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17.10.18

 

„Dekolonisierung des Wissens - Postkoloniale Perspektiven auf Kritik und Reflexivität“

Prof. Dr. habil. Nausikaa Schirilla (KH Freiburg)

Den Ausgangspunkt post- oder dekolonialer Ansätze bildet die Erkenntnis, dass der Kolonialismus als Entstehung einer "globalen Machtmatrix" zu begreifen ist, die heute noch wirksam ist. In dieser Matrix ist die Dominanz europäisch geprägten Denkens im Sinne einer epistemischen Vorherrschaft zentral, wie Anibal Quijano oder Gayatri Spivak ausgeführt haben. Zentrale Folge dieser epistemischen Dominanz ist vor allem die Abwertung von nicht westlichen Denkweisen und von Wissen von zu marginalisierten gemachten Gruppen. Einige postkoloniale Theoretiker(innen) betonen die Bedeutung der Menschenrechte und der europäischen Aufklärung zur Legitimierung des kolonialen Projekts Eine Auseinandersetzung mit Kritik und Reflexivität in den Erziehungswissenschaften muss auch nach den Konsequenzen des Konzepts der epistemischen Gewalt für die Pädagogik fragen. 

24.10.18

 

„Menschenwürde als Maßstab immanenter Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse und Element kritischer politischer Bildung.“

Dipl. pol. Jürgen Gerdes (PH Freiburg)

Im Gegensatz zu einer (Gesellschafts-)Kritik, die ihre Maßstäbe der Kritik aus philosophisch konstruierten Gerechtigkeitskriterien gewinnt (externe Kritik), knüpft immanente Kritik an die in einer Gesellschaft überwiegend geteilten Normen und Werte sowie den normativen Überzeugungen der Gesellschaftsmitglieder*innen an, ohne die jeweils vorherrschenden Interpretationen und Institutionalisierungen dieser Normen und Werte als letztverbindlich (interne Kritik) zu betrachten.
Als ein besonders geeigneter Ausgangspunkt immanenter (Gesellschafts-)Kritik drängt sich das Konzept der Menschenwürde auf, das im internationalen Menschenrechtsdiskurs der Nachkriegszeit (ebenso wie bekanntlich im deutschen Grundgesetz) eine herausragende Bedeutung erlangt hat. Im Vortrag wird diskutiert, was genauer gemeint sein könnte, wenn von Menschenwürde und ihrer vielzitierten Unantastbarkeit gesprochen wird und welche Kriterien ihrer Verletzung sich angeben lassen. Außerdem wird die Frage des Verhältnisses dieses fundamentalen Prinzips der Menschenwürde zu den obersten Legitimitätsprinzipien westlicher demokratischer Rechtsstaaten (Demokratie und Menschenrechte) behandelt.
Das Konzept der Menschenwürde, sofern es sich hinreichend definieren und plausibel konkretisieren lässt, würde sich darüber hinaus als ein zentrales Element politischer Bildung eignen, da deren Ziel insbesondere in der Befähigung von demokratischen Staatsbürger*innen zu kritischer Urteilsfähigkeit („Mündigkeit“) besteht. Im Bereich der politischen Bildung spielt das Konzept der Menschenwürde, ebenso wie Menschenrechtsbildung überhaupt, bislang allerdings eine eher marginale Rolle.  

31.10.18

 

„Zuordnungspraktiken zur Kategorie ,nichtdeutsche Herkunftssprache‘ und Umgangsweisen mit mehrsprachigen Kindern im (schul-)pädagogischen Kontext“ (Arbeitstitel)

Isabel Dean, M.A. (Georg-August-Universität Göttingen, Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie)

Isabel Dean geht in ihrem Vortrag am Beispiel ihres Dissertationsprojekts zu (rassistischen) Diskriminierungsroutinen und -praktiken im Feld von Kita und Schule der Frage nach Kritik und Reflexivität im Forschungsprozess nach. Am Beispiel der Differenzmarkierung „nichtdeutsche Herkunftssprache“ analysiert sie, wie diese flexible schulische Zuordnung als eine postliberale rassistische Strategie wirksam wird. Anhand von Interview- und ethnographischem Material zeigt sie das Dilemma zwischen Reifizieren und Überwinden von kritisierten Kategorien auf. Vor diesem Hintergrund fragt sie außerdem danach, welche Effekte die Verwendung dieser Differenzmarkierung auf ihre – hinsichtlich Rassismuserfahrungen – unterschiedlich positionierten Forschungsgegenüber hat.   

7.11.18

 

„Reflexion-Kritik-Veränderung. Perspektiven einer intersektionalen (Ungleichheits-)Analyse und Pädagogik“

Prof. Dr. habil. Christine Riegel (PH Freiburg)

In diesem Beitrag möchte ich der Frage nachgehen, was Kritik im Kontext von Pädagogik, Sozialer Arbeit und Bildungsarbeit heißen kann. Es wird davon ausgegangen, dass (sozial-)pädagogisches Handeln sowie Institutionen der Bildung oder Sozialen Arbeit in Verhältnisse von Macht und Ungleichheit situiert sind und daran anschließend danach gefragt, wie in der (sozial-)pädagogischen Praxis mit Verhältnissen von Differenz und Ungleichheit umgegangen wird. Dabei zeigt sich in verschiedenen Studien, dass trotz anderer Ansprüche in der pädagogischen Praxis auch zu einer Reproduktion und Stärkung von bestehenden Differenzordnungen und damit verbundenen Othering und Diskriminierungsprozessen kommen kann. Dies wird an verschiedenen Beispielen aufgezeigt. Vor diesem Hintergrund wird diskutiert, inwiefern der Ansatz der Intersektionalität, der als Analyseinstrument das Zusammenwirken von verschiedenen Macht- und Herrschaftsverhältnissen (entlang von gender, class, ‚race‘/ethnicity, dis_ability etc.) in den Blick nimmt, hilfreich sein kann, um sowohl Bildungskontexte als auch pädagogische Praxis in diesen Verhältnissen zu untersuchen und von da aus Perspektiven der Reflexion, Kritik und Veränderung - (in) der (sozial-)pädagogischen Praxis - zu entwickeln.   

 

14.11.18

„Kritische Männlichkeit: Hegemoniale Männlichkeit benennen, dekonstruieren und kritisieren“

 

Markus Textor (PH Freiburg)

Anhand des Konzeptes der „hegemonialen Männlichkeit“ wird erörtert, wie eine praktische Perspektive der kritischen Männlichkeit aussehen kann und wie sich das Konzept praktisch anwenden lässt. Das Konzept, das von Raewyn Connell entwickelt wurde, gilt in der kritischen Männerforschung als akzeptierte Theorie-  und Analyseperspektive und hat derselben einen neuen Forschungshorizont eröffnet. Im Vortrag wird das Konzept vorgestellt und seine Verortung innerhalb der Gender Studies thematisiert. Folglich wird diskutiert, inwiefern es sich eignet, patriarchale Macht- und Herrschaftsverhältnisse zu erkennen, zu dekonstruieren und zu kritisieren. Da das Konzept mehrere Ungleichheitsverhältnisse und auch ihre wechselseitige Verwobenheit thematisiert, kann „hegemoniale Männlichkeit“ auch im Rahmen von Intersektionalität besprochen werden.


21.11.18

„Konfliktkultur in Arztpraxen: eine Herausforderung zwischen Wertschätzung und Resignation“

Dr. Andrea Warnke (PH Freiburg)/ Meike Tietze, B.A. (PH Freiburg)


„(...) ich hatte morgens schon ein ungutes Gefühl und Bauchschmerzen“. Ärztliches Fachpersonal und Medizinische Fachangestellte (MFA) haben eine besondere Verantwortung – es gilt vorrangig, eine optimale Patient*innenversorgung zu erzielen. Ärzte und Ärztinnen im Bereich der ambulanten Praxen stehen jedoch im permanenten Rollenkonflikt: Als Fachkräfte, Unternehmer*innen, sowie Arbeitgeber*innen des Gesundheitspersonals. Von den MFAs werden psychische Stabilität, Verantwortungsbewusstsein, Kontaktbereitschaft und Einfühlungsvermögen gefordert – welche den Empfindungen von geringer Wertschätzung, übermäßigem Kontrollverhalten, sowie mangelnder Kommunikation gegenüberstehen. Diese Herausforderung möchten wir insbesondere im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Ärztlichem Fachpersonal und den MFA, den Patient*innen, sowie der Rolle der Lehrkräfte im dualen Ausbildungssystem beleuchten.  Hierbei möchten wir uns der Frage „Was ist Kritik in Arztpraxen?“ gemeinsam annähern.

28.11.18

„Diversitätsbewusste Perspektiven in der (internationalen) Jugendarbeit -
Über den Versuch, Machtkritik praktisch werden zu lassen“

Karine Reindlmeier (Freiberufliche Pädagogin in der politischen Jugend- und Erwachsenenarbeit)

In pädagogischen Arbeitsfeldern spielt der Umgang mit Zugehörigkeiten, mit Selbst– und Fremdzuschreibungen eine zentrale Rolle. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Differenz jeweils gedacht, reflektiert, thematisiert, konstruiert und dekonstruiert wird. Diversitätsbewusste Perspektiven beschreiben dabei eine Haltung, wie in der pädagogischen Praxis ein nicht–essentialisierender Umgang mit Zugehörigkeiten aussehen kann, der kritisch ist gegenüber der Einordnung von Menschen in Schubladen und den Blick auf die Machtverhältnisse und strukturellen Rahmenbedingungen des pädagogischen Handelns richtet. In meinem Beitrag möchte ich diese Überlegungen am Beispiel von Projekten aus der internationalen Jugendarbeit konkretisieren und dabei aufzeigen, warum Selbst– und Praxisreflexion wichtige Bestandteile einer solchen Perspektive sind.

5.12.18

„10 Jahre AKS – Kritische Soziale Arbeit in Freiburg“

AKS Freiburg

12.12.18

„Kritik als Ent-Täuschung. Soziologische Beobachtungen der Pädagogik bei Durkheim, Adorno, Bourdieu und Luhmann“

Prof. Dr. habil. Albert Scherr (PH Freiburg)

Pädagogik ist von guten Absichten getragen. Sie zielt etwa auf Chancengleichheit, Mündigkeit oder ganzheitliche menschliche Entfaltung. Soziologisch betrachtet ist es jedoch unwahrscheinlich, dass Pädagogik das erreichen kann, was sie anstrebt. Soziologische Kritik der Pädagogik operiert deshalb im Modus der Desillusionierung. Und das provoziert die Frage, ob eine nüchterne, soziologisch abgeklärte Pädagogik möglich ist.

19.12.18

„Rekonstruktion, Kritik, Inklusion“

Jun. Prof. Dr. Andreas Köpfer (PH Freiburg) & Florian Weitkämper (PH Freiburg)

Dieser Vortrag wendet sich kritisch dem Diskurs und Praktiken um „Inklusion“ zu. Im Zentrum steht dabei die Kritik selbst, die zum einen an „Inklusion“ gerichtet wird, zugleich jedoch – und dies ist das Ziel des Beitrages – als immanenter Bestandteil von Inklusion selbst angesehen wird.
So wird zunächst der Begriff der „Kritik“ entwickelt und im Kontext von rekonstruktiver Sozialforschung diskutiert. Hieran anknüpfend wird ein Verständnis von Inklusion als kritisch-reflexive Auseinandersetzung mit be-hindernden Strukturen und Praktiken entfaltet. Abschließend werden hieraus theoretische und empirische Fragestellungen und Desiderate abgeleitet.

Darüber hinaus werden in dieser Sitzung der Ringvorlesung Einblicke in Aktivitäten und Perspektiven der WiRKSTATT inklusive Hochschulentwicklung gegeben.

9.1.19

ENTFÄLLT  „Soziologische Auseinandersetzung mit der Kritik an Gender Studies“

Dr. Gökçen Yüksel (PH Freiburg)

In den letzten Jahren werden die Gender Studies vermehrt von unterschiedlichen Seiten angegriffen und als unwissenschaftlich, politisch motiviert und ideologisch abgewertet. Diese Angriffe an den Gender Studies, die dabei mehrheitlich von außerhalb der Wissenschaft kommen, haben Konjunktur und sind gesellschaftlich folgenreich. So hat die Regierung von Viktor Orbán die Gender Studies im Oktober dieses Jahres aus der Liste der zugelassenen Masterstudiengänge gestrichen und auch in Deutschland polemisieren verschiedene Akteur/innen, wie bspw. die AfD, gegen einen "Genderwahn" und eine „feministische Agenda“ von Geschlechterforscher/innen. Ausgehend von aktuellen politischen Entwicklungen setzt sich der Vortrag mit den Kritiker/innen und ihrer Kritik an den Gender Studies auseinander.

"Für Dr. Gökçen Yüksel springt ein:"
9.1.19 "Wissenschaft als Kritik? - Kritik an Wissenschaft! Oder: Wie kann eine Wissenschaft selbst zum Forschungsthema werden und was bringt uns das?" Kathrin Leipold (PH Ludwigsburg)

These: Die Grundhaltung der Science and Technology Studies, dass die Frage danach, was wir durch unsere Forschung produzieren, nicht von der Frage zu trennen ist, wie wir das tun, ist auch für die Pädagogik fruchtbar!
1) Anfänge einer kritischen Wissenschaftsforschung: Schreiben und Festschreiben / Writing Culture
2) Wissenschaft und Klassifikationen / Hacking
3) Infrastrukturen und Klassifikationen / Star
4) Ableitungen zur Reflexion (Wie können wir Reflexionspotenziale aus der ethnografischen Wissenschaftsforschung für unser eigenes wissenschaftliches Tun ableiten?)
5) Ausblick: Ergebnisse der Methode / Kollaborationen / Erfahrung und Erkenntnis

16.1.19

ENTFÄLLT  „Sprachkritik im Schulbuch“

Dennis Strömsdörfer (PH Freiburg)

Sprachkritik findet sich an vielen Stellen: Ob Anglizismen aus der Sprache getilgt werden sollen, ob bestimmte Ausdrucksweisen tabuisiert sind oder ob Sprache als Distinktionsmerkmal dient. Diese Beispiele setzen eine "kritische[...] Reflexion des Sprachgebrauchs" (Schroedel Abitur 2017: 118) über Sprache und mittels Sprache voraus, die auch als "Sprachkritikkompetenz" (Kilian et al. 2016: 141) bezeichnet wird. In neueren Schulbüchern finden sich (mitunter gestützt durch curriculare Vorgaben) auch gegensätzliche Beispiele, wie diese Kompetenz im (Deutsch)Unterricht ausgebildet werden soll. Im Vortrag werden Beispiele vorgestellt, die das Ziel verfolgen, bei den SuS den sprachkritischen Blick zu schärfen.

Quellen:
- Schroedel Abitur Deutsch 2017. Ausgabe Niedersachsen. Bd. III. Schroedel Verlag. Braunschweig 2015.
- Kilian, Jörg/Niehr, Thomas/Schiewe, Jürgen: Sprachkritik. [...]. 2. überarb. u. aktual. Aufl. Berlin, Boston 2016.


23.1.19

„Ambivalenz von kritischer Geographie und Unterrichtspraxis am Beispiel eines Unterrichtsprojekts zu counter mapping“

Juniorprofessorin Dr. Verena Schreiber (PH Freiburg)

In aktuellen Arbeiten der Geographiedidaktik wird die Kritische Kartographie für eine reflexive Auseinandersetzung mit machtvollen Repräsentationen fruchtbar gemacht. Als ein Werkzeug der Kritik entfaltet der Ansatz seine volle Wirkung, wenn kartographische Visualisierungspraktiken dafür eingesetzt werden, die eigene (räumliche) Marginalisierung sichtbar zu machen, ein Recht auf Selbstartikulation einzufordern und sich Räume der Anerkennung zu erstreiten. Was passiert aber, wenn diese Form der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Verhältnissen zur Unterrichtspraxis wird und sich die Schule – als einer der gegenwärtig machtvollsten Orte generationaler Ordnungen – selbst zum Gegenstand nimmt? Oder anders: Welchen Wert hat eine Didaktik, deren geographisches Denken und Handeln in ein kritisches Wissen über eine Institution mündet, aus der sie ihre Daseinsberechtigung überhaupt erst schöpft? Der Vortrag unternimmt unter Rückgriff auf ein Unterrichtsprojekt zu counter mapping einen Grenzgang entlang der Verwerfungslinien von kritischer Geographie und Geographiedidaktik.

30.1.19

„Kritisier mich nicht! Eine lerntheoretische Analyse der Formen und Wirkungen von Kritik.“

Prof. Dr. habil. Thomas Fuhr (PH Freiburg)

Kritik ist wichtig zur Weiterentwicklung von Wissen und Gesellschaften. Allerdings vergisst man bei der allgemeinen Wertschätzung von Kritik leicht, dass sie im zwischenmenschlichen Bereich problematische Seiten hat. Wem fällt es schon leicht, kritisiert zu werden? Und wer mag Menschen, die gerne austeilen, aber nicht gut einstecken können? Kritik kann verletzen und führt leicht zu Streit. In der Beziehung von Eltern zu Kindern, in der Beratung und im Unterricht ist es selten hilfreich, die Lernenden zu kritisieren. Besser ist es, andere Wege zu finden, um Menschen in Veränderungsprozessen zu unterstützen.
In dem Vortrag werde ich Kritik lerntheoretisch untersuchen, vor allem mithilfe der Theorie des transformativen Lernens. Wir betrachten Prozesse, in denen Menschen ihr Denken und Handeln ändern, und fragen nach den Funktionen und Wirkungen von Kritik in diesen Prozessen. Letztlich geht es um die Frage, wie man Menschen dabei helfen kann, ihre Sichtweisen und Gewohnheiten kritisch zu überdenken und sie gegebenenfalls zu ändern.


6.2.19

ENTFÄLLT „Dynamiken konvergenzkultureller Kommunikation am Beispiel der Popularisierung regressiver und illiberaler Integrationspolitiken“

Prof. Dr. phil. Susanne Lang (Hochschule Mannheim)

Im Vortrag stehen zwei Aspekte im Zentrum: 1. Die medio-politische Bedeutungskonstitution des „kriminellen Migranten/Geflüchteten“ zur Durchsetzung  lliberaler Integrationspolitiken, in deren Zuge Grundrechte identifizierter „Anderer“ in Frage gestellt werden (können). 2. Sich daraus ergebende  Herausforderungen für die Politische Bildung und forschende Praxis: Im Rahmen von rekonstruktiven Medienanalysen soll praktisch gezeigt werden, wie sich  diskursive Strategien populistischer Strömungen und Politiken zur Kriminalisierung von Migrantinnen und Migranten sowie von Geflüchteten via moderner digitaler Medien bis hinein in den mediopolitischen Mainstream (u.a. auf Plattformen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten bis hin zu kommunalen Integrations-Diskursen) ausweiten konnten und wie sich damit gleichsam die Figur des „kriminellen Migranten/Geflüchteten“ zu einem konvergenzkulturellen Kollektivsymbol im Rahmen der aktuellen Integrationsdebatte herausgebildet hat.