Relevanz

Aspekte zum Theorie-Praxis-Verhältnis
Aber wie sollten wir, Studierende, ein Filmportal für den DaF-Unterricht erstellen, wenn es momentan nicht so viele Materialien und Homepages im DaF-Bereich gibt?!“ – war eine der ersten Reaktionen der Seminarteilnehmer/-innen nach der Vorstellung des Projektvorhabens seitens der Seminarleiterin.
Die Verknüpfung von Theorie und Praxis bildete die Basis für die erfolgreiche Realisation des Projektvorhabens. Die Studierenden erwarben theoretische Kenntnisse zum Thema „Filmarbeit im DaF-Unterricht“, „fremdsprachliche Filmdidaktik“ und „Filmbildung DaF“. Ausgehend von theoretischen (für viele Studierende neuen) (Er-) kenntnissen erweiterten die Studierenden ihre didaktische und methodische Kompetenz bei der Filmarbeit im DaF-Unterricht und erstellten dabei selbständig und theoriegeleitet unter der Betreuung der Projektleiterin ihr eigenes Endprodukt – das Filmportal.
Auf der Basis des im Seminar erworbenen theoretischen Wissens sowohl in Bezug auf die Filmanalyse als auch bezüglich didaktischer Modelle des Filmeinsatzes im DaF-Unterricht konzipierten die Studierenden eigenständig einzelne Rubriken der Homepage und füllten diese mit Inhalten. Dabei arbeiteten Studierende in mehreren Gruppen, wobei jede Gruppe für ihre eigene Portalrubrik zuständig war inkl. Konzeption, Auswahl und Darstellung der Inhalte. So erweiterten die Studierenden einerseits ihre theoretischen Kenntnisse, verknüpften diese mit der praktischen Arbeit und entwickelten gleichzeitig ihre didaktisch-methodischen Kompetenzen (Reduktion und Auswahl der wichtigsten Informationen für den DaF-Unterricht, Anpassung der Inhalte an ein nicht-muttersprachliches Publikum) sowie andererseits Medienkompetenz  (mediale Darstellung der Inhalte auf der Homepage).
Die Arbeit im Seminar fand handlungsorientiert statt. Im Sinne des problembasierten Lernens (Nicht-Vorhandensein eines pädagogischen Filmportals für den DaF-Unterricht) lösten die Seminarteilnehmer/-innen theoriegeleitet und selbst verantwortet zunächst innerhalb einzelner kleinerer Gruppen das Problem und erstellten zum Schluss im Seminarverbund das Filmportal.


Aspekte zur Betreuung und Begleitung der Studierenden

Die Studierenden hatten von Anfang an den Status „Projekt-Arbeitsgruppe“. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe hatten ihrem Status entsprechend einen größeren eigenständigen Spielraum bei der Erarbeitung der Inhalte. Die Seminarleiterin sorgte in erster Linie dafür, dass das notwendige theoretische Wissen vermittelt und erworben wurde. Anschließend stand die Projektleiterin den Studierenden bei Bedarf als Begleiterin und Beraterin zur Verfügung und sorgte dafür, dass ggf. entstehende Schwierigkeiten möglichst schnell geklärt wurden und dass die Gruppenarbeit nicht beeinträchtigt wurde.
Nach der Erstellung der Inhalte für einzelne Rubriken innerhalb kleiner Gruppen fand eine seminarinterne Präsentation statt. Jede Gruppe präsentierte die Ergebnisse ihrer Arbeit und ermöglichte den anderen Seminarteilnehmenden die Einsicht in die Werkstatt und das endgültige Vorhaben. Das Ziel war dabei, zahlreiches Feedback von anderen Gruppen zu bekommen. Auf diese Art und Weise wurde zum größten Teil vermieden, dass die Projektleiterin aufgrund ihrer vorgesetzten Position eine bestimmende Rückmeldung geben musste. Die Tatsachen, dass die Mitglieder der Projektgruppe gleichrangig waren und mit ähnlichen Schwierigkeiten bei der Erarbeitung der Inhalte konfrontiert wurden, führten zu einer gelungenen offenen Feedback-Kultur und ermöglichten eine konstruktive Rückmeldung mit diversen Verbesserungsvorschlägen.
Nach der ersten seminarinternen Präsentation und dem Feedback der Teilnehmer/-innen überarbeiteten die Studierenden innerhalb ihrer einzelnen kleineren Gruppen die Ergebnisse und schalteten sie danach auf der Internetseite www.daf-filmportal.de frei.


Aspekte der Förderung des Kompetenzerwerbs der Studierenden
Den Studierenden wurde von Beginn an die Botschaft vermittelt: wir machen gemeinsam ein Projekt und das Projekt kann nur in Form einer Teamarbeit und in eigener Verantwortung einzelner Teilnehmer/-innen realisiert werden. Dabei trägt jedes Mitglied der Projekt-Arbeitsgruppe Mitverantwortung am Erfolg des Projekts. Den Studierenden wurde viel Spielraum für selbständiges entdeckendes handlungsorientiertes Lernen zur Verfügung gestellt. Es wurde lediglich das Ziel der Gruppenarbeit transparent formuliert: jede Gruppe sollte innerhalb eines bestimmten Zeitraums eine von ihr selbst ausgewählte Portalrubrik konzipieren, die Inhalte für die Rubrik auswählen und die Inhalte medial auf dem Portal präsentieren und freischalten. Das Management des Arbeitsprozesses wurde dabei vollständig den Studierenden überlassen: Zeit- und Ressourcenplan, Rollenverteilung, Lektorieren der Inhalte, Überarbeitung – all diese Schritte planten die Gruppenmitglieder selbständig innerhalb ihrer Gruppen.
Während der Arbeit konnten die Studierenden mit- und voneinander lernen. Diejenigen, die über eine stärker ausgebildete Medienkompetenz verfügten, brachten ihre Kenntnisse anderen Gruppenmitgliedern bei. Seminarteilnehmer/-innen, die gut zeichnen konnten, halfen allen bei der Erstellung von Abbildungen für das Filmportal. So entstanden mehrere, von Studierenden gezeichnete Bilder als visuelle Erläuterung zu den methodisch-didaktischen Filminhalten des Portals und das Logo des Filmportals. Studierende, deren Erstsprache Deutsch war, kümmerten sich um die Ausformulierung der Texte, wobei gerade nicht-muttersprachliche Studierende das letzte Wort sprachen und besser einschätzen konnten, was für das nicht-muttersprachliche Publikum des Filmportals leicht verständlich wäre und was eine zusätzliche Erklärung benötigte.
Zu einem vorgegebenen Termin präsentierte jede Gruppe ihre Portalrubrik und bekam zahlreiche konstruktive Rückmeldungen von anderen Gruppen. Jetzt ging es im Sinne des Projektmanagements um die Überarbeitung und Freischaltung der Inhalte.

Sonstige Aspekte und Ideen:

Relevanz für die pädagogische DaF-Praxis weltweit
Bereitstellung von zuverlässigen kostenfreien und weltweit zugänglichen Informationen zu Filmfragen sowie methodisch-didaktische Unterstützung bei der Filmarbeit/-bildung im DaF-Untericht inkl. Datenbank von über 80 DaF-Filmhefte zu verschiedenen Spielfilmen.

Relevanz für die Hochschullehre der PH Freiburg
Durch die Integration der Projektinhalte in die Curricula des BA- und MA DaZ /DaF lernen Studierende in der Praxis, wie man methodisch-didaktisch mit Filmen im DaF-Unterricht arbeitet sowie eigenständig Filmdidaktisierungen erstellt. Die entworfenen Materialien werden anschließend erprobt und auf dem DaF-Filmportal veröffentlicht. Somit lernen die Studierenden mit Filmen zu lehren und präsentieren ihre Ergebnisse auf dem DaF-Filmportal.

Nachhaltigkeit
Die Integration der Projektinhalte in die Curricula des BA- und MA DaZ/DaF an der PH ermöglicht und gewährleistet eine nachhaltige Weiterentwicklung des Filmportals. Im SoSe 2015 wurde das Filmportal z.B. um eine weitere Rubrik „Dokumentarfilme im DaF-Unterricht“ ergänzt, welche im Rahmen eines Film-Projektseminars für MA-Studierende DaZ/DaF realisiert wurde. Jedes Semester entstehen neue Filmhefte an der PH Freiburg, diese Filmdidaktisierungen werden ebenso in die Portal-Datenbank eingetragen.

Stärkung des filmdidaktischen Profils der PH Freiburg
Das Projekt fällt in den genuinen Aufgabenbereich der PH. Die PH Freiburg genießt ein Renommee als eine PH mit u.a. einem filmdidaktischen Profil . Mit den neu eingerichteten Bachelor- und Masterstudiengängen DaZ/DaF hat die PH ihre Bereitschaft bekundet, auch im DaZ-/DaF-Bereich Lehre und Forschung betreiben zu wollen und hat ein kompetentes DaZ-/DaF-Expertenteam gebildet. Das realisierte Projekt liegt an der Schnittstelle der Film- und DaF-Didaktik und erweitert das Filmprofil der PH vom deutschdidaktischen Handlungsfeld auf das DaF-didaktische Handlungsfeld.