Studienordnung Erweiterungsfach „Beratung“

(auf der Grundlage der GHR-StO vom 11.08.2005 überarbeitet, vom Senat der PH-FR am 17.02.06 verabschiedet und in Absprache mit dem Prüfungsamt am 19.07.06 korrigiert)

Erweiterungsfach: "Beratung"

§ Ziele

Ziel dieses interdisziplinären, institutsübergreifenden Erweiterungsstudiums ist es, Lehrkräfte aller Schulrichtungen für eine Beratungstätigkeit bei spezifischen Problemstellungen und Konfliktsituationen von einzelnen SchülerInnen, von ganzen Schulklassen oder innerhalb des Kollegiums zu qualifizieren.

Entsprechend einer multifaktoriellen Bedingtheit von Problemen soll, im Sinne eines angemessenen Case-Managements und unter Berücksichtigung der regionalen Netzwerke psychosozialer Versorgung, zu einem multidimensionalen professionellen Handeln angeregt werden. Außer der Vermittlung erforderlicher Fachkenntnisse, beispielsweise über Beratungs- und Interventionskonzepte, pädagogisch-psychologische Diagnostik oder Lern-, Verhaltens- und Entwicklungsstörungen, werden konkrete methodische Fähigkeiten in den Bereichen Diagnostik und Intervention eingeübt und an Fallbeispielen konkretisiert. Darüber hinaus wird den Ausbildungskandidaten/innen durch Elemente wie berufsbezogene Selbstexploration und Fallsupervisionen ermöglicht, ihr berufliches Handeln weiter zu professionalisieren.

§ Voraussetzungen und Anforderungen

Für das Erweiterungsstudium Beratung ist ein Eignungskolloquium erforderlich. Das Eignungskolloquium wird von dem/der für das Erweiterungsfach „Beratung“ zuständigen verantwortlichen Fachsprecher/in oder dessen / deren Vertretung durchgeführt. Die Eignung wird in einem Auswahlgespräch von etwa 30 Minuten festgestellt. Inhalte des Gesprächs sind: Theoretische Vorkenntnisse, nachzuweisen anhand des Studienbuchs und bisher erworbener Leistungsnachweise (vgl. auch Prüfungsanforderungen / Prüfungsliteratur 1. Staatsexamen), praxisbezogene Vorerfahrungen sowie Motivation und Sensibilität der Bewerberin/des Bewerbers im Hinblick auf eine Beratungstätigkeit.

§ Aufbau

Modul 1: Problemstellungen und Tätigkeitsbereiche  (6 SWS)

Problemstellungen:

Individuenbezogen

2 SWS

 

Problemstellungen:

Gruppen- oder organisationsbezogen

2 SWS

 

Tätigkeitsbereiche / Berufskunde

2 SWS

 

Modul 2:  Diagnostik und Evaluation (6 SWS)

Theorien und Methoden im Überblick

2 SWS

 

Ausgewählte Methoden I

2 SWS

 

Ausgewählte Methoden II

2 SWS

 

Modul 3:  Intervention und Beratung (6 SWS)

Theorien und Methoden im Überblick

2 SWS

 

Ausgewählte Methoden I

2 SWS

 

Ausgewählte Methoden II

2 SWS

 

Modul 4: Theorie-Praxis-Verknüpfung (6 SWS)

Ausgewählte Problemstellungen

2 SWS

 

Beratungspraxis I (Begleitseminar / Fallsupervision)

2 SWS

 

Beratungspraxis II (Begleitseminar / Fallsupersvision)

2 SWS

 

Modul 5: Professionalisierung (6 SWS)

Schul- und Organisationsentwicklung

2 SWS

 

Theorien und Methoden der Supervision / Berufsbezogene Selbstexploration

2 SWS

 

Netzwerk psychosozialer Versorgung

2 SWS

 

 

Die Reihenfolge des Studiums der Module 1-5 ist freigestellt. Die einzelnen Veranstaltungen der Module können in unterschiedlichen Semestern besucht werden.

§ Inhalte und Kompetenzen

Modul 1:
Modul 1 wird mit 6 SWS studiert.

„Problemstellungen und Tätigkeitsbereiche“

Themen/Inhalte

Kompetenzen

Problemstellungen: Individuenbezogen (z.B. Lern-, Verhaltens- & Entwicklungsstörungen, Schullaufbahnentscheidungen)

Erwerb von Grundverständnissen

Problemstellungen: Gruppen- oder Organisationsbezogen

(z.B. Gewalt an Schulen, Teamentwicklung)

Erwerb von Grundverständnissen

Tätigkeitsbereiche / Berufkunde

(z.B. Anforderungs- und Kompetenzprofil, rechtliche Grundlagen)

Erwerb bereichsspezifischer Kenntnisse


Modul 2:
Modul 2 wird mit 6 SWS studiert.

„Diagnostik und Evaluation“

Themen/Inhalte

Kompetenzen

Theorien und Methoden im Überblick

Erwerb grundlegender Kenntnisse zu theoretischen Grundlagen und Methoden

Ausgewählte Methoden I

Erwerb vertiefender Kenntnisse und Fertigkeiten bzgl. der Anwendung (Auswahl, Durchführung und Auswertung) ausgewählter Methoden und Einzelverfahren

Ausgewählte Methoden II

Erwerb vertiefender Kenntnisse und Fertigkeiten bzgl. der Anwendung (Auswahl, Durchführung und Auswertung) ausgewählter Methoden und Einzelverfahre

 

Modul 3:
Modul 3 wird mit 6 SWS studiert.

 „Intervention und Beratung“

Themen/Inhalte

Kompetenzen

Theorien und Methoden im Überblick

Überblicks- und Orientierungswissen /

Erwerb von Grundverständnis

Ausgewählte Methoden I

Erwerb vertiefender Kenntnisse und Fertigkeiten bzgl. der Anwendung ausgewählter Methoden

Ausgewählte Methoden II

Erwerb vertiefender Kenntnisse und Fertigkeiten bzgl. der Anwendung ausgewählter Methoden

 

Modul 4:
Modul 4 wird mit 6 SWS studiert.

„Theorie-Praxis-Verknüpfung“

Themen/Inhalte

Kompetenzen

Ausgewählte Problemstellungen

(z.B. Fallseminar)

Anwendung und Vertiefung spezifischer Kenntnisse anhand ausgewählter Problemstellungen

Beratungspraxis I (Begleitseminar / Fallsupervision)

Erweiterung und Reflexion spezifischer Fertigkeiten in der Beratungspraxis

Beratungspraxis II (Begleitseminar / Fallsupervision)

Erweiterung und Reflexion spezifischer Fertigkeiten in der Beratungspraxis

 

Modul 5:
Modul 5 wird mit 6 SWS studiert.

„Professionalisierung“

Themen/Inhalte

Kompetenzen

Schul- und Organisationsentwicklung

Erwerb bereichsspezifischer Kenntnisse

Theorien und Methoden der Supervision / berufsbezogene Selbstexploration

Erwerb bereichsspezifischer Kenntnisse und der Fähigkeit zur berufbezogenen Selbstreflexion

Netzwerk psychosozialer Versorgung

Vertiefung bereichsspezifischer Kenntnisse

Die Reihenfolge des Studiums der Module 1-5 ist  freigestellt. Die einzelnen Veranstaltungen der Module können in unterschiedlichen Semestern besucht werden.

§ Leistungsnachweise und Prüfung

(1) Akademische Teilprüfung
Modul 1: Benoteter Leistungsnachweis (z.B. Hausarbeit, Präsentation, Portfolio, Referat mit schriftlicher Ausarbeitung; vgl. § 19, 20, 28 Abs. 1 GHPO I vom 22.07.2003). Die Note in Modul 1 entspricht der Endnote der Akademischen Teilprüfung. Die Prüfung ist nur bestanden, wenn eine mindestens „ausreichende“ (4,0) Leistung erzielt wurde.

(2) Ein Hauptseminarschein, der nach Wahl in den Modulen 2, 3 oder 5 erbracht werden kann.

(3) Schul- bzw. Berufspraktikum
Bescheinigung über das regelmäßige und erfolgreiche Absolvieren zweier Tages- (T4 und T5) oder Blockpraktika (B3 und B4).

(4) Prüfung
Das Studium wird mit einer schriftlichen Prüfung (Klausur von vier Stunden Dauer - in der Regel eine Fallklausur) und  einer mündlichen Prüfung von etwa 30 Minuten Dauer abgeschlossen. Vorsitzende(r) der Prüfungskommission ist die für die Ausbildung von BeratungslehrerInnen verantwortliche Person der Abteilung „Schule und Bildung“ des Regierungspräsidiums Freiburg oder ihre Vertretung.

§ Schul- und Berufspraxis

Die Praktika werden als Tages- (T4 und T5) oder als Blockpraktika (B3 und B4) Studien begleitend durchgeführt. Der Umfang der Praktikums, beträgt 2 x 4 SWS. Die Betreuung erfolgt durch die für das Erweiterungsfach „Beratung“ verantwortlichen Dozierenden. Die regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme wird von den jeweiligen Mentoren bestätigt und durch die Abteilung für schulpraktische Studien bescheinigt.

§ Berechnung der Endnote

Die Endnote berechnet sich zu gleichen Anteilen aus der Note der schriftlichen Prüfung, der mündlichen Prüfung und der Akademischen Teilprüfung.