FORSCHUNG

Laufende Projekte

Freiburger Lehramtskooperation in Forschung und Lehre [FL]² – Kohärenz und Professionsorientierung,
Maßnahme M3 "Inklusion und Heterogenität"

  • Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung
  • Kooperationspartner: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Verbundkoordination), Pädagogische Hochschule Freiburg
  • Gesamtprojektleitung: Prof. Dr. Juliane Besters-Dilger, Prof. Dr. Ulrich Druwe
  • Steuerungstandem M3: Prof. Dr. Wolfram Rollett, Prof. Dr. Jörg Wittwer
  • Projektleitung M3: Jun.-Prof. Dr. Andreas Köpfer, Jun.-Prof. Dr. Katja Scharenberg
  • Laufzeit: 01.07.2015–31.12.2018
  • Kurzbeschreibung M3: Die Lehre stellt neben der Forschung und Weiterbildung einen zentralen Bereich innerhalb der Tätigkeitsfelder einer jeden Hochschule dar. Hier findet der unmittelbare Kontakt zwischen den Studierenden und den lehrenden Expertinnen und Experten der jeweiligen Disziplin statt. Ein Handlungsfeld der Freiburger Lehramtskooperation in Forschung und Lehre besteht darin, unter der Nutzung von Synergien eine Neugestaltung des Curriculums und der Lehre im Bereich des Lehramts vorzunehmen. Ziel ist es, die Studierenden als angehende Lehrkräfte bestmöglich auf den Berufsalltag vorzubereiten. Durch die curriculare Verankerung von Inklusion in den Lehrplan sollen die Studierenden künftig in der Phase ihrer Ausbildung zu einem qualifizierten Umgang mit Vielfalt und heterogenen Bedürfnissen von Schulklassen befähigt werden.
  • Projektseite: http://www.face-freiburg.de/

Klassenkomposition und soziale Integration in inklusiven Schulklassen (KOMPOSIT)

  • Förderung: Baden-Württemberg Stiftung im Rahmen des Eliteprogramms für Postdoktorandinnen und Postdoktoranden
  • Projektleitung und Antragstellerin: Jun.-Prof. Dr. Katja Scharenberg
  • Mitarbeitende: Sebastian Röhl (StR), Hannah Decker (studentische Hilfskraft)
  • Laufzeit: 01.04.2017–31.03.2020
  • Kurzbeschreibung: Seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention wird die Diskussion über gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung in Deutschland verstärkt geführt. Bei der Umsetzung von Inklusion im schulischen Handlungsfeld durch gemeinsames Unterrichten von Schülerinnen und Schülern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf ist neben der Gleichberechtigung hinsichtlich akademischer Bildungschancen auch die soziale Integration ein wichtiges Zielkriterium. Bislang vorliegende Forschungsergebnisse zeigen, dass die Wahrnehmung der sozialen Integration von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in inklusiven Schulklassen ungünstig ausfällt. Derzeit mangelt es jedoch noch an empirischen Forschungsbefunden, die Aussagen zur Bedeutung der Zusammensetzung der Schülerschaft und des jeweiligen Klassenkontextes als unmittelbarer Lern- und Entwicklungsumwelt für die soziale Integration in inklusiven Settings erlauben. Ziel des Projektes KOMPOSIT ist es daher, einen Beitrag zur Frage zu leisten, welches Integra­tionspotenzial unterschiedliche Klassenkontexte besitzen, und jene Strukturmerkmale und Barrieren zu identifizieren, die der sozialen Integration in inklusiven Schulklassen potenziell entgegenstehen. Die zu erwartenden Ergebnisse können genutzt werden, um sozialen Ausgrenzungsmechanismen durch inklusive Schul- und Unterrichtsentwicklung gezielt entgegenwirken zu können. Geplantes Erhebungsfeld sind Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg. Mittels eines quantitativen Forschungsdesigns sollen neben Schülerinnen und Schülern (Jahrgangsstufe 5 bis 7) auch Klassenlehrkräfte befragt werden, um die Wahrnehmungen und Kontextbedingungen sozialer Integration in inklusiven Schulklassen mehrperspektivisch und multidimensional abzubilden.

Diagnostische Kompetenz von Lehrkräften in Bezug auf kognitive Fähigkeiten und soziale Partizipation im Kontext von Inklusion
Teilprojekt A3 im Rahmen des
Forschungs- und Nachwuchskollegs "Diagnostische Kompetenzen von Lehrkräften: Einflüsse, Struktur und Förderung" (DiaKom)

  • Förderung: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
  • Kollegsprecher und Gesamtprojektleitung: Prof. Dr. Timo Leuders, Prof. Dr. Tobias Dörfler
  • Projektleitung Teilprojekt A3: Jun.-Prof. Dr. Andreas Köpfer, Jun.-Prof. Dr. Katja Scharenberg
  • Mitarbeitende: Claudia Schmaltz, Dipl.-Päd.
  • Laufzeit: 01.08.2017–31.07.2020
  • Kurzbeschreibung: Das Projekt untersucht das diagnostische Denken und Handeln von Lehrkräften in inklusiven Lerngruppen. Im Fokus sind dabei jene Situationen, die informelle diagnostische Urteile über kognitive Fähigkeiten und die soziale Partizipation von Schülerinnen und Schülern erfordern. Während bisher zumeist diagnostische Kompetenzen von Lehrkräften bzgl. kognitiver Merkmale von Lernenden untersucht wurden, liegen kaum Forschungsbefunde zur Akkuratheit der Einschätzung von Lehrpersonen über die soziale Partizipation von Lernenden vor. Um Lehrkräfte für die empirisch bislang vielfach nachgewiesenen sozialen Ausgrenzungsprozesse von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF) in inklusiven Lerngruppen zu sensibilisieren und diesen gezielt entgegenwirken zu können, ist das Ziel des Projekts, die Zusammenhänge zwischen und Unterschiede in der Urteilsgenauigkeit der Lehrkräfte in Bezug einerseits auf kognitive Fähigkeiten und andererseits auf die soziale Partizipation von Schülerinnen und Schülern in inklusiven Lerngruppen zu analysieren und dabei individuelle Merkmale der Lehrkräfte und kontextuelle Bedingungen einzubeziehen. Durch ein Mixed-Methods-Design werden Erkenntnisse zu spezifischen Stärken und Schwächen von Lehrkräften in den genannten Bereichen gewonnen, aus denen man Kriterien für gezielte Interventionen ableiten kann.
  • Projektseite: http://www.kebu-freiburg.de/diakom/

Schule tatsächlich inklusiv – Evidenzbasierte modulare Weiterbildung für praktizierende Lehr- und andere pädagogische Fachkräfte (StiEL). Zur Entwicklung und Evaluation von Fort- und Weiterbildungsmodulen für eine inklusive Schulpraxis in drei Bundesländern

  • Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderlinie "Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte für inklusive Bildung"
  • Verbundpartner: Pädagogische Hochschule Freiburg (Verbundkoordination), Universität Bielefeld, Universität Potsdam
  • Konsortiumsmitglieder: Prof. Dr. Uwe H. Bittlingmayer, Prof. Dr. Ullrich Bauer, Jürgen Gerdes, Prof. Dr. Michel Knigge, Jun.-Prof. Dr. Andreas Köpfer, Orkan Okan, Dr. Paulo Pinheiro, Jun.-Prof. Dr. Katja Scharenberg
  • Projektleitung am Standort Freiburg: Prof. Dr. Uwe H. Bittlingmayer, Jürgen Gerdes (Projektkoordination), Jun.-Prof. Dr. Andreas Köpfer, Jun.-Prof. Dr. Katja Scharenberg
  • Mitarbeitende: N.N.
  • Laufzeit: 01.01.2018–31.12.2020
  • Kurzbeschreibung: Im anwendungsbezogenen Forschungs- und Entwicklungsprojekt StiEL werden auf Basis eines vorgängigen nationalen und internationalen Screenings und der Durchführung von qualitativen, problemzentrierten Expert/innen-lnterviews an Schulen evidenzbasierte Module für inklusionsorientierte Fort- und Weiterbildung für Lehrkräfte und weiteres pädagogisches Personal (z.B. Schulsozialarbeiter/innen, Schulbegleiter/innen) allgemeinbildender und beruflicher Schulen entwickelt und in einem Erprobungseinsatz mit quantitativen und qualitativen Methoden (Mixed-Methods-Design) auf ihre Wirksamkeit überprüft. Im ersten Schritt werden insgesamt sechs Fort- und Weiterbildungsmodule entwickelt. Der Transfer der in den Fort- und Weiterbildungen erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen der Lehr- und pädagogischen Fachkräfte in das Unterrichtsgeschehen und in den schulorganisatorischen Alltag wird anschließend psychometrisch im Längsschnitt (Interventions- und Kontrollgruppendesign) und ethnografisch (fokussierte Ethnografie) in drei Bundesländern (Baden-Württemberg, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen) untersucht, so dass gesicherte Aussagen über die Effekte der durchgeführten inklusionsorientierten Fort- und Weiterbildungen möglich sind. Die Evaluationsergebnisse werden dann zu einem modularen Fort- und Weiterbildungssystem verdichtet, das an einer inklusiven Schulpraxis beteiligten Fachkräften direkt zur Verfügung gestellt (Open Access) oder empfohlen wird. Dabei gehen wir davon aus, dass für eine Professionalisierung für Inklusion einerseits unterrichtlich-didaktische und lernprozessbegleitende diagnostische Kompetenzen in an Inklusion orientierten Schulen benötigt werden, andererseits im Sinne einer Diversitätsorientierung aber auch die Förderung fächerübergreifender Kompetenzen (u.a. soziales Lernen und Menschenrechtsbildung) von grundlegender Bedeutung ist und Inklusion darüber hinaus als ein Prozess umfassender Schulentwicklung zu betrachten ist.

Freiburger Inklusive Schulbegleitforschung (FRISBI)

  • Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung, Eigenmittel
  • Projektleitung: Jun.-Prof. Dr. Andreas Köpfer, Jun.-Prof. Dr. Katja Scharenberg
  • Laufzeit: seit 01.10.2016
  • Kurzbeschreibung: Durch die UN-Behindertenrechtskonvention wurde nochmals bestärkt, dass Inklusion an Schulen angegangen werden muss. Bei der Umsetzung stoßen Schulen auf viele Herausforderungen. Die FACE-Maßnahme "Inklusion und Heterogenität" hat daher das Konzept „Freiburger Inklusive Schulbegleitforschung“ (FRISBI) entwickelt. Dieses Lehr-Forschungsprojekt hat das Ziel, Schulen bei ihren Entwicklungen wissenschaftlich zu begleiten. FRISBI initiiert einen gemeinsamen Dialog zwischen Schule und Hochschule und setzt dabei an den Bedarfen und Fragen der Schulen im Bereich Inklusion an. Unsere Studierenden bearbeiten dann in ihren Abschlussarbeiten forschungsbasiert konkrete Fragestellungen inklusiver Schul- und Unterrichtsentwicklung. Die Ergebnisse dieser Arbeiten diskutieren wir anschließend gemeinsam mit den Schulen. FRISBI ist also eine innovative Verknüpfung von Forschendem Lernen und inklusionsorientierter Schulentwicklung.
    Unser FRISBI-Team an der Pädagogischen Hochschule Freiburg ist interdisziplinär: Wir bringen soziologische, erziehungswissenschaftliche und fachdidaktische Expertise mit. In FRISBI interessiert uns z.B., wie Schülerinnen und Schüler die soziale Integration in inklusiven Schulklassen erleben, welche Einstellungen Lehrkräfte zur Unterrichtspraxis in inklusiven Settings haben oder wie schulische Inklusion gelingen kann. Solche Fragen werden gemeinsam mit Partnerschulen, interessierten Studierenden und in Kooperation mit dem Praxiskolleg (FACE Maßnahme 2) bearbeitet. Es ist also eine institutionsübergreifende Zusammenarbeit zwischen Hochschule und den Schulen in der Freiburger Region. In einer Pilotphase im Schuljahr 2016/17 haben wir das Projekt erstmals durchgeführt. Die Evaluation zeigte, dass das Konzept sehr positiv aufgenommen wurde. Daher wird FRISBI nachhaltig in die Lehrerbildung im Bereich Inklusion an der PH Freiburg integriert. Hierzu entwickeln wir derzeit ein begleitendes Kolloquium.