Was ist DaF/DaZ?

Weltweit lernen ca. 15,4 Millionen Menschen Deutsch als Fremdsprache (DaF). In zahlreichen Ländern werden daher Lehrkräfte gesucht, die fähig sind, die deutsche Sprache und Kultur im Rahmen eines Fremdsprachenunterrichts zu vermitteln. Aber auch im Inland benötigt man Fachkräfte, die beispielsweise durch Integrationskurse helfen, Migranten oder Flüchtlingen die deutsche Sprache näher zu bringen. Da diese voraussichtlich dauerhaft in Deutschland bleiben werden, wird Deutsch neben ihrer Muttersprache für sie zur Zweitsprache (DaZ).


Worin unterscheiden sich DaF und DaZ?

Ein wesentlicher Unterschied von Deutsch als Fremdsprache zu Deutsch als Zweitsprache ist der Kontext, in dem die Sprache erlernt wird. Bei DaZ findet der Spracherwerb in der Zielkultur statt. Dadurch nimmt die neue Sprache einen hohen Stellenwert im Leben der/des Lernenden ein: sie ist relevant für die tägliche Kommunikation und wird gebraucht, um sich im Alltag zurechtzufinden (z.B. beim Einkaufen, beim Ausfüllen von Formularen etc.). Werden in der zu erlernenden Sprache neue Fachinhalte vermittelt, die der/dem Lernenden aus der Erstsprache nicht bekannt sind, bedeutet Sprachenlernen auch eine kognitive Entwicklung. Ein Beispiel wäre ein Kind, das mit der Familie noch vor dem 5ten Lebensjahr immigriert und somit erst in Deutschland eingeschult wird. Dadurch erlangt es Kenntnisse in der deutschen Sprache (z.B. Lesen und Schreiben), die es nicht aus seiner Muttersprache mitbringt. Die deutsche Sprache wird so nach und nach zur Zweitsprache.

Im Gegensatz dazu steht der Spracherwerb im Kontext der Ausgangskultur (DaF). Da Deutsch als Fremdsprache meist im Ausland gelehrt wird, nimmt sie bei DaF-LernerInnen keinen so großen Einfluss auf deren Identität wie bei DaZ-Lernenden. Sie lernen die Sprache als eine (evtl. weitere) Fremdsprache, die für sie jedoch nicht alltagsrelevant ist, da sie außerhalb des Unterrichts meist keine tragende Rolle spielt.