Projekttag für Lehramtsstudierende und Lehr*innen zur sexuellen Bildung

sexuelle Identitäten – sexualpädagogische Themen unterrichten -– Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten und sexualisierter Gewalt

Die Sexualität des Menschen ist ein menschliches Grundvermögen und lebenslanges Grundbedürfnis. Sie umfasst die Gesamtheit der geschlechtlichen Lebensäußerungen, ist Teil der individuellen Persönlichkeitsentwicklung und prägt die eigene Identität. Sexualität beinhaltet demnach neben den biologischen Aspekten der Fortpflanzung und den damit verbundenen körperlichen Reaktionen emotionale und soziale Aspekte. Als Schattenseiten der Sexualität zeigen sich in unserer Gesellschaft verschiedene Formen der sexualisierten Gewalt (z. B. Missbrauch) und sexuell übertragbare Erkrankungen. Sexualpädagog*innen stimmen darin überein, dass grundlegendes sexuelles Verhalten erlernt wird. Dieses Erlernen beginnt bereits in der Kindheit, es vollzieht sich jedoch besonders intensiv in der Vorpubertät, Pubertät und Adoleszenz. Die Schulzeit der Heranwachsenden stellt damit die Lebenszeit des intensiven Erlernens sexuellen Verhaltens dar und es werden vielfältige sexuelle Orientierungen ausgebildet. Unter dem Begriff der sexuellen Vielfalt werden meist lesbische, schwule, bisexuelle Lebensweisen und unterschiedliche Formen sexueller bzw. geschlechtlicher Identität (Transsexualität, Transgender, Intersexualität) verstanden. Wichtig ist: Sexualität wird erlernt und auf vielfältige Art und Weise gelebt. Sexuelle Bildung setzt bei der menschlichen Fähigkeit an, Sexualität zu erlernen und ist ein Auftrag aller allgemeinbildenden Schulen.Vorstellungen über normengerechtes Sexualverhalten unterliegen dem Wandel der Zeit, spielen aber in jeder Kultur eine  bedeutende Rolle. Heute werden auch bei uns immer noch lesbische, schwule, bisexuelle und transidente Menschen diskriminiert. Das erschwert es vielen Menschen, ihre eigene sexuelle Orientierung zu entwickeln, geschlechtliche Identität zu akzeptieren und offen zu leben.

Sexuelle Bildung in der Schule ist ein heißes Eisen, nicht zuletzt, weil die persönliche Intimsphäre wie wohl bei keinem anderen schulischen Thema in Gefahr gerät und sie rechtlich im Spannungsfeld mehrerer Grundrechte angesiedelt ist. Zweifel und Ängste, was alles angesprochen werden kann, bewegen Lehrer*innen. Wissen über Aufgaben und Grenzen der sexuellen Bildung in der Schule, der menschlichen Sexualität an sich, die Ausprägung sexueller Orientierungen, sexuell übertragbare Krankheiten, sexualpädagogischer Methoden und Materialien sowie die Fähigkeit über Sexualität „natürlich“ kommunizieren zu können, helfen Lehrer*innen bei sexualpädagogischen Themen die „heiße“ Luft heraus zu nehmen und versprechen einen Unterrichtserfolg. Die außerschulischen Beratungsstellen sind starke Partner im Bereich der sexuellen Bildung für Lehrer* und Schüler*innen. Die Beratungsstellen unterstützen und ergänzen durch ihre Angebote Lehrer*innen bei ihrem Unterricht zur sexuellen Bildung, in dem sie u.a. ermöglichen, dass „heiße“ Unterrichtsthemen ausgelagert werden können. Zudem unterstützen die Beratungsstellen viele Jugendliche, die sich dort außerhalb der Schule Unterstützung suchen.

Einführungsvorträge:

  • Kurzvorstellung Aids-Hilfe e.V., Fluss e.V., FMGZ e.V., Pro familia e.V., Wildwasser e.V.
  • Sexualerziehung aus biologiedidaktischer und fächerübergreifender Perspektive (Prof. Dr. Ulrike Spörhase)
  • Ich und die Anderen - eine selbstreflexive Haltung als Voraussetzung für genderreflexives und (sexual-)pädagogisches Handeln (Carina Utz, Fluss e.V.)

Workshops:

  • Prävention sexuell übertragbarer Erkrankungen
  • Klitoris?! Und was sonst in Biologiebüchern oft unbenannt bleibt
  • Sexuelle + geschlechtliche Vielfalt als schulisches Querschnittsthema
  • Sexualpädagogische Materialien und Methoden für den Unterricht
  • Sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen
  • Elternabend

Zeitplan:

10:00 - 10:15 UhrAnkommen, Anmeldung & Begrüßungskaffee
10:15 - 11:00 Uhr Begrüßung und Vorstellung der Workshops;
Vortrag: Prof. Dr. Ulrike Spörhase (gr. Hörsaal)
11:00 - 11:15 UhrKaffeepause
11:15 - 12:00 UhrVortrag: Carina Utz, Fluss e.V. (gr. Hörsaal)
12:00 - 13:00 Uhr
Mittagspause in der Mensa
13:00 - 14:30 Uhr
Workshopphase I
14:30 - 16:00 Uhr
Worksopphase II
16:00 - 16:30 UhrGemeinsamer Abschluss (gr. Hörsaal)

Ziele:

Die Teilnehmer*innen…

  • Lernen die beteiligten Institutionen und deren Angebote für die schulische Sexualerziehung kennen.
  • Denken über ihre eigene sexuelle Biographie nach.
  • Vertiefen ihre Kenntnisse und Fertigkeiten zu der schulischen Sexualerziehung.
  • Vertiefen ihre Kenntnisse über die Nutzung von außerschulischen sexualpädagogischen Angeboten und deren adäquate Vernetzung mit dem schulischen Unterricht.
Termine:Fr, 31.1. 2020, 10-17 Uhr
Ort:Pädagogische Hochschule Freiburg, Aula, großer Hörsaal
Adressat*innen:Lehramtsstudierende der Prima-, Sekundarstufe I und II und Lehrer*innen aller Schulformen
Schulart:alle Schularten
Teilnahmebeitrag:kostenfrei
Leitung:Prof. Dr. Ulrike Spörhase, Pädagogische Hochschule Freiburg
Beteiligte, Institutionen und Beitragende:Aids-Hilfe e.V. - Robert Sandermann
Fluss e.V. – Carina Utz
FMGZ e.V. – Johanna Quinten
Pro familia e.V. - Tobias Clausnitzer
Wildwasser e.V. – Susanne Strigel
Pädagogische Hochschule – Tobias Leiblein, Prof. Dr. Ulrike Spörhase, Diana Jakobschy & Simone Zürcher
Kontakt:weiterbildung(atnospam)uni-ph.face-freiburg.de; Tel.: 0761-682-644 oder-544
spoerhase(atnospam)ph-freiburg.de
Veranstaltet von:Institut für Biologie und ihre Didaktik der PH Freiburg in Kooperation mit den o.g. Beratungsstellen unterstützt vom "Handlungsfeld Praxisvernetzung & Fort- und Weiterbildung" der School of Education FACE der Pädagogischen Hochschule Freiburg und Albert-Ludwigs-Universität Freiburg www.face-freiburg.de
Anmeldung: für Lehrkräfte und Referendar*innen:

Anmeldeschluss:  Fr, 17.01.2020

 

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