RehaCAT - Entwicklung eines modernen Diagnostiksystems für Patienten und Patientinnen in der orthopädischen Rehabilitation

Förderung:

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Die Projektdarstellung der DFG finden Sie hier.

Projektlaufzeit:

1. April 2008 - Oktober 2011

Projektleitung:

Prof. Dr. Markus Wirtz, Prof. Dr. Dr. Jürgen Bengel, Prof. Dr. Siegfried Gauggel

Projektmitarbeiter:Dipl.-Psych Christian Frey, Dipl.-Psych. Evelyn Müller

Kooperierende Institute:

Abteilung für Rehabilitationspsychologie und Psychotherapie, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Institut für Med. Psychologie und Med. Soziologie, RWTH Aachen

Im Rahmen des Projektes RehaCAT wird durch An­wen­dung moderner Daten­erhebungs- und Test­konstruktions­me­tho­den ein computer­ge­stütztes Di­ag­nos­tiksystem für die orthopädische Reha­bilitation entwickelt, das eine öko­nomische und präzise Erhebung zentraler Outcome-Parameter der Rehabilitation ermöglicht:

  • ‚Funktions­fähigkeit im Alltag’ (Aktivität)
  • ‚Funktionsfähigkeit im Beruf’ (Teilhabe)
  • ‚Depression’ (als wichtigen Aspekt im Bereich ‚Körperfunktionen’)

Zunächst werden für jeden der drei Merkmalsbereiche so genannte Itembanken erstellt, die das gesamte Spek­trum von ‚sehr geringer’ bis ‚sehr hoher Belastung’ ab­decken. Die Auswahl geeigneter Items, die die mess­theo­retischen Gütekriterien erfüllen, erfolgt durch An­wen­dung von Analysemethoden, die inter­national für eine zuverlässige und aussagekräftige Datenerhebung als Standard gefordert werden (Item-Response-Modelle).

Ziel ist es, für jeden Merkmalsbereich 60-100 inhaltlich und messtheoretisch geeignete Einzelitems zu identifizieren. Ein moderner Com­puter­algorithmus wählt dann für jeden Patienten individuell die informativsten Items für die Datenerhebung aus.

Durch dieses Vorgehen kann eine zielgerichtete und öko­no­mische Diagnostik realisiert werden: Die Patien­tinnen und Patienten müssen maximal 10 Items in jedem der drei Bereiche beantworten, damit eine präzise Merk­mals­diagnostik gewährleistet werden kann.

Vorteile für Rehabilitanden und Einrichtungen

Durch die Anwendung des Diagnostiksystems RehaCAT, kann eine psychometrisch hochwertige Erfassung der Beeinträchtigung erfolgen. Es ergeben sich vielfältige Vorteile sowohl für die Patientinnen und Patienten als auch für die klinischen Diagnostik­stan­dards:

Ökonomie: Deutliche Verringerung des Be­ar­bei­tungs­auf­wands für die Patientinnen und Patienten, da die In­for­ma­tionen zur Belastung im Verlauf der Diagnostik individuell op­ti­mal verwertet werden.

Hohe Messpräzision: Im Unterschied zu statischen Fragebogenerhebungen kann in allen Bereichen des Belastungsspektrums eine präzise Diagnostik er­folgen. In der Regel sind lediglich 6-8 Items pro Di­men­sion zu beantworten, um eine hohe Präzision zu erreichen.

Erfassung eines breiten Belastungsspektrums: Ab­dec­kung eines breiten Belastungsspektrums, so dass eine valide Ver­laufs­dia­gnos­tik über alle Behand­lungs­pha­sen hinweg möglich ist. 

Eindeutig interpretierbare Ergebnisse: Die verwendete Methodik erlaubt im Unterschied zu vielen klassischen Fragebogenskalen eine eindeutige Bestimmung des Belastungsstatus.

Standardisierte Berücksichtigung der Kern­dimen­sionen der ICF in der Routinediagnostik.

Automatisierte Datenauswertung: Die Auswertung des Testergebnisses erfolgt di­rekt durch den Computer, so dass das Test­er­geb­nis ohne weiteren Aufwand durch Hand­aus­wer­tung oder Eingabe in den Computer zur Verfügung steht.

An­wen­der­freundliche Oberfläche am Com­puter, die in einer Online-Version verfügbar ist.