Portfolio macht Schule

Seit nunmehr rund 20 Jahren wird im deutschsprachigen Raum – langsam aber stetig zunehmend – an Schulen mit Portfolios gearbeitet. Man kann also durchaus sagen, dass Portfolioarbeit in der Schule Einzug hält und dort immer bekannter wird: Portfolio macht Schule. Diese Tendenz wird durch die nachrückenden Generationen von Lehrerinnen und Lehrern verstärkt, da Portfolioarbeit inzwischen auch in der Lehrerausbildung zum festen Bestandteil geworden ist: Als Unterrichtsmittel und -methode, aber auch als Instrument zur Reflexion der eigenen beruflichen Praxis.

Die Einführung der Portfolioarbeit in den Unterricht bzw. die Schule als Gesamtorganismus erweist sich aber in der Praxis als komplexe Herausforderung: Sie umfasst in aller Regel eine Reform des Unterrichts, der Leistungsbeurteilung und – konsequent betrieben – auch der gesamten Institution. Die Einführung von Portfolioarbeit sollte daher von Anfang an als Schulentwicklungsprojekt betrieben werden. Dafür vermittelt dieses Abrufangebot in den drei angegebenen Formaten Methoden und Konzepte, gibt mehr und weniger gelingende Praxisbeispiele und zeigt Möglichkeiten und Perspektiven auf, wie mit Schwierigkeiten produktiv umgegangen werden kann.

  • Im Format „Info-Vortrag“ geschieht dies einerseits überblicksartig, andererseits anhand von ausgewählten Beispielen auf der Ebene der Unterrichtsentwicklung bzw. der Schulentwicklung.
  • Im Format „Workshop“ wird die bisherige reflexive Praxis (z.B. Tagebuch, Lernjournal, Portfolio) im jeweiligen Unterrichtsfach analysiert und im aktuellen Schulentwicklungsdiskurs verortet. Daraus werden gemeinsam die nächsten Schritte für die Profilierung der Portfolioarbeit im Unterricht der teilnehmenden Kolleg/innen konzeptuell erarbeitet. Im Vorgespräch werden die passenden inhaltlichen Schwerpunkte festgelegt.
  • Im Format „Pädagogischer Tag“ besteht das Ziel in der Vorbereitung einer schulweiten Implementierung von Portfolios. In einem Vorabgespräch werden die Ausgangsbedingungen an der Schule bzw. im Fach analysiert. Das Impulsreferat bezieht sich direkt auf diese Vorarbeit und verdeutlicht Tendenzen vor dem Hintergrund der bisher vorliegenden internationalen Erfahrungen mit Portfolio-Implementierung. In Kleingruppen werden Konzepte für Portfolioarbeit in den Fächern erarbeitet. Parallel dazu arbeitet eine Steuergruppe am schulübergreifenden Implementierungskonzept. Am Nachmittag werden die Ergebnisse auf einem Postermarkt präsentiert und als Gesamtbild diskutiert. In einer abschließenden Rundtisch-Diskussion werden die nächsten Schritte vorgestellt.

Auch wenn wir im deutschsprachigen Raum erst am Anfang stehen, Portfolios gezielt zur Unterrichts- und Schulentwicklung einzusetzen, so wird bereits jetzt deutlich, dass das Portfolio für die lernende Organisation Schule ein Instrument mit weitreichenden Perspektiven darstellt: Es ermöglicht nicht nur Portfolioarbeit an sich, sondern kann auch andere Reformvorhaben wirkungsvoll unterstützen: So vor allem die Einführung von Elementen einer neuen, dialogischen und reflexiven Lernkultur und eines achtsameren Umgangs mit Schülerleistungen. Auch in diesem Sinne kann man also sagen, „Portfolio macht Schule“, denn Portfolioarbeit weist immer über sich hinaus.
(aus: Bräuer/Keller/Winter: Portfolio macht Schule. Unterrrichts- und Schulentwicklung mit Portfolio. Klett/Kallmeyer 2012, S. 7f.)

Formate & Kosten:1. Infovortrag: 1,5 h, max. 200 Personen, Kosten: 400€
2. Workshop: 4 h, max. 20 Personen, Kosten: 600 €
3. Pädagogischer Tag: 7 h, max. 150 Personen, Kosten:1000€
Ort:in der Schule vor Ort
Adressaten:Lehrer/innen aller Fächer, Schulleitungen
Schulart:alle Schularten
Leitung & Veranstalter:Dr. Gerd Bräuer, Gründer und Leiter des Schreibzentrums der PH Freiburg; Begleitung von Schulen und Hochschulen zur Schreib- und Reflexionskultur, Portfolioexperte, http://international-literacy-management.org
Kontakt:

braeuer(atnospam)ph-freiburg.de