Diskussionsveranstaltung
Expert/-innengespräch: Ausgebremst! Auch aus den Steinen, die uns Arbeiterkindern in den Hochschul-Weg gelegt werden, kann man etwas basteln
Datum
Mo 03.06 [18:15][Termin als ICS exportieren]
Ort
KG 5, Raum 013 (Päd. Werkstatt)
Beschreibung
"Soziale Herkunft" ist die "vergessene" Diskriminierungskategorie. Dabei sprechen die Zahlen für sich. Bei gleicher Intelligenz und gleicher Lesekompetenz werden Akademikerkinder gegenüber Arbeiterkindern massive bevorteilt. 2001 war die Wahrscheinlichkeit für Akademikerkinder 2,63mal größer von Lehrkräften eine Gymnasialempfehlung zu bekommen. Bis 2016 ist die Bevorteilung bereits auf 3,37mal gegenüber Arbeiterkindern bei gleichen Kompetenzen angestiegen. Das betrifft die Grundschule. Aber diese Diskriminierung setzt sich kontinuierlich an Hochschulen fort. Für Akademikerinder ist die Wahrscheinlichkeit, einen Doktorgrad zu erhalten, zehn Mal größer. Und Studien zeigen, dass die Ungleichbehandlung selbst nach Erhalt des Doktorgrades massiv weiter geht. Der Soziologe Andreas Kemper richtete vor mehreren Jahren das erste autonome AStA-Referat für "studierende Arbeiterkinder" ein. Inzwischen gibt es an weiteren Hochschulstandorten ähnliche Initiativen, die anders als etwa "Arbeiterkind.de" bildungspolitisch etwas ändern wollen. Aufklärung über diese gerne "vergessene" Diskriminierungsform ist wichtig, ändern wird sich aber erst wirklich etwas, wenn die Betroffenen sich selbst als Gruppe der Betroffenen organisieren.
Einrichtung
Pädagogische Werkstatt
ReferentIn
Andreas Kemper, Universität Münster
Kontakt