1. Wissenschaftliche Forschung an Hochschulen und Forschungsinstituten

in den Bereichen

  • Bildungspsychologie / Pädagogische Psychologie,
  • Empirische Bildungsforschung,
  • Unterrichts- und Lehr-Lernforschung,
  • Pädagogik der frühen Kindheit / Frühe Bildung,
  • Schulpädagogik,
  • Erwachsenenbil­dung

Insgesamt ist in den letzten Jahren ein Anstieg der wissenschaftlichen Forschung im Bereich der Lehr- Lern-Forschung und der Bildungsforschung zu verzeichnen (Zunahme von Forschungsförderprogram­men, Forschungsinstituten, Forschungsverbünden, Forschungsprojekten, Bildungsstudien, wissen­schaftlichen Publikationen). Neue Disziplinen wie Bildungswissenschaften oder Bildungspsychologie haben sich gebildet.

Gegenstand empirischer Untersuchungen sind z. B. die Messung und Modellierung von Kompetenzen sowohl von Lernenden als auch von Lehrenden. Kompetenzentwicklung und Kompetenzförderung mit Hilfe von diagnosegestützten, differenzierten und adaptiven Lehr-Lern-Interaktionen und -Kontexten ist ein weiterer wichtiger Forschungsgegenstand.

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2. Tätigkeiten in der Evaluation und Qualitätsentwicklung von Bildungsprozessen

  • z. B. in Bildungseinrichtungen und anderen Institutionen

Die Aufgaben in diesem Berufsfeld erfordern die Kenntnis und Anwendung von Evaluationsmethoden, Prozess- und Projektmanagementmethoden, sowie Kenntnis über Bildungsprozesse, ihre Einflussfak­toren, Optimierungsmöglichkeiten und der Feststellung von Voraussetzungen und Ergebnissen von Bil­dungsprozessen auf Master-Niveau.

Um die Qualität in den Aufgabenbereichen von Bildungseinrichtungen (z. B. an Hochschulen Studium, Lehre und Forschung) zu entwickeln und zu sichern, werden zunehmend zentrale Qualitätsmanage­mentsysteme konzipiert und implementiert. Das beinhaltet die Entwicklung und Standardisierung von Qualitätsindikatoren und Erhebungsmethoden (Dokumentation und Analyse) für formative und summative Evaluation. Maßnahmen und Instru­mente der Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung werden systematisch und zielgerichtet einge­setzt, die Implementation wissenschaftlich begleitet (Beratung und Evaluation).

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3. Tätigkeiten in der Aus-, Fort- und Weiterbildung

  • z. B. Bildungseinrichtungen und anderen Institutionen oder Organisationen

Bildungseinrichtungen aber auch betriebliche Organisationen verfolgen bei der Aus-, Fort- und Weiterbildung zunehmend den Ansatz der kontinuierlichen, individualisierten Kompetenzentwicklung. Hierbei wird zunächst der Qualifizierungsbedarf professionell ermittelt (Diagnostik auf individueller Ebene, Evaluation auf organisatorischer Ebene). Der Ausbildung überfachlicher Kompetenzen (z. B. analytische, konzeptionelle und organisatorische Fähigkeiten, Kommunikations- und Teamfähigkeit) kommt neben der Entwicklung fachlicher Kompetenzen und fachlichen Wissens eine immer wichtigere Bedeutung zu. Auf einer bedarfsorientierten Diagnostik basierend werden Entwicklungs-, Schu­lungs- und Trainingsmaßnahmen ausgewählt, deren Umsetzung gesteuert und ihre Wirkung evaluiert. Häufig müssen Maßnahmen an die Individuen bzw. die Organisationen angepasst oder neue Maßnahmen ent­wickelt werden. Ein wesentliches neues Element ist die Begleitung bei der Umsetzung in die Praxis. Die individualisierte Kompetenzentwicklung soll eine hohe Anwendbarkeit von erworbenem Wissen sichern (Vermeidung von trägem Wissen). Damit diese individuellen Bildungsmaßnahmen erfolgreich sein können, müssen die Inhalte und Bausteine (Module) der Bildungsmaßnahmen auf lernpsychologischen, kognitionspsychologischen und motivationspsycholgischen Grundlagen basieren. Maßnahmen sind dann besonders effektiv, wenn sie in adaptiver Form an den personenseitigen Voraussetzungen (vorhandenes Wissen, vorhandene Kompetenzen und vorhandene Motivation) anknüpfen und an der Entwicklung von Wissensstrukturen orientiert sind. Qualitätskriterien von Maßnahmen und Bausteinen für individualisierte Kompetenzentwicklung sind neben sachadäquaten Wissensstrukturen und Adaptivität auch die Effektivität der Nutzung und die Sicherung der Anwendung des Wissens im Arbeitsfeld. Daher ist neben der Auswahl, Entwicklung und Umsetzung von Bildungsmaßnahmen die individuelle Begleitung bei der Nutzung und Umsetzung dieser Bildungsmaßnahmen von hoher Bedeutung. Im Prozess der Entwicklung Implementierung und Umsetzung von Bildungsmaßnahmen kommen der Kommunikation mit den (potentiellen) Nutzenden und der Kommunikation im (interdisziplinären) Team eine besondere Bedeutung zu.

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4. Lehrtätigkeiten für das Fach Psychologie für Nicht-Psycholog/inn/en

  • z. B. an Fachhochschulen
  • in der Fort- und Weiterbildung

Psychologische Theorien und Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen sind Teil unterschiedlich­ster Ausbildungen und Studiengänge. Die Lehre sollte theoretisch und methodisch forschungsorientiert sein. Die Inhalte und die Art der Vermittlung müssen auf Zielgruppen und Arbeitsfelder zugeschnitten werden. Dabei kommen die Theorien und Befunde der Psychologie zu Lehr und Lernprozessen zur Anwendung. Da die Unterrichteten ihrerseits die Erkenntnisse der Psychologie für ihre berufliche Praxis nutzen sollen, kommt der Anleitung der systematischen Anwendung ein besonderer Stellenwert zu.

Die Lehrtätigkeit im Fach Psychologie erfordert Kenntnis und Anwendung von Theorien und Optimie­rungsmöglichkeiten von Lehr-Lernprozessen, zur medialen Aufbereitung und zur medialen Vermittlung von Informationen sowie von Methoden der Feststellung von Voraussetzungen und Ergebnissen von Lehr- und Lernprozessen auf Master-Niveau.

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