Schulische Reintegration psychisch kranker Kinder und Jugendlicher

Projektleitung:

  • Prof. Dr. Karin Schleider

Projektkoordination:

  • Dipl. Soz. Päd. Silke Hirsch-Herzogenrath

Kooperationspartner:

  • Sonderschulrektor Frieder Schmitt (Klinikschule Freiburg),
  • Schulen für Kranke in Baden-Württemberg und Hessen

Kurzbeschreibung:

  • Untersuchungsgegenstand ist die Reintegration psychisch kranker Kinder und Jugendlicher aus der Schule für Kranke in die allgemeine Schule am Beispiel der Bundesländer Baden-Württemberg und Hessen. Die Ziele des Gesamtprojektes sind (1) die Deskription der aktuellen Praxis schulischer Reintegration, (2) die Bewertung der aktuellen Praxis und (3) die Präskription hinsichtlich Planung, Durchführung und Evaluation der Reintegration. In Studie I werden die institutionsbezogenen Formen der Reintegration untersucht. Die zentrale Fragestellung dieser Teilstudie lautet: Wie erfolgt die Reintegration psych. kranker SchülerInnen in die allgemeine Schule aus Sicht der Schulen für Kranke in Baden-Württemberg und Hessen im (a) länderübergreifenden Gesamtüberblick, (b) Ländervergleich und (c) Vergleich von Schuluntergruppen (anhand deren Rahmenbedingungen gruppiert)? Aus den theoretischen und empirischen Grundlagen ergeben sich die folgenden Spezifizierungen:

a. Wie sehen die Rahmenbedingungen der Schulen für Kranke aus?

b. Wie gestaltet sich die Elternberatung während der Vorbereitung der Reintegration?

c. Welche Kooperationen finden während der Vorbereitung, Durchführung und Nachbetreuung statt?

d. Wie wird der Schüler vorbereitet?

e. Welche Probleme können während der Vorbereitung, Durchführung und Nachbetreuung entstehen?

f. Wie wird eine Evaluation der Reintegration durchgeführt?

g. Wie beurteilen die Schulleitungen die bisherigen Reintegrationen und die Kooperationen?

Die Daten für diese Vollerhebung (47 Schulen für Kranke) werden anhand eines Erhebungsrasters für vorliegende quantitative Daten zu den Rahmenbedingungen der Schulen für Kranke und eines standardisierten Experteninterviews mit den Schulleitungen erhoben.

Ausgewertet werden die Daten zunächst mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring (2002), anschließend mittels deskriptiver und ggf. analytischer Statistik (SPSS).

In Studie II werden einzelfallbezogene Formen der Reintegration untersucht. Dabei interessiert die Frage: Wie erfolgt die Reintegration im Einzelfall aus Sicht der Schulen für Kranke und der allgemeinen Schulen? Dieser Fragestellung wird zu unterschiedlichen Zeitpunkten nachgegangen. Zum Zeitpunkt t0 werden retrospektiv Daten zur bisherigen Schullaufbahn vor Aufnahme in die Schule für Kranke und zur SchülerInnen erhoben. Zu den Zeitpunkten t1, tund t3 werden Daten während der Schule für Kranke, sechs Wochen und sechs Monate nach der Reintegration  in die allgemeine Schule erhoben. Dabei interessieren insbesondere die folgenden Aspekte: (a) Lern- und Verhaltensauffälligkeiten der jeweiligen Schülerin bzw. des jeweiligen Schülers, (b) die Beurteilung des emotionalen, sozialen und kognitiven Bereichs durch die Lehrkräfte, (c) die Bedingungen bei der Reintegration, (d) die durchgeführten Interventionen und (e) die Selbstbeurteilung des Reintegrationsablaufs und –erfolgs durch die Lehrkräfte.

Als Datenerhebungsmethode kommen eine Aktenrecherche (Schülerakte) mittels teilstandardisiertem Datenerhebungsbogen, eine Expertenbefragung (Lehrkräfte) mittels teilstandardisiertem Interview und ein Inventar zur Beurteilung von Verhaltensauffälligkeiten im Unterricht (überarbeitete Version der „Bamberger Liste für LehrerInnen“, Berg, 2004) zum Einsatz. Die Stichprobe dieser Studie umfasst 45 SchülerInnen, welche die Klinikschule Freiburg bzw. nach ihrer Reintegration unterschiedliche allgemeine Schulen besuchen. Ausgewertet werden die Daten zunächst mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring (2002), anschließend mittels deskriptiver und ggf. analytischer Statistik (SPSS).

Förderung:

  • Förderung durch Mittel der Fakultät (Forschungsantrag Stufe II, III)

Publikationen

  • Schleider, K. & Hirsch-Herzogenrath, S. (2009). Strukturelle und funktionale Merkmale der Schulen für Kranke unter besonderer Berücksichtigung der Beschulung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher – eine empirische Untersuchung. Zeitschrift für Heilpädagogik, 4, 148-156.
  • Hirsch-Herzogenrath, S. & Schleider, K. (2010). Reintegration psychisch kranker Schülerinnen und Schüler in die allgemeine Schule aus Sicht der Schulen für Kranke - empirische Befunde. Zeitschrift für Heilpädagogik, 9, 351-359.