Nach dem Studium

I. Referendariat (Vorbereitungsdienst)

Wie lange dauert der Vorbereitungsdienst (nach dem 1. Staatsexamen bzw. nach dem/im Masterstudiengang)?

Das Referendariat dauert für alle Lehrämter 18 Monate. Der Vorbereitungsdienst beginnt immer zum 1. Februar eines Jahres an einem der Staatlichen Seminare für Didaktik und Lehrerfortbildung sowie der jeweiligen Ausbildungschule(n).

Wo bekomme ich genaue Informationen zum Vorbereitungsdienst?

Informationen zum Vorbereitungsdienst erhalten Sie bei den zuständigen Regierungspräsidien, bei den jeweiligen Staatlichen Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung sowie bei den Lehrergewerkschaften GEW und VBE.

Was verdient man als Lehrer/in für die Primar-/Sekundarstufe?

Als Lehrer/in für die Primarstufe werden Sie in der Gruppe A12 eingestuft, als Lehrer/in für die Sekundarstufe 1 in A13.

Muss ich das Referendariat als Beamte/Beamtin auf Widerruf absolvieren?

Nicht grundsätzlich. Es ist auch möglich, den Vorbereitungsdienst als „Angestellter im Öffentlichen Dienst“ zu absolvieren. Hierfür müssen Sie bei dem für Sie zuständigen Regierungspräsidium einen Antrag stellen. Dies hat folgende Vorteile:
Falls Sie nach dem Referendariat (Ende des Arbeitsverhältnisses) keine Anstellung als LehrerIn bekommen, beziehen Sie kein ALG II (Harz IV), sondern ALG I. Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass Sie nicht verpflichtet sind, jeden beliebigen Job annehmen zu müssen, den Ihnen die Arbeitsagentur vermittelt. Außerdem sind Sie nicht verpflichtet, an speziellen Maßnahmen (Bewerbungstrainings etc.) teilzunehmen. Dennoch müssen Sie sich aktiv um eine Stelle bemühen.
Während des Referendariats gehen von Ihrem monatlichen Bruttolohn jedoch weitere Posten ab:

  • Beitrag zur Arbeitslosenversicherung (nicht für Beamte)
  • Beitrag zur Rentenversicherung (nicht für Beamte)
  • Beitrag zur Pflegeversicherung (nicht für Beamte)
  • Anteil an der gesetzlichen Krankenversicherung

Dies bedeutet, dass Sie etwas weniger an Nettolohn erhalten (ca. 100 Euro).

Wie lange kann ich zwischen 1. Staatsexamen und Beginn des Referendariats pausieren?

Aktuell bis zu vier Jahren [Stand: 2010]. Ab dem 5. Jahr nach bestandener Staatsexamensprüfung müssen Sie eventuell ein Colloquium beim zuständigen Regierungspräsidium absolvieren, das über Ihre Zulassung zum Referendariat entscheidet. Dort müssen Sie sich regelmäßig über die aktuellen Fristen erkundigen (Holschuld).

Haben Sie zwischen dem 1.Staatsexamen und dem Antritt des Referendariats ein weiteres pädagogisches Studium absolviert, kann Ihnen in Ausnahmefällen eventuell das Colloquium erlassen werden. Bitte setzen Sie sich mit dem jeweiligen RP in Verbindung.

Falls Sie eine längere Pause planen (wegen anderer berufl. Entscheidungen, Weiterbildung, Kindererziehung, etc.) sollten Sie stets darauf achten, bis zu welchem Termin es noch möglich sein wird nach der von Ihnen studierten Prüfungsordnung das Referendariat zu absolvieren. Überschreiten Sie diese Frist, könnte es Ihnen passieren, dass Sie nicht mehr zum Vorbereitungsdienst zugelassen werden. Nähere Informationen hierzu erteilt das für Sie zuständige Regierungspräsidium, Abt. 7 – Schule und Bildung: www.seminare-bw.de/,Lde/Startseite.

Welche Seminarorte stehen mir für den Vorbereitungsdienst in Baden-Württemberg zur Verfügung?

Weitere Informationen zu möglichen Seminarorten finden Sie auf dieser Webseite der Staatlichen Seminare für Lehrerbildung.

Wenn ich mich für das Referendariat angemeldet habe: Muss ich es verpflichtend antreten?

Nein. Sie müssen nur rechtzeitig absagen, damit der Ihnen zugewiesene Platz einem anderen Bewerber zugeteilt werden kann. Sie verlieren deswegen nicht ihren Anspruch auf einen Referendariatsplatz. Haben Sie allerdings den Vorbereitungsdienst bereits angetreten und brechen daraufhin ab, dann verlieren Sie den Anspruch auf eine erneute Zuweisung zum Referendariat. Sie können sich dann zwar noch einmal bewerben, haben aber kein Recht mehr auf eine Zuweisung, da Sie ja bereits einmal abgebrochen haben.

Kann ich mich im Voraus für bzw. bei bestimmten Ausbildungsschulen bewerben?

Sicherlich können Sie bestimmte Ausbildungsschulen ins Auge fassen und mit den Rektorinnen bzw. Rektoren ein Vorstellungsgespräch führen. Ob Sie im Referendariat dann an der von Ihnen und ggf. von der Schulleitung gewünschten Schule einen Platz erhalten, hängt von den Staatlichen Seminaren für Didaktik und Lehrerfortbildung sowie den jeweiligen Regierungspräsidien ab. Manche Staatlichen Seminare sehen es allerdings nicht gerne, wenn sich LehramtsanwärterInnen im Voraus bei den Ausbildungsschulen bewerben. Nähere Informationen erhalten Sie bei den jeweiligen Seminaren für Lehrerfortbildung (z.B. Lörrach, Freiburg, Offenburg, Karlsruhe,…)

II. Andere berufliche Alternativen

Ist es möglich mit dem Bachelor Lehramt/ 1. Staatsexamen in einen zulassungsbeschränkten Masterstudiengang an der PH einzusteigen?

Bei einigen Masterstudiengängen werden bestimmte Anzahlen an ECTS-Punkten in den Kernbereichen der Fächer vorausgesetzt. Sie finden diese Voraussetzungen in den Zulassungssatzungen der Masterstudiengänge.

Wenn ich das (Europa-)Lehramt für die Primar- oder Sekundarstufe an der PH Freiburg absolviere, kann ich dann auch in anderen Bundesländern als in Baden-Württemberg unterrichten?

Ob Sie mit Ihrem Abschluss „1. Staatsexamen und 2. Staatsexamen für das (Europa-)Lehramt an Grundschulen" oder "1. Staatsexamen und 2. Staatsexamen für das (Europa-)Lehramt an Haupt-, Werkreal- und Realschulen“ in Baden-Württemberg (mit der Zusatzqualifikation bilingualen Unterrichtens in der Zielsprache Englisch oder Französisch) oder auch den entsprechenden Masterabschlüssen in einem anderen Bundesland unterrichten bzw. das Referendariat antreten können, erfahren Sie direkt im betreffenden Bundesland (Regierungspräsidien bzw. Oberschulämter bzw. Kultusministerium oder Ähnliches). Die jeweiligen Kultusministerien der Bundesländer sind für die Lehrereinstellung zuständig und können Ihnen die Einstellungskriterien am besten nennen.

Welche Aufbaustudiengänge gibt es?

Eine Übersicht über die Aufbausstudiengänge in Deutschland finden Sie unter http://www.hochschulkompass.de

III. Erweiterungsfach

Verbessert ein zusätzliches Fach (Erweiterungsfach) die Einstellungschancen für den Schuldienst?

Wenn Sie Grundschullehrer/in werden, unterrichten Sie später alle Fächer außer Sport (Schwimmen) und Religion. Unseres Erachtens ist es daher in Ihrem Fall eher von Vorteil, Ihr persönliches Profil auf anderem Wege auszubauen. Beispielsweise durch eine Fort- und/oder Weiterbildung im Bereich Beratung, Mediation (Streitschlichtung), Supervision, Erlebnispädagogik oder Ähnliches. Eine solche Fortbildung kann sich später auch positiv auf Ihren Schulalltag auswirken (z.B. im Umgang mit schwierigen Klassen oder benachteiligten Schülerinnen und Schülern). Nicht selten werden bei den stellenbezogenen, schulscharfen Ausschreibungen derartige Zusatzqualifikationen gefordert (bzw. gewünscht). Dies kann Ihnen vielleicht einen größeren Einstellungsvorteil verschaffen als das Studium eines weiteren Faches.
Wenn Sie Lehrer/in in der Sekundarstufe werden wollen, so werden Sie hingegen fächerspezifisch eingestellt, d.h., Sie unterrichten später nur die von Ihnen studierten Fächer. Hier kann es schon eher Sinn machen, ein zusätzliches Fach im Parallel- bzw. Erweiterungsstudium zu studieren.
Weitere Informationen zum Studium eines Erweiterungsfaches finden Sie hier...

Welche Fächer kann ich innerhalb eines Erweiterungsstudiums wählen?

Zu wählende Fächer sind alle Unterrichtsfächer gemäß Prüfungsordnung sowie ggf. weitere Fächer gemäß geltender Studienordnung.
Weitere Informationen Studium eines Erweiterungsfaches finden Sie hier...