Forschungsprojekt zur Situation junger Geflüchteter, die als problematisch, nicht integrierbar oder schwer erreichbar gelten

Projektleitung: Prof. Dr. Albert Scherr
Mitarbeitende: Helen Breit (M.A.)
Förderung: Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

Kurzbeschreibung

In den vergangenen Jahren wurden junge Geflüchtete, insbesondere männliche Geflüchtete aus afrikanischen Staaten, medial und politisch wiederkehrend als eine bedrohliche Problemgruppe inszeniert. Aber auch Fachkräfte der Sozialen Arbeit berichten über eine Teilgruppe, die schwer erreichbar ist und durch problematische Verhaltensweisen auffällig wird. Untersuchungen dazu, von welchen Problematiken tatsächlich begründet auszugehen ist und was deren Ursachen sind, liegen bislang nicht vor.

Deshalb fehlt eine sachliche Grundlage für die Kritik von Vorurteilen, wie sie in rechtspopulistischen Diskursen sowie medialen Dramatisierung verbreitet werden, aber auch für die Klärung der Frage nach Erfordernissen und Möglichkeiten der Weiterentwicklung von Unterstützungsangeboten für die als problematisch geltende Teilgruppe junger Geflüchteter. Das Forschungsprojekt will deshalb einen Beitrag zu einer sachlichen und vorurteilsfreien Fundierung der Debatte über junge Geflüchtete leisten, die als problematisch, nicht integrierbar oder schwer erreichbar wahrgenommen oder etikettiert werden.

Dabei knüpfen wir an ein inzwischen abgeschlossenes Forschungsprojekt an, in dem vor allem erfolgreiche schulische und berufliche Integrationsverläufe untersucht wurden (s. Scherr/Breit 2019). Dabei zeigte sich u. a., dass die Erreichbarkeit und die Qualität sozialarbeiterischer und psychologischer sowie ehrenamtlicher und informeller Unterstützung von erheblicher Bedeutung sind.

Durch qualitative Interviews mit Fachkräften der Sozialen Arbeit, weiteren Berufsgruppen und zivilgesellschaftlich Engagierten sowie mit jungen Geflüchteten selbst soll auf dieser Grundlage den Fragen nachgegangen werden, a) woran bisherige Integrationsbemühungen bei einer Teilgruppe junger Geflüchteter scheitern und b) welche Ansatzpunkte und Perspektiven sich für erfolgreichere Unterstützungsmaßnahmen aufzeigen lassen.

Mit den zu erwartenden Erkenntnissen soll zu einer Versachlichung der Debatte beigetragen und sollen Unterstützungspotenziale aufgezeigt werden.

Das Projekt (Laufzeit: Oktober 2019 – Dezember 2020) wird vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg gefördert und an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, Institut für Soziologie, durchgeführt. Die Forschenden Prof. Dr. Albert Scherr und Helen Breit (M.A.) haben sowohl wissenschaftliche als auch sozialarbeiterische und ehrenamtliche Erfahrungen im Kontext von Flucht und Migration.

Wir freuen uns über jede Unterstützung bei der Umsetzung des Forschungsvorhabens: Etwa durch Hinweise und Anmerkungen zu unserem Projekt, der Weiterleitung an potenzielle Expert*innen und junge Geflüchtete und/oder der Bereitschaft, selbst für ein Experteninterview zur Verfügung zu stehen.

 

Eine etwas ausführliche Beschreibung des Forschungsvorhabens klicken Sie hier.

Für Nachfragen und Kontaktaufnahmen bitte diese Daten verwenden:

Prof. Dr. Albert Scherr                                          Helen Breit (M.A.)

0761/682-227                                                         0761/682-747

scherr@ph-freiburg.de                                       helen.breit@ph-freiburg.de