BmBF – Bundesministerium für Bildung und Forschung

Entwicklung und Evaluation eines Fortbildungsprogramms zur Partizipativen Ent­scheidungsfindung in der medizinischen Rehabilitation

Körner, M., Stößel, U. & Troschke, J.

 

Ziel der beantragten Studie ist die Entwicklung und Evaluation eines Schulungsprogramms zur partizipa­tiven Entscheidungsfindung in der medizinischen Rehabi­litation, welche sich sowohl auf die Patienten- als auch Mitarbeiterpartizipation (externe und interne Patienten­ori­entierung) bezieht. Es wird davon ausgegangen, dass durch ein geschultes, verändertes kom­munikatives Verhalten der Ärzte/Bezugs­thera­peu­ten eine stärkere Partizipation bei der Ent­schei­dungs­­findung bezüglich der Behandlungs­möglichkeiten realisierbar wird, was mitar­bei­ter­bezogen eine stärkere Mitarbeiterbeteiligung und -zufriedenheit und patientenbezogen eine höhere Akzeptanz der Behandlung, bessere Therapieergeb­nisse und mehr Pati­enten­zufrieden­heit nach sich zieht.

In einer Pilotstudie werden die Experten der Rehabilitation (Ärzte/Be­zugs­therapeuten und medizinisches Personal) mittels Delphi-Methode zu ihren Präferenzen bezüglich der Partizi­pation von Patienten und Mitarbeitern bei Behandlungsentscheidungen sowie zu den organi­sato­rischen Rahmenbedingungen und Erfordernissen zur Umsetzung der partizipativen Ent­scheidungsfindung befragt. Die Pati­enten werden in Fokusgrup­pen zu Ihren Bedürfnissen interviewt. Die Ergeb­nisse der Befragungen werden qualitativ (In­haltsanalysen nach Mayring) ausgewertet und dienen der Adaptation bereits vorhandener Schulungsmodule zur partizipati­ven Entschei­dungsfin­dung der Patienten/Rehabilitanden („Gesprächsführung und Entschei­dungsfindung in der Arzt-Patient-Beziehung“) so­wie der Neuentwicklung des Moduls zur Partizipation der Mitar­beiter („Führung, Moderation und Partizipation im (multiprofessionel­len) Team“).

Anschließend wird das Fortbildungskonzept in einer quasi-experimentellen Studie mit einem prä-post-Katamnese-Design ohne Kontrollgruppe evaluiert. Es handelt sich, um eine Primär­datener­hebung bei Patienten, Ärzte/Bezugstherapeuten und Mitarbeiter der Rehabilitations­teams. Die Patienten werden einmalig am Ende Ihrer Behandlung mittels standardisierten Fragebögen (Autonomie-Präferenz-Index Man-Son-Hing-Skala, Fragebogen zur Medizini­schen Entscheidungsfindung (PEF-FB), ZUF-8, SF-12, IRES-24) und selbst ent­wickel­ten Glo­balitems schrift­lich befragt. Begleitend werden bei den Mitarbeitern des Rehabilitations­teams die Partizipation bei der Entscheidungsfindung sowie die Mitarbeiterzufriedenheit zu zwei Messzeitpunkten (Baseline und Katamnese) erfasst. Bei den Ärz­ten/Bezugstherapeuten wird die Partizipation der Rehabilitanden in die Entscheidungsfindung durch die Beobachtung des Gesprächsverhaltens mittels der OPTION-Skala zu allen drei Messzeitpunkten stichpro­benartig erhoben. Zudem wird der Führungsstil und die Mitarbeiterzufriedenheit zu Beginn und zum Katamnese-Zeitpunkt erfasst. Direkt im An­schluss an die Schulung werden die Ärzte/Bezugstherapeuten zur Be­wertung und Um­setzung der Fortbil­dungsin­halte (formative Evalua­tion) aufgefor­dert.

DRV – Deutsche Rentenversicherung Bund

Ergebnismessung in der medizinischen Rehabilitation: Vergleich unterschiedlicher Methoden der Outcome-Messung anhand von rehabilitationswissenschaftlichen Datensätzen und kognitive Interviews über Veränderungsitems

Mittag, O.1), Kohlmann, T.2), Meyer, T.1) & Raspe, H.1)

1) Institut für Sozialmedizin, Lbeck

2) Institut für Community Medicine, Greifswald

 

EORTC - European Organisation for Research and Treatment of cancer

EORTC Quality of Life module for the assessment of cancer related Fatigue (EORTC FA25; FAR15)
(Leitung: J. Weis)

The fatigue module has been developed for use in all diagnoses, stages of the disease and treatment settings. It is measuring cancer related fatigue based on a multidimensional approach including physical, emotional and cognitive aspects of fatigue. One global item is assessing the interference of fatigue with activities of daily living. The development of the module has passed phase I/II based on n=36 expert interviews (physicians, nurses, psychologists) from 8 different European countries. The phase II fatigue module is available in two versions: FA-R15 (reduced version with 15 items) to be used in combination with EORTC QLQ-C30; FA25 (with 25 items) to be used without EORTC QLQ C30. FA25 includes items of the EORTC QLQ C30. EORTC QLQ FA-R15 has been pre-tested as a phase III module according to the EORTC Module Development Guidelines. Patient recruitment in pre-testing the module FA R15 has been finished by the end of November 2007. We could evaluate data of n=318 patients covering various tumor sites and treatment settings. As collaborators 7 European countries have contributed: France, Germany, Italy, Austria, Sweden, Spain, UK. Statistical analyses have been completed in April 2008. The manuscript and final report are in preparation. The revised EORTC QLQ-FA-R15 phase III module is expected to be available by June 2008.

START-Programm an der medizinischen Fakultät der RWTH Aachen

 

Neue Wege in der Diagnostik von Aktivitätseineinschränkungen bei neurologischen Patienten: Entwicklung von zwei Itembanken und eines Fragebogens zur Erfassung von motorischen und kognitiven Aktivitätseinschränkungen mit Hilfe der Item Response Theorie

 

Leitung: Böcker, M. & Hesse, R.

 

Laufzeit: Januar 2004 – März 2009

 

Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF; WHO, 2001) bietet ein Rahmenkonzept, in dem neben der Betrachtung der Funktionsbeeinträchtigungen (z.B. Schädigungen der Körperstrukturen oder Körperfunktionen) von Patienten vor allem die Auswirkungen der Erkrankung auf die Funktionsfähigkeit (Aktivitäten) und die Partizipation der Patienten im Alltag hervorgehoben werden. Der Diagnostik der Funktionsfähigkeit im Alltag kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da das Ausmaß an Einschränkungen in den Alltagsaktivitäten ein entscheidender Indikator dafür ist, inwieweit Patienten mit neurologischen, aber auch anderen Erkrankungen, in der Lage sind, ein relativ selbstständiges Leben zu führen. Zur Diagnostik der Aktivitätseinschränkungen werden im klinischen Alltag sowie zur Evaluation therapeutischer Behandlungen in der Regel Fragebögen (Beurteilungsverfahren) eingesetzt. Aufgrund der breiten und häufigen Anwendung von Fragebögen kommt der sorgfältigen Entwicklung standardisierter Beurteilungsverfahren, die hohen messtheoretischen Ansprüchen genügen, eine große Bedeutung zu. In dem beantragten Projekt soll eine innovative Methodik zur Entwicklung von Fragebögen (die Rasch-Analyse) eingesetzt werden, um für neurologische Patienten zwei Itembanken (Itemsammlung von Rasch-homogenen Items) zur Erfassung der motorischen und kognitiven Funktionsfähigkeit im Alltag zu entwickeln. Aufbauend auf den beiden Itembanken soll ein psychometrisch sehr gut fundierter ca. 20 Items umfassender Fragebogen, der AFIB-20 (Aachener Funktionsfähigkeitsitembank-Fragebogen mit 20 Items), entwickelt und validiert werden. Dazu sollen für die zwei Merkmalsbereiche zunächst Itempools aus bestehenden Fragebögen zusammengestellt werden, die durch zusätzlich formulierte Items ergänzt werden. Die Itempools werden dann zur Selbst- und Fremdbeurteilung von Aktivitätseinschränkungen neurologischer Reha-Patienten eingesetzt. Mittels der Rasch-Analyse werden anschließend eindimensionale Itembanken identifiziert und die Schwierigkeiten der Items kalibriert. Zusätzlich wird mit Hilfe des Differential Item Functioning überprüft, ob die ausgewählten Items in der Selbst- und Fremd-Versionen vergleichbare Itemschwierigkeiten aufweisen und ob es Moderatoreffekte von Patientenvariablen gibt (z.B. Ätiologie, Erkrankungsdauer, Geschlecht, Alter). Die so entwickelten Rasch-homogenen Itembanken, die die Konstrukte ’Funktionsfähigkeit im Alltag – I (motorisch)’ und ’Funktionsfähigkeit im Alltag – II kognitiv)’ in einem möglichst breiten Spektrum bezüglich der Itemschwierigkeiten erfassen sollen, dienen dann als Grundlage für die Entwicklung eines Rasch-homogenen Fragebogens AFIB-20, der in dem beantragten Projekt auch psychometrisch validiert werden soll. Die Entwicklung eines AFIB-20-s zur Selbsteinschätzung und eines AFIB-20-F zur Fremdeinschätzung durch Angehörige oder das Klinikpersonal ermöglicht zusätzlich noch eine Beurteilung des Störungsbewusstseins der Patienten bezüglich ihrer Defizite im Bereich der Alltagsfunktionsfähigkeit. Gerade diese Fähigkeit ist bei neurologischen Patienten häufig beeinträchtigt.

Nach Ablauf des beantragten Projektes ist geplant, in einem Folgeprojekt aufbauend auf den zusammengestellten Itembanken ein computergestütztes adaptives Testverfahren zur  Erfassung der motorischen und kognitiven Funktionsfähigkeit Aachener NeuroCAT zu entwickeln. Das hier beantragte Projekt soll somit die Grundlage und Vorarbeit für einen DFGAntrag darstellen. Da beim computergestützten adaptiven Testen (CAT) den Patienten jeweils nur bestimmte Items (entsprechend der Schwere der Symptomatik) dargeboten werden, erlaubt CAT die sehr präzise Schätzung der Funktionsfähigkeit, trotz geringer Itemanzahl (5-8 Items). Gerade für den klinischen Alltag ist dies ein entscheidender Vorteil.

 

START-Programm der medizinischen Fakultät der RWTH-Aachen

 

Neue Wege in der Depressionsdiagnostik – Entwicklung einer Itembank und eines Fragebogens zur Erfassung von Depressivität mit Hilfe der Item-Response-Theorie

 

Leitung: M. Böcker & C. Norra

 

Laufzeit: Februar 2006 – Januar 2008