Praxisphasentag 2018 - Lerngelegenheiten schaffen

Das Praxiskolleg richtet in Kooperation mit der Fort- und Weiterbildung im Freiburg Advanced Center of Education (FACE) wieder eine umfassende Tagung zu den Praxisphasen im Lehramtsstudium aus. Hierbei werden Erkenntnisse aus der Forschung präsentiert und die Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis von den beteiligten Institutionen der Lehrerbildung diskutiert.

Hauptvorträge:

Prof. Dr. Julia Košinár, FH Nordwestschweiz, Pädagogische Hochschule, Institut Primarstufe: "Professionalisierung in der Lehrer(aus)bildung: typenbedingte Spannungsfelder und Verläufe"

Wie professionalisieren sich angehende Lehrpersonen? Welches Verständnis haben sie von der eigenen (professionellen) Entwicklung, wie nehmen sie Anforderungen, die sich ihnen in der Berufspraxis stellen, wahr und unter welchen Voraussetzungen bewältigen sie diese?

Dies sind für die Bildungsforschung und die Lehrerbildung drängende Fragen. In ihnen spiegelt sich der Anspruch wider, Ausbildungskonzeptionen so zu gestalten, dass Studierende und Referendar/innen in ihrem Entwicklungsprozess bestmöglich begleitet werden. Andererseits wird aber auch erkennbar, dass der Einfluss von Ausbildungsinstitutionen begrenzt ist und lediglich Impulse für die Entwicklung eines lehrberuflichen Habitus und die Ausbildung von Handlungskompetenzen gegeben werden können.

Wenngleich aktuell – nicht zuletzt durch die Qualitätsoffensive Lehrerbildung – neue Erkenntnisse und Ideen in die Lehrerbildungs-Konzeptionen einfließen, ist doch die Kernfrage danach, wie sich professionelle Entwicklung vollzieht bzw. warum sie gelingt oder nicht gelingt, noch nicht zufriedenstellend beantwortet.

In der Bildungsforschung kann es insbesondere über qualitative Studien mit fallbasierten und längsschnittlichen Verfahren gelingen, einen Einblick in diese „black box“ zu nehmen. Ausgehend von eigenen Studien, die sowohl im Referendariat und in der Berufseinstiegsphase als auch in der Schweizer einphasigen Lehrerbildung angesiedelt sind, wird zunächst der Theorierahmen gesetzt, um anschließend auf Basis anschaulicher Fallbeispiele Typologien im Ausbildungs- und Berufsphasenverlauf vorzustellen. Potenzielle (interpersonelle) Spannungsfelder werden ebenso thematisiert wie Transformationen von Handlungsdimensionen und Typen. Inwiefern solche Veränderungen Hinweis auf eine professionelle Entwicklung sind oder ob es sich „nur“ um kontextindizierte Veränderungen handelt, die sich zwischen Studium bzw. Referendariat und Berufseinstieg vollziehen, wird einer kritischen Überprüfung unterzogen.

Prof. Dr. Cornelia Gräsel, Bergische Universität Wuppertal, Institut für Bildungsforschung in der School of Education: "Praxisphasen im Lehramtsstudium als wichtige Lerngelegenheiten: neue empirische Befunde zum Praxissemester"

Ein Element der jüngsten Reformen von Lehramtsstudiengängen ist die Integration von Praxissemestern – längeren Schulpraktika, die von universitären Lehrveranstaltungen begleitet werden. Im ersten Abschnitt des Vortrages werden die Erwartungen und Ziele vorgestellt, die mit der Einführung dieser Praxissemester verbunden sind: Ein Hauptziel besteht darin, dass Studierende ihr bereits erworbenes fachwissenschaftliches, fachdidaktisches und bildungswissenschaftliches Wissen mit der Tätigkeit in Schulen verknüpfen. Dies soll auf eine Weise geschehen, dass sie den Wert wissenschaftlichen Wissens für die Praxis sehen und eine evidenzorientierte Grundhaltung entwickeln. Im zweiten Teil des Vortrags wird anhand erster empirischer Befunde dargestellt, welche Effekte Praxissemester für den Kompetenzerwerb der Studierenden haben und welche Merkmale von Praxissemestern sich als förderlich bzw. hinderlich für den Kompetenzerwerb erweisen. Der dritte Teil des Vortrages greift die Evidenzorientierung als Ziel des Praxissemesters noch einmal auf: Es wird analysiert, was „Evidenzorientierung“ für Studierende der Lehrämter bedeuten kann und wie Evidenzorientierung in Lehrveranstaltungen und insbesondere im Praxissemester unterstützt werden kann.

Workshops und meet-the-expert am Vormittag:

V1 Praxisphasen als Chance, die Bedeutung des Arbeitsbündnisses für Bildungsprozesse mittels Fallstudien zu erkennen - Svantje Schumann (Pädagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz)

Untersuchungen kommen zu der Annahme, dass Unterricht nur so wirkungsvoll werden kann, wie die soziale Kooperation, in die er eingebettet ist. Eine spezifische Form der Kooperation im Bildungsbereich ist das Arbeitsbündnis von Lehrkraft und Kind. Im Workshop wird einleitend die hermeneutische Analyse von PädagogInnen/Kind-Interaktionssequenzen mit Fokus auf dem pädagogischen Arbeitsbündnis vorgestellt. In der Arbeitsphase wird gemeinsam ein Fallbeispiel analysiert. In der Diskussion wird der Mehrwert, der ggf. durch die fallanalytische Arbeit für die Bewusstwerdung der Bedeutung des Arbeitsbündnisses für Bildungsprozesse entsteht, diskutiert. Der Workshop richtet sich an Personen aus Wissenschaft und Praxis. 

V2 Biographisches Theater zur Förderung der Selbstkompetenz in der Lehrerbildung - Anna Terstiege (Dipl. Regisseurin und Theaterpädagogin (But/DGfT)

Für die Professionalisierung von Lehrkräften wird neben dem Erwerb von fachwissenschaftlicher, fachdidaktischer und pädagogisch-psychologischer Expertise immer wieder auch die Notwendigkeit der Entwicklung einer Lehrerpersönlichkeit gefordert. Obwohl die Wichtigkeit und der Bedarf von Selbsterfahrungsmöglichkeiten für angehende Lehrkräfte selten bestritten wird, ist dieses Angebot kaum in den Curricula integriert - oft fehlen Konzepte der praktischen Umsetzung. Das biographische Theater wäre eine geeignete Möglichkeit für diesen Aspekt der Professionalisierung.

Beim biographischen Theater sind die eigenen Gedanken, Gefühle und Erlebnisse Ausgangpunkt einer theatralen Gruppenarbeit oder eines Inszenierungsprozesses. Dies ermöglicht, sich mit der eigenen Persönlichkeit und Erlebniswelt auseinanderzusetzen. Die spielerische und körperorientierte Herangehensweise kann jenseits des rationalen Verstehens emotionale Aufgeschlossenheit erreichen und neue Perspektiven eröffnen. In diesem Experimentierraum können Kreativität, Selbst- und Fremdvertrauen, Teamgeist und Empathie direkt erfahrbar gemacht werden. Durch das Spektrum theatraler Ausdrucksmöglichkeiten können neue Reaktions- und Handlungsmuster erprobt werden. Dieses theaterpädagogische Konzept könnte den angehenden Lehrkräften einerseits eine Möglichkeit zur Selbsterfahrung und zur Reflexion ihrer Rolle bieten. Andererseits können sie diese Methode auch selbst bei Schülern zur Stärkung der Lehrer-Schüler-Beziehung und zur Förderung von deren Identitätsentwicklung einsetzen.

Im Workshop wird das biographische Theater nach einer kurzen theoretischen Einführung exemplarisch praktisch erprobt: Die Teilnehmenden lernen in körper- und phantasieorientierten Übungen ausgewählte Methoden des biographischen Theaters kennen, z.B. zum Thema Konflikte in Praxisphasen, Statusarbeit, Umgang mit Heterogenität. Dieser Prozess wird anschließend bezüglich persönlicher Erfahrungen und seiner Potentiale für die Lehrerbildung reflektiert.

V3 Theoriebasiert und praxistauglich? – Zur Unterrichtsplanung im Fach Deutsch im Praxissemester des Lehramtsstudiums - Prof. Dr. Andreas Krafft (Pädagogische Hochschule Freiburg)

Der Workshop richtet sich an Personen, die in verschiedenen Praxisphasen an der Ausbildung von Lehrkräften im Fach Deutsch beteiligt sind. Mit dem ‚ausführlichen Verlaufsplan‘ soll ein in den letzten Jahren erprobtes und bewährtes Format zur Unterstützung der Stundenplanung im Integrierten Semesterpraktikum vorgestellt und diskutiert werden. Dieses lenkt den Fokus der Studierenden während der Unterrichtsvorbereitung explizit auf unterschiedliche (fachliche, didaktisch-konzeptionelle und methodische) Aspekte und soll so zu einer verstärkten fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Fundierung führen.
Die in den vergangenen Semestern an verschiedenen Pädagogischen Hochschulen gesammelten Erfahrungen lassen auf positive Effekte des Formats schließen – und dies nicht nur hinsichtlich der Unterrichtsplanung, sondern auch in Form eines höheren Reflexionsniveaus in den anschließenden Besprechungsrunden.

Schulstufen:alle
Fächer:Deutsch

V4 Individuelle Lernförderung im Team planen und gestalten - Franziska Rogge (Universität Potsdam)

Ihnen fällt es schwer individuelle Förderpläne zu entwickeln, die konkrete und prägnante Ziele enthalten? Mit dem für die Sekundarstufe entwickelten Instrument FiT-S zeige ich Ihnen einen Weg, mit dem Sie, auf der Basis von theoretisch und empirisch fundierten Karten, in kooperativer Zusammenarbeit im Kollegium Ressourcen und Risikofaktoren für Schülerinnen und Schüler identifizieren können. Die durch die Karten unterstützte Fallanalyse stellt in dem kooperativen Setting den Kern des Verfahrens dar. Mit dem sich aus der Analyse ergebenden realistischen und umfassenden Bild der Schülerin bzw. des Schülers, werden in einer zweiten Phase individuelle Förderziele und -maßnahmen entwickelt. Im Rahmen des Workshops wird Ihnen die Gelegenheit gegeben im Team eine solche Fallanalyse unter Anleitung durchzuführen sowie mögliche Förderziele/-maßnahmen daraus zu entwickeln. Der Workshop richtet sich daher primär an Lehrkräfte und Sonderpädagogen sowie an Studierende des Sekundarstufenlehramts.

V5 „… als ob ein Deutscher sowas hört.“ – Kulturelle Repräsentationen und kollektive Zugehörigkeiten in der unterrichtlichen Beschäftigung mit interkulturellen Lerngegenständen - Jonas Völker (Hochschule für Musik Freiburg)

„Vorunterrichtliche Vorstellungen sind zäh und widerständig und lassen sich durch Unterricht, der ohne die Kenntnis von Schülervorstellungen entwickelt wurde, kaum verändern“ (Reinfried et al. 2009, S. 404). Entsprechend werden in diesem Workshop Schülervorstellungen vorgestellt und diskutiert, die im Rahmen einer Studie zum interkulturellen Lernen im Musikunterricht erhoben wurden. Ziel des Workshops ist es zum einen, den Blick auf implizite und intuitive Schülervorstellungen zu richten und deren Bedeutung für das schulische Lernen zu ergründen. Basierend auf der Analyse und Rekonstruktion des handlungspraktischen Erfahrungswissens der Lernenden werden zudem fachdidaktische Konsequenzen für das interkulturelle Lernen besprochen. 

V6 „Kooperation ‚auf Augenhöhe‘?“ – Konzepte, Erfahrungen und Perspektiven für die Zusammenarbeit von Studierenden und Lehrkräften - Constanze Bartsch & Kirsten Friker (WWU Münster)

In der Lehrkräftebildung sind kooperative Prozesse zwischen Hochschule und Schule in den letzten Jahren vor allem im Kontext von heterogenen Lerngruppen und Gestaltung inklusiver Lernumgebungen vermehrt in das Blickfeld gerückt (vgl. etwa Lütje-Klose & Urban 2014; Kreis et al. 2016) und werden in aktuellen bildungswissenschaftlichen Debatten intensiv diskutiert. Dabei sind eine normative Tendenz und die Annahme einer Wirksamkeit im Hinblick auf die Professionalisierung von Lehramtsstudierenden festzustellen (vgl. Boller et al., 2018).

Im Projekt Praxisprojekte in Kooperationsschulen als Teil des QLB-Projekts Dealing with Diversity. Kompetenter Umgang mit Heterogenität durch reflektierte Praxis an der WWU Münster wird in den Fächern Deutsch, Mathematik, Geographie und Geschichte studienphasenübergreifend eine Zusammenarbeit zwischen Lehramtsstudierenden und berufserfahrenen Lehrkräften im Rahmen der Vermittlung fachspezifischer Lesestrategien angestrebt und unterstützt. Im Workshop sollen der Projektrahmen und die projektspezifische Ausgestaltung der Kooperation skizziert werden: Dazu gehören Formate und theoretische Konzepte für die Kooperation zwischen Studierenden und Lehrkräften sowie eine kritische Standortbestimmung, die erste Evaluationsergebnisse und die Nennung einiger zentraler Gelingensbedingungen der Kooperation von Studierenden und Lehrkräften umfasst.

Die im Teilprojekt entwickelten Lehr-Lern-Formate zur Vermittlung fachspezifischer Lesestrategien sollen Studierende und Lehrkräfte dazu befähigen, in der konkreten Unterrichtsdurchführung „auf Augenhöhe“ (Pilypaityte/Siller 2018, 4) zusammenzuarbeiten. Die aktuell diskutierten Konzepte der Ko-Konstruktion (Gräsel/Fußangel 2006) oder des sogenannten Third Space bzw. hybriden Raums (Fraefel/Reusser 2017) bilden dabei die Grundlage, erweisen sich jedoch auch als problematisch.

Wir wollen im Workshop diese Konzepte vorstellen und diskutieren, jedoch vor allem auch Erfahrungen und Interessen der Teilnehmenden (aus Schulen und Universitäten) in Bezug auf institutionenübergreifende Zusammenarbeit aufgreifen und gemeinsam mögliche Perspektiven für die Kooperation zwischen Hochschule und Schule vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen und Vorstellungen erarbeiten und miteinander diskutieren. 

V8 „Wieviel Praxis braucht ein Praktikum?“ - das Orientierungspraktikum als Lerngelegenheit im Kontext einer kohärenten Theorie-Praxis-Verzahnung - Dipl. Päd Michael Thimm (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)

Mit dem Absolvieren von Praktika sind in der Regel unterschiedliche Zielsetzungen verbunden. Die Vorstellung darüber, was eigentlich eine „gute Praxiserfahrung“ ausmacht, ist somit nicht einheitlich zu definieren. Jedoch wird ein Ziel in vielen Praktikumsordnungen - gerade auch im Kontext der Lehrerausbildung - immer wieder genannt: die gelungene Verknüpfung von Theorie und Praxis. Genau hier setzt der Workshop an, indem der Frage nachgegangen wird, wie die Praxis für die Lehramtsstudierenden gestaltet werden kann, damit die Ziele im Orientierungsprakikums erreicht werden. Das dreiwöchige Orientierungspraktikum im Bachelor-Lehramtsstudium ist ein Bestandteil des Moduls Bildungswissenschaften. Vorrangiges Ziel ist es, den Studierenden frühzeitig die Möglichkeit zu geben, ihre Studien- und Berufswahlentscheidung zu überprüfen bzw. zu fundieren. Der Workshop richtet sich an betreuende Lehrkräfte im Orientierungspraktikum sowie Personen, die in den Praxisphasen der Lehrerbildung tätig sind.

V9 Expertenaustausch mit Prof. Dr. Julia Košinár - Prof. Dr. Julia Košinár (FH Nordwestschweiz, Pädagogische Hochschule)

Die Hauptvortragende steht für Diskussion, Vertiefung und Reflexion der Thematik zu Verfügung. In einer kleinen Gruppe können Fragen gestellt und diskutiert werden.

Workshops, Runde Tische und Meet-the-expert am Nachmittag:

N1 Ausgewählte Aspekte sprachsensiblen Unterrichts – sprachliche Anforderungen von Unterricht ins Bewusstsein rücken - Markus Willmann & Irene Bundschuh (Pädagogische Hochschule Freiburg)

Der Workshop richtet sich an Studierende, Lehrkräfte und an der Ausbildung von Lehrkräften Beteiligte. Verfolgt wird das Ziel, für das Vorkommen bildungssprachlicher Elemente im Schulalltag zu sensibilisieren sowie an Beispielen die Umsetzung sprachsensibler Interaktion im Unterricht aufzuzeigen. Die Merkmale des sprachsensiblen Fachunterrichts bzw. des Makro- und Microscaffoldings werden überblicksartig aufgezeigt. Außerdem wird SIOP® (Sheltered Instruction Observation Protocol) als Instrument für die sprachsensible Unterrichtsplanung und –evaluation vorgestellt. In einer Arbeitsphase setzen sich die Teilnehmer/innen mit sprachlichen Anforderungen im Fachunterricht auseinander und lernen, diese zu identifizieren. Außerdem wird sprachsensible Unterrichtsinteraktion anhand konkreter Beispiele gesprächsanalytisch beleuchtet. 

N2 Das Patenschaftsprogramm SALAM – Spielen – Austauschen – Lernen – Achtsam – Miteinander: Lerngelegenheiten für Kinder und Studierende - Natascha Hofmann & Dr. Hildegard Wenzler-Cremer (Pädagogische Hochschule Freiburg)

Im Patenschaftsprogramm SALAM begleiten Studierende ein Grundschulkind für zwei Semester. Die beiden treffen sich einmal wöchentlich und gestalten gemeinsam die Freizeit. Seit 2007 wird dieses Programm an der PH Freiburg durchgeführt. Es nehmen überwiegend Kinder mit Migrationshintergrund oder Fluchterfahrung am Programm teil.

Welche Wirkungen, welche Lerngewinne und Entwicklungsmöglichkeiten bietet ein solches Programm für Kinder und Studierende? Wir werden im Workshop an Hand von Textstellen aus Lerntagebüchern etc. (Wenzler-Cremer, 2016) ausgewählte Erfahrungsfelder gemeinsam erarbeiten und aufzeigen, inwiefern eine solche Patenschaft die Studierenden bei ihrer pädagogischen Professionalisierung unterstützt. Zudem werden wir den organisatorischen Rahmen des Programms erläutern, um andere Hochschulen zu ermutigen, ähnliche Programme durchzuführen.

N3 Medienpädagogisch relevante Befunde zur Smartphonenutzung von Kindern- und Jugendlichen - Dr. Karin Knop (Universität Koblenz-Landau)

Im vorgeschlagenen Workshop wird auf Vortragsebene vorgestellt, wie Heranwachsende zwischen 8 und 14 Jahren Handys nutzen und bewerten und welche Faktoren eine mehr oder weniger individuell und sozial zuträgliche Nutzungsweise beeinflussen.

Die Verwendung des Handys geht mit vielen positiven und gewinnbringenden Aspekten wie dem wichtigen Austausch und Beziehungsmanagement mit Gleichaltrigen einher. Negativ ist hingegen, dass viele Kinder und Jugendliche das Handy teilweise unachtsam nutzen. Sie geben dann unüberlegt Daten preis oder lassen sich von Hausaufgaben ablenken. Hieraus können schulische Probleme und exzessive Nutzung resultieren. Cybermobbing, Sexting und Happy Slapping sind ebenfalls Nutzungsweisen mit negativen Folgen.

Der Vortrag richtet sich an alle Personen, die in den Praxisphasen der Lehrerbildung tätig sind sowie an Studierende und Referendar*innen. In der anschließenden Diskussion können ausgewählte Themenbereiche vertieft werden.

N4 Die Rolle der Betreuung für das Zutrauen in die Fähigkeiten angehender Förderschullehrkräfte im Rahmen des Praxissemesters in Hessen - Dr. Sebastian Dippelhofer, Dr. Andrea Hopf, Katrin Knoll & Carl Eberhard Kraatz (Justus-Liebig-Universität Gießen)

Im Feld „Praxisphasen im Lehramtsstudium“ sind Studierende im Förderschullehramt selten Thema – ebenso wie der Einfluss der als zentral geltenden Praxis und ihre Betreuung für didaktische wie inklusive Fähigkeiten. Basierend auf der studentischen Sicht widmet sich dem das Projekt „Evaluation Praxissemester“ an der Universität Gießen (N=122). So wirkt die fachdidaktische Betreuung an allgemeinbildenden Schulen positiv auf Unterrichten, Erziehen, Beurteilen und Innovieren; die förderschulische Begleitung zeigt Änderungen bei der Sicht, inklusiven Unterricht gestalten zu können. Diese Befunde sollen im Workshop seitens der TeilnehmerInnen unter Einbezug eigener Erfahrungen und Einnahme der Perspektiven bzw. Interessen von Studierenden oder Betreuenden diskutiert und damit Betreuungssituationen bzw. -verhältnisse identifiziert und diese optimiert werden.

N5 Hochschulpartnerschule werden? Warum und wie? - Dr. Martina von Gehlen, Susanne Mahler-Müller & Jessica Ohletz (Praxiskolleg FACE Freiburg)

Sie haben davon gehört, dass es Schulen gibt, die sich als Hochschulpartner-schulen bezeichnen (dürfen) und möchten gerne mehr darüber erfahren? Sie sind interessiert daran, mehr darüber zu erfahren, wie eine Schule Hochschulpartner-schule wird, und was es bedeutet, Hochschulpartnerschule zu sein? Martina von Gehlen vom Praxiskolleg im Freiburg Advanced Center of Education (FACE) erläutert im Workshop das Konzept der Hochschulpartnerschulen. Susanne Mahler-Müller, zeigt als Ansprechpartnerin des Gymnasiums Kenzingen für die Kooperation exemplarisch die Ebenen der Zusammenarbeiten auf und berichtet von ihren Erfahrungen. Jessica Ohletz erläutert aus der Sichtweise einer Gemeinschaftsschule die Kooperationsfelder und ihre Motivation die Kooperation zu unterstützen.

Die Bezeichnung Hochschulpartnerschule erhalten Schulen, die mit der Pädagogischen Hochschule und/oder der Albert-Ludwigs-Universität eng zusammenarbeiten. Mit der Schaffung von Hochschulpartnerschulen werden schon länger bestehende Partnerschaften, z.B. in der Begleitung Studierender im Bereich der schulischen Praktika der Pädagogischen Hochschule intensiviert. Darüber hinaus arbeiten Hochschulpartnerschulen auf der Basis einer Kooperationsvereinbarung in mindestens einem weiteren Bereich – Forschung, Fort-/Weiterbildung, Mentoring verbindlich mit den Hochschulen zusammen. Die Schwerpunkte können individuell je nach Schulanliegen vertieft werden. Die enge Kooperationsmöglichkeit steht Schulen aller Schularten (Grundschulen, Werkrealschulen, Realschulen, Gemeinschaftsschulen, Gymnasien, berufliche Gymnasien) offen. 

N6 Bedarfe von Schulen zu Inklusion forschungsbasiert begleiten - Jun.-Prof. Dr. Andreas Köpfer & Jun.-Prof. Dr. Katja Scharenberg (Pädagogische Hochschule Freiburg)

Die „Freiburger Inklusive Schulbegleitforschung“ (FRISBI) setzt sich zum Ziel, Schulen, die sich auf den Weg Richtung Inklusion gemacht haben oder machen möchten und dabei Fragen und Herausforderungen begegnen, wissenschaftlich zu begleiten. Ausgehend von den jeweiligen Bedarfen im Bereich Inklusion und in Dialog zwischen den Schulen und der Pädagogischen Hochschule Freiburg werden Fragestellungen und Herausforderungen inklusiver Schul- und Unterrichtsentwicklung im Rahmen von Abschlussarbeiten Studierender forschungsbasiert bearbeitet, gemeinsam mit den Schulen diskutiert und aus den Ergebnissen Impulse für die Schulentwicklung abgeleitet.

Der Workshop gibt einen Einblick in das Lehr-Forschungsprojekt und präsentiert exemplarische Fragestellungen sowie erste Ergebnisse der Pilotierungsphase. Gemeinsam mit den Workshopteilnehmenden werden Fragen und Themenfelder im Bereich Inklusion und Heterogenität identifiziert, die an der jeweiligen Schule der wissenschaftlichen Begleitung bedürfen.

N7 Das „Portfolio Praxisphasen“ in der Kölner LehrerInnenbildung – Erfahrungen zu einem phasenübergreifenden Konzept zur Entwicklung der Selbstreflexion und einer professionellen Haltung - Svenja Jaster (Universität zu Köln)

Im Workshop wird die Weiterentwicklung des „Portfolio Praxisphasen“ der Universität zu Köln vorgestellt. Dabei sollen Erfahrungen mit Portfoliokonzepten und -arbeit ausgetauscht und Anknüpfungspunkte gefunden werden. Nach sieben Jahren Erfahrung mit dem „Portfolio-Praxisphasen“, Ergebnissen aus Evaluationen sowie der Forschung, wurde die Konzeption für die Bachelor-Praxisphasen maßgeblich weiterentwickelt: Entstanden ist eine Struktur, die eine Begleitung sowohl über die Praxisphasen hinweg als auch innerhalb abbildet. Die Studierenden führen das Portfolio digital als E-Portfolio und können über einen Pflicht- und Wahlbereich einen individuellen Schwerpunkt setzen. Der Workshop richtet sich an Dozierende und Hochschulmitarbeitende, die an der Gestaltung von Portfoliokonzepten beteiligt sind sowie weitere, an Portfolioarbeit Interessierte.

N8 Inhaltliche Aktualisierungen im SPS aufgrund der Durchführung im 3. Semester des Masterstudiengangs - Frau Heim & Harald Peter (SSDL Berufl. Schulen Freiburg)

Ausgehend von den derzeitigen Ausbildungsstandards für das SPS (Schulpraxissemester) besteht Anpassungsbedarf aufgrund der Veränderung der zukünftigen zeitlichen Lage des SPS. Die fachwissenschaftliche und fachdidaktische Basis sowie die erziehungswissenschaftliche Kompetenz, auf der im SPS aufgebaut werden kann, werden sich verändern.

Zielgruppe: Studierende und alle Betreuenden, die am SPS aktiv beteiligt sind.

N9 Runder Tisch des Staatlichen Seminars für Didaktik und Lehrerbildung (WHRS) - Patrick Beuchert & Amanda Kanstinger (SSDL WHRS Freiburg)

Dialog zwischen den MentorInnen und den BereichsleiterInnen des Staatlichen Seminars für Didaktik und Lehrerbildung (WHRS) über die gemeinsame Gestaltung der ReferendarInnenausbildung.

N10 Expertenaustausch mit Prof. Dr. Cornelia Gräsel (Bergische Universität Wuppertal)

Die Hauptvortragende steht für Diskussion, Vertiefung und Reflexion der Thematik zu Verfügung. In einer kleinen Gruppe können Fragen gestellt und diskutiert werden.

Thema: Die Verbindung von Wissenschaft und Praxis in der Lehramtsausbildung

Zielgruppen:

Die Fachtagung richtet sich an Personen aus Wissenschaft und Praxis.
Angesprochen werden alle Personen, die in den Praxisphasen der Lehrerbildung tätig sind, hierzu zählen neben Ausbildungslehrkräften, Mentor*innen und Schulleitungen auch die Bereichsleiter*innen, Fachleiter*innen und Lehrbeauftragten der Staatlichen Seminare für Didaktik und Lehrerbildung (alle Schularten), Dozierende und Forschende der Hochschulen und Zuständige der Staatlichen Schulämter (alle Schularten) und des Regierungspräsidiums. Des Weiteren werden sowohl Lehramtsstudierende als auch Referendar*innen für einen konstruktiven Austausch eingeladen.

Zeitplan:

08:00 - 9:00 UhrAnkommen & Anmeldung
09:15 - 10:30 UhrBegrüßung & Hauptvortrag 1
10:30 - 11:30 UhrPostersession 1 mit Kaffee
11:30 - 13:00 UhrWorkshops und Austauschforen 1
13:00 - 13:30 UhrPostersession 2
13:30 - 14:30 UhrMittagspause
14:30 - 16:00 UhrWorkshops und Austauschforen 2
16:00 - 16:15 UhrKaffee & Raumwechsel
16:15 - 17:30 UhrHauptvortrag 2 und Abschluss
Termin:Di, 09.10.2018,  9:15 bis 17:30 Uhr
Ort:Pädagogische Hochschule Freiburg
Schularten:alle
Teilnahmebeitrag:kostenfrei
Leitung:Ulrike Dreher (PH Freiburg), Dr. Martina von Gehlen (Universität Freiburg)
Kontakt:ulrike.dreher(atnospam)ph-freiburg.de
Veranstaltet von:

Praxiskolleg in Kooperation mit der Fort- und Weiterbildung im Freiburg Advanced Center of Education (FACE)

Freiburg Advanced Center of Education (FACE) - ein Kooperationsnetzwerk der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Pädagogischen Hochschule Freiburg www.face-freiburg.de

Das Projekt „Freiburger Lehramtskooperation in Forschung und Lehre [FL]2 – Kohärenz und Professionsorientierung” wird im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung” von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.

Anmeldung:
LFB-online: Die Veranstaltung wird als Lehrer*innenfortbildung anerkannt. Die Lehrgangsnummer lautet 88194126. Zur Abrechnung von Reisekosten bitte vor der Veranstaltung ZUSÄTZLICH auf LFB-online anmelden.
Anmeldeschluss: 

Mi, 03.10.2018