„Mathe für alle“ - Tagung

Die Tagung „Mathe für alle“ des Instituts für Mathematische Bildung der PH Freiburg (IMBF) bietet ein vielfältiges und reichhaltiges Programm für Lehrkräfte aller Schularten. Ganz neu im Programm ist eine Workshopschiene zum Thema "Übergänge", mit der wir die Kohärenz zwischen den Schularten und Schulstufen stärken möchten.

Anmeldung:
Lehrgangsnummer LFB online: 86886214. Zur Abrechnung von Reisekosten bitte vor der Veranstaltung ZUSÄTZLICH auf LFB-online anmelden.

Anmeldeschluss: Mi, 27.09.2017

Hinweis:zwischen dem 13. und 15.8. gab es eine technische Störung in der Anmeldung. Wessen Anmeldung in dieser Zeit nicht funktioniert hat - was an der fehlenden Anmeldebestätigung per E-Mail zu erkennen ist - melde sich bitte noch einmal an.

Zeitplan

08:30 - 09:30 UhrAnmeldung im Tagungsbüro im KG V
09:30 - 09:45 UhrBegrüßung (KG V, Raum 103)
09:45 - 10:45 UhrHauptvortrag (KG V, Raum 103)
10:45 - 11:15 UhrMathe-Café; Zeit & Raum zum Austausch
11:15 - 12:45 Uhr
Workshops I
12:45 - 14:00 Uhr
Mittagspause
14:00 - 15:30 Uhr
Workshops II
15:30 - 16:30 Uhr
Abschluss

Hauptvortrag

Prof. Dr. Lisa Hefendehl-Hebeker (Universität Duisburg-Essen): Arithmetisches Denken - Grundlage für die gesamte Schullaufbahn

Arithmetisches Denken – Grundlage für die gesamte Schullaufbahn

Arithmetisches Denken beinhaltet mehr als bloßes Rechnen. Es beinhaltet das Erfassen von Beziehungen, Mustern und Strukturen im Bereich der Zahlen von der Grundschule bis in die gymnasiale Oberstufe. Eine Einübung in arithmetisches Denken kommt nicht nur der Fähigkeit zum flexiblen Rechnen zugute, sondern legt auch Grundlagen für die Erweiterungen des Zahlenbereichs und die Algebra. Der Vortrag demonstriert dies an Beispielen aus allen Schulstufen.

Workshops I (Vormittag)

Primarstufe:

P1V - Entdeckendes Lernen - Selbstdifferenzierende, materialbasierte Aufgaben und Lernumgebungen in der Grundschule (Reinhold Haug & Thomas Ahrens)

Entdeckendes Lernen im Mathematikunterricht der Grundschule soll es Schülerinnen und Schülern ermöglichen, sich eigenständig mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen. Offene Aufgaben und Problemstellungen bieten dabei einen sinnvollen Ausgangspunkt, um Kindern mathematisches Verständnis aber auch Alltagsbezüge  aufzuzeigen

Die neu gegründete Mathewerkstatt in Offenburg (eine Kooperation zwischen dem Schulamt Offenburg, der Pädagogischen Hochschule Freiburg und dem Seminar Offenburg) bietet in diesem Zusammenhang Lehrerinnen und Lehrern eine Vielzahl materialbasierten Aufgabenstellungen und Lernumgebungen an, die eine Handlungsorientierung auf unterschiedlichen Niveaus ermöglicht.

Ziel des Workshops ist daher das Kennenlernen und Ausprobieren verschiedener Aufgabenformate und Materialien, die das forschende Lernen von Kindern im Grundschulalter anregen und fördern.

P2V - Der Einsatz von Tablets zur Begleitung und Dokumentation von Lernprozessen (Karlfried Schicht)

Schon in der Grundschule können Tablets sinnvoll eingesetzt werden, um Lerndialoge zu dokumentieren, Lernszenarien zu entwerfen und in das Lernspurenheft des Kindes zu integrieren, Tutorials zu produzieren, Portfolios zu erstellen oder ein Thema zu präsentieren. Möglichkeiten hierzu werden im Workshop aufgezeigt. Bitte bringen Sie dazu Ihr eigenes Tablet mit und laden Sie aus dem App-Store oder Play-Store folgende Apps auf Ihr Tablet: Book Creator, Doceri oder Explain Everything, Good Notes oder Noteshelf, Stage Pro, Brother iPrint&Scan.

Übergang:

Ü1V: Arithmetik am Übergang von der Primarstufe zur Sekundarstufe am Beispiel Lernstand 5 (Timo Leuders, Andreas Schulz, Sabine Kowalk)

Die Eingangsdiagnose „Lernstand 5“ erfasst am Beginn von Klasse 5 effektiv den Lernstand eines jeden Lernenden im Bereich Zahlen und Operationen, sowie bei schriftlichen Rechenverfahren. Wie aber können die dabei gewonnenen Rückmeldungen effektiv für das Weiterlernen auf unterschiedlichen Niveaus genutzt werden?

Im Workshop werden die Lernstandsanalyse und Förderansätze und –materialien vorgestellt. Daneben werden gemeinsam verschiedene, in den Unterricht gut integrierbare, Förderansätze für Schülerinnen und Schüler auf verschiedenen Lernstandsstufen erarbeitet.

Ü2V: Mathe-Apps: Sinnvoll auf Basiskompetenzen Mathematik abgestimmt?! (Stefan Eigel)

Mathe-Apps müssen sinnvoll auf die mathematischen Basiskompetenzen abgestimmt sein, damit sie den Unterricht bereichern, ergänzen und unterstützen. Weitere Kriterien sind der schnelle unkomplizierte Einsatz und ein möglichst geringer Spielanteil, denn die wenige Zeit muss sinnvoll und zielorientiert genutzt werden.
Im Workshop lernen Sie "gute" Mathe-Apps kennen und können diese auf einem iPad ausprobieren.

Leitung: Stefan Eigel

Zielgruppe: Primarstufe

Zur Person:

Fachleiter Stefan Eigel ist am Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Lörrach beschäftigt und bildet schwerpunktmäßig in den Fächern Mathematik, Medienpädagogik und Sport aus. Er arbeitet ebenfalls als Lehrbeauftragter am Institut für mathematische Bildung der Pädagogischen Hochschule Freiburg.

Sekundarstufe:

S1V: Sprache initiieren oder vermeiden? Funktionen von Sprache beim Mathematiklernen am Beispiel der Unter- und Mittelstufenmathematik (Lena Wessel)

Sprache kann für viele Lernende eine Herausforderung beim Mathematiklernen darstellen. Möglichkeiten diesen zu begegnen bestehen für die Mathematiklehrkraft u.a. darin, defensiv sprachliche Hürden zu vermeiden oder offensiv mit Sprache umzugehen und Sprache zu fördern. Letzteres ist auch unter der Methode des Scaffolding verbreitet. Beide Ansätze werden anhand von Unterrichtsbeispielen vorgestellt, von den Teilnehmenden des Workshops in Teilen adaptiert und bzgl. ihres Einsatzes diskutiert und reflektiert.

S2V: Umsetzungsmöglichkeiten der Leitperspektiven berufliche Orientierung, nachhaltige Entwicklung und Verbraucherbildung (Katja Maaß & Anika Weihberger)

"Was ich in der Schule in Mathe lerne, brauche ich doch nie wieder!" Diesem Irrtum begegnen Aufgaben, die von authentischen Problemen aus der Berufswelt oder echten Fragen aus dem täglichen Leben ausgehen. Die im Workshop präsentierten Aufgaben wurden im Rahmen mehrerer europäischen Projekte wie mascil oder PRIMAS entwickelt und im Unterricht getestet, die forschendes Lernen und/oder Berufsbezüge im Mathematikunterricht fördern wollen. Schülerinnen und Schüler erfahren dadurch die Relevanz von Mathematik. Indem sie eigenständig Probleme lösen und Fragestellungen diskutieren, verstehen sie Mathematik besser und ihre Motivation für den Mathematikunterricht wird gestärkt.

Die im Rahmen des Workshops vorgestellten Aufgaben wecken nicht nur das Interesse der Schülerinnen und Schüler für naturwissenschaftliche Berufe, sonder gleichzeitig werden sie dadurch kritischer gegenüber Aussagen von Dritten. Dies befähigt sie nicht nur zu einem kritischen Verbraucherverhalten, sondern auch zu kritischen Demokraten. Für Sie als Lehrerinnen und Lehrer bedeutet dies, dass Sie ganz praktische, vielfältige Aufgaben aus dem Workshop mitnehmen können, die den Leitperspektiven "Berufliche Orientierung", "Nachhaltige Entwicklung" oder "Verbraucherbildung" gerecht werden und direkt im Unterricht einsetzbar sind.

Leitung: Prof. Dr. Katja Maaß, Anika Weihberger

Zielgruppe: Sekundarstufe I

Zu den Personen:

Prof. Dr. Katja Maaß ist Leiterin des International Center for STEM Education, das am Institut für mathematische Bildung der Pädagogischen Hochschule Freiburg ansässig ist. Sie war und ist Koordinatorin zahlreicher europäischer Projekte (LEMA, INSTEM, PRIMAS, mascil, MASDiv, InclusME, SEM PD Net), die ihre Schwerpunkte auf der Grundlage von forschendem Lernen und offenen Aufgaben im Bereich Umgang mit Heterogenität, Alltags- und Berufsbezügen haben und beschäftigt sich auch in Forschung und Lehre mit diesen Themen.

Anika Weihberger ist Gymnasiallehrerin mit den Fächern Mathematik und Physik am Rotteck-Gymnasium Freiburg. Neben ihrer Tätigkeit dort als Lehrerin ist sie seit mehreren Jahren im Rahmen internationaler Projekte an der PH Freiburg tätig und ist dort für die nationale Umsetzung zuständig, d.h. sie entwickelt und erprobt Aufgaben für den Unterricht und leitet Lehrerfortbildungen.

Workshops II (Nachmittag)

Primarstufe:

P3N - Übung macht (nicht immer) den Meister - Sonderpädagogische Diagnostik in der Mathematik (Markus Stecher & Romina Rauner)

Wie schafft Monika den Zehnerübergang? Anhand eines konkreten Fallbeispiels erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer theoriegeleitet und praxisnah, welche diagnostischen Kategorien aus sonderpädagogischer Perspektive bedeutsam sind, um passgenaue Bildungsangebote abzuleiten zu können.

Markus Stecher ist Bereichsleiter in den Förderschwerpunkten Sprache, Hören & Lernen bei Blindheit und Sehbehinderung am Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Freiburg - Abt. Sonderpädagogik Romina Rauner ist Fachleiterin im Förderschwerpunkt Hören am Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Freiburg - Abt. Sonderpädagogik

P4N - "Muster und Strukturen" von Anfang an (Marion Wenglein & Anja Dürr)

Im Bildungsplan 2016 wird „Muster und Strukturen“ nicht mehr als eine eigene Leitidee aufgeführt, sondern als durchgängiges Prinzip des Mathematiklernens in allen Jahrgangsstufen verstanden. „Muster und Strukturen“ steht dabei für eine zeitgemäße Sicht auf Mathematik und Mathematiklernen. Im Workshop wird anhand von Aufgabenbeispielen und Materialien aufgezeigt, wie „Muster und Strukturen“ schon von Anfang eine wichtige Rolle spielen kann.

Übergang:

Ü3N: Ganz ungezwungen, noch ehe man sie definiert hat, tauchen Funktionen und Abbildungen auf (Hans Freudenthal). Oder: Funktionales Denken von Kl. 1 -10 (Michael Marxer)

Denken in Beziehungen und Abhängigkeiten, in Zuordnungen und deren systematischer Änderung sind Gegenstand zahlreicher mathematischer Inhalte der Klassenstufen 1 – 10 . In der Primarstufe geschieht dies eher mit arithmetischen, in der Sekundarstufe stärker mit algebraischen Mitteln. Die Denkweisen sind jedoch vergleichbar. Wenn der Sekundarstufenlehrer weiß, wie in der Primarstufe gearbeitet wurde, kann er gezielt daran anknüpfen. Wenn der Primarstufenlehrer weiß, wie in höheren Klassen funktional gedacht wird, kann er bewusst darauf vorbereiten. Im Workshop werden Aufgabenformate beider Stufen vorgestellt, der theoretische Hintergrund und wichtige Begrifflichkeiten geklärt und die Verbindung zwischen den Aufgabenformaten der Primar- und der Sekundarstufe hergestellt.

Leitung: Michael Marxer

Zielgruppe: Primarstufe/Sekundarstufe

Zu den Personen:  Michael Marxer arbeitet am Institut für mathematische Bildung Freiburg mit Schwerpunkten in der Didaktik der Algebra und der Funktionen. Er war über 20 Jahre als Realschullehrer tätig.

Ü4N: Übungen zur Raumvorstellung im MU (Reinhard Schmitt-Hartmann)

Für viele Bereiche der Mathematik ist eine gute Raumvorstellung notwendig oder zumindest hilfreich. Gleichwohl spielt die Behandlung des räumlichen Vorstellungsvermögens im Mathematikunterricht meist eine untergeordnete Rolle.

Im Workshop „Übungen zur Raumvorstellung im MU“ werden Möglichkeiten für verschiedene Klassenstufen vorgestellt, wie sich die Raumvorstellung bei den Schülerinnen und Schüler fördern lässt. Dazu zählen neben Übungen mit konkreten Körpern oder Papierfaltübungen auch Übungen, die weitgehend in der Vorstellung im Sinne einer Kopfgeometrie durchgeführt werden. Darüber wird verdeutlicht, wie sich mit den Übungen die Prozesskompetenzen Kommunizieren und Argumentieren fördern lassen.

Sekundarstufe:

S3N - Visualisierung beim Lehren und Lernen von Mathematik (Anika Dreher & Lars Holzäpfel)

"Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte" - Diese Äußerung ist sicherlich jedem vertraut. Jedoch stellt sich gerade in einer Zeit, in der die Bilderflut auch in Lehr- Lernprozessen deutlich zunimmt, die Frage, wie gewinnbringend Bilder für den Lernprozess wirklich sind. Auch im Mathematikunterricht spielen visuelle Darstellungen eine bedeutsame Rolle. Insbesondere  ist ein bedeutender Teil der Mathematik visuell repräsentiert, wie sich z.B. in der Darstellung einer Funktion, in Diagrammen oder auch in der Geometrie zeigt. Doch auch die Nutzung von Bildern, um mathematische Konzepte, Begriffe oder Verfahren zu vermitteln und verstehen zu lernen, spielt im Fach Mathematik eine wichtige Rolle für den Lehr- Lernprozess.

Im Workshop werden verschiedenen Funktionen von Visualisierungen diskutiert und es wird ein Blick auf die kritischen Stellen bei der Gestaltung und Auswahl von Bildern für den Lernprozess geworfen - denn nicht jede Visualisierung ist hilfreich. Worauf kommt es also an?

S4N - Einsatz digitaler Werkzeuge zur Diagnose am Beispiel von Geogebragroups. Hausaufgabenkontrolle und Hausaufgabenmanagement mit digitalen Medien (Jürgen Kury)

Was die einzelne Schülerin, was der einzelne Schüler kann, wo es Defizite gibt, und welche Fehler typischerweise auftreten. Mittels GeogebraGroup lassen sich Fragen nach dem Wissenstand der Klasse auf effektive und aussagekräftige Weise beantworten, indem die Lösungen gegebener Aufgaben automatisiert und ausgewertet und der Klasse zurückgespiegelt werden. So entsteht ein Überblick über den derzeitigen Wissensstand der Klasse, und gehäuft auftretende Fehler können zum Gegenstand eines aufklärenden Unterrichtsgesprächs genutzt werden. Im Workshop wird anhand von beispielhaften Aufgabensets das Potenzial von GeogebraGroups für die Diagnose diskutiert und eigene Aufgabensets für den eigenen Unterricht entwickelt.

Termin:
Do, 05.10.2017,  08:30 - 16:30 Uhr
Ort:Pädagogische Hochschule Freiburg, Anmeldung im Tagungsbüro im KG V (Haupteingang PH)
Adressaten:Lehrkräfte für Mathematik, Multiplikatoren*innen, Lehrerausbilder*innen, Referendare*innen, Studierende
Schulart:alle Schularten
Teilnahmebeitrag:

Im Rahmen des Projekts „Freiburger Lehramtskooperation in Forschung und Lehre [FL]2 – Kohärenz und Professionsorientierung” kostenfrei.

Erstattung der Reisekosten durch die SSA / RP Freiburg möglich (Lehrgangsnummer LFB-Online 86886214)

Kontakt:

inhaltlich: mathefueralle(atnospam)ph-freiburg.de
organisatorisch: lehrerfortbildung(atnospam)ph-freiburg.de

Veranstaltet von:

Institut für Mathematische Bildung der PH Freiburg (IMBF) und ZELF Zentrum für Lehrerfortbildung der Pädagogischen Hochschule Freiburg im Rahmen von FACE Freiburg Advanced Center of Education www.face-freiburg.de


Das Projekt „Freiburger Lehramtskooperation in Forschung und Lehre [FL]2 – Kohärenz und Professionsorientierung” wird im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung” von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.

Anmeldung:

Lehrgangsnummer LFB online: 86886214. Zur Abrechnung von Reisekosten bitte vor der Veranstaltung ZUSÄTZLICH auf LFB-online anmelden.

Anmeldeschluss: Mi, 27.09.2017

Hinweis: zwischen dem 13. und 15.8. gab es eine technische Störung in der Anmeldung. Wessen Anmeldung in dieser Zeit nicht funktioniert hat - was an der fehlenden Anmeldebestätigung per E-Mail zu erkennen ist - melde sich bitte noch einmal an.