Tipps zum Planen und Verfassen Wissenschaftlichen Hausarbeit

(früher: Zulassungsarbeit/ Zula)

Art der Arbeit

Die „Wissenschaftliche Hausarbeit (WHA)“ nach PO 2003 bzw. „Wissenschaftliche Arbeit (WA)“ nach PO 2011 ist Bestandteil des 1. Staatsexamens in den Lehramtsstudiengängen. Das Vorliegen des genehmigten Themas ist eine der Zulassungsvoraussetzungen zum 1. Staatsexamen (§13, Absatz 3 i.V.m. § 2 Absatz 1 PO’en 2003 bzw. § 13, Abs. 1, Nr.7 POen 2011).
In der Arbeit soll die Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten nachgewiesen werden, insbesondere im Hinblick auf die spätere Erziehungs- und Bildungsarbeit im Lehramt des gewählten Schultyps (vgl. §1, Absatz 2 der entsprechenden Prüfungsordnungen).

Themenkreis der Arbeit

Die Arbeit kann in einem der studierten Fächer (EW /BW und Unterrichtsfächer) geschrieben werden, inkl. der Grundlagenfächer/des Fächerverbunds. Sie muss in jedem Fall einen didaktischen bzw. Schul-Bezug aufweisen, der explizit auch im Titel der Arbeit benannt sein muss.

Zeitpunkt

Ab frühestens der bestandenen Zwischen- bzw. Vorprüfung können Sie die W(H)A beginnen. Es empfiehlt sich allerdings, davor mindestens (!) eine Seminararbeit erfolgreich geschrieben zu haben. Spätestmöglicher Zeitpunkt: Das Thema der W(H)A muss vor Zulassung zur Staatsprüfung genehmigt sein. Ein sehr später Zeitpunkt empfiehlt sich allerdings nicht, da in diesem Fall das Schreiben der Arbeit und die Prüfungsphase zusammenfallen. Das Schreiben der W(H)A nach dem 1. Staatsexamen ist also nicht möglich, es sei denn, es handelt sich dabei um einen Wiederholungsversuch.

Termine und Fristen

Auf der Seite des Landeslehrerprüfungsamtes auf der PH-Homepage unter dem Stichwort „Termine, INformationen, Formulare“ finden Sie die Termine, innerhalb derer die W(H)A-Themen beim Prüfungsamt eingereicht werden können (4xjährlich) und wie die Bearbeitungszeiträume liegen. Sobald das Thema vom Prüfungsamt genehmigt ist, läuft die Bearbeitungszeit von 3 Monaten. Eine Verlängerung dieser Frist ist nur auf Antrag und unter bestimmten Voraussetzungen möglich, in aller Regel eine durch ärztliches Attest nachgewiesene Erkrankung (das Attestformular ist auf o.g. Homepage zu finden). Dieser Antrag auf Verlängerung der Bearbeitungszeit ist unverzüglich nach Eintritt der Erkrankung beim Landeslehrerprüfungsamt (KG II, 2. OG) einzureichen, spätestens jedoch noch innerhalb der Bearbeitungszeit.

Sollte die W(H)A beim ersten Versuch nicht bestanden worden sein, kann sie einmal wiederholt werden und zwar im nächsten, spätestens aber im übernächsten Durchgang der 1. Staatsprüfung. Stimmen Sie den Schreibtermin mit dem Termin zur Anmeldung zur Staatsprüfung ab (s. „Zeitpunkt“). Die Termine für die Anmeldung zur Staatsprüfung finden Sie ebenfalls auf der Seite des Landeslehrerprüfungsamtes. Die Termine liegen jedes Jahr ungefähr gleich.

Suche und Auswahl der Betreuer_innen und des Themas

Sprechen Sie mit mehreren möglichen Ansprechpartner_innen über Ihre Themenvorstellungen und über die Bedingungen, unter denen Sie Ihre Arbeit bei der jeweiligen Betreuungsperson schreiben würden. Sammeln Sie diese Informationen und wägen Sie sie gegeneinander ab, bevor Sie sich für jemanden entscheiden. Lassen Sie möglichst zwischen Gespräch und Zu- bzw. Absage nicht mehr als eine Woche verstreichen. Wer theoretisch als Betreuungsperson in Frage kommt, können Sie im jeweiligen Fachbereichssekretariat in Erfahrung bringen. Sie brauchen eine/n Erst- und eine/n Zweitkorrektor/in. Oft kann auch der/die Erstkorrektor/in eine/n Zweitkorrektor/in benennen. Beim Erstgespräch mit der potentiellen Betreuungsperson sollten Sie sich bereits Gedanken zu Ihrem Thema gemacht haben. Evtl. haben Sie dazu schon was gelesen oder ein Seminar dazu besucht. Es ist auch damit zu rechnen, dass Sie um ein kurzes Exposee zur beabsichtigten Arbeit gebeten werden, bevor zugesagt wird.

Folgende Kriterien könnten Ihnen bei der Auswahl des/der Betreuers/in helfen:

  • Geforderte Seitenzahl (es gibt keine formale Vorgabe zur Seitenzahl, üblich sind zwischen 50-80 Seiten)
  • Betreuungsintensität (wie oft will die Betreuungsperson die Arbeitsfortschritte sehen, was sagt sie zu Gelegenheiten, bei Unsicherheiten nachzufragen, welchen Eindruck bekommen Sie davon?) Hat die Betreuungsperson selber ein Interesse an Ihrem Thema, beispielsweise, weil sie sich damit gerade im Rahmen eigener wissenschaftlicher Forschung befasst? In diesem Fall könnte es sein, dass die Betreuung evtl. intensiver und die Ansprüche evtl. höher sind.
  • Welchen Anspruch verbinden Sie selber mit dem Thema – ist es ein Herzensthema oder gehen Sie eher pragmatisch an die Sache heran? In welcher Weise passt dazu die Betreuungsperson?
  • Wählen Sie das Thema so klein und konkret wie möglich. Also nicht: „Mathematikunterricht in der Grundschule“, sondern eher: „Didaktische Modelle des Mathematikunterrichts der 4. Klasse am Beispiel der XY-Schule im Schuljahr 1970 bei Dyskalkulie“. Bewährt haben sich auch empirische Erhebungen, die natürlich keine wissenschaftlich signifikanten Ergebnisse erzeugen, das ist in diesem Rahmen nicht möglich. Dafür haben Sie damit aber einen begrenzten Datensatz, über den es sich gut schreiben lässt.
  • Polieren Sie dann Ihr (möglichst scharf umrissenes, kleines) Thema wie einen Diamanten.

Charakter der W(H)A

Für viele Studierenden ist die W(H)A die Krönung Ihres Studiums und bekommt dadurch einen ähnlichen Stellenwert wie eine Diplom- oder Magisterarbeit. Allerdings unterscheiden sich W(H)A und letztgenannte Arbeiten in folgender Hinsicht: Die W(H)A muss keinen neuen wissenschaftlichen Aspekt beinhalten. Die Verfasser sollen einfach zeigen, dass sie in der Lage sind/wären, wissenschaftlich im Sinne des gewählten Faches zu arbeiten. D.h. also, es soll nachgewiesen werden, dass man richtig zitieren, bibliographieren und strukturieren kann, es müssen (bzw. können bei der Begrenzung des Rahmens) keine signifikanten Ergebnisse erbracht werden.

Gehen Sie also an die Arbeit pragmatisch heran. Wählen Sie ein klar umrissenes Thema (s.o.), das Sie überschauen und sauber bearbeiten können.

Tipps

Um nicht zu viel Zeit auf Überlegungen/Unsicherheiten bzgl. Formalien zu verwenden (korrekte Zitierweise etc.), empfiehlt sich der Besuch eines entsprechenden Seminars beim Schreibzentrum.

Erste Vorüberlegungen (z.B. bei Datenerhebungen) können auch schon vor dem Startschuss (Termin zur Genehmigung des Themas (s.o.)) in die Wege geleitet werden, so dass sich die Bearbeitungszeit von drei Monaten dann für das Wesentliche nutzen lässt. Sollte das Thema vom Prüfungsamt nicht genehmigt werden, wären diese Vorarbeiten zwar hinfällig, aber i.d.R. werden die Themen genehmigt.

Nutzen Sie die Sprechstunden der Betreuungspersonen und verhaken Sie sich bei Schwierigkeiten nicht zu lange in eigenen Überlegungen. Bereiten Sie sich auf das Gespräch mit konkreten Fragen vor, die erkennen lassen, warum Sie in einer Sackgasse stecken und wie die Betreuungs-person Ihnen helfen kann. Beachten Sie aber den Grundsatz, dass es sich bei Ihrer Arbeit um eine von Ihnen selbständig verfasste Arbeit handeln muss.

  • Machen Sie sich gleich zu Anfang einen Zeitplan. Fangen Sie dabei von hinten an.
  • Abgabe: Um wie viel Uhr spätestens an welchem Tag, welchem Ort, in welcher Form muss die Arbeit abgegeben werden? Gibt es dort einen Briefkasten?
  • Drucken und Binden: Vereinbaren Sie einen festen Termin mit der Druckerei, die die Arbeit bindet, sodass Sie nicht warten müssen. In welcher Form braucht die Druckerei bis wann Ihre Arbeit? Bis spätestens wann muss also die Arbeit korrigiert und formatiert in der Gesamtheit vorliegen? Ab diesem Zeitpunkt sollte nichts mehr daran gemacht werden müssen.
  • Lassen Sie Ihre Arbeit auf formale Fehler (Orthographie, Zeichensetzung und Grammatik) von ein oder zwei Personen Korrektur lesen. (Darüber hinaus gehende Hilfe ist unzulässig, denn das widerspräche Ihrer eidesstattlichen Erklärung am Ende der Arbeit, dass Sie die Arbeit selbständig und ohne fremde Hilfe verfasst haben).
  • Wann haben diese Personen Zeit? Unterschätzen Sie nicht, dass eine größere Arbeit konzentriert zu lesen, ziemlich viel Zeit in Anspruch nehmen kann. Bedenken Sie, dass Sie auch Zeit danach einplanen müssen, um die formalen Korrekturen einzuarbeiten.
  • Planen insgesamt Zeit für Unvorhergesehenes als Puffer ein. Wie oft ist schon ein Computer im letzten Moment abgestürzt… Machen Sie so oft es geht, aber mindestens einmal am Tag eine Sicherungskopie des Geschriebenen auf externem Datenträger.
  • Am Anfang steht die Literaturrecherche. Planen Sie auch dafür genügend Zeit ein.
  • Davor ist es gut, der Arbeit eine Struktur zu geben, an der Sie sich beim Schreiben entlang hangeln können. Auch dafür gilt es genügend Zeit einzuplanen.
  • Stehen Sie während des Schreibens regelmäßig auf und bewegen Sie sich, trinken Sie ausreichend,
    das Gehirn braucht beides, um gut zu arbeiten.