Besondere Anforderungen im Praktikum

Für die Studierenden stellen sich im Tagespraktikum besondere Anforderungen:

  • Integration von fachlichen und fachdidaktischen Inhalten: In den Lehrveranstaltungen ist immer noch eine starke Trennung zwischen fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Inhalten erkennbar. Für die Planung von Unterricht ist es jedoch notwendig, beide Aspekte in Verbindung zueinander zu bringen. Das Begleitseminar bietet hier die Möglichkeit als eine der wenigen Veranstaltungen, diese Vernetzung herzustellen.
  • Theoriegeleitete Planung von Unterricht: Auf der einen Seite haben Studierende viele Jahre selbst Unterricht erlebt. Nun haben sie in den Veranstaltungen einige Theorien und wissenschaftliche Erkenntnisse kennen gelernt. Bei der Planung von Unterricht fällt immer wieder auf, wie theoretisches Wissen ungenutzt bleibt und stattdessen auf die Konzepte zurückgegriffen wird, die selbst in der eigenen Schulzeit erlebt wurden. Im Begleitseminar kann besprochen werden, wie unter Rückgriff auf theoretisches Wissen Unterricht professionell geplant werden kann. Eine Unterstützung der Studierenden dabei ist notwendig.
  • "bildungswissenschaftliches Wissen integrieren": Erziehungswissenschaftliches sowie psychologisches Wissen muss im Praktikum in die Praxis transferiert werden. Dieser Transfer fällt den Studierenden besonders schwer, weil sie einerseits ein breites Wissen benötigen (was sie teilweise zu diesem Zeitpunkt nur bedingt verfügbar haben) und andererseits erkennen müssen, an welchen Stellen dies nun relevant wird (z.B. lernpsychologische Erkenntnisse berücksichtigen, wenn eine Einführung in den Bruchbegriff geplant wird).
  • nicht nur das "wissen über", sondern auch das Anwenden (können) wird im Praktikum wichtig: Die theoriegeleitete Planung einer Stunde bildet eine notwendige Voraussetzung für guten Unterricht – danach kommt es jedoch sehr darauf an, die geplanten Aktionen im Klassenzimmer zu realisieren. Das Auftreten, die Sensibilität für Situationen, die richtige Reaktion auf Schüleräußerungen etc. sind Dinge, die ausprobiert und anschließend reflektiert werden müssen. Gerade das Praktikum bietet solche Trainingssituationen, die jedoch erst dann zu einem vielversprechenden Lernerfolg führen können, wenn diese auch reflektiert werden – hierzu bedarf es ein begleitendes Seminar.
  • Klassenführung stellt eine der zentralen Herausforderungen im Lehrerberuf dar. Dabei werden Studierende auch mit ihrer eigenen Persönlichkeitsstruktur konfrontiert – und das sind Lernprozesse, die neben den fachlichen undfachdidaktischen Inhalten noch hinzukommen. Hierzu zählen z.B. Durchsetzungsvermögen, Klarheit in den Aussagen und Arbeitsanweisungen, sicheres und professionelles Auftreten. Entsprechende Lehrkonzepte im Begleitseminar sind notwendig um auch diese Ebene zu integrieren.
  • Komplexität: Immer wieder kann beobachtet werden, dass Studierende in der Praxisphase mit einer enormen Komplexität an Anforderungen auf den unterschiedlichsten Ebenen konfrontiert werden. Eine gute Unterstützung ist notwendig, um ihnen positive Erfahrungen im Klassenzimmer zu ermöglichen, auf die sie später aufbauen können.