch recht häufig nach mehr Ruhe in den Arbeitsräumen, nach freundlicheren, ruhigeren, angenehm gestalteten und durch Sichtschutz abgetrennten Arbeitsplätzen formuliert. Auch der Wunsch nach mehr Gruppenarbeitsräumen wird deutlich.

Für mehr Ruhe in den Arbeitsräumen wollen wir durch entsprechende Hinweise und durch deutlicheres Einschreiten des Personals sorgen. Eine bessere Arbeits- und Lernatmosphäre könnte durch Investitionen in die Bibliothekseinrichtung erreicht werden, das wird kurzfristig nicht zu realisieren sein.

Schließfächer, Toiletten:
Den schlechtesten Zufriedenheitswert erhielten die Toilettenanlagen. 27% waren damit unzufrieden oder sehr unzufrieden. Diese Einschätzung verwundert uns nicht. Die Hochschule bemüht sich darum, dass die Bauverwaltung die Sanierung der Toiletten in ihr Bauprogramm für 2007 aufnimmt.

Die Schließfächer im Untergeschoss des KG I erhielten ebenfalls eine schlechte Bewertung. Hier muss die Bibliothek selbst nach besseren Lösungen suchen und das Schlüsselpfandproblem lösen. Eine Sanierung der Schränke wäre dringend erforderlich, wie sie zu finanzieren ist, kann aber noch nicht gesagt werden.

Freundlichkeit und Kompetenz des Bibliothekspersonals:
Gefragt wurde in zwei getrennten Fragen nach der Zufriedenheit mit der Freundlichkeit und der Kompetenz des Bibliothekspersonals. Auf fast allen Fragebögen wurde auf diese Fragen auch geantwortet, die Nutzerinnen und Nutzer haben sich also durchaus eine Meinung dazu gebildet und diese uns auch mitgeteilt. Sehr zufrieden oder zufrieden (Note 1 – 2) mit der Freundlichkeit des Personals sind 66% unserer Kundinnen und Kunden. Note 1 - 3 vergaben insgesamt 85%, nur 13% vergaben die Noten 4 – 6, waren also mit unserer Freundlichkeit weniger zufrieden.

Die Zufriedenheit mit der Kompetenz des Personals ist sogar noch etwas höher. 73% vergaben die Noten 1 - 2, waren sehr zufrieden oder zufrieden, die Kompetenz des Personals erreicht damit den höchsten Zufriedenheitsgrad. Immerhin 95% haben sich ein Urteil gebildet und die Frage beantwortet.

Ein ähnliches Bild ergeben auch die frei formulierten Textantworten auf die Fragen „Was sollten wir nach Ihrer Meinung sofort ändern?“ (Kritik) bzw. „Was gefällt Ihnen an der Bibliothek und was sollte auch in Zukunft beibehalten werden?“ (Lob). Bei der Kritik fallen 40 Antworten auf die Kategorie „Personal“, beim Lob erhielten wir dazu 151 lobende Antworten, das Lob überwiegt also deutlich.

Insgesamt können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bibliothek mit dieser Beurteilung sehr zufrieden sein. Die kritischen Beurteilungen nehmen wir dennoch ernst und wir wollen uns auch bemühen, den positiven Gesamteindruck noch zu verbessern.

Betreuung durch das Bibliothekspersonal:
Zu 13 bestehenden Angeboten der Bibliothek wurde nach der Wichtigkeit gefragt. Nimmt man die Beurteilungen „sehr wichtig“ und „wichtig“ (Note 1 oder 2) zusammen liegt die Betreuung durch das Bibliothekspersonal schon an fünfter Stelle in der Wichtigkeitsskala. 67% unserer Kundinnen und Kunden halten diese für sehr wichtig oder wichtig. Interessanterweise wird die Betreuung von den Lehrenden der der Hochschule noch wichtiger eingeschätzt, für sie ist es das drittwichtigste Angebot der Bibliothek.

Besonders wichtig wird die Beratung bei der Nutzung elektronischer Zeitschriften und bei der Recherche in Datenbanken. 50% der Nutzer äußerten hierzu Informationsbedarf. Diese Beurteilung ermutigt uns in den Bemühungen, Ihnen durch eine gute Beratung die Nutzung der Bibliotheksangebote zu erleichtern.

Benutzerschulungen:
Die Bibliothek betreibt einen verhältnismäßig hohen personellen Aufwand für die Schulung der Studierenden zur Bibliotheksbenutzung und zur Nutzung bibliographischer Datenbanken. Auch für dieses doch speziellere Angebot erhielten wir noch 68% wertende Antworten, 31% nutzen das Angebot nicht, 1% kannte es nicht. 51% waren mit den Schulungen sehr zufrieden oder zufrieden (Note 1 – 2). Von den Nutzern der Schulungen waren 75% damit sehr zufrieden oder zufrieden. Von nur 5% erhielten wir die Noten 3 – 6. Es wurde auch die Frage untersucht, wie viele der Nutzer, denen die Benutzerschulungen wichtig sind, auch mit diesen zufrieden sind. Wir erreichten auch hier eine verhältnismäßig hohe Korrelation, nur 12% der Nutzer sind mit den Schulungen weniger zufrieden als sie ihnen wichtig sind.

Beratung und Schulung wird mit dem wachsenden Angebot elektronischer Dienste ein noch wichtigerer Faktor im Dienstleistungsangebot der Bibliothek werden. Die Umfrage zeigte, dass hier großer Bedarf besteht. In Zusammenhang mit der Planung der neuen Studiengänge ist auch ein Konzept zur Verbesserung der Informationskompetenz der Studierenden und zur Integration dieser Kurse in das Curriculum eines Studienganges zu erarbeiten. Die Bibliothek will dazu ihren Beitrag leisten.