Didaktisches Konzept

Die didaktische Konzeption des Studiengangs "Kindheitspädagogik" verfolgt zwei grundlegende Zielsetzungen, die auf die Ausgangsbedingungen der Studierenden und die unterschiedlichen anvisierten Berufsfelder ausgerichtet sind:

Zielsetzung A: Eine enge Verbindung zwischen dem Erwerb von Fachwissen und Berufsorientierung: Zentral für die Lehrveranstaltungen im Studiengang ist es, bereits ab dem ersten Semester eine miteinander verknüpfte Auseinandersetzung von fachlichem und berufsbezogenem Wissen anzubahnen. Entsprechend bieten verschiedene Module Möglichkeiten dazu, grundlegendes Fachwissen zu erwerben und dieses in Bezug zu Anforderungen und Aufgabenbereichen verschiedener Berufsfelder zu diskutieren. Darüber hinaus bieten die Lehrveranstaltungen und Module Raum dafür, das eigene berufliche Selbstkonzept vor diesem Hintergrund entwickeln und kontinuierlich reflektieren zu können.

Zielsetzung B: Eine enge Verbindung zwischen dem Erwerb von Fachwissen und wissenschaftsorientierter Perspektive: Um Fachwissen und fachliche Inhalte in Bezug auf ihre Genese, die empirische Befundlage sowie eventuelle alternative Sichtweisen rezipieren zu können, ist ein grundlegendes Verständnis für Wissenschaft und Forschung zentral. Dieses bietet die Grundlage für evidenzbasiertes praktisches Arbeiten. Entsprechend werden die Sichtweisen der verschiedenen, am Studiengang beteiligten Fachbereiche kontinuierlich aufeinander bezogen, interdisziplinäre Transferprozesse ermöglicht und in Bezug zu praktischen Fragestellungen und Handlungsanforderungen gesetzt.

Die Umsetzung der beiden didaktischen Zielsetzungen erfolgt durch unterschiedliche Maßnahmen:

  • Lehrformen: Im Studiengang kommen unterschiedliche Lehrformen zum Einsatz (Vorlesungen, Seminare, Übungen, Praktika mit Lernprojekten), die eine sinnvolle Balance zwischen der Vermittlung fachlicher Grundlagen, eigenständiger Auseinandersetzung, exemplarischer Anwendung und praktischer Umsetzung herstellen.
  • Modulstruktur: Der modulare Aufbau des Studiums ist so aufeinander angestimmt, dass die angestrebte Verknüpfung von Fachinhalten, wissenschaftlicher Fundierung und praxisbezogener Umsetzung unterstützt wird.
  • Studieneingangsphase: Für Studierende des ersten Semesters beginnt das Studium bereits zwei Wochen vor dem eigentlichen Vorlesungsbeginn mit einer Studieneingangsphase. Die Studierenden erhalten hier einerseits Einblicke in das Studium und den Studienaufbau. Andererseits erwerben sie bereits am Studienbeginn grundlegende Kompetenzen wissenschaftlichen Arbeitens und erhalten in Form einer Seminarveranstaltung und Hospitationen in unterschiedlichen Praxiseinrichtungen Einblick in potenzielle kindheitspädagogische Berufsfelder und ausgewählte frühpädagogische Institutionen.
  • Praxisbezug und Praktika: Ein zentrales Merkmal des Studiengangs ist die ausgewiesene Praxisorientierung. Diese bezieht sich einerseits auf einen hohen Anteil praxisorientierter Veranstaltungen während des Studiums. Andererseits beinhaltet der Studiengang drei integrierte Praxisphasen (im 1., 4. und 5. Semester), die auf die kontinuierliche Entwicklung frühpädagogischer Professionalität abzielen. Sie bieten den Studierenden die Gelegenheit, sich in unterschiedlichen kindheitspädagogischen Berufsfeldern auszuprobieren, und damit auch eine professionelle Eigenständigkeit und individuelle Schwerpunkte auszubilden. 
  • Wissenschaftsorientierung im Studium: Zentral im Studienaufbau ist eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Perspektiven, die darauf abzielt, vertiefte Kompetenzen in Bezug zu wissenschaftlichem Arbeiten zu erwerben. In ausgewiesenen Veranstaltungen werden die Studierenden zunehmend in eine wissenschaftsorientierte Sichtweise eingeführt und lernen auf der Grundlage ihrer Methodenkenntnisse wissenschaftliche Befunde zu analysieren sowie exemplarisch und handlungsorientiert eigene kleinere Forschungsprojekte konzeptionell zu planen, umzusetzen und auszuwerten.
  • Kommunikative Kompetenzen: Kommunikative Kompetenzen und die Fähigkeit, Interaktionsprozesse zu gestalten stellen zentrale Fertigkeiten in verschiedenen Bereichen der Berufsfelder dar. Entsprechend wird die Bedeutung kommunikativer Kompetenzen und Interaktionskonzepte kontinuierlich reflektiert und deren Auf- und Ausbau im Rahmen verschiedener Veranstaltungen entwickelt.
  • Wahlmöglichkeiten und Studium generale: Seit dem Wintersemester 2014/2015 beinhaltet das geänderte Studiengangskonzept einerseits zwei Module zum "Studium generale", andererseits verschiedene Wahlmöglichkeiten zur individuellen Schwerpunktsetzung. Beides intendiert, den Studierenden eine hinlängliche Breite der akademischen Ausbildung zu gewährleisten und interessengeleitete Anteile innerhalb des Studiums zu ermöglichen.